Innerhalb der Filterblase

Seit Wochen gehe ich an ihnen vorüber und schüttele jedes Mal den Kopf. Ich meine die Großplakate auf denen der Bayrische Rundfunk Werbung für seine BR24 App macht.

»Nur das lesen, was gefällt.« So oder so ähnlich steht es dort zu lesen. Es geht um personalisierte Nachrichten aus der Region direkt auf den Nutzer zugeschnitten. Was zunächst harmlos und verlockend klingt, könnte leicht nach hinten losgehen.

Denn ich sperre damit all die Nachrichten aus, die mich nicht interessieren, ob sie relevant sind oder nicht, bestimme ich. Es ist bequem. Ich brauche aus der Vielzahl der Nachrichten, die täglich im Netz herumgeistern, mir nicht mehr die aussuchen, die mich interessieren, das macht die App für mich.

Doch es kann leicht passieren, dass ich dadurch in meiner eigenen Filterblase lande. Dass ich Meinungen, die sich nicht mit meiner eigenen decken, gar nicht mehr wahrnehme. Ich kann mir schnell eine eigene heile Welt schaffen, die mit der Realität draußen nichts mehr gemein hat. Das funktioniert ähnlich wie in den sozialen Netzwerken. Ich umgebe mich nur mit Nutzern, die ähnlich denken wie ich. Leute, die anderer Meinung sind, bleiben außen vor. Ich enge also meine Sichtweise ein, und das führt zu gesellschaftlichen Problemen, die in sozialer Kälte oder Fremdenhass gipfeln können.

Reisende sind im Allgemeinen toleranter als Menschen, die nur in ihrer Umgebung bleiben. Das lässt sich natürlich nicht pauschalisieren. Aber es stimmt schon, dass man in der Fremde eine neue Sichtweise auf viele Dinge bekommt.
Genauso ist das mit Nachrichten. Wenn ich mir nur die Nachrichten aussuche, die mich interessieren, verliere ich den großen Überblick darüber, was noch auf der Welt passiert. Ich verpasse möglicherweise sogar etwas.

Wollen wir das wirklich?

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