Kammerspiel in drei Akten

Quelle: Amazon

Wenn ich Filme schlecht finde, dann rezensiere ich sie meist auch nicht. Hin und wieder aber gibt es Filme, bei denen ich es dennoch tun muss. Oftmals weil einer meiner Lieblingsdarsteller mitspielt oder weil ich einfach etwas dazu sagen muss. »Steve Jobs« ist einer dieser Filme.

Als Applejünger (der erste Computer mit dem ich gearbeitet habe, war ein Mac) kaufte ich mir die 2012 erschienen Biografie von Steve Jobs. Das Werk lieferte einen tiefen Einblick in das Leben eines exzentrischen Menschen, der trotz seiner Fehler Großes geleistet hat. 2014 sah ich den Film »Jobs« mit Ashton Kutcher in der Hauptrolle und fand ihn zwar nicht herausragend aber gelungen. Anfang des Monats erschien nun der zweite Film über den Applegründer und ich war gespannt, weil der Film für zwei Oscars nominiert wurde. Doch die Enttäuschung war groß.

Die Handlung des Filmes ist auf drei Ereignisse aus dem Leben Steve Jobs beschränkt: die Präsentationen des Macintosh, des NEXT und des iMacs. Es passiert nichts, dafür wird viel geredet. Spannung soll über Streitgespräche mit immer denselben Menschen erzeugt werden: Seiner Marketingchefin Joanna Hoffman, der Tochter Lisa, Mitbegründer Steve Wozniak, CEO John Scully und Softwareentwickler Andy Hertzfeld. Das funktioniert aber nur bedingt. Als Zuschauer wartet man ständig darauf, dass es vorwärts geht, doch die Handlung tritt auf der Stelle. Das ist aber nicht mal das Schlimmste. Schlimm finde ich, das Leute, die die Biografie nicht gelesen haben, nicht verstehen werden, worüber die Figuren reden. Der Film setzt Wissen über die Person Steve Jobs voraus.

Die Schauspieler allen voran Kate Winslet und Michael Fassbinder leisten großartiges und sind die Stützen des Films. Auch das Drehbuch mag aufgrund der treibenden Dialoge hervorragend sein und wäre als Theaterstück genial. Im Grunde ist es ein Kammerstück, aber dies in einen Film umzusetzen, ist extrem schwierig, denn die Erwartungshaltung des Zuschauers an einen Film ist eine andere.

Fazit: Tolle Darsteller, aber einer der langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe.

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