Dem Brandner sein Tod

Seit sehr langer Zeit war ich gestern Abend mal wieder im Theater. Im Volkstheater München gab’s den Brandner Kasper zu sehen.

Nun ist die Geschichte vom gewitzten Jagdhelfer der den Boanlkramer (Tod) überlistet schon ein „Oider Huad“ wie der Bayer sagt. Mir ging es bei meinem Besuch aber in erster Linie darum, Maximilian Brückner (siehe Feel-Good-Movie) live auf der Bühne zu erleben.
Und es hat sich gelohnt. Brückner als Tod ist tatsächlich eine Schau. Zerlumpt, Barfüßig und mit der Leichtigkeit einer Feder agiert er mit viel Witz und Theatralik. Überraschende Stimmungswechsel in überzogener Manier machen sein Spiel zu einem amüsanten Erlebnis, dass das Publikum mit viel Applaus belohnte. Aber auch die anderen Darsteller, es waren immerhin 21, leisteten großartige Arbeit. Es war eine Freude mit welcher Lust und Hingabe sie auch nach über 250 Aufführungen nicht müde wurden, das Publikum zu verzaubern.

Ich gebe zu, das Stück hat zwar seine Längen und die immer wieder eingestreute Blasmusik, ist nicht jedermanns Sache, dennoch war es auch für mich als Nicht-Bayer sehenswert. Allerdings wird jemand der des Bairischen nicht mächtig ist, seine Schwierigkeiten haben, alles zu verstehen. Der Dialekt ist stellenweise so stark, das selbst ich als langjährige „Zugereiste“ an meine Grenzen geraten bin und dadurch die eine oder andere Pointe verpasst habe. Dabei schimmert in den Dialogen sehr oft Kritik an Kirche und Staat hindurch und ist stellenweise überraschend tiefgründig.

Erstaunt war ich von der Größe, des mit 600 Plätzen ausverkauften, Volkstheaters. Einige Besucher erschienen sogar in bayrischer Tracht ganz Oktoberfest-like eben. Auch von den Eintrittspreisen war ich positiv angetan. Verglichen mit einem Kinobesuch, der inzwischen nicht viel weniger kostet, bekommt man hier ein Live-Event das wirklich in 3D ist.

Mein Fazit: Es war ein langer aber kurzweiliger Abend und für mich etwas ganz besonderes einen Menschen, den man nur aus dem Fernsehen kennt, einmal als Schauspieler auf einer Bühne zu erleben.

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