Die Prophezeiung der Nakken

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 376 – »Als die Flüsse schwiegen« von Stefan Pannor und Oliver Müller

Mit dem Tesserakt bringt der Posbi Algron Perry Rhodan und Sud zum neuen Exilplaneten der Nakken in der Milchstraße. Hier soll Perry Rhodan Näheres über das Projekt Metamorph erfahren, das die Ursache für die Angriffe der Posbis auf terranische Raumschiffe und Planeten ist. Doch die Lage ist komplizierter. Seit ihrem Übergang ins Einsteinuniversum tragen die Nakken eine Prophezeiung weiter. Es geht um einen Mann der nicht stirbt und der die Bildung des vereinten Bewusstseins der Nakken verhindern wird. Das bringt Perry Rhodan in höchste Gefahr, denn die Nakken versuchen mit geistigen Mitteln zu beweisen, das er nicht der Unsterbliche sein kann und versuchen ihn aus der Raumzeit und damit aus der Erinnerung aller zu tilgen.
Perry entkommt nur knapp der Vernichtung und die Verbindung der Nakken nimmt irreparablen Schaden. Er erfährt aber, dass sich die Nakken mit dem Zellplasma der Posbis zu einem Bewusstsein vereinen wollen.
Währenddessen reisen Perrys Frau Thora und seine Tochter zu einem Planeten von dem sie Hypersignale empfangen. Auf der vorindustriellen Welt treffen sie eine Zivilisation, deren Existenz von einer Hyperquelle abhängt. Doch diese wird gerade von einem unbekannten Wesen attackiert.
Nathalie und Thora gelingt es, das Wesen an der vollständigen Zerstörung der Quelle zu hindern und so die Zivilisation zu retten. Im Anschluss versetzt die durch die Auseinandersetzung erstarkte Nathalie sich und Thora zu Perry Rhodan auf den Tesserakt.

Nach den bodenständigen Romanen aus dem ersten Teil der Staffel »Metamorph« wird es nun wieder kosmisch. Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Nakken und ihrer selbsterfüllenden Prophezeiung gut. Mit der Umsetzung hatte ich allerdings ein paar Probleme. Die Namen der beteiligten Nakken sind mal gleich und mal ähnlich und dann wieder verschieden. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so beabsichtigt war. Es hat mich aber verwirrt. Die Prophezeiung von Bethanya, die im Rest des Romans Svaethanya genannt wird, entsteht aus einer Rivalität zwischen ihr und einem Nakken namens Zhemlon und zwar noch in dem Universum vor dem von Perry. Auch Zhemlon taucht in den Erzählungen der Nakken in diversen Inkarnationen wieder auf, allerdings ohne Namensänderung. Das ist alles ein wenig verwirrend.

Hinzu kommt, das sich diese Kapitel mit denen von Thora und Nathalie abwechseln. Das nimmt der Geschichte einen Großteil der Spannung, weil man immer wieder herausgerissen wird und sich auf die andere Handlung einstellen muss, aus der man dann ebenfalls wieder herausgerissen wird. Beide Geschichten wären in separaten Romanen besser aufgehoben gewesen.

Die Idee mit der vorindustriellen Zivilisation, die von einer Priesterkaste geführt wird, ist zwar reichlich Klischeebelastet, lebt aber durch seine lebendig gezeichneten Protagonisten. Allerdings frage ich mich, ob es nicht besser wäre, auch bei PERRY RHODAN eine »Oberste Direktive« einzuführen, welche die Einmischung in fremde Zivilisationen verbietet. Denn Thora und Nathalie verhalten sich doch sehr blauäugig beim Umgang mit den Dorfbewohnern.

Ich möchte mich nicht festlegen, wer von den beiden Autoren welchen Teil geschrieben hat. Ich habe einen Verdacht, der aber auch falsch sein kann. Es ist aber ein gutes Zeichen, denn die beiden Handlungsstränge wirken zumindest stilistisch homogen. Für sich alleinstehend, wären sie eine runde Sache gewesen. Dann hätte man beide Handlungen auch ausweiten können. So sind sich die beiden Handlungen eher gegenseitig im Weg.

In »Als die Flüsse schwiegen« erfährt man endlich etwas mehr über das Projekt Metamorph, das eine Vereinigung der Nakken mit dem Zentralplasma der Posbis darstellt. Dazu muss man sich aber zuerst durch zwei kosmische und teils verwirrende Handlungen arbeiten.

Krimidinner auf der MAGELLAN

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 375 – »Die MAGELLAN-Intrige« von Dietmar Schmidt

Die Eltern, der von den Posbis verschleppten Cybora-Kinder, haben die MAGELLAN gekapert. Obwohl ihnen das Schicksal der Kinder unbekannt ist, wollen sie von den Posbis gewaltsam ihre Freilassung erpressen. Damit ihnen auf dem Weg zur Heimatwelt des Zentralplasmas Perry Rhodan nicht in die Quere kommt, haben sie ihn und die Besatzung der MAGELLAN in einem Beiboot ausgesetzt und sogar einen Mordversuch an Rhodan und seiner Crew verübt, in dem sie Mikrobomben in dem Beiboot versteckten. Als diese Information zu den Eltern durchdringt, kommt es zum Streit zwischen den Eltern und Ex-Admiral Zurn, der sich zum Anführer der Mission ernannt hat. Als dieser auch noch erklärt, dass man das Zentralplasma mit der nicht mehr funktionsfähigen Transformkanone auf der MAGELLAN erpressen will, beginnen einige der Eltern am Erfolg der Mission zu zweifeln und senden ein Signal aus, damit Perry Rhodan die MAGELLAN orten kann.
Mit Algrons Tesserakt kann Rhodan die MAGELLAN einholen. Kurz darauf materialisieren drei Dreizackschiffe der Anderposbis und greifen die MAGELLAN an. Die Menschen können kurzzeitig flüchten, werden von den Anderposbis unter dem Kommando von Rhodans Sohn Thomas aber schnell wieder eingeholt. Es entbrennt ein Raumgefecht, in dem die MAGELLAN und die Flotte der Cyboraner über kurz oder lang unterliegen werden. Doch bevor es zur Vernichtung der Schiffe kommen kann, taucht ein weiterer Fragmentraumer der Posbis auf. Es sind die Cybora-Kinder, die die Lage entschärfen, in dem sie die Dreizackschiffe vernichten.
Sid Gonzales bewohnt nun allein den Körper von Sud. Er erhält die Diagnose, dass er nur noch Tage überleben wird, wenn er das Intarsium nicht zurückerhält. Rhodan bittet Algron um Hilfe. Die Posbis bieten Sid an, ihn und Sue, deren Bewusstsein in einem Vario 800 steckt, wieder zu vereinen, doch die beiden wollen ihre Individualität behalten. Da wird bei dem Gefecht mit den Dreizackschiffen eines der Cybora-Kinder verletzt. Die Verletzung ist so schwer, das nur die Heilkräfte von Sud den Jungen retten können. Da beschließen Sid und Sue sich wieder zu Sud vereinigen zu lassen.
Das Elternpaar, das für den Einsatz der Mikrobomben verantwortlich ist, wird vom eigenen Sohn entlarvt und zur Erde gebracht. Während die MAGELLAN ihre Reise zur Welt des Zentralplasmas fortsetzt, fliegen Perry Rhodan und Sud mit Algrons Tesserakt ein anderes Ziel an.

Bei der ersten Hälfte des Romans fühlte ich mich in eine Episode von »Law and Order« versetzt. Da wird diskutiert und ermittelt, dass es eine wahre Freude ist. Gut fand ich, wie Dietmar Schmidt aus der Sicht einer Mutter erzählt, die Anwältin ist, und die schnell begreift, wir hirnrissig diese Mission zur Befreiung der Kinder ist. Das hätte ihr vielleicht schon früher klar werden müssen, aber durch das irre Gebaren des Ex-Admirals werden alle zunächst manipuliert. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass die Rettungsmission kaum umsetzbar ist, und die Eltern beginnen miteinander zu streiten. Als Rhodan dann auch noch jene Elternteile anschleppen lässt, die bisher nicht an der Rettungsmission beteiligt sind, eskaliert die Lage. Der Ex-Admiral hat sich die Loyalität der Cyboranischen Besatzung und der Positronik DIDEROT versichert. Rhodan muss argumentieren und Kompromisse eingehen, wenn er die Situation entschärfen will. Das ist eine sehr clevere und für NEO ungewöhnliche Handlung, die sich die Exposéautoren da ausgedacht haben. Und bei der man erkennt, dass sie auf die Stärken des Autors zugeschnitten ist.

Das einzige was man dem Roman vielleicht vorwerfen kann, ist die Menge an Personal. Zwei Elternteile von je sieben Kindern, dazu noch das bekannte Personal und die eine oder andere Personalie aus der Crew der MAGELLAN. Schon das Triumvirat Sid+Sue=Sud sind drei Leute, die allein schon den Roman füllen könnten. Es ist nicht ganz einfach in der Fülle der Protagonisten und Antagonisten den Überblick zu behalten. Dennoch, der Spaß an der Geschichte überwiegt und man freut sich tatsächlich auf den nächsten Roman. Etwas das in den vergangenen Staffeln nicht immer der Fall war.

»Die MAGELLAN-Intrige« ist ein spannender Roman, der sich nahtlos an den Erfolg der Vorgängerromane anschließt. Der Handlungsfortschritt in der Staffel ist zwar nur marginal, aber die Ausführung des Krimis durch Dietmar Schmidt absolut lesenswert.

Eher Thriller als Requiem

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 374 – »Requiem für eine Unsterbliche« von Stefan Pannor

Nachdem Perry Rhodan ins Solsystem zurückkehrt, wird er sofort in eine Auseinandersetzung zwischen den Terranern und Algrons Posbis verwickelt. Der Tesserakt der Perry Rhodan und die Einzelteile von Roi Danton ins Solsystem eskortiert hat, hatte seitdem Position über der Lunar Research Area und damit über NATHAN bezogen. Nun dringen die Posbis ins Innere der Forschungsstation auf dem Erdmond ein. Die Terraner sehen darin einen Angriff und wollen die Posbis aufhalten. Es droht die Zerstörung der Basis. Rhodan verhandelt mit Algron und kann ihn und seine Posbis zum Rückzug bewegen. Dafür will dieser Rhodan und die MAGELLAN zur Zentralwelt der Posbis begleiten.
Bei einem Zwischenstopp im Spica-System erzwingen die Eltern der Cybora-Kinder ihre Teilnahme an der Expedition, um die Verschollenen mit einer eigenen Streitmacht zurückzuholen. Dabei gelingt es den Cyboranern, die Besatzung der MAGELLAN mittels Naniten auszuschalten und das Fernraumschiff zu übernehmen. Rhodan und die Mannschaft werden in der CIRINJA, einem der Cyboranischen Schiffe, mit defektem Antrieb und ausgefallenem Hyperfunk im All ausgesetzt.
Hilfe kommt aus einer unerwarteten Richtung. Das Mentamalgam Sud arbeitet als Ärztin an Bord der MAGELLAN. Sie wird von den Posbis Algrons entführt und ihrem Intarsium beraubt. Dadurch trennen sich die vor knapp 400 Jahren verschmolzenen Bewusstseine von Sue Mirafiore und Sid Gonzales wieder. Beide ringen um die Vorherrschaft über Suds Körper. Sid geht als Gewinner aus dem inneren Konflikt hervor, während Sue verschwindet. Der Teleporter kann seine einstigen Fähigkeiten abrufen und teleportiert von Bord. Mit Hilfe des Hyperfunks in seinem Raumanzug kann er Rhodan kontaktieren und von der CIRINJA eingefangen werden. Mit seinem Anzug-Hyperfunk ist die Besatzung der CIRINJA in der Lage Hilfe herbeizurufen.

Wow! Was für eine Geschichte. Da ist alles dabei, was Spannung erzeugt. Außerdem wird es von Stefan Pannor so glaubhaft geschildert, dass man den Roman nur schwer wieder aus der Hand legen kann. Ich finde es gut, dass Perry Rhodan in dieser Staffel mal nicht wie der große Held dargestellt wird, dem alle zu Füßen liegen, und der nur mit dem Finger schnippen braucht, damit ihm jeder Wunsch erfüllt wird. Denn, wenn wir ehrlich sind, würden wir uns doch auch nicht von jemandem etwas sagen lassen, der schon vor 400 Jahren gelebt hat.

Insofern finde ich es ein bisschen schade, dass es keine großen Reibereien gibt, ob Rhodan die MAGELLAN für die Expedition bekommen kann, wie im ersten Band der Staffel, als Reglinald Bull nur ein kleines Schiff für Perry abstellen wollte. Aber offenbar ist den Politikern um den Ersten Terraner Aurelian Voss ein Schulschiff wie die MAGELLAN nicht so wichtig, inklusive der jungen Kadetten an Bord. Man lässt Rhodan also mit einer unerfahrenen Besatzung in die Tiefen den Leerraums aufbrechen, damit er das Posbiproblem lösen kann. Wahrscheinlich glaubt eh keiner der Bürokraten der Terranischen Union an einen Erfolg, was die Selbstüberschätzung von Politikern sehr plastisch macht. Man kennt das aus eigener Erfahrung.

Der Hammer ist aber die Übernahme der MAGELLAN durch die Cyboraner. Da wird Rhodan mit seinen eigenen Waffen geschlagen und ihm das Raumschiff unter dem Hintern weg geklaut. Sensationelle Idee. Wobei die Vorbereitung des Coup einen kleinen Haken hat. Wieso führt die erste Transition der MAGELLAN ausgerechnet ins Spicasystem zu den Cyboranern? Wenn da nicht die neue Kommandantin der MAGELLAN mit den Cyboranern unter einer Decke steckt. Oder sie hat den Befehl, ins Spicasystem zu fliegen, direkt von Aurelian Voss bekommen und es Perry Rhodan verschwiegen. Hin wie her, das alles ist ein brillanter Plot, der zudem noch perfekt umgesetzt wurde.

Nostalgisch wird es in den Kapiteln um das Mentamalgam Sud. Da lässt der Autor die Geschehnisse aus den allerersten NEO-Bänden aufleben. Damals als die Serie eigentlich »John Marshall« hätte heißen müssen, weil sich ein großer Teil der Handlung, um den Telepathen und seine Arbeit im Shelter dreht. Ich gestehe, dass ich mit der Figur der Sud nie richtig warm geworden bin, aber wie Stefan Pannor ihr »Ende« schildert, finde ich sehr gelungen.

»Requiem für eine Unsterbliche« ist ein großartiger NEO-Roman, der mir unheimlich viel Freude bereitet hat. Und das nicht nur wegen der vielen tollen Wendungen in der Handlung, sondern auch durch die erzählerische Stärke mit der der Autor die Geschichte umsetzt. Was mich zu der Frage bringt: Warum hat man Stefan Pannor nicht schon früher in die NEO-Serie geholt?

Mein Perryregal

Lange genug hat es gedauert. Endlich habe ich ein Regal für meine PERRY RHODAN-Bücher.

Vor ein paar Jahren habe ich mir die Platinbände gekauft. Einige Silberbände habe ich schon seit 2014. (Die Ausgelesenen habe ich schon wegen Platzmangels wieder verkauft.) Die guten Stücke lagerten jetzt jahrelang eingeschweißt im Schrank. Hinzu kommen diverse Publikationen, die ich zu Recherchezwecken für die SOL gekauft habe und natürlich die Fanromane von der PRFZ und vom TCE, die sich in den Jahren angesammelt haben.

Vor ein paar Monaten habe ich von einem Bekannten eine große Tüte Heyne-Taschenbücher von PERRY RHODAN geschenkt bekommen. Das nahm ich zum Anlass meine Perry-Schätze aus dem dunklen Schrank ans Licht zu holen. Im gleichen Zuge habe ich mein Bastelregal ausgebaut. Ich hatte in den letzten Jahren einiges bestellt, das einfach so herumlag und darauf wartete, einsortiert zu werden. Mit großem Glück habe ich noch eine FIRA-Kommode von IKEA bei eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Diese Teile gibt es seit 2012 nicht mehr. Leider muss man sagen, denn die sind unglaublich geräumig und passen perfekt in meine IVAR-Regale (auch von IKEA).

Kurzum, nach den Umbauarbeiten hatte ich noch zwei IVAR-Seitenteile übrig und wir haben bei IKEA noch die passenden Einlegeböden gekauft. Woraus dann das Perryregal wurde. Hintereinander gestellt, passen auch alle Bücher rein und es ist sogar noch etwas Platz für Neuanschaffungen.

Umweltangepasste in der SOL

Warum es hier in den letzten Wochen so ruhig war, lag unteranderem daran, dass ich die SOL 121 auf den Weg gebracht habe. Mit 76 Seiten ist sie dieses Mal fast zehn Seiten dicker als normal. Was bedeutet, dass ich auch deutlich mehr Arbeit damit hatte. Aber was macht man nicht alles für die Mitglieder der PRFZ.

Wie ist das, wenn Menschen auf einem fremden Planeten siedeln wollten, dessen Umweltbedingungen sich von denen auf der Erde extrem unterscheiden? Diese Frage wird im Schwerpunkt der ersten SOL-Ausgabe im Jahr 2026 beantwortet.

Stefan Wepil stellt mit Zhygor eine solche fremde Welt vor. Norbert Fiks und Frank G. Gerigk beschäftigen sich mit Sternen im Allgemeinen und den Plejaden im Besonderen.

Aus der Fanszene stellt Dieter Reich das Rollenspiel »Varynkor« vor und Dieter Bohn unterhält mit einer sehr lustigen STELLARIS-Kurzgeschichte.

Für alle, die wissen wollen, was sich inhaltlich bei PERRY RHODAN in der zweiten Hälfte 2025 getan hat, gibt es die Besprechungen zur Hauptserie, den Silberbänden und zu NEO. Außerdem sprechen wir mit dem Neuen in der PERRY RHODAN-Redaktion – Adnan Turan.

Das Titelbild zeigt den Planeten Ertrus und stammt von Robert Schweizer-Haubrich, der noch weitere schöne Illustrationen zum Schwerpunkt geliefert hat.

Nur noch wenige Tage und die SOL 121 wird in den Briefkästen der Mitglieder landen.

Zwischen Herzgeflecht und Arkonidenmutter

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 372 – »Jenseits der Stimmen« von Rüdiger Schäfer

Thora folgt der Spur ihrer Tochter Nathalie nach Olymp. Die wurde anscheinend von den Mehandor entführt, die sie an das Ava-Tor-Konsortium verkaufen wollen. Mit Hilfe des terranischen Geheimdienstes SolAb kann die Arkonidin die Mehandor-Matriarchin und ihre Sippe überwältigen und ihre Tochter befreien. Beide kehren wohlbehalten ins Solsystem zurück, wo sie auf dem Mond mit NATHAN und Perry Rhodan zusammentreffen. Da erreicht sie der Notruf eines Posbiraumers, auf dem sich die entführten cyboranischen Kinder befinden.
Die sieben Kinder wurden auf einen Fragmentraumer der Posbis verfrachtet und sollten nach Pharaduat, der Heimatwelt des Zentralplasmas Anich, gebracht werden. Doch etwas an Bord sorgt dafür, dass sich die Kinder geistig zusammenschließen und letztendlich die Posbis und den Fragmentraumer kontrollieren können. Selbst das Herzgeflecht des Fragmentraumers kann sich den geistigen Kräften der Sieben nicht widersetzen.
Anstatt nach Cybora zurückzukehren, beschließen die Kinder ihren Tod zu inszenieren und unterzutauchen. Sie senden einen Notruf aus und versenken in einem theatralischen Akt den Fragmentraumer in der Chromosphäre einer Sonne. Vor den Augen der Schiffsbesatzung der Terranischen Union lassen sie die Posbis Plasmaladungen zünden und versetzen das Schiff mittels Gedankenkraft in den Hyperraum. Alle glauben, die Kinder seien tot und verlassen das System. Doch der Fragmentraumer taucht aus der Sonne wieder hervor. Die Kinder sind nun auf sich gestellt und ahnen, dass ihre geistige Verbindung möglicherweise so mächtig ist, dass sie die Kontrolle darüber verlieren könnten, mit allen Konsequenzen.

Man merkt der Handlungszusammenfassung an, dass in dem Roman nicht allzu viel passiert. Rüdiger Schäfer bedient sich nur zweier Perspektiven, der von Thora und der von Lyrie – eines der sieben entführten Kinder. Man bekommt also jede Menge Innenansichten präsentiert und viele weise Gedanken. Was in den meisten Romanen des Autors gut umgesetzt ist, funktioniert bei diesem gar nicht. Der Roman las sich so zäh wie ein Telefonbuch. Ich schleppte mich von Kapitel zu Kapitel, doch statt neuer abwechslungsreicher Informationen erhielt ich immer wieder die gleichen blumigen Beschreibungen der Gefühlswelt von Lyrie und des sogenannten Konnektivs, was die Kinder ausgebildet haben. Eine eher esoterische statt bodenständige Verbindung, deren Art und Entstehung nicht erklärt wird.

Der Posbi PATR-CX17, genannt Patch, der das Mädchen auf Schritt und tritt begleitet, klingt in Tonfall und Ausdrucksweise wie C-3PO aus den Star Wars-Filmen. Ohnehin agieren die Kinder eher wie Erwachsene. Sie sind 13 Jahre alt und haben weder Heimweh noch übermäßige Angst. Im Gegenteil, sie fällen eine höchst logische Entscheidung und inszenieren ihren Tod, um den medizinisch psychologischen Untersuchungen auf ihrer Heimatwelt zu entgehen. Dabei werden diejenigen, die das vielleicht nicht möchten, mittels des Konnektivs auf Linie gebracht. Das fand ich nicht gut und auch nicht glaubhaft. Klar mögen diese Kinder nach ihrer Geburt mental verändert worden sein, aber es sind trotzdem noch Kinder. Ich finde das Ruben Wickenhäuser sie in Band 370 kindgerechter geschildert hat. Man hat von ihm mehr über die einzelnen Jungen und Mädchen erfahren, als durch Rüdiger Schäfer.

Thora auf Mission – eine Arkonidenmutter sucht nach ihrer Tochter und agiert knallhart, als sie die Entführer in die Finger bekommt. Das hat mir gut gefallen und ich hätte mir für diesen Handlungsstrang mehr Raum gewünscht. Denn er wird groß und spannend aufgebaut, um plötzlich einfach so zu enden. Ich hatte angenommen, das Thora und Nathalie auf dem Rückflug ins Solsystem noch mal angegriffen werden, aber sie kommen problemlos bei NATHAN an und treffen sich mit Perry Rhodan zum »Kaffeekränzchen«. Da war ich etwas enttäuscht.

So richtig aufgewacht bin ich erst im letzten Drittel des Romans, als auf dem Fragmentraumer vor Lyrie plötzlich ein Nakk auftaucht. Doch das Auftauchen ist nur kurz und es wird schnell, meiner Meinung nach zu schnell, darüber hinweggegangen. Auch ein Versprechen, das im Roman nicht eingelöst wird.

»Jenseits der Stimmen« verspricht viel und löst nur wenig davon ein. Zumindest was meinen Wünsche an einen NEO-Roman angeht. Rüdiger Schäfer schreibt gewohnt gefühlsbetont, kann mich dieses Mal aber nicht packen. Es waren mir einfach zu viele Innenansichten und ein zu wenig an Handlung.

Roi Danton auf Speed

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO BAND 371 – »Theater des Wahnsinns« Stefan Pannor & Olaf Brill

Die Cyboraner hatten versucht, den Inhalt des Vario-500 und damit das Bewusstsein von Roi Danton in die Positroniknetze des Planeten zu laden. Das führte zu einem totalen Chaos. Perry Rhodan kann nur mit viel Glück und unter Einsatz seines Lebens den Vario-500 vom Netz trennen. Die Regierungschefin Cyboras Hochkonsulin Sevenray gibt dem Vario-500 die Schuld für das Choas und fordert dessen Zerstörung.
Währenddessen tobt auf dem Planeten ein Krieg gegen die angreifenden Posbis, der viele Opfer unter den Cyboranern fordert. Die Roboter sind kaum aufzuhalten und gehen gnadenlos gegen die Menschen vor.
Perry Rhodan kann mit Hilfe der Cyboraner mentalen Kontakt zu Roi Dantons Bewusstsein aufnehmen. Im Theater des Wahnsinns, das in Rois Bewusstsein tobt, erhält er wertvolle Informationen über die Maschinenwesen, die Cybora angegriffen und mehrere Kinder entführt haben. Mit dieser Information kann der Angriff planetenweit gestoppt werden.
Mit Unterstützung von Reginald Bull gelingt es Rhodan, den Vario-500 auf das cyboranische Frachtschiff GODSPEED lll zu verfrachten, um ihn auf dem Erdmond in Sicherheit zu bringen. Doch kurz nach dem Start stellt sich ihnen ein Tesserakt der Posbis entgegen. Der Posbi Algron fordert die Besatzung der GODSPEED lll auf, den Vario-500 nach Makko zu schaffen. Der Kapitän der GODSPEED lll wird von Rhodan überredet, sich dem Befehl zu widersetzen, bis er von Dantons Bewusstsein mittels Mentalkontakt erfahren hat, warum die Posbis ihn haben wollen.
Sie tricksen den Tesserakt aus und springen ins Solsystem, wo sie in der Ortschen Wolke stranden. Dantons verwirrtem Bewusstsein ist es gelungen, die Schiffssysteme zu übernehmen und den Funk auszuschalten. Da treffen drei Raumschiffe der Anderposbis ein und nehmen die GODSPEED lll ins Visier. Nach der Frage »Seid ihr neues Leben« fordern auch sie die Herausgabe von Dantons Bewusstsein. Rhodan stellt zum wiederholten Mal einen Mentalkontakt zu Danton her, um an ihn zu appellieren, die Kontrolle über die Schiffssysteme zurückzugeben. Er erfährt, dass Danton im Körper des Vario-500 auf Zwottertracht entführt wurde und auf eine Dunkelwelt der Posbis gebracht wurde. Hier traf er Rhodans Sohn Thomas in dessen Körper er einst gesteckt hatte. Der ist auf NATHAN und Danton nicht gut zu sprechen und hat sich zum Anführer einiger Posbis gemacht, den sogenannten Anderposbis, und greift nun jeden an, der mit NATHAN kooperiert. Mit dieser Erkenntnis kann Rhodan die Angreifer überzeugen, abzudrehen. Der GODSPEED lll kommen zwei Schiffe der Terranischen Flotte zu Hilfe, die Danton – inzwischen komplett verrückt geworden – beschießt. Da taucht der Tesserakt mit Algron wieder auf und bringt alle zusammen nach Luna.

Uff! In dem Roman stecken sehr viele neue Informationen. Es gibt also zwei Posbigruppen. Von den Anderposbis ist Thomas Rhodan da Zoltral der Anführer und diese richten sich gegen die Menschen. Dass mit Rhodans Sohn wäre ein echter Knüller gewesen, wenn die PR-Redaktion nicht Tage vorher schon ein Video mit Thomas Rhodan gepostet und somit die NEO-Fans massiv gespoilert hätten. Sehr ungeschicktes Timing.

Roi Dantons Erinnerungen und seine geistige Verfassung sind sehr glaubhaft geschildert. Ich nehme an, dass Olaf Brill diese Kapitel geschrieben hat, während Stefan Pannor für den Handlungsstrang um Perry Rhodan verantwortlich war. Mich hat ein bisschen der Kapitän der GODSPEED lll genervt, der jedes Mal mit Rhodan darüber diskutiert, wer das Sagen hat und ob Rhodans Entscheidungen richtig sind. Warum hat Reginald Bull ihm kein Beiboot der TERRANIA II gegeben? Warum musste es unbedingt ein Frachtraumer der Cyboraner sein? Man musste doch damit rechnen, dass die Cyboraner sich querstellen.

Was ich auch nicht verstehe, warum Rhodan Algron misstraut, denn er zeigt keinerlei Aggression und scheint offensichtlich auf der Seite der Menschen zu stehen. Da war NATHANs Misstrauen den Posbis gegenüber wohl zu ansteckend. So hätte man sich zumindest das Versteckspiel in der Ortschen Wolke sparen können.

Nach dem hervorragenden Staffeleinstieg fällt »Theater des Wahnsinns« zwar etwas ab. Dafür bleibt die Handlung sehr schön bodenständig, sieht man vom Mentalkontakt zwischen Rhodan und Danton ab. Aber ein bisschen Sense of Wonder muss sein.

Perry der Rasenmähermann

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 370 – »Die Kinder von Cybora« von Ruben Wickenhäuser

Vor dreizehn Jahren verschwanden sämtliche Posbis von der Erde und den Kolonien der Menschheit, eingeschlossen diejenigen, die bei NATHAN auf dem Erdmond residierten. Die künstliche Mond-Intelligenz beauftragt Perry Rhodan damit einem mysteriösen Notruf von Cybora nachzugehen. Auch Protektor Reginald Bull erhält die Nachricht, dass Unbekannte die terranische Kolonie attackieren. Beide eilen mit einem Kampfverband nach Cybora.
Bei den Angreifern handelt es sich um Roboterwesen, die es auf sieben besondere cyboranische Kinder abgesehen haben. Die gleichen Kinder, die schon vor dreizehn Jahren von Posbis entführt worden waren. Während die Regierungchefin nach anfänglicher Ablehnung Bull beauftragt, die entführten Kinder zu finden, entdeckt Rhodan, wer den Notruf gesendet hatte. Es war sein alter Weggefährte Roi Danton. Aber die Cyboraner haben Danton, dessen Bewusstsein einst in einen Roboterkörper transferiert wurde, mit dem Positroniknetz des Planeten verbunden – was auf ganz Cybora zu Chaos führt.
Derweil macht sich Thora auf die Suche nach ihrer Tochter Nathalie, die aus ihrem Krankenbett im Lakeside Institut abgehauen ist.

Ruben Wickenhäusers Romane sind wie eine Wundertüte, man weiß nie ob einen der Inhalt begeistert oder nicht. Bei diesem Roman ist definitiv das erstere der Fall. Ich habe noch nie einen so strukturierten NEO von ihm gelesen. Da passen das Tempo, die Abläufe sind logisch und die Figuren stimmig charakterisiert. Es gibt keine von der Haupthandlung getrennte Nebenhandlung, alles läuft fast von allein ineinander über. So muss ein Staffeleinstieg sein.

Die Bodenständigkeit ist zurück. Die Geschichte liest sich wie NEO zu seinen besten Zeiten. Besonders gefallen hat mir das innenpolitische Geplänkel. Protektor Reginald Bull muss sich vorm Ersten Terraner Aurelian Voss für die Ausgaben der Flotte rechtfertigen und wird in seinen Freiheiten stark beschnitten. Es ist wie im realen Leben, da steht die Bürokratie dem Abenteuer im Wege. Ich habe mich großartig darüber amüsiert.

Ebenso musste ich schmunzeln, wie der Privatmann Perry Rhodan sich langweilt und seine Frau Thora herumerzählt, er würde gern den Rasen rund um seinen Bungalow am Goshunsee mähen. Das Bild bekomme ich so schnell nicht wieder aus dem Kopf. Dabei haben die Rhodan da Zoltras gerade ein ernstes Problem mit Tochter Nathalie. Die leidet seit der Rückkehr aus dem Universum der Laren, an manisch depressiven Schüben. Die Behandlung im Lakeside Institut scheint jedoch nicht erfolgreich und Nathalie fühlt sich von ihren Eltern vernachlässigt. Die Erkenntnis kommt ein bisschen spät, schließlich war sie es, die sich aus dem Staub gemacht hat und ihre Eltern zurückließ. Das ist das einzige im Roman, was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Die Handlung um Nathalie nimmt aber nur den Anfang des Romans ein.

Sehr schön fand ich die Kapitel um die sieben Kinder, die offensichtlich erweiterte mentale Fähigkeiten besitzen und geistig untereinander verbunden sind. Was hinter ihrer Entführung steckte, war in NEO 365 von Stefan Pannor in der vergangen Staffel nicht aufgeklärt worden. Insofern finde ich schön, wie an die Geschichte hier angeknüpft wird. Allerdings ist mir erst da aufgefallen, dass nach Rhodans Rückkehr etwa zwölf bis dreizehn Jahre vergangen sind. Da hätte vielleicht ein dezenter Hinweis am Beginn des Romans geholfen.

»Die Kinder von Cybora« ist der perfekte Einstieg in die neue Staffel und vielleicht auch in die NEO-Serie. Ruben Wickenhäuser hat einen sehr guten Roman geliefert, wenn nicht gar seinen bisher besten bei NEO. Es bleibt zu hoffen, dass die Handlung weiter so bodenständig und strukturiert weitergeht.

Ende und Anfang eines Universums

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 369 – »Das Konzil« von Rüdiger Schäfer

Nach seinem Zusammenbruch wird Perry Rhodan Zeuge der Lebensgeschichte des letzten Zgmahkonen Dramoth. In einem Universum vor dem der Menschen erkennen die Bewohner, dass ihr Universum sterben wird. Sie beschließen, sich in das Nachfolgeuniversum zu retten. Wissenschaftler aus sieben fortschrittlichen Zivilisationen, dem Konzil der Sieben, entwickeln eine Möglichkeit Teile ihrer Galaxie in Granulone zu verkapseln und von ihrem sterbenden Universum zu trennen.
Dramoth als führender Wissenschaftler ist bereit, sich während eines Testlaufs für das Projekt zu opfern. Doch die Strahlung, die ihn trifft, tötet ihn nicht, sondern wandelt seine Körperstruktur um. Er wird unsterblich und erlebt das Ende seines Universums und die Geburt eines neuen Universums mit. Doch das Projekt hat fatale Folgen für das junge Universum, bei dem es sich um das uns bekannte NEOversum handelt. Dieser Geburtsfehler erklärt die unzähligen kosmischen Bedrohungen, gegen die Perry Rhodan und die Menschheit in der Vergangenheit zu kämpfen hatten. Vom Creaversum über Catron bis zur Symaios, für all diese Phänomene liegt die Ursache in der von den Granulonen gestörten Geburt des Universums.
Dramoth erkennt das und möchte es am liebsten rückgängig machen, doch die Zgmakohnen sind während ihrer Isolation im Granulon ausgestorben. Das Konzil der Sieben ist zerfallen. Es gibt niemandem, der ihm helfen kann. Außerdem planen die Laren den Durchbruch ins Einsteinuniversum, in dem sie die Frequenz des Quantenflimmerns des Einsteinraums ihrem eigenen anpassen. Durch den Kollaps des Vela-Pulsars ist die Verbindung zwar unterbrochen, doch die Laren könnten Mittel und Wege finden, sie wieder herzustellen und die Milchstraßenvölker zu bedrohen.
Dramoth tritt dem todkranken Perry Rhodan gegenüber und warnt ihn, dass die Gefahr durch die Laren keineswegs vorüber ist. In einem letzten großen Akt überträgt er seine Lebensenergie auf den sterbenden Terraner, dann findet der unsterbliche Zgmakohne seine letzte Ruhe.
Perrys Körper regeneriert sich schnell und bald sieht er sich mit dem Aufstand der Posbis in der Lokalen Blase der nächsten Katastrophe gegenüber.

Wow! Was für eine komplexe Erzählung. Ich mag ja die technischen und wissenschaftlichen Erläuterungen von Rüdiger Schäfer sehr. Er hat sich fundiertes Wissen über die Entstehung des Kosmos angeeignet und lässt uns nun in großer Detailtreue daran teilhaben. Allein für die Darstellung der Zivilisation der Zgmakohnen hätte er einen Literaturpreis verdient. Das klingt fremdartig und vertraut zu gleich. Aber manchen Leser könnte die Vielzahl an Fremdwörtern und das Technobabble abschrecken, weil es eine hohe Konzentration beim Lesen erfordert.

Die Zitate, die der Autor seinen Protagonisten in den Mund legt, zeugen von großer Klugheit und einem riesigen Erfahrungsschatz. Ebenso die philosophische Ansichten der fremden Gesellschaften. Mit den zwischenmenschlichen (bzw. zwischenspezies) Interaktionen kann mich der Autor ebenfalls einfangen. Ich stelle mir dabei immer die Frage, wie viel davon auf seinen eigenen Erfahrungen basiert.

Der Roman kommt ohne nennenswerte Aktion aus und nur mit einer beschränkten Anzahl an Dialogen, dennoch ist er zu keiner Zeit langweilig. Was beweist, dass es keine Raumschlachten oder Zweikämpfe und auch keine Dialoge benötigt, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Die Spannung entsteht aus dem inneren Konflikt Dramoths, seinen Bedenken und seinen Schuldgefühlen.

Eines ist mir aber dann doch nicht so klar geworden. Rüdiger Schäfer schreibt zu Dramoth: »Seine Unsterblichkeit war nie ein Geschenk gewesen, sondern eine Funktion. Er blieb am Leben, solang die Granulone existierten – und die Granulone existierten, solang er am Leben blieb.«
Wenn er am Ende in Perrys Armen stirbt, sollte das nicht auch das Ende für die Granulone bedeuten? Und damit auch für die Bedrohung durch die Laren?

Die Zwischenkapitel aus der Sicht Thoras, gehen ebenfalls ans Herz. Da ist eine starke selbstbewusste Frau, die sich um ihren geliebten Mann sorgt und zugleich als Anführerin Zuversicht ausstrahlen muss. Ihre emotionale Zerrissenheit hat Rüdiger Schäfer sehr gut eingefangen und transportiert sie auf die Leser. Damit hat er mich nicht nur einmal im Roman zum Weinen gebracht.

»Das Konzil« setzt einen starken Schlussstrich unter eine eher schwache Staffel. Der Roman punktet, durch die vielen kosmologischen Details und eine starke emotionale Bindung an den Protagonisten. Der Roman erklärt zudem viele offene Fragen und setzt den Kosmologischen Entwicklungen des NEOversums ein vorläufiges Ende. Lesenswert ist der Roman auf alle Fälle.

Mein Staffelfazit

Vielleicht war die Bedrohung durch die Laren zu überdimensioniert. Sie lässt Perry und Co kaum eigene Angriffspunkte und keine Möglichkeiten zur Lösung der Probleme. Gefangen in einem fremden Teiluniversum mit übermächtigen Gegnern und ohne starke Verbündete hatten die Terraner von Anfang an keine Chance. Das daraus resultierende Flüchten, Verstecken, enttarnt werden und wieder Flüchten ist der einzige rote Faden zwischen den Geschichten.

Es gab ein paar gute Einzelromane, aber auch viele Schwachstellen. Die Ungereimtheiten innerhalb des Weltenbaus waren deutlich stärker ausgeprägt als in anderen Staffeln. Da scheint die Absprache untereinander nicht so richtig funktioniert haben. Woran man sehr gut erkennt, das PERRY RHODAN Teamarbeit ist und jeder seinen Teil zur Serie beitragen muss, damit sie reibungslos funktioniert. Das gilt bei NEO genauso wie bei der Hauptserie.

Außerdem merkte man den von Rüdiger Schäfer als »Übergangsstaffel« bezeichneten zehn Romanen an, welchen Einfluss Rainer Schorm auf die Serie gehabt hat und wie wichtig er für NEO in den vergangenen Jahren gewesen ist. Sein Ideenreichtum und die Fähigkeit das Große und Ganze im Blick zu behalten, fehlte und zementiert sich in dem chaotischen Verlauf der Pulsar-Staffel, bei der die Auflösung am Schluss die komplette Handlung erklärt. Anstatt, dass die einzelnen Romane eine Spur zum Finale legen zu lassen.

Nun, schauen wir nach vorn auf die nächste Phase der NEO-Serie mit dem neuen Expokratenteam Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt.

Ein NEO ohne Ausweg

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 368– »Universum ohne Ausweg« von Dietmar Schmidt

Perry Rhodan, seine Frau Thora und seine Tochter Nathalie versuchen gemeinsam mit Gucky, Aveline Celestaris und dem Laren Roctin-Par aus dem Hypergranulon der Laren zu entkommen. Doch die Flotte von Hotrena-Taak lässt ihnen und ihrem SVE-Raumer VINDICA keine Verschnaufpause. Als die Laren ihre Truppen um Xeitrass zusammenziehen, hoffen die Sechs unerkannt bis zum Stato und von dort aus ins Einsteinuniversum gelangen zu können.
Sie finden sich inmitten einer Raumschlacht zwischen Archontreuen Laren und rebellierenden Kanarshul wieder, dessen Anführer Roctin-Par seine Truppen im Kampf opfert, um Perry Rhodan und seinen Gefährten die Flucht zu ermöglichen. Das Auftauchen eines Raumschiffs der Zgmahkonen beendet die Schlacht kurzzeitig. Doch der Anführer der Laren Raskor-Maguul, lässt sich vom Konzilführer Dramoth nichts mehr befehlen und ignoriert die Drohungen zunächst.
Dann fliegt die Tarnung der VINDICA auf. Rhodan und die Flotte der Kanarshul müssen sich aus dem System zurückziehen. Ihre Flucht beginnt von vorn. Da ereilt sie ein Ruf von den Greikos, die Vogelartigen öffnen für die Menschen einen Bypass zum Stato. Doch die Laren Raskor-Maguul und Hotrena-Taak versuchen mit ihren Flotten Rhodans Flucht zu verhindern. Roctin-Par verheizt seine Truppen, um den Menschen die Flucht durch den entstehenden Hypertunnel in ihr angestammtes Universum zu ermöglichen. Aber erst das Eingreifen des Zgmahkonen Dramoth beendet die Schlacht. Nach der Drohung den Laren jegliche Konziltechnik zu entziehen, entschließen diese sich schließlich zum Rückzug.
Dramoth trifft sich mit Perry Rhodan und berührt ihn an der Stirn. Er zeigt Ehrfurcht vor dem Terraner und gibt ihm ein paar kryptische Warnungen mit auf dem Weg.
Die VINDICA fliegt schließlich durch das Wurmloch und landet im Einsteinraum in der Nähe des Vela-Pulsar. Der droht gerade von Hyperenergien aufgelöst zu werden. Sie versuchen sich schnellstmöglich zu entfernen, doch die Schiffssysteme versagen. Das Schiff löst sich nach und nach in dem ihm fremden Universum auf. In letzter Sekunde erscheint der Teleporter Ras Tschubai und bringt sie zur TERRANIA II. Kurz nach ihrer Ankunft fällt Perry Rhodan in ein rätselhaftes Koma. Er spricht: Mein Name ist Dramoth. Ich bin der letzte Zgmahkone.

Tarnen und täuschen, flüchten und verstecken, so geht das immer und immer wieder. Beinahe in jedem Roman waren Perry Rhodan und seine Begleiter auf der Flucht. Das ist nicht nur für den Terraner ermüdend, sondern auch für die Leser.

Zur Auflockerung gab es dieses Mal ein paar Raumschlachten zu bestaunen, die zwar sehr actionreich beschrieben werden, aber wenig zur Handlung beitragen. Genauso wenig wie die endlosen Schilderungen über die Larische Gesellschaft. Das wäre in Band eins oder zwei dieser Staffel noch interessant gewesen, ist im vorletzten Band jedoch völlig fehl am Platz. Möchte ich wirklich wissen, wie Roctin-Par riecht und warum er sich parfümiert? (Was er übrigens in keinem der Vorgängerromane gemacht hat.)

Endlich greifen die Zgmahkonen in den Konflikt ein und man fragt sich, warum sie die Laren so lange gewähren ließen? Schließlich scheinen sie technologisch weit überlegen zu sein. Vielleicht weil Dramoth offenbar der letzte und einzige Zgmahkone ist. Roctin-Par bleibt nun doch zurück, um den Widerstand gegen Raskor-Maguul weiterzuführen, obwohl seine Kanarshul Truppen arg dezimiert wurden.

Der Roman las sich bis auf die letzten zwanzig Seiten zäh wie Kaugummi. Ich war tatsächlich versucht, manche Kapitel einfach zu überblättern. Richtig spannend wird es erst, als Rhodan und Co das Hypergranulon verlassen und die VINDICA im Einsteinuniversum zu zerfallen droht. Da fiebert man mit und da kann auch der Autor seine Qualitäten zeigen.

Meine Motivation für NEO hat mit diesem Roman einen weiteren Dämpfer erlitten. Ich lese den letzten Band der Staffel nur, um herauszufinden, wer Dramoth ist und wie diese ganze Konzil-Sache zusammenhängt.

»Universum ohne Ausweg« fühlt sich streckenweise wie ein Roman ohne Ausweg an. Langwierig und langweilig wie ein Datenblatt, kann mich der Autor nur am Schluss mit einer spannenden Handlung fesseln.