Bahnsinn

Als geplagter Pendler hat man es schwer. Allein in den vergangenen Wochen verbrachte ich viele Stunden mehr als nötig auf Bahnhöfen und in Zügen. Die Gründe reichten von spielenden Kindern im Gleis, über ausgefallene Triebwagen bis hin zur Strecksperrung durch Personenschaden. Inzwischen ist man als Pendler einigermaßen abgebrüht und hat schon diverse Anti-Aggressions Strategien entwickelt. Entweder ich schreibe, was am Bahnhof stehend, nicht ganz optimal funktioniert, oder ich versuche mit Leuten ins Gespräch zu kommen, von denen man mitunter sehr spannende Geschichten zu hören bekommt.

Weil heute der 15. des Monats ist und ich immer dann von meinem Mann ein Geschenk bekomme, hat er mich heute mit einem Pendlerkalender überrascht. So darf ich mich ab Januar, jede Woche auf eine nicht ernstgemeinte Karikatur von Miguel Fernandez zum Thema Bahnfahren freuen. Clever ist, dass die Zeichnungen als Postkarten weiterverwendet werden können. Das finde ich toll.

Der Kalender erschien bei Lappan und ist in jeder Buchhandlung sowie im Onlinehandel erhältlich.

Quelle: Lappan
Quelle: Lappan

Europa auf der Kippe

Heute hatte ich mir vorgenommen einen lustigen Beitrag zu bringen, aber gestern Abend holte mich die Wirklichkeit ein und mir ist momentan alles andere als zum Lachen.

Die Flüchtlingskrise nimmt so langsam beängstigende Ausmaße an. Wenn die Bundesregierung beschließt, Grenzkontrollen einzuführen und den Bahnverkehr zu Österreich auszusetzen, dann sind dies Maßnamen, die mich sehr aufrütteln. Nicht nur, weil ich als Pendler auf der Strecke Salzburg-München von dem eingeschränkten Zugverkehr direkt betroffen bin. Mich entsetzt nicht nur die mangelnde Solidarität der Europäischen Nachbarländer, sondern auch die der anderen deutschen Bundesländer. Jetzt die Grenzen zu schließen, mag ein Ruf nach Hilfe sein, wird aber das Grundproblem nicht lösen. Damit stauen sich die Flüchtlinge in Österreich oder in Ungarn. Mit dieser Situation ist weder den betroffenen Staaten, noch den Flüchtlingen geholfen. Wenn das deutsche Signal aber nicht bei den Europäern ankommt, werden die Konsequenzen unweigerlich das Ende des Vereinten Europas sein. Doch vielleicht ist das von einigen sogar gewollt. In Syrien stehen sich zwei Supermächte wie im Kalten Krieg gegenüber; die EU, als von beiden Staaten gefürchtete Wirtschaftsmacht, steckt mittendrin. Sie mit Flüchtlingen zu überschwemmen, könnte dieses Problem aus amerikanischer bzw. russischer Sicht aus der Welt schaffen.

Das Ausbluten Syriens ist ein Problem, dass die UN auf den Plan rufen müsste. Von politischen und humanitären Aufrufen an die USA oder Russland ganz zu schweigen. Mit Hohn lese ich, dass Russland weiterhin Waffen an das Assad-Regime liefern und sogar militärische Stützpunkte in Syrien errichten will. Während die Vereinigten Staaten unter vorgehaltener Hand die syrischen Rebellen unterstützen. Es ist ein Stellvertreterkrieg der in Syrien geführt wird, so wie einst in Afghanistan und wir wissen inzwischen wohin das geführt hat. Mit dem Eingreifen der USA in den Kuwait-Konflikt und dem Beginn des ersten Golfkrieges haben meines Erachtens die Amerikaner die Büchse der Pandora geöffnet und die ohnehin schon instabile Region völlig destabilisiert. Die USA hat sich bereiterklärt die lächerliche Anzahl von 10.000 syrischen Flüchtlingen aufzunehmen. So viele kamen am Wochenende allein am Münchner Hauptbahnhof an.

Fakt ist. Das Aussetzen des Schengener Abkommens kann der Beginn vom Ende Europas bedeuten. Alle bisherigen Krisen – inklusive der Griechenlandkrise – sind nichts, verglichen mit dem, was Europa noch bevorsteht, wenn niemand die weltweit grassierenden Konflikte befrieden kann. Dann steht uns womöglich doch irgendwann das bevor, was immer wieder in postapokalyptischen Romanen zu lesen ist. Es kann das Ende des Abendlandes bedeuten, wie wir es kennen. Und das ist jetzt nicht falsch zu verstehen. Ich kann die Menschen verstehen, die aus Syrien flüchten. Sie wollen wie wir nur in Frieden und ohne Angst leben und viele von ihnen sind nicht mal auf unsere finanzielle Hilfe angewiesen. Europa ist so groß, es gäbe genügend Platz, man muss nur dafür bereit sein, Flüchtlinge wie Menschen zu behandeln und nicht wie Tiere, dann würde sie auch bereitwillig in anderen europäischen Ländern leben wollen und nicht nur in Deutschland.

Wenn Deutschland und Europa sich jetzt nicht zusammenraufen und massiven, politischen und wirtschaftlichen Druck auf die Verursacher des Übels ausüben, könnte es über kurz oder lang an deren Auswirkungen zerbrechen. Und das ist kein Szenario, dass ich uns wünsche.

Franz-Josef und der Spiegel

David Rott als Conny Ahlers  /Quelle: BR
David Rott als Conny Ahlers /Quelle: BR

Dieser Tage jährte sich der Geburtstag von Franz-Josef Strauß zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass lief im Deutschen Fernsehen der Spielfilm „Die Spiegel-Affäre“ von 2014. Das war auch für mich ein Grund mal wieder nach der DVD im Regal zu greifen.

In dem auf Tatsachen basierenden Film geht um Spiegel-Gründer Rudolf Augstein und den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß, die sich ab 1957 eine Privatfehde auf dem Rücken von Angestellten und Parteifreunden lieferten. Augstein haderte mit der Einstellung von Strauß, dass die Bundesrepublik unbedingt atomar bewaffnet sein sollte, und er als Verteidigungsminister nicht zögern würde, den „Roten Knopf“ zu drücken. Außerdem waren ihm Strauß‘ intrigante Machenschaften ein Dorn im Auge. Im Film wird deutlich wie sich Augstein nach und nach immer weiter in den Hass gegen Strauß hineinsteigert, mitunter gegen den Willen seiner Verlagsangestellten und Freunde. Als in der Spiegel-Ausgabe vom 10. Oktober 1962 der Artikel „Bedingt abwehrbereit“ von Conrad Ahlers und dem Bonner Spiegelredakteur Hans Schmelz zu den Resultaten des NATO-Manövers „Fallex 62“ erschien, ist dass der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Nach Anzeige wegen Landesverrats veranlasst Strauß die Durchsuchung und Besetzung der Spiegelredaktion, tagelang werden die Räume durchsucht und einige der Mitarbeiter festgenommen. Darunter auch Conrad Ahlers, der mit seiner Frau in Spanien Urlaub macht. Seine Festnahme wäre aus rechtlichen Gründen eigentlich nicht möglich gewesen und ist nur durch Überschreitung von Befugnissen durch Strauß persönlich zustande gekommen. Auch Augstein wurde für 103 Tag in Haft genommen, bevor das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde.
Die Besetzung der Spiegel-Büros tritt in Deutschland eine Welle an Protesten los. Vor allem junge Menschen, die die Hitler-Diktatur und den Krieg noch miterlebt haben, sehen die Pressefreiheit gefährdet. Auch wenn die Spiegel-Affäre eigentlich eine Farce war, so wurde sie doch zu einer politischen Affäre, die im Nachhinein zur Entlassung zweier Staatssekretäre führte und den Rückzug Franz-Josef Strauß nach Bayern nach sich zog.

Ich fand den Film auch beim zweiten Mal unheimlich spannend und das nicht nur, weil David Rott mitspielt. Mir gefällt wie lebendig hier Geschichte aufgearbeitet wird. Für jemanden der mehr als zehn Jahre nach Handlungszeit des Films geboren wurde, ist der Eindruck, verglichen mit heute, ein wenig befremdlich, aber ungeheuer interessant. Auch wenn vielleicht nicht alles genau so wiedergegeben wurde, wie es seinerzeit war, so bekommt man als Zuschauer doch einen recht guten Eindruck. Vor allem, wenn man sieht, wie abfällig die Frauen in jener Zeit behandelt wurden. Da gab es schon mal vom Chef einen Klaps auf den Hintern und den Spruch „… dass weibliche Ressortleiter nicht infrage kämen …“. Davon, das überall gequalmt wurde, ganz zu schweigen. Beides ist heute ein Ding der Unmöglichkeit. So ändern sich die Zeiten.

Die Darsteller sind allesamt hervorragend ausgewählt. Besonders hervor sticht Francis-Fulton Smith als Franz-Josef Strauß, der für diese Rolle mindestens zwanzig Kilogramm zugenommen haben muss. Aber auch Sebastian Rudolph als Rudolf Augstein, Gerald Alexander Held als Siegfried Buback, Otto Mellies als Konrad Adenauer und „der letzte Bulle“-Henning Baum als Oberst Alfred Martin glänzen in ihren Rollen. Man spürt förmlich die Spielfreude aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der die Mimen bei der Sache waren. David Rott als Conrad Ahlers (auch als der „schöne Conny“ bezeichnet) spielt den aalglatten Journalisten mit diesem überlegenen Gebaren, das er so brillant beherrscht. Und natürlich darf er auch in diesem Film wieder uneingeschränkt rauchen und sich mit hübschen Frauen umgeben.

Fazit: Nicht nur für David Rott-Fans sondern für alle Geschichtsinteressierten ist dieser deutsche Politikthriller ein unbedingtes Muss. Selten habe ich Politik und Geschichte so unterhaltsam aufgearbeitet gesehen. Mein Tipp: Unbedingt anschauen!

In einem interessanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung kommentiert Franziska Augstein den Film und zeigt seine dramaturgischen „Verdrehungen“ auf.

Die Spiegel-Redaktion: Leo Brawand (Max Hopp), Conny Ahlers (David Rott), Rudolf Augstein (Sebastian Rudolph), Hans Detlev Becker (Johann von Bülow), Claus Jacobi (Franz Dinda) und Josef Augstein (André M. Hennicke). Quelle: BR
Die Spiegel-Redaktion: Leo Brawand (Max Hopp), Conny Ahlers (David Rott), Rudolf Augstein (Sebastian Rudolph), Hans Detlev Becker (Johann von Bülow), Claus Jacobi (Franz Dinda) und Josef Augstein (André M. Hennicke). Quelle: BR
Francis-Fulton Smith als Franz-Joseph Strauß /Quelle: BR
Francis-Fulton Smith als Franz-Josef Strauß /Quelle: BR

Mangelndes Marketing

Gibt es eigentlich schlechtes Marketing? Meines Erachtens gibt es nur ein zu wenig oder falsch gelenktes Marketing, wenn ich mich richtig an die Vorlesung aus dem Studium erinnere. Das aber auch das funktionieren kann, will ich an anhand eines Beispiels zeigen.

Seit gut einem Jahr beziehen wir die Star Trek-Modelle von Eaglemoss. Es war zu Beginn ein ziemlicher Kampf, weil Anfang vergangenen Jahres widersprüchliche Angaben die Runde machten, ob und wo es die Modelle in Deutschland zu kaufen gibt. Der Zeitschriftenhandel wusste nichts, dennoch gab es wohl Anfang 2014 die ersten vier Modelle in einigen wenigen Städten zu kaufen. Über den „Buschfunk“ erfuhren wir von einer Internetseite, auf der man bereits ein Abo für die Modelle abschließen konnte. Das taten wir dann auch und bekamen die vier Modelle, wenn auch nicht regelmäßig. Doch dann war erstmal Schluss. Inter-Abo informierte uns, dass die Serie vorläufig eingestellt wird, aber voraussichtlich im Januar 2015 neu startet und das Abo dann weiterläuft. Das passierte dann glücklicherweise auch. Aber man veränderte die Reihenfolge der Veröffentlichung zur Englischen Ausgabe. Die vorhandene Internetseite wurde geschlossen und durch eine neue ersetzt, deren Modellvorschau aber lückenhaft nur bis Ausgabe 13 geht und nicht aktualisiert wird. So hangelt man sich von Heft zu Heft, um zu wissen, welches Modell einen in der nächste Ausgabe erwartet. Für Sammler und Fans ist das ziemlich frustrierend. Ich vermute ja stark, dass es bei den Modellen Lieferprobleme gibt und keiner mit Sicherheit sagen kann, welches Modell wann lieferbar ist und es deshalb auch keine Modellvorschau gibt. Da hat DeAgostini, welche vor Jahren die „Star Wars-Raumschiffe und Fahrzeuge“ auf den Markt gebracht haben, bessere Arbeit geleistet.

In England gibt es die Star Trek-Raumschiffsammlung seit 2013, inzwischen wurde dort bereits Ausgabe 54 ausgeliefert. Doch auch hier sind Informationen über kommende Modelle rar. Zu Beginn gab es eine sehr schön gestaltete Internetseite, die sehr an die der Star Wars-Modellsammlung erinnerte. In der Modellvorschau konnte man sich informieren, welche Modelle demnächst herauskommen. Doch diese Seite fiel der gleichen Umgestaltung zum Opfer wie die deutsche, und auf eine Aktualisierung der Internetseite wartet man auch hier vergebens.

So erfährt man nichts über geplante Modelle, es gibt keine Werbung für die Serie, weder auf einschlägigen Science Fiction Plattformen, noch im Werbefernsehen oder in Zeitschriften. Selbst auf der Facebookseite der Star Trek-Raumschiffsammlung von Eaglemoss, die nur englischsprachig ist und nach der man explizit suchen muss, wird wenig zu neuen Modellen gepostet. Ich würde in diesem Fall von ungenügendem Marketing sprechen. Aber … die Modelle scheinen so begehrt, dass sie ein Selbstläufer sind. Ich beobachte das immer in den Bahnhofsbuchhandlungen. Wenn man da nicht schnell genug ist, sind die Modelle bereits nach wenigen Tagen vergriffen.

Wir haben das Abo, schon allein wegen der zusätzlichen Modelle, die man dafür bekommt. Ich für meinen Teil wünschte mir aber, dass Eaglemoss wenigstens die Homepage hin und wieder aktualisieren würde.

Zumindest haben wir eine passenden Präsentation für die Modelle geschaffen. Eine, in der die Schiffe garantiert nicht verstauben.

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Belgischer Klassiker

Wenn man sich ein wenig in der Literaturszene umhört, so taucht unter all den Autoren, die man als Schreibschüler unbedingt gelesen haben muss, stets und ständig ein Name auf.

„Georges Simenon“

Viele kennen ihn als Autor der Kommissar Maigret Kriminalromane. Aber er hat sehr viel mehr verfasst. Simenon war ein Vielschreiber, anders kann ich es nicht bezeichnen, wenn ich mir die Liste seiner Werke ansehe: 193 Romane und 167 Erzählungen; dazu Essays, Reportagen, Drehbücher, Theaterstücke und und und. Das er selbst nach seinem Tod 1989 immer noch so populär ist, dass selbst große Autoren ihn verehren, muss einen Grund haben.

Was ist es, dass diesen Mann so besonders macht? Das fragte ich mich und habe ein paar seiner Nicht-Maigrets gekauft. Bereits vor einiger Zeit las ich „Der Kater“ (der Roman wurde in Deutschland sogar verfilmt) und heute morgen beendete ich „Bellas Tod“. Simenons Texten haftet tatsächlich eine gewisse Besonderheit an, die schlecht zu beschreiben ist. Aber Beschreiben ist das richtige Stichwort. Der Autor kann Orte, Personen und Situationen mit wenigen passenden Worten so perfekt wiedergeben, dass sich die Bilder im Kopf regelrecht festsaugen.
Es dauert eine Weile, bis man sich in seinen besonderen Stil eingelesen hat, aber wenn es einen gepackt hat, legt man das Buch nicht eher aus der Hand, bis man es ausgelesen hat. Interessanterweise bleibt die Handlung eines Simenon Romans nur bedingt in der Erinnerung haften, dass was man nach dem Lesen behält, ist eher der Eindruck von Personen und Handlungsorten. Das macht seine Geschichten so faszinierend; man kann sie immer wieder lesen, ohne sich zu langweilen.

Schön an Simenons Werken ist ihre Knappheit. Man wird auf keiner Seite langatmige Erklärungen finden. Keines seiner Bücher ist ein dicker Wälzer. Er sagt, was gesagt werden muss und nicht mehr. Ich wünschte, dass sich viele moderne Bestsellerautoren ähnlich beschränken würden.

Meine kleine Bibliothek an Romanen des belgischen Autors wird sich in Zukunft sicher noch erweitern und ich werde vielleicht über den einen oder anderen berichten.

Episches Kino

Zufällig stieß ich dieser Tage bei You-Tube auf einen coolen Trailer. Da hat sich ein Fan richtig viel Mühe gegeben und deshalb möchte ich das hier auch unbedingt teilen.

Ich bewundere Menschen, die sich mit so viel Herzblut ihrem Hobby widmen und andere daran teilhaben lassen. In dem mehr drei Minütigen Video sind Szenen aus Star Wars- und Star Trek-Filmen so geschickt zusammengeschnitten, dass man tatsächlich denken könnte, sie entstammten einem Film. Zwischendrin tauchen kurze Animationsszenen auf, die selbstproduziert zu sein scheinen und sehr glaubwürdig zum Inhalt passen. Coole Sache!

Das wäre tatsächlich der ultimative Film, auf den viele Fans warten. Zumal viele Star Wars-Anhänger bereits die Premiere von Star Wars Episode VII im Dezember diesen Jahres herbeisehnen. Die Star Trek-Fans müssen sich noch bis zum nächsten Sommer gedulden, bis der dritte Teil mit der neuen Crew in die Kinos kommt.

Bis dahin dürfen wir uns schon mal an Fanproduktionen wie dieser erfreuen:

https://youtu.be/ZLo80ugXahk

Heisskalt & Wechselwarm

Quelle: Amazon

Man lernt echt nie aus. Mir war nicht bewusst, dass es so viele gute deutsche Bands gibt.

Okay, ich bin jetzt nicht wirklich bewandert, wenn es um Musik geht. Formulieren wir es lieber so: Nämlich das ich sowas von keine Ahnung habe … Ich kann nur sagen: Was mir gefällt, höre ich, ohne mich dabei nach Trends zu richten oder an ein Genre zu halten. Ab und zu folge ich auch mal der einen oder anderen Radiosendung und da bekam ich kürzlich „Heisskalt“ zu hören. Die Band kommt aus dem Stuttgarter Raum und macht tolle Musik. Egal ob für sie das Label Punk nun zutrifft oder nicht. Ich find die Songs von den Jungs so klasse, dass ich mir bei iTunes gleich mal ihre letzte Platte gekauft habe. Die heißt vom „Vom Stehen und Fallen“ und bietet kritische Texte mit eingängigen Melodien. Alles sehr abwechslungsreich und ohne das mir ein Song auf dem Album nicht gefallen hätte. Ich denke mal, dass werde ich in nächster Zeit rauf und runter spielen.

Cool!

Auf der Internetseite der Band kann man sich einige der Songs anhören und natürlich ist „Heisskalt“ auch bei Spotify vertreten.

Neues Sitzmöbel

Sie ist da! Unsere neue Couch wurde gestern Mittag geliefert.

In einer Hauruck-Aktion hoben die beiden Mitarbeiter vom Möbelhaus das gute Stück gleich durchs Fenster ins Wohnzimmer. Vorher war dem Möbelpacker anhand unseres verwinkelten Flurs und des gut gefüllten DVD- und Bücherregals nämlich Angst und Bange geworden. Er fragte vorsichtig, ob ich nicht das Fenster freiräumen könnte. Also brachte ich erst meine Orchideen in Sicherheit und legte anschließend den fälligen Restbetrag für die Bezahlung bereit. Ich war kaum fertig, da stand die Couch fix und fertig aufgebaut im Wohnzimmer und der Möbelpacker drückte mir die Papiere zum Unterschreiben in die Hand. Keine zwei Minuten später war er auch schon wieder weg. Der ganze Vorgang hat nicht länger als zehn Minuten gedauert.

Hergestellt wurde die Couch in Taufkirchen in Bayern; ganz nach unserer gängigen Praxis, möglichst regionale Erzeugnisse oder zumindest Produkte „Made in Germany“ zu kaufen. Sie sieht nicht unbedingt spektakulär aus, aber man sitzt hervorragend. Kein Vergleich zum Vorgängermodell, bei dem ich dauernd die Federn im Hintern hatte.

Jetzt hoffen wir sehr, dass sie ganz lange hält.

Sitzmöbel

 

Drei tolle Tage in Garching

Nun ist er rum! – Ehe ich mich versah, ging gestern Nachmittag der GarchingCon 10 zu Ende. Und es war eine über alle Maßen gelungene Veranstaltung.

Begonnen hat alles am frühen Freitagnachmittag, mit einem für mich etwas irritierenden Ereignis. Als ich nämlich am Anmeldestand artig meinen Namen nannte, kam spontan die Reaktion: „Etwa die Christina Hacker?“. Ich hoffe nur, dass ich in diesem Moment nicht allzu perplex ausgesehen habe. Ich stammelte ein: „Äh, ich denke schon!“, bevor ich mich nach der Anmeldung für meinen Mann erkundigte. Dabei vergaß ich anschließend glatt meine Con-Taschen mitzunehmen, die mir der nette Helfer später noch an den Stand der PRFZ brachte.
Dort hatte Uwe schon alles aufgebaut, was Herbert aber nach seiner Ankunft gnadenlos wieder umsortierte. Er war es auch, der uns in die Geheimnisse des PRFZ-Standes einwies, bevor der Verkauf so richtig beginnen konnte. Gegen 16 Uhr traten auch schon die ersten Käufer auf den Plan und es sollten für dieses Wochenende nicht die Letzten gewesen sein. Der Verkauf der Fan-Editionen, PR-Paper und SOL-Hefte verlief so gut, dass es sogar dem langjährigen Standbetreiber Herbert unheimlich war. Nur ein kleines Päckchen musste er nach Veranstaltungsende am Sonntag wieder zurückschicken.
Das Abendessen nahm ich mit meinem Mann im nahegelegenen Thai-Restaurant ein, das nicht zu unrecht so gut besucht war. Es gab die schmackhaftesten Thailändischen Gerichte, die ich seit langem gegessen habe. Wir überlegen bereits, dort auch mal außerhalb des GarchingCon essen zu gehen.
Später amüsierten ich mich bei „Perry genial“ der irrwitzigen Rate-Runde, bei der ich sogar einige der Fragen gewusst hätte. Zum Beispiel die nach dem „Haushaltsverbrecher“. Gegen zehn Uhr brachen wir auf, um bei strömendem Regen auf der A8 nach Hause zu fahren.

Der Samstag begann mit einem Frühstück daheim und der Fahrt nach München, wo wir gegen zehn im Bürgerhaus eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Uwe, Andrea und Christine schon die meisten Publikationen unter die Fans gebracht. Zwar hatte ich das NEO-Panel verpasst, aber dafür sah ich mir am Nachmittag „Ein Blick in die GarchingCon-Historie“ an. Dazwischen lagen Fachsimpeleien mit Autoren und Fans. Dabei konnte ich u.a. Christian Montillon ein überzähliges „Daily Perry“ T-Shirt aufschwatzen, worüber sich Lars Bublitz sicher freuen wird. Außerdem bekam ich erstmals viele bekannte Namen aus dem Fandom persönlich zu Gesicht, lernte nette Fans kennen und konnte endlich mit Personen von Angesicht zu Angesicht reden, die ich bisher nur aus E-Mails kannte. Einer davon war Ben Hary, Autor der FanEdition 14 und Mitarbeiter der SOL, mit dem ich mich auf Anhieb bestens verstand. Irgendwie verpasste ich so leider auch den Kaffeeklatsch mit Michelle Stern und Verena Themsen, wobei mir Verena später verriet, dass dort viel zum Vierteiler „Die falsche Welt“ gespoilert wurde, den ich aber noch nicht gelesen habe. Somit kann ich mich jetzt immer noch überraschen lassen.
Bei der „Stunde des Jägers“ ließ ich von allen anwesenden Autoren und Zeichnern ein Poster von Raimund Peters unterschreiben, dass bei Gelegenheit um die fehlenden Autorenunterschriften ergänzt werden kann. So verging der Nachmittag wie im Flug und ich bekam bis 18 Uhr überhaupt nicht mit, dass ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. Also speisten wir bei intensiven Gesprächen wiederholt im Thailändischen Restaurant – diesmal aber zu dritt – bevor ich mich bei den Programmpunkten: „Sounds aus der Unendlichkeit – Erkenne die Titelmelodie“ und „Der Galanacht des futuristischen Schüttelreims“, vor Lachen ausschüttete. Die Heimfahrt verlief deutlich trockener als am Tag zuvor.

Sonntag morgen waren wir spät dran, weil die Autobahn nicht nur regennass, sondern auch ziemlich voll war. Die Versteigerung war bereits im vollen Gange, als ich Uwe und Andrea am Stand ablöste. Hier gingen die letzten Exemplare der PR-Paper raus; die FanEditionen waren bereits am Samstag morgen so gut wie vergriffen.
Gegen Mittag schlossen wir den Stand und gingen zum Essen. Wobei die Qualität des vom Restaurant vor dem Bürgerhaus verkauften Imbiss, der einzige Negativpunkt an diesem Wochenende war. Sowohl Currywurst als auch Schaschlik zählten sicher nicht zu den Gourmet-Highlights.
Danach kam ich noch mit einigen Fans aus dem Perry Rhodan-Forum ins Gespräch, sah mir einen Teil des Panels mit Uwe Anton an und durfte noch ein paar Worte mit Verena Themsen wechseln. Nach dem Werkstattbericht von Raimund Peter und dem Abschlussvortrag von Robert Vogel, den ich auch nur zur Hälfte mitbekam, weil ich mich im Foyer mit Michelle Stern verquatschte, kam der große Abschied. Stefan Friedrich vom GarchingCon Team schloss die Veranstaltung mit den „Famous Last Words“.

Ich war wirklich beeindruckt, wie perfekt organisiert der GarchingCon über die Bühne ging. Auch wenn ich nur sehr wenig vom eigentlichen Con-Programm mitbekommen habe, hatte ich an den drei tollen Tagen richtig viel Spaß. Die Perry Rhodan-Fans sind wie bei Star Trek eine große Familie und ich war sehr überrascht, wie hoch der Frauenanteil unter den Teilnehmern war. Mit vielen neuen Ideen und Inspirationen fuhren wir am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein nach Hause.

Mein ganz ganz großes Lob an die Veranstalter. Ich habe bisher keine von Fans so gut organisierte Veranstaltung besucht. Inzwischen ärgere ich mich sehr darüber, in den zwölf Jahren, die ich zwischen 2001 und 2013 in München gewohnt habe, ich es nicht einmal zum GarchingCon geschafft habe. Heute bin ich sehr traurig darüber.

Saalfelder Solidarität

Auch wenn die Medien immer wieder propagieren, wie fremdenfeindlich die Ostdeutschen sind. Gestern haben die Bewohner meiner Heimatstadt Saalfeld gezeigt, dass dieses Bild nicht stimmt.
Einer der Flüchtlingszüge aus Ungarn wurde direkt nach Saalfeld weitergeleitet. Hier wurden die Flüchtlinge von der Bevölkerung herzlich in Empfang genommen, bevor sie in Busse stiegen, um in eine Notunterkunft in der Nähe gebracht zu werden. Viele Saalfelder haben bereits im voraus Spenden zum Bahnhof gebracht, mit denen die Flüchtlinge versorgt wurden. Der amtierende Thüringer Regierungschef Bodo Ramelow begrüßte die Flüchtlinge persönlich. Die wenigen rechten Spinner, die mit ihren Parolen das Bild trüben wollten, wurden von der singenden Masse der hilfsbereiten Saalfelder einfach überstimmt.

Die Ostthüringer Zeitung berichtet ausführlich in einem Online-Artikel darüber.

Ich bin gerührt und stolz auf die Saalfelder.