
PERRY RHODAN NEO Band 384 – »Der Macht zu nah« von Kai Hirdt
Atlan da Gonozal erwacht aus sem Kryotank und greift seine Freunde an Bord der TERRANIA II an. Warum, erfahren sie, als der Arkonide ihnen erzählt, wie es ihm in den vergangenen Jahren ergangen ist. Auf der Suche nach seinem Sohn Eric Weidenburn reiste er bis in den Kugelsternhaufen M 13, wo er jedem Hinweis nachging. Die Spur führte ihn zur Taryshsippe der Mehandor. Diese Sippe arbeitet verdeckt und scheint mit echten Artefakten zu handeln. Im Hintergrund agiert dort der Terraner Lee Norskwod. Der Empfänger der Artefakte ist ein mysteriöser schwarzhaariger Arkonide namens Varek da Sharib, der Experimente mit den hyperphysikalischen Objekten anstellt.
Atlan und die Besatzung der TERRANIA II versuchen das Rätsel zu lüften, wie die Artefakte, die Mehandor, Eric Weidenburn und der entartete Raum zusammenhängen, da erhalten sie die dramatische Nachricht, dass eine Invasionsflotte aus dem Granulon der Laren ausgebrochen ist und die Milchstraße und ihre Völker bedroht.
Man muss es ihm lassen, Kai Hirdt weiß, wie man Dialoge und Geschichten so schreibt, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Und das funktioniert sogar, wenn er seine Figuren nur erzählen lässt, was sie erlebt haben.
In diesem Roman ist das neben Atlan der ehemalige Prospektor Lee Norskwod. Der vom armen Prospektor zum Großindustriellen mutierte Terraner hat durch den Kontakt mit der »Träne der Sterne«, einen großen Plan, den er still und heimlich verfolgt. Jeden von dem er denkt, er könne bei der Verwirklichung seines Plans helfen, macht er zu seinem Verbündeten. Lässt ihn aber auch schnell wieder fallen, wenn es seinem Plan zuwiderläuft.
Sowohl durch Atlan als auch durch Norskwods Erzähliungen fügen sich die Puzzlteile dieser Staffel nach und nach zusammen. Das ist gut gemacht, denn anscheinend unbedeutende Ereignisse aus den ersten vier Romanen werden plötzlich relevant und erscheinen in anderem Licht. Andererseits werden in diesem Roman aber neue Baustellen eröffnet, von denen ich nicht weiß, ob und wie sie die nächsten Romane beherrschen werden. Ich befürchte, dass man sich im zweiten Teil der Staffel mal wieder verzettelt – es wäre nicht das erste Mal – lasse mich aber gern eines Besseren belehren.
Meine Spekulation ist ja, dass die Laren die Artefakte in den Einsteinraum geschickt haben, um die Barriere zwischen ihrem Granulon und dem Universum der Menschen zu überwinden und es gleichzeitig ihren Lebensbedingungen anzugleichen.
»Der Macht zu nah« ist ein ausgesprochen spannender Roman, obwohl er eigentlich nur zwei Geschichten im Zeitraffer erzählt.