Alles andere als abgründig

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 383 – »Spur in den Abgrund« von Stefan Pannor

Perry Rhodan, Thora Rhodan da Zoltral, Reginald Bull und Gucky sowie Dao-Lin-H’ay reisen auf die Freihandelswelt Lepso um ein Artefakt zu erwerben, dass ihnen den Zugang zum Taschalonsystem ermöglichen soll. Auf Lepso stoßen sie auf Märkte voller Fälschungen, hinterlistige Betrüger und auf erschreckende soziale Missstände. Die Stadt Orbana ist an der Oberfläche ein glitzerndes Juwel, doch unterhalb in der Tiefe eines alten Meteroidenkraters tut sich ein Abgrund auf und das nicht nur im wörtlichen Sinn.
Reginald Bull steigt in diese Tiefe und entdeckt ein System, dass auf illegale Geschäfte, geduldete Kriminalität und Ausbeutung beruht. Je tiefer die Etage, desto erbärmlicher das Leben der Bewohner. Doch seine Suche nach einem echten Artefakt bleibt erfolglos. Genauso ergeht es Thora und Perry an der Oberfläche. Das einzige was sie herausfinden ist, dass eine Mehandorsippe den Artefaktenhandel übernehmen will. In einem ihrer Lagerhäuser espert Gucky ein bekanntes Bewusstsein. Kann aber nicht sagen, wer es ist.
Vor Ort finden sie einen Kryotank, dessen Inhalt sowohl für die Mehandor als auch für einen mysteriösen schwarzhaarigen Arkoniden ein höchst wertvolles Gut darstellt. Perry und Co verfolgen heimlich den Weg des Tanks und können die Mehandor mit einem Bluff davon überzeugen, die Empfänger der Lieferung zu sein. Statt des schwarzhaarigen Arkoniden nimmt die TERRANIA II den Kryotank an Bord. Als man ihn öffnet, findet man den seit Jahren verschollenen Atlan da Gonozal.

Wie schon Ruben Wickenhäuser im Vorgängerroman zeigt uns Stefan Pannor die Gesellschaft eines fremden Planeten. Dabei kann das Leben auf der Handelswelt Lepso im Gegensatz zu Arkon I unterschiedlicher nicht sein. Der Autor erzählt dies mittels der Diebin Ssonja Arnon, die auf ihre Art unsterblich ist. Wird sie getötet, wacht sie immer wieder auf. Deshalb ist sie für das gefährliche Leben in der Unterwelt der Stadt Orbana wie geschaffen. Dort unten dominieren Armut und Verbrechen, Dreck und Gestank aber auch Hoffnung. Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie es Stefan Pannor gelingt, diese Hoffnung darzustellen.

Die Storyhandlung in Orbana und dessen Unterstadt allein hätte mir gereicht. Die Geschichte um den Kryotank und Perry Rhodans Jagd nach diesem Tank am Ende des Romans, wirkte für mich aufgesetzt. Auch wenn es gut erzählt ist, es gehört nicht zu der Geschichte und fühlt sich wie ein Fremdkörper an. Das Atlan dem Kryotank entsteigt, war keine Überraschung, war der Arkonide doch schon auf dem Titelbild des Folgeromans zu sehen. Insofern bin ich mir nicht sicher, ob das Titelbild von Band 384 eine so gute Wahl gewesen ist, und ob es nicht besser gewesen wäre, die Jagd nach dem Tank lieber in Band 384 zu erzählen.

Die Geschichten abseits der Artefaktsuche haben mir bisher in dieser Staffel am besten gefallen. Mit dem Rest werde ich noch nicht so richtig warm. Aber »Spur in den Abgrund« fand ich absolut lesenswert.

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