
PERRY RHODAN NEO Band 378 – »Welt der Albträume« von Ruben Wickenhäuser
Nach einem Zwischenstopp bei NATHAN auf Luna fliegen Perry Rhodan und seine Familie sowie Roi Danton und dem Mentamalgam Sud zum Heimatplaneten der Posbis. Dort gelingt es ihnen mit Unterstützung des Posbis Algron, die sich belauernden Flotten zwischen anich-treuen Posbis und Rebellen-Posbis zu durchqueren und ins Heiligste der Roboterzivilisation vorzudringen. Auf Pharaduat lebt das intelligente Zentralplasma Anich, von dem Anteile in jeden Posbi integriert sind. Hier ist auch das Bewusstsein von Rhodans totgeglaubtem Sohn Thomas gefangen. Und nicht nur das, auch sein Körper wurde hier über die vielen Jahrhunderte unversehrt von den Posbis aufbewahrt. Doch eine Überführung von Toms Bewusstsein zurück in seinen Körper stellt sich als schwierig heraus. Thomas Rhodan da Zoltral will nicht mehr zurück, weil er sich an der Macht berauscht, die ihm die Existenz im Zentralplasma verleiht. Er fühlt sich wie ein Gott und handelt entsprechend. Mit aller Macht versucht er eine Übertragung seines Bewusstseins in seinen menschlichen Körper zu verhindern und nimmt dabei selbst den Tod seiner Familie in Kauf.
Roi Danton kämpft dagegen mit den Geistern der Vergangenheit. Er muss zusammen mit Nathalie von Echo-TOOR, einem Planeten außerhalb der Zeit, Technologie der Schwestern der Tiefe besorgen, damit Thomas in seinen menschlichen Körper zurückübertragen werden kann. Sein bestehender Hass auf die Schwestern wird noch größer, als unvermittelt die Kartanin Dao-Lin-H’ay auftaucht und ihnen helfen will.
Letztendlich kann Thomas in seinen angestammten Körper zurückgeholt werden. Allerdings bringt dies Anich in Lebensgefahr. Offenbar kann das Zentralplasma nur gerettet werden, wenn es eine Mentalverschmelzung mit dem Volk der Nakken eingeht.
Okay, das ging jetzt schnell. Nachdem Rhodan und Co endlich auf Pharaduat angekommen sind, geht es Schlag auf Schlag. Man erfährt, wie Thomas Rhodan dorthin gelangt ist, warum er nicht zurückwill – ein wenig größenwahnsinnig war er ja schon immer – und warum die Rebellen-Posbis so skrupellos agieren.
Die Lösung, Technik der Schwestern der Tiefe vom Planeten Echo-TOOR zu holen, fand ich zwar etwas weit hergeholt, aber der Autor schafft es, mir durch die Auseinandersetzung zwischen Nathalie und Roi Danton die ethischen Konsequenzen der Taten der Schwestern sehr plastisch zu vermitteln. Der Albtraum von Roi, seine Kenntnisse aus den Zeiten der Französischen Revolution und sein Leidensweg, der von den Schwestern der Tiefe in Gang gesetzt wurde, ist großartig ausgearbeitet und lässt mich die eine oder andere Schwäche im Plot vergessen.
Zumindest einen Fehler muss ich anmerken. Als ich bei Romanbeginn las, dass man wieder bei NATHAN ist, um ein paar Dinge abzuholen, habe ich mich schon gefragt, wann wollen die denn nun endlich mal nach Pharaduat fliegen. Die MAGELLAN müsste nach dem vielen Hin und Her doch längst dort angekommen sein. Und dann: sind sie innerhalb von drei Stunden da. Echt jetzt? Sie fliegen zwar mit einem Tesserakt, aber bitte: Pharaduat liegt im Leerraum zwischen den Galaxien. Selbst ein Posbi-Raumschiff sollte mehr als drei Stunden für diese riesige Entfernung brauchen.
Dass in den letzten drei Romanen nicht ein einziges Mal von der MAGELLAN oder von den cyboranischen Kindern die Rede ist, finde ich ebenfalls befremdlich. Waren sie doch zu Beginn der Staffel deren Aufhänger.
»Welt der Albträume« offenbart, dass bei der Verfolgung hehrer Ziele sehr oft die Menschlichkeit geopfert wird. Das ist bei den Schwestern der Tiefe genauso wie in der richtigen Welt.