Erwachen einer Superintelligenz

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 379 – »Maschinenzorn« von Rüdiger Schäfer

Den Schaden am Zentralplasma der Posbis den die Rückholung des Bewusstseins von Thomas Rhodan da Zoltral verursacht hat, kann nur die mentale Verschmelzung von Anich mit den Nakken reparieren. Doch die Vereinigung wird von den Cybora-Kindern verhindert. Sie übernehmen die orientierungslosen Raumschiffe der Posbi-Rebellen und greifen das Zentralplasma Anich an. Zuletzt dringen sie durch den Schutzschirm um Pharaduat und versuchen die Realität aufzulösen, damit das Zentralplasma stirbt. Dabei nehmen sie den Tod von Perry Rhodan und seinen Gefährten in Kauf.
Hilfe kommt von Seiten der Schwestern der Tiefe. Die ewige Schwester Vhynja Crii bittet Nathalie Rhodan da Zoltral zu ihnen zurückzukehren. Im Gegenzug würde sie das Konnektiv der Kinder auflösen und die Verschmelzung der Nakken mit dem Zentralplasma vollführen. Sie lässt ein Distanzloses Tor materialisieren, diese riesige Raumstation unterbricht die Verbindung zwischen den Cybora-Kindern und stellt eine Verbindung zwischen den Bewusstseinen der Nakken und Anich her. Doch sie benötigt Perry Rhodan als Geburtshelfer. Der Zeitträger kann der entstehenden Wesenheit ANICHAR Menschlichkeit einimpfen. Die Posbikrise endet, die Kinder werden ihren Eltern übergeben Rhodan und seine Begleiter kehren mit der MAGELLAN zur Erde zurück.

Die Bodenständigkeit aus den ersten Romanen der Staffel wurde zuletzt schon reduziert. In Rüdiger Schäfers Roman geht sie gänzlich verloren. Ein wilder Mix aus Bewusstseinsanalyse, Quantentheorien und metaphorischen Formulierungen führt die Geschichte ihrem Ende zu. Die Schwestern der Tiefe mischen wieder mit und Perry Rhodan muss als Zeitträger erneut Unmögliches leisten. Ich bin tatsächlich froh, dass das Kapitel Posbikrise damit endlich abgeschlossen ist, hätte mir aber eine, sagen wir, weniger komplexe Lösung gewünscht.

Gewohnt gefühlvoll und mit vielen klugen Worten macht einem der Autor die Lektüre der hochkomplexen Vorgänge erträglich. Dieses Mal rührt er mich zwar nicht zu Tränen, erntet aber meinen Respekt für den Versuch die quantenmechanischen Vorgänge irgendwie rational erklären zu wollen. Das gelingt ihm mehr oder weniger gut. Spannend ist die Geschichte allemal, allein durch die bildhaften Beschreibungen vom Beinaheuntergang Pharaduats.

Bei den Cybora-Kindern wählt er wieder die Erzählperspektive von Lyrie Arbas, macht jedoch einen Fehler, in dem er Taro Jen zum aggressiven Part der Sieben ernennt. Das war in der Vergangenheit jedoch immer Darrow Myel gewesen. Taro war eher der in sich gekehrte Außenseiter, der überlegt und behutsam vorgegangen ist.

»Maschinenzorn« beendet die Posbikrise und damit die Staffel »Metamorph« mit einem Feuerwerk aus Quantentheorie und ausufernder Action. Das wird sicher nicht jedem gefallen, ist aber in sich schlüssig erzählt.

Albtraumhafte Posbi-Action

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 378 – »Welt der Albträume« von Ruben Wickenhäuser

Nach einem Zwischenstopp bei NATHAN auf Luna fliegen Perry Rhodan und seine Familie sowie Roi Danton und dem Mentamalgam Sud zum Heimatplaneten der Posbis. Dort gelingt es ihnen mit Unterstützung des Posbis Algron, die sich belauernden Flotten zwischen anich-treuen Posbis und Rebellen-Posbis zu durchqueren und ins Heiligste der Roboterzivilisation vorzudringen. Auf Pharaduat lebt das intelligente Zentralplasma Anich, von dem Anteile in jeden Posbi integriert sind. Hier ist auch das Bewusstsein von Rhodans totgeglaubtem Sohn Thomas gefangen. Und nicht nur das, auch sein Körper wurde hier über die vielen Jahrhunderte unversehrt von den Posbis aufbewahrt. Doch eine Überführung von Toms Bewusstsein zurück in seinen Körper stellt sich als schwierig heraus. Thomas Rhodan da Zoltral will nicht mehr zurück, weil er sich an der Macht berauscht, die ihm die Existenz im Zentralplasma verleiht. Er fühlt sich wie ein Gott und handelt entsprechend. Mit aller Macht versucht er eine Übertragung seines Bewusstseins in seinen menschlichen Körper zu verhindern und nimmt dabei selbst den Tod seiner Familie in Kauf.
Roi Danton kämpft dagegen mit den Geistern der Vergangenheit. Er muss zusammen mit Nathalie von Echo-TOOR, einem Planeten außerhalb der Zeit, Technologie der Schwestern der Tiefe besorgen, damit Thomas in seinen menschlichen Körper zurückübertragen werden kann. Sein bestehender Hass auf die Schwestern wird noch größer, als unvermittelt die Kartanin Dao-Lin-H’ay auftaucht und ihnen helfen will.
Letztendlich kann Thomas in seinen angestammten Körper zurückgeholt werden. Allerdings bringt dies Anich in Lebensgefahr. Offenbar kann das Zentralplasma nur gerettet werden, wenn es eine Mentalverschmelzung mit dem Volk der Nakken eingeht.

Okay, das ging jetzt schnell. Nachdem Rhodan und Co endlich auf Pharaduat angekommen sind, geht es Schlag auf Schlag. Man erfährt, wie Thomas Rhodan dorthin gelangt ist, warum er nicht zurückwill – ein wenig größenwahnsinnig war er ja schon immer – und warum die Rebellen-Posbis so skrupellos agieren.

Die Lösung, Technik der Schwestern der Tiefe vom Planeten Echo-TOOR zu holen, fand ich zwar etwas weit hergeholt, aber der Autor schafft es, mir durch die Auseinandersetzung zwischen Nathalie und Roi Danton die ethischen Konsequenzen der Taten der Schwestern sehr plastisch zu vermitteln. Der Albtraum von Roi, seine Kenntnisse aus den Zeiten der Französischen Revolution und sein Leidensweg, der von den Schwestern der Tiefe in Gang gesetzt wurde, ist großartig ausgearbeitet und lässt mich die eine oder andere Schwäche im Plot vergessen.

Zumindest einen Fehler muss ich anmerken. Als ich bei Romanbeginn las, dass man wieder bei NATHAN ist, um ein paar Dinge abzuholen, habe ich mich schon gefragt, wann wollen die denn nun endlich mal nach Pharaduat fliegen. Die MAGELLAN müsste nach dem vielen Hin und Her doch längst dort angekommen sein. Und dann: sind sie innerhalb von drei Stunden da. Echt jetzt? Sie fliegen zwar mit einem Tesserakt, aber bitte: Pharaduat liegt im Leerraum zwischen den Galaxien. Selbst ein Posbi-Raumschiff sollte mehr als drei Stunden für diese riesige Entfernung brauchen.

Dass in den letzten drei Romanen nicht ein einziges Mal von der MAGELLAN oder von den cyboranischen Kindern die Rede ist, finde ich ebenfalls befremdlich. Waren sie doch zu Beginn der Staffel deren Aufhänger.
»Welt der Albträume« offenbart, dass bei der Verfolgung hehrer Ziele sehr oft die Menschlichkeit geopfert wird. Das ist bei den Schwestern der Tiefe genauso wie in der richtigen Welt.