Bewusstseinskrise

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 377 – »Invasion der Posbis« von Lucy Guth

Dem Solsystem steht wieder einmal eine Invasion bevor. Tausende von Fragmentraumern und Dreizackschiffen der Posbi-Rebellen dringen ins Heimatsystem der Terraner und in die Systeme ihre Kolonien ein. Zunächst üben die Posbis Zurückhaltung, doch dann beginnen sie mit einem Angriff auf die Flottenwerft der Terraner auf Titan. Protektor Reginald Bull bittet alle Verbündeten der Menschheit um Hilfe. Als einzige schicken die Arkoniden eine Flotte unter der Führung von Zalara da Keranth, die sich Bulls Kommando nur wiederstrebend unterstellt.
Derweil wollen Perry Rhodan, seine Frau Thora und seine Tochter Nathalie mit Thomas Rhodan Kontakt aufnehmen. Dessen Bewusstsein wurde offensichtlich in das Zentralplasma der Posbis integriert und hat sich inzwischen über einen Großteil der Posbis verteilt. Für den Kontakt brauchen sie Roi Danton, dessen Bewusstsein von NATHAN wieder in seinen Robotkörper zurückübertragen werden konnte.
Auf einem Asteroiden in einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase versuchen sie mit Dantons Hilfe ins Kommunikationsnetzwerk der Posbis einzudringen und an Thomas Rhodan zu appellieren. Sie erfahren das Thomas befürchtet, im Zuge des Projekts Metamorph ausgelöscht zu werden. Perry kann  seinen Sohn Thomas umstimmen, den Angriff auf die Erde abzubrechen, kurz bevor die Rebellen-Posbis die Verteidiger der Erde vernichtend schlagen können.
Doch Thomas richtet seine Angst und Wut nun gegen die Nakken. Gemeinsam mit den Hamamesh und den Arkonidischen Schiffen kann die Terranische Flotte den Heimatplaneten der Nakken so lange verteidigen, bis alle Nakken evakuiert sind.
Danach setzt Perry Rhodan gemeinsam mit Thora und Nathalie die Reise zur Hauptwelt der positronisch-biologischen Roboter fort, um seinen Sohn aus dem Zentralplasma zu befreien.

Uff! Irgendwie habe ich das Gefühl, das hier ein Roman fehlt. Denn die Erkenntnisse die Lucy Guth zu Beginn des Romans über Thomas Rhodan zusammenfasst, wurden bisher nicht in dieser Deutlichkeit vermittelt. Es gab Andeutungen um den Sohn Rhodans. Es gab Vermutungen, aber es wurde in den bisherigen Romanen der Staffel nie geklärt, wie genau er mit den Posbi-Rebellen in Verbindung steht. Das jetzt in einem Rückblick zu erfahren, irritiert mich. Gab es doch im vorangegangenen Roman genug Platz um das groß und breit zu erzählen. So ist es nun mehr »Tell« statt »Show«. Das ist der erste große Negativpunkt in einer bisher sehr gut funktionierenden Staffel.

Lucy Guth gelingt es jedoch, durch ihre schön gezeichneten Figuren diesen Fauxpas zu überspielen. Herausragend ist dabei die Beziehung zwischen Reginald Bull und der Arkonidin Zalara da Keranth erzählt. Mit Bulls Assistentin Hollie Delacour hat die Autorin wieder einen sogenannten Underdog-Charakter etabliert, also jemanden der nicht zu den zentralen Figuren der Serie gehört, sondern der den Blickwinkel eines Normalsterblichen hat. Das ist ihr schon einmal mit der Positronikspezialistin Donna Stetson geglückt.

Wegen des Romantitels, hatte ich zunächst befürchtet, den halben NEO lang von irgendwelchen Raumschlachten lesen zu müssen. Das hielt sich zum Glück die Waage mit den Abenteuern von Rhodans Familie und Roi Danton in der Posbistation auf dem Asteroiden. Wobei es hier ein Wiedersehen mit den beiden Posbis Kaveri und Atju aus der Posbistaffel gibt. Die hatte ich so gar nicht mehr in Erinnerung.

Höhepunkt war jedoch die »geistige« Auseinandersetzung zwischen Roi Danton und Thomas Rhodan, die sich mal einen Körper geteilt haben. Der Showdown im Spiegelsaal von Versailles mit den verschiedenen Inkarnationen von Roi Danton ist gut geschrieben und wunderbar auf dem Titelbild des Romans visualisiert.

Die einzige Stelle an der ich ein wenig die Stirn runzeln musste, war beim Angriff von Thomas‘ Posbis auf den Heimatplaneten der Nakken. Im Vorgängerroman haben wir mitbekommen, wozu die Nakken fähig sind. Sie waren in der Lage Perry Rhodan kurzzeitig aus dem Gefüge der Raumzeit und sogar aus den Erinnerungen eines jeden Menschen zu tilgen. Nun scheinen sie gegenüber des Angriffs der Posbi komplett hilflos zu sein und müssen von den Hamamesh evakuiert werden. Wenn sie eine derartige mentale Macht besitzen, warum haben sie die Posbis nicht selbst aufhalten können? Sie hätten sie doch ebensogut aus der Raumzeit tilgen können.

»Invasion der Posbis« bringt viele Erkenntnisse zum Verhalten der Posbis und dem Zusammenhang mit Thomas Rhodan da Zoltral. Leider werden die mir diese nicht gezeigt, sondern nur erzählt. Das finde ich ausgesprochen schade.