Diese Woche bekam mein Mann Post von der Zollbehörde. Seit einiger Zeit ist diese für die Kraftfahrzeugsteuer zuständig. Jeder der ein Auto hat weiß, dass man deshalb eine Bankverbindung und eine Einzugsermächtigung hinterlegen muss, wenn man ein Auto anmeldet.
Soweit, so gut. Seit 2021 fahren wie ein E-Auto. Bekanntlich sind diese Autos zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Nun erhielt mein Mann diese Woche ein Schreiben vom Zoll, dass er ab dem Jahr 2031 68 Euro Steuern für unser E-Auto zu zahlen hat. Und dass er diesen Betrag ab Januar 2031 jährlich zu überweisen hat. (Eine Einzugsermächtigung gilt in der Regel nur drei Jahre, wenn nichts eingezogen wird.)
Halten wir fest: Die Zollbehörde verschickt einen Steuerbescheid für eine Steuer, die erst in 5 – in Worten FÜNF – Jahren fällig wird. Habt ihr sie noch alle? Was ist, wenn wir in fünf Jahren das Auto gar nicht mehr haben? Was ist, wenn die Bundesregierung das Gesetz noch drei Mal ändert? In fünf Jahren kann so ungefähr alles geschehen. Man sieht das ja gerade.
Ich frage mich, ob den Bürokraten in den Ämtern langweilig ist. Haben die nichts wichtigeres zu tun, als einen Steuerbescheid zu verschicken, der erst in fünf Jahren relevant wird? Offenbar nicht. Offenbar haben die immer noch genug Zeit und Geld um tausende Mitteilungen an KFZ-Halter zu verschicken, bei denen nicht sicher ist, ob sie ihr Auto in fünf Jahren überhaupt noch besitzen, oder sich nicht vielleicht schon ein neues gekauft haben.
Vielleicht ist es auch so, dass sie darauf wetten, dass die Leute das Schreiben bis dahin vergessen haben und auch vergessen die 68 Euro zu überweisen. Dann kann man schnell eine Mahnung mit Mahngebühr verschicken und verdient so noch mehr.
Übrigens wird die Steuer für ein E-Auto durch das zulässige Gesamtgewicht bestimmt. Sprich man zahlt quasi für ein vollbesetztes und beladenes Auto auch wenn man die meiste Zeit alleine drin sitzt. Eine Methode, die man bei den riesigen SUVs auch mal anwenden sollte.
