Am Frillensee

Wenn man schon dort wohnt, wo andere Urlaub machen, sollte man auch mal dort hingehen, wo sich sonst die Touristen tummeln.

Den Frillensee hatte ich bei einem meiner Streifzüge auf Google Maps entdeckt. Meine Kollegin, die sich dort auskennt meinte, der Erlebnis Wanderweg zum Frillensee wäre ein schöner Spaziergang. Und weil am Samstagvormittag das Wetter noch schön sein sollte, fuhren wir nach Inzell. Der Wanderparkplatz war noch nicht überfüllt, aber es standen schon viele Autos da, die meisten hatten aber einheimische Nummernschilder.

Mit Bergschuhen, Rucksack und Stöcken ausgestattet, gingen wir los. Der Weg zum See war ausgeschildert und sollte etwa eineinhalb Stunden dauern. Hinter dem Forsthaus dann die Ernüchterung. Der Weg war mit einem Flatterband abgesperrt, wegen Baumfällarbeiten. Die jungen Leute vor uns drehten um, wir stiefelten durch die Wiese, weil mein Mann weiter vorn einen anderen Weg entdeckt hatte. Ich hatte zwar das Schild gesehen, aber nicht den Weg. Wir kamen auf einer Forststraße heraus und folgten ihr.

Es war steil, ich kam schnell ins Schwitzen und keuchte bald wie eine Astmakranke. Außerdem bekam ich Kopfschmerzen, wie immer, wenn mein Blutdruck steigt. Die langen Lockdowns waren definitiv nicht gut für meine Fitness gewesen. Doch der Waldweg führte bald auf einen weniger steilen Weg und je länger wir gingen, desto mehr verschwanden die Kopfschmerzen. Am Wegesrand blühte der wilde Rhabarber, was ich so noch nie gesehen habe und das Heidelbeerkraut war voller Blüten.

Nach einer Stunde erreichten wir den See auf knapp tausend Meter Höhe. Es ist sehr idyllisch, man hat einen Steg gebaut, so das man komplett drumherum gehen kann. Es waren ein paar Familien und Wanderer unterwegs, aber es hielt sich in Grenzen. Im flachen Wasser konnte man Fische sehen und Schwärme von Mücken tanzten über dem Steg. Leider schob sich gerade eine Wolke vor die Sonne, als ich fotografieren wollte. So sind die Bilder etwas dunkel geworden.

Nach einer kurzen Rast, spazierten wir um den See und gingen über die Forststraße zurück zum Auto. Inzwischen war es recht warm geworden und meine Knie schmerzten. Ich hätte keinen Schritt weiter gehen wollen. Aber schön war’s. Es gibt in der Gegend weitere Bergseen, denen werden wir demnächst einen Besuch abstatten.

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