Novembergrau

Dieser November macht seinem Namen alle Ehre, zumindest bei uns im Ort. Fast täglich hängt eine dichte Nebeldecke über dem See, die sich nur selten und wenn dann nur gegen Mittag auflöst. Es ist alles trist und grau und schmuddelig. Nur Regen gab es seit ein paar Wochen nicht, gerade jetzt, wo die Bäume den dringend bräuchten. Geschneit hat es demzufolge auch noch nicht, obwohl es frühmorgens schon ein paar mal gefroren war.

Gestern war wieder alles trüb. Zwar versuchte die Sonne gegen Mittag sich durch den Nebel zu kämpfen. Es gelang ihr aber nicht. Nach dem Kaffee sind wir dann nochmal mit dem Auto in Richtung Chiemsee gefahren. Aus Waging raus, den Berg hoch schrumpfte die Sicht im Nebel auf unter fünfzig Meter. Hinter Traunstein lockerte es dann so plötzlich auf, als führe man aus einer Wand hinaus ins Freie. Der Himmel war klar, der Mond schien, die Sonne ging gerade hinter den schneebedeckten Gipfeln der Alpen unter. Nur im Tal zogen unterschiedliche dichte Nebelschichten dahin. Das sah von der A8 so toll aus, dass ich das unbedingt fotografieren musste. Die Bilder geben den Eindruck leider nicht ganz so gut wieder.

Als wir dann runter zum Chiemsee kamen, sahen wir die Nebelfront schon auf uns zukommen. Es war, als wäre man kurzzeitig im Inneren eines Wirbelsturms, im Auge des Hurrikans sozusagen. Auf der Rückfahrt eine Stunde später waren die Berge dann komplett verschwunden nur der Mond direkt über uns deutet an, dass wir uns oberhalb des Nebels befanden. Zurück in Waging war dann wieder alles dicht. So dicht, dass man die Lichtkegel der Straßenlampen sehen konnte.

Warum wir an diesem Nachmittag unterwegs waren, davon werde ich hoffentlich in zirka zwei Wochen erzählen können.

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