Bahnfahren in Corona-Zeiten

Ich hab’s getan. Ich war am Wochenende mit der Deutschen Bahn unterwegs, das erste mal wieder seit dem 13. März. Zwar war ich ein wenig besorgt, vorallem wegen dem Maskenzwang, aber ich musste mal wieder nach Thüringen zu meinen Eltern.

Letztendlich muss ich sagen, dass ich lange nicht so entspannt mit der Bahn gefahren bin, wie jetzt. Der Regionalzug nach München am Freitag viertel vor sechs war sogar nach Rosenheim noch so gut wie leer. Im ICE in Richtung Bremen saßen vielleicht zehn Leute in einem Großraumabteil. Und selbst die Regionalbahn von Nürnberg nach Saalfeld, die sonst bis Erlangen voller Pendler ist … war sehr übersichtlich besetzt. Kaum Leute und ab Bamberg saß ich allein in dem ganzen Wagon. Auf der Rückfahrt hatte ich sogar Polizeischutz. Da stiegen in Saalfeld zwei Polizeibeamte ein. Ich weiß nicht warum: um zu kontrollieren, ob die drei Passagiere an Bord ihre Masken auf hatten? Sie fuhren aber nur bis zur Bayrischen Grenze mit.

Die Maske war weniger lästig, als ich gedacht habe. Sie störte eigentlich nur beim Umsteigen, weil ich in München in wenigen Minuten eine relativ lange Strecke laufen und mich in Nürnberg beim Umsteigen beeilen muss, aber es ging. Ich bin nicht vor lauter Atemnot aus den Schuhen gekippt, nur geschwitzt habe ich. Beim Essen habe ich sie runtergenommen, geht ja sonst gar nicht anders.

Das mit den Fahrkarten hat auch gut geklappt. Meine Fahrkarte hatte ich schon im Februar für das zweite Mai-Wochenende gekauft. Da konnte ich leider nicht fahren, aber die Bahn ist so kulant, dass alle Fahrkarten die vor dem 23. März gekauft wurden (auch mit Zugbindung), bis zum Oktober gültig sind. Die Zugbindung entfällt, man muss bloß das Ticket ausdrucken und mit der BahnCard vorzeigen. Sehr unkompliziert das Ganze.

Das beste war allerdings, dass alle meine Züge pünktlich waren, es keinerlei Störungen gab und man seine Ruhe hatte, weil so wenig Fahrgäste im Zug waren. In der ersten Klasse saßen mehr Leute als in der zweiten Klasse. Der Spruch »genießen Sie die Bahnfahrt in vollen Zügen« stimmt derzeit absolut nicht. Ach ja, so saubere Toiletten hab ich bei der Bahn noch nie gesehen.

Ich denke, ich werde jetzt wieder öfters fahren. Besser als die überfüllten Rast- und Parkplätze an der Autobahn ist das allemal.

1 thought on “Bahnfahren in Corona-Zeiten

  1. Na ja, auf ‚meinen‘ Strecken ist fast schon wieder Normalität eingekehrt. Jetzt gerade bin ich nach Berlin unterwegs. Der ICE ist voll.

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