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Gefahr aus dem Pilzwald

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 208 – »Die Winde von Epsal« von Rainer Schorm

Eine Gruppe Pilzsammler wird auf Epsal von agressiven Sporen angefallen. Im MIMERC sind die Ärzte ratlos und bitten die Ärztin Sud um Rat, die gerade den Protektor nach Epsal begleitet. Auch sie steht zunächst vor einem Rätsel, weil sich der infektöse Herd jeglichen Untersuchungen entzieht. Auf Grund seiner schnellen Anpassung und Agressivität empfielt sie der Obfrau, Epsal unter Quarantäne zu stellen. Daraufhin kommt es zu Unruhen unter der ahnungslosen Bevölkerung. Sud und ein Einsatzteam von Epsalern stößt in den Pilzwald vor, um nach dem Ursprung der Sporen zu suchen.
Dann wird auch die CREST II im Orbit von Sporenwolken gezielt attakiert. Sie dringen durch Strukturlücken im Energieschirm ins Schiff ein und setzen sich im Haupthangar fest. Der Besatzung gelingt es vorerst ihre Ausbreitung innerhalb des Schiffes zu verhindern. Doch die Sporenwolken lernen und zeigen zunehmend intelligentes Verhalten. Als sie gezielt einen Techniker angreifen, bleibt der Crew nur die Möglichkeit die Sporen mittels eines Plasmabrandes zu vernichten.
Hinter den ominösen Geschehnissen steckt kein anderer als Iratio Hondro, dessen Versuch jedoch scheitert, die Kolonie auf Epsal unter seine Kontrolle zu bringen.

Pünktlich zur Pilzsaison entführt uns Rainer Schorm in die wundersame Welt der Pilze. Durch akribische Recherche vermittelt der Autor nicht nur aktuelles Wissen über Mykologie, sondern zeigt auch die Faszination der Fungi. Es macht richtig Spaß zusammen mit den Protagonisten, allen voran Paulus Moron, in die Pilzwälder einzutauchen und die Umwelt mit allen Sinnen zu genießen.

Rainer Schorm stattet seine skurrilen Figuren stets mit Wortwitz und Schlagfertigkeit aus. Wobei er manchmal übers Ziel hinausschießt, doch in diesem Roman hat er das richtige Maß gefunden. Überhaupt! Seit der Zusammenarbeit mit Rüdiger Schäfer als Exposéautor sind seine Romane qualitativ immer besser geworden. Waren mir seine Geschichten früher zu technisch und zu trocken, beweist er mit dem aktuellen Roman, wie vielseitig sein wissenschaftliches Interesse ist.

Leider weiß man als Leser bereits sehr früh, dass nur Iratio Hondro hinter dem Sporen-Phänomen stecken kann. Interessant ist dagegen der Hintergrund, den der Autor dieser Figur mitgibt. Wir erfahren, wie Hondro zu dem werden konnte, was er ist. Damit erlangt der Antagonist der Staffel erstmals mehr Tiefe.

Was den Staffelfortgang angeht, steuert die Handlung langsam einem Höhepunkt zu. Das es Iratio Hondro erneut gelingt, unbehelligt zu fliehen, ist allerdings etwas ärgerlich. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Einsatz der CREST II gewünscht, aber die Crew versucht es nicht einmal.

Gut gefallen haben mir die Zwischenkapitel von Kor Staal. Der Grunner übt Widerstand gegen die Konzerne, die sein Genom als ihr Eigentum betrachten und ihn und alle anderen Kolonisten ebenfalls. Da deutet sich der nächste spannende Handlungsbogen an. Diese innenpolitischen Probleme sind, wie ich finde, eine der Stärken der NEO-Serie und machen die Geschichten deshalb so authentisch.

»Die Winde von Epsal« ist ein Roman mit viel exotischem Flair, einer überaus spannenden Handlung, die unteranderem die Geschichte Iratio Hondros erzählt. Herausragend ist allerdings die Beschreibung der Kolonie Epsal. Da ist dem Autor ein großer Wurf gelungen. Ich werde daran denken, wenn ich das nächste Mal Pilze esse.

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