Autowahnsinn

Heute gönnten wir uns eine kleine Auszeit und waren in der Rupertus-Therme in Bad Reichenhall sowie anschließend in Traunstein zum Mittagessen.

Dabei ist uns mal wieder aufgefallen, wie voll die Straßen sind. Selbst an einem Mittwochvormittag kam man mit dem Auto nur schleppend voran. Als wir in Bad Reichenhall aus dem Parkplatz wieder auf die Umgehungsstraße zurückwollten, kamen wir nicht mehr raus. Ein Auto am anderen rollte an uns vorbei. Wir drehten um und machten einen Umweg durch die Stadt, um dahin zu kommen, wo wir hinwollten. In Traunstein dasselbe Szenario. Weil auch noch der Tunnel der Umgehungsstraße wegen Reinigungsarbeiten gesperrt war, zwängte sich alles durch die Innenstadt. Aber auch hier wird an den Straßen gebaut und die fetten Laster kamen kaum aneinander vorbei. Von dem Stau und dem vielen Verkehr auf der A8 gar nicht zu reden. Auffällig die unzähligen LKWs auf den Landstraßen, die sich um die Mautgebühren auf den Autobahnen und Bundesstraßen drücken. Die Ortsumgehung von Waging (nur eine Landstraße) kommt einem inzwischen vor wie eine Autobahn.

Ich bin mir sicher, noch vor zehn Jahren war das mit dem Verkehr nicht so schlimm. Jahr für Jahr fahren mehr Autos auf unseren Straßen und vor allem, sie werden immer größer und breiter. Jeder fährt mit dem Auto, selbst wenn die Wege nur kurz sind. Unsere Nachbarn fahren sogar zum 50 m entfernten Edeka mit dem Auto zum Einkaufen. Unglaublich!

Stoßstange an Stoßstange stehen sogar in einem kleinen Ort wie Waging die Autos an den Straßen. Großstädte wie Berlin und München jammern, weil die Autos zunehmend auf den Gehwegen parken. Parkplätze werden immer knapper und vor allem immer enger für die großen Kisten. Jeder muss unbedingt einen SUV fahren oder bekommt ihn vom Autohändler aufgeschwatzt. Und dann fahren die SUV-Fahrer so rücksichtslos als säßen sie in einem Panzer und nichts und niemand sollte sich ihnen in den Weg stellen. Wir wurde heute mindestens drei Mal von Rasern an unübersichtlichen Stellen überholt, geschnitten und bedrängt. Nur damit die an der nächsten Ampel zwei Autos weiter vorn standen.

Wo bitte soll das hinführen? Werden wir uns in zehn Jahren überhaupt noch fortbewegen können? Oder steht Deutschland dann im Mega-Stau?

Wir wollen am Freitag nach Thüringen fahren. Mit dem Auto! Mir graust es jetzt schon davor. Aber wir müssen endlich die Couch fürs Hobbyzimmer holen, die noch bei meinen Eltern steht. Ich würde lieber den Zug nehmen, auch wenn ich damit eine Stunde länger unterwegs bin.

1 thought on “Autowahnsinn

  1. Meine Hoffnung liegt auf autonomen Fahren. Wenn sich alle nur noch reinsetzen und die Leitzentrale übernimmt, dann ist alles deutlich entspannter. Des Weiteren wird alles ein Stück weit effizienter. Letztlich könnte man vor allem Ampeln und sonstige Verkehrsbremsen entfernen, da die Gesamtkontrolle weiß ob ein anderes Fahrzeug kommt oder nicht. Nachts an der roten Ampel stehen würde also entfallen. Ebenso würde der Reissverschlussverkehr endlich funktionieren. An unübersichtlichen Kreuzungen könnte man gefahrlos einbiegen. Usw. etc. etc.

    Aber wir werden das so nicht mehr erleben und ich befüchte D wird da auch kein Vorreiter sein, denn der Deutsche liebt seine „Freiheit“ Auto dazu viel zu sehr. Und vor allem, da bin ich ganz sicher, die Autoproduzenten werden wieder die Personabbaukeule schwingen. Wie immer wenn es irgend eine Innovation in diesem Bereich gibt. E-Autos vernichten Arbeitsplätze, ganz sicher tun das auch Autonome Autos und ganz schlimm sind die autonomen E-Autos. ;-) ;-)

    Von daher, SF, aber immerhin Hoffnung.

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