Strandspaziergang am See

Es ging ein schneidend kalter Wind. Weil die Sonne so schön schien, wollten wir dennoch einen Spaziergang machen. Ich schlug vor, zum See zu gehen.

Im Winter ist der See am Strandbad besonders schön. Blesshühner und Enten tummeln sich im Wasser. Das Schilf am Ufer hat eine goldene Färbung und wenn die Sonne vom blauen Himmel scheint, so leuchtet der See wie ein blauer Spiegel.

Nicht so an diesem Samstagvormittag. Der Wind aus Osten blies so heftig, dass die Oberfläche des See unruhig wie ein Ozean war. Wellen schlugen mit lautem Getöse gegen den Strand. Das Wasser hatte schon einen Teil des Ufers abgegraben. Laub und Holzstücke schwammen in der Brandung. Die Enten saßen am Ufer und betrachten skeptisch das aufgewühlte Wasser. Nur die Blesshühner ließen sich auf den Wellen treiben.

Zudem war es bitter kalt. Wenn es noch ein paar Tage so kalt blieb, würde der See zufrieren. Doch momentan schlugen die Wellen gegen die Treppen und Mauern, Gischt spritzte auf und der Lärm war ohrenbetäubend. Ich kam mir vor wie bei einem Strandspaziergang am Meer. Nur das es viel zu kalt war, um mit den Füßen durchs Wasser zu waten. Ich blieb staunend stehen, machte ein paar Fotos und filmte. So hatte ich den See noch nie gesehen.

Als wir zehn Minuten später zurückgingen, den Wind im Rücken, die Sonne von vorn, hatte ich mir die Haut im Gesicht erfroren. Den restlichen Tag schmierte ich mich mit Creme ein, um das Brennen zu mildern. Drum merke: starker Wind und zweistellige Minusgrade sind nicht gut für die Haut.

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