Natur und Kunst im Einklang

Der Sonntag begann ähnlich trüb wie der Samstag. Weil wir noch ein Ticket für die Cueva de los Verdes hatten, fuhren wir in den Norden. Die Berge zeigten sich streckenweise Wolken verhangen. Hinter Arrecife regnete es sogar ein wenig, wobei man das nicht wirklich als Regen bezeichnen kann. Es war eher ein Nieseln, das nicht mal den Staub auf dem Auto löschte. Dafür war es aber trotz des bedeckten Himmels nicht kalt, als wir bei den Lavahöhlen ankamen.

Diese sind ziemlich beeindruckend. Leider war die Gruppe, mit der wir die Führung machten, ein wenig zu groß. Viele hatten außerdem kleine Kinder dabei, die dann Untertage laut zu weinen anfingen, so dass man die Erklärungen der Höhlenführerin kaum verstehen konnte. Zu künstlerischen Zwecken ist die Höhle auch nicht besonders gut ausgeleuchtet, was meiner Nachtblindheit nicht gerade förderlich war. Besonders groß sollte man auch nicht sein, wenn man dort hinabsteigt, denn wenn man nicht aufpasst, schlägt man sich leicht den Kopf an. Lohnen tut sich ein Besuch aber allemal. Der riesige Lavatunnel ist in mehrere Ebenen unterteilt, durch die sich ein Fußweg von zirka einem Kilometer Länge windet. Am Ende gibt es ein Auditorium, in dem Konzerte stattfinden, weil hier die Akustik besonders gut ist. Auf dem Rückweg erteilte die Führerin striktes Fotografierverbot, weil der Weg so »gefährlich« ist. Das stellte sich schnell als großer Bluff heraus. Denn das Loch an dem der Weg entlang führte, war schlicht ein unterirdischer See. Deswegen auch das Verbot zu fotografierten, denn spätestens beim ersten Blitzlicht hätte man das durchschaut. Ich fand es aber dennoch beeindruckend, weil sich der See direkt über dem Lavatunnel befindet, in dem das Auditorium liegt.

Nach etwas mehr als einer Stunde tauchten wir aus der Dunkelheit wieder auf und gingen zum Parkplatz. Die Lavafelder im Norden sind schon älter, das merkt man vor allem daran, dass sie bewachsen sind. Überall standen Sukkulenten und Büsche mit kleinen gelben Blüten, der rostrote Lavafelsen war mit grauen Flechten bedeckt. Was mir unheimlich gut gefallen hat.

Auf dem Rückweg entdeckten wir kurz vor Arrecife eine Bäckerei mit Café am Straßenrand. Wir hielten und gingen hinein. Drinnen roch es verführerisch nach gebackenem Brot und die vielen kleinen Torten und Kuchen in der Auslage ließen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wir beschlossen einen Cappuccino zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen, obwohl es kurz nach Mittag war. Und natürlich nahmen wir für die nächsten Tage etwas mit.

Nächstes Ziel war die Fundacion Cesar Manrique – das ehemalige Wohnhaus des Künstlers, das er in mehrere Lavablasen gebaut hat. Zuletzt besuchte ich das Haus 2003. Ich weiß es deshalb so genau, weil mir erst vor kurzem der Kassenbeleg vom Eintritt in die Hände fiel. 4,50 Euro habe ich damals bezahlt. Inzwischen sind es 8 Euro, die man für die Besichtigung des Hauses berappen muss. Ein bisschen viel, wenn man mich fragt, aber weil wir nun schon mal da waren, gingen wir auch rein. Man sollte das architektonische Kunstwerk, das sich fast nahtlos in die Lavalandschaft einfügt, unbedingt gesehen haben. Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die dort sofort einziehen würde. Wenn ich wieder daheim bin, werde ich die entsprechenden Fotos nachreichen.

Gegen halb vier waren wir zurück im Hotel, wo ich mich gleich wieder dem Schreiben widmete, schließlich hatte ich mir vorgenommen jeden Tag etwas zu schreiben.

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