NEO: zwischen Wildschweinen und Drachen

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 134 – »Das Cortico-Syndrom« von Madeleine Puljic und Kai Hirdt

Einen soliden Roman legen Kai Hirdt und Madeleine Puljic vor. Da ist alles drin, was man von einem NEO erwartet. Spannung, gut gezeichnete Figuren, ein paar wissenschaftliche Fakten, alles gewürzt mit einer Prise Humor ist »Das Cortico-Syndrom« leichtere Kost als sein Vorgänger. Die Handlung konzentriert sich einerseits auf die Erde, auf der das Team um Julian Tifflor versucht herauszufinden, warum die Menschen nicht schlafen können. Andererseits führt uns die Handlung auf die LESLIE POUNDER. Hier erleben wir Eric Leyden und seine Wissenschaftler beim Rätseln, was es mit den weißen Welten auf sich hat. Während Rhodan, Schablonski und Rainbow zusammen mit zwei Jungspunten auf Chay landen, um die Proben der Hyperkristalle zu bergen. Im dritten, sehr kurzen, Handlungsstrang können sich Tuire und Ishy gerade noch rechtzeitig aus ihrer prekären Lage im Orbit befreien. Die Aktion erinnerte ein bisschen an eine Mischung aus »Der Marsianer« und »Gravity« war aber gut gelöst. Nachdem die beiden mit dem Weltraumlift in Terrania gelandet waren, stellte ich mir die Frage, ob die Schlaflosigkeit auch an Bord der Orbitalstation herrscht.

Sie Handlung ist dicht, temporeich und homogen. Man merkt dem Roman nicht an, dass er von zwei Autoren geschrieben wurde. Wobei ich glaube, dass Kai den Leyden-Teil übernommen hat. Ein Satz wie: »… Sie fragte sich, ob das brillante Hirn des Hyperphysikers sich aufgehängt hatte und wie man ihn wohl im Zweifel rebooten konnte …« kann eigentlich nur von ihm kommen. Während ich die Handlung um Tifflor und Rainbow eher Madeleine Puljic zuordne. Wildschweine und Drachen, sind eben mal was Neues bei NEO, wobei ersteres sehr gut passt, hatte ich bei den Drachen so meine Schwierigkeiten. Wovon leben die auf einem brennenden Planeten, nur von Energie?

Die Staffelhandlung wurde auf jeden Fall vorangebracht. Man erfährt ein bisschen mehr über das Funktionieren der weißen Welten, wird im Falle der Ziele der Sitarakh aber immer noch im Dunkeln gelassen. Gut gefiel mir, dass ein paar irdische Theorien angebracht wurden. Bei dem Begriff »stimmloser palatarer Frikativ« stutzte ich, grinste dann breit und googelte. Das gibt’s tatsächlich, somit erhielt ich nebenbei noch eine Lehrstunde in Linguistik.

Das bei der Handlung auf der Erde immer wieder bekannte Orte eine Rolle spielen, die man auf dem ersten Blick nur schwer mit Science Fiction in Verbindung bringt – in diesem Fall Strasbourg – ist ebenfalls erfrischend. Auch wenn ich Julian Tifflor nicht verstehe, warum er die offensichtlich angeschlagene Politikerin weiterhin mit sich herumschleppt. Sie ist definitiv ein Klotz am Bein und hat in dem Fall die Mission und ihn selbst in Gefahr gebracht, ohne das sie für das Team nützlich wäre.

Der Roman ist nicht herausragend aber befriedigend. Schon allein wegen der Szenen mit dem Leyden-Team ist »Das Cortico-Syndrom« lesenswert! Für ihr NEO-Debüt hat Madeleine Puljic anständige Arbeit geleistet. Prima!

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