Geschichten aus Hollywoods goldener Ära

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Hail, Caesar!

Als der Film im Kino lief, schaffte ich es aus Zeitgründen nicht, ihn anzusehen. Da ich fast alle Filme der Coen Brüder im Regal habe und den Film sowieso kaufen wollte, war es auch nicht so schlimm. Vergangene Woche kam er auf DVD & Blu-ray raus und als großer Coen und Clooney Fan ließ ich es mir nicht nehmen, ihn noch am gleichen Abend anzusehen.
Den speziellen Humor von Ethan und Joel Coen muss man mögen. Und mit »Hail, Caesar« liefern die Brüder wieder eine lustige aber auch hintergündige Story ab. Es geht um ein Filmstudio im Hollywood der Fünfziger. Den Golden Zeiten also, in dem mit großem Aufwand Revuefilme, Western und Monumentalfilme produziert wurden. Als ein wichtiger Hauptdarsteller spurlos verschwindet, sorgt Problemlöser Eddie Mannix (Josh Brolin) dafür, den Vorfall aufzuklären und möglichst zu vertuschen.

Wer die Filme der Coen Brüder kennt, weiß, dass dort nicht alles so abläuft, wie es der Zuschauer erwartet und vor allem, dass die Charaktere alles andere als perfekt sind. Heutige Hollywoodstars reißen sich darum, in den mitunter skurrilen Filmen mitzuspielen, weil die Figuren vor allem eines haben – Bandbreite. So spielt Frauenschwarm George Clooney den dümmlichen Hauptdarsteller mit so viel Würde, wie nur er es vermag. Aber auch Stars wie Tilda Swinton in einer Doppelrolle, Scarlett Johansson als verwöhnte Schauspielerin oder Ralph Fiennes als exzentrischer Regisseur sowie viele andere, können die Macken ihrer Charaktere voll ausspielen. Da gerät die Handlung um den Entführungsfall beinahe schon in den Hintergrund. Die Auflösung am Ende überrascht wie immer bei einem Film der Coens. Die übertriebene Ernsthaftigkeit, mit der die Figuren agieren, verzerrt die Geschichte bis zur Satire. Übrigens, in kleinen Nebenrollen sind Robert Picardo (Holodoc der Voyager), Christopher Lambert und Dolph Lundgren zu sehen.

»Hail, Caesar« ist der dritte Teil der sogenannten numbskull (Schwachkopf) Trilogie zu der die beiden Filme: »Oh Brother where art thou« und »Burn After Reading« gehören. Und doch ist er kein Schenkelklopfer. Der Humor ist tiefgründig und spart nicht an Systemkritik, sowohl der von Hollywood, als auch politisch. Man sollte von einem solchen Film nicht erwarten, dass es reicht, das Gehirn auszuschalten und sich berieseln zu lassen. Dafür gibt es zu viele versteckte Details zwischen den Zeilen.

Fazit: 100 Minuten intelligenter Humor vom Feinsten und ein Hauptdarsteller (Josh Brolin) dessen Rolle als einzige mit einer gewisse Ernsthaftigkeit aufwarten kann. Großartig!

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