Auf Serpentinenstraßen am Meer entlang

Madeira Tag 7:

Porto Moniz – dieses Reiseziel stand ja noch aus, nachdem eine Umleitung am Samstag unserer Fahrt eine andere Richtung gab. Deshalb versuchen wir es dieses Mal von Süden her. Über Ribeira Brava und Ponta do Sol geht unsere Fahrt nach Calheta durch lange Tunnel mit mehr oder weniger Steigung und relativ ruhigem Verkehr. In Calheta machen wir einen kurzen Abstecher zum Strand, einem der wenigen künstlich angelegten Strände auf Madeira. Es sieht alles ein wenig verschlafen aus, obwohl es schon reichlich spät ist. Wahrscheinlich liegt es an dem trüben Wetter.
Von dort aus fahren wir auf der alten Küstenstraße über Jardim do Mar nach Paul do Mar einem kleinen Fischerdorf im Südwesten der Insel. Es sieht so aus, als kämen nur wenigsten Touristen bis hierhin, der Ort wirkt ursprünglich inmitten grüner Terrassenfelder. Entlang einer engen sehr steilen Straße, die sich in vielen Serpentinen die Felsen hochwindet, fahren wir weiter Richtung Porto Moniz. Auf der Straße und in den Orten ist es ungewöhnlich ruhig, nur hin und wieder sind Leute in folkloristischen Gewändern zu sehen. Es scheint tatsächlich ein Feiertag zu sein.

Beinahe endlos zieht sich die Serpentinenstraße an der Küste entlang. Am Straßenrand wachsen Hortensien und afrikanische Schmucklilien wie Unkraut. In den kleinen Ortschaften sind es die Gärten der Bewohner, die wie bunte Blumenteppiche aussehen. Hier wächst alles, was man sich vorstellen kann. Überhaupt ist dieser Teil der Insel viel grüner. Es fließt sogar Wasser an den Seiten der Straße entlang. Vor fünf Jahren war es auf der gesamten Insel so.

Oberhalb von Porto Moniz halten wir an und machen Fotos vom azurblauen Ozean, der sich an den schwarzen Lavafelsen der Küste bricht, dazwischen liegt die Ortschaft mit den Meeresschwimmbädern. Als plötzlich zwei Busse ankommen und Touristen ausspucken, steigen wir schnell wieder ins Auto und fahren hinunter in den Ort. Wir finden einen Parkplatz neben dem Meeresaquarium, dem wir bereits das letzte Mal einen Besuch abgestattet hatten. Das angeschlossene Schwimmbad mit den Naturbecken ist in einem bedauernswerten Zustand und die Becken so gut wie leer, dafür hat weiter vorn ein neues Schwimmbad eröffnet. Die Wellen sind dort so stark, dass sie sich an den vorgelagerten Felsen brechen und bis über den Beckenrand schwappen.

Wir legen eine Rast ein und beobachten das Schauspiel des Meeres. Ich könnte noch stundenlang dort sitzen und den Wellen zusehen, doch es ist kühl und windig, also fahren wir weiter. Entlang der nördlichen Küstenstraße geht es durch viele Tunnel in Richtung Sao Vincente. Jetzt erfahren wir auch, warum wir letzte Woche die Umleitung fahren mussten. Ein Steinschlag hat eine Fahrbahnhälfte verschüttet. Dem Schaden an der Leitplanke nach zu urteilen, müssen die Brocken noch größer gewesen sein.

In Sao Vincente überlegen wir kurz, ob wir den Lavagrotten einen Besuch abstatten sollen, entscheiden uns aber dagegen. Da wir beim letzten Mal so begeistert waren, fürchten wir, dass uns ein erneuter Besuch enttäuschen könnte. Die Lavagrotten gehören zu einem Museum in dem es um Vulkanismus und die Entstehung der Insel geht. Zuerst spaziert man eine halbe Stunde durch alte Lavatunnel und wird anschließend mit einer Multivisionsshow (3D-Film inklusive) überrascht. Das ganze dauert mindestens 1,5 Stunden und ist wirklich sehenswert, auch wenn es ein wenig Konzentration erfordert, weil die Erklärungen nur auf Portugiesisch und Englisch sind.

Über die Autobahn geht es zurück nach Funchal. Durch die sehr anspruchsvolle Fahrerei sind wir (mein Mann als Fahrer, ich als Navi) ziemlich ausgepowert und erholen uns in den vielen Schwimmbecken unseres Hotels.

Zum Abendessen gibt es beim italienischen Buffet Pizza und Pasta satt.

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