Respekt vor schlängelnden Kriechtieren

Wer mich kennt weiß, dass ich wenige Klischees femininer Art erfülle. Eines davon ist vielleicht meine Vorliebe für kleine bunte Glasperlen, das andere ist eine typisch weibliche Phobie.

Während einige Frauen vor Mäusen Reißaus nehmen oder wegen einer Spinne panisch durch die Gegend rennen, sind es bei mir schlangenähnliche Kriechtiere. Am Freitag hatte ich mal wieder das „Vergnügen“ einer solchen Begegnung. Während sich meine Eltern spottend über mich lustig machten, als ich wie ein geölter Blitz über die Wiese rannte und „eine Schlange, eine Schlange“ rief, fand ich das in jenem Augenblick überhaupt nicht lustig. Es ist zwar nur eine Blindschleiche gewesen, die sich vor mir im Gras geringelt hat, aber trotzdem … Mal davon abgesehen, dass Blindschleichen eigentlich Eidechsen ohne Beine sind, überkam mich bei ihrem Anblick das blanke Entsetzen. Ich erschrecke mich dann fürchterlich und kann in dem Moment eigentlich an nichts anderes mehr denken, als ans weglaufen. Ich weiß, dass das bescheuert ist, weil von einer Blindschleiche ganz sicher keine Gefahr ausgeht. Aber bei uns gibt es eben nicht nur Blindschleichen, sondern auch Kreuzottern. Und da mir schon als Kind eingetrichtert wurde, das die giftig sind, habe ich da wohl eine etwas übergesteigerte Sensibilität gegenüber dieser Art Kriechtieren entwickelt.

Ich kann mich entsinnen, das meine Mutter und ich mal einen Waldspaziergang abbrechen mussten, weil ich eine Schlange gesehen und panisch im Wald herum geschrien habe ohne mich wieder zu beruhigen. Damals war ich vielleicht 10 Jahre alt. Ganz so schlimm ist es heute nicht mehr, aber wegrennen tue ich immer noch.

Das etwas verwackelte Bild zeigt eine junge Schling- bzw. Glattnatter, die mein Vater letzte Woche fotografiert hat. Sie wohnt unterhalb unseres Kompostierers. Diese heimische Natternart kann bis zu 90 Zentimeter lang werden und bringt lebende Junge zur Welt. Die Schlangenart flüchtet meist nicht, sondern verharrt bewegungslos und wartet ab bis die Gefahr vorbei ist. Außerdem sind sie ziemlich angriffslustig. Ihr Biss ist harmlos, aber ich möchte ihr dennoch nicht begegnen und bewege mich daher nur äußerst vorsichtig, wenn ich in der Ecke bin.

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2 thoughts on “Respekt vor schlängelnden Kriechtieren

  1. Da haben wir was gemeinsam. Mäuse und Spinnen können mich nicht erschrecken, aber bei Schlangen würde ich auch laufen und laufen und laufen, selbst schon bei Regenwürmern.
    Gruß von Eliza

  2. Ein Jahr später … danke für den Link. Die sieht wirklich aus wie die in unserem Garten. Abgesehen von der Länge: Unsere hatte schon ihre anderthalb Meter.

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