Wetterpoesie

Heute mal ein Gedicht passend zum Wetter.

 

Wintersturm

Dunkel bricht die Nacht herein
sich über sturmgepeitschte Landschaft legt
Wind verlorene Blätter fegt
und wie tausend Stimmen schreien
die wenigen Verbliebenen

Krümelige Reste losen Gesteins
umhergewirbelt zu Strudeln erstarrt
Widerstandslos es in Ruhe verharrt
wenn unbarmherzige Füße gemein
knirschend sie zertreten

Wärme aus den Fenstern winkt
im wilden Getöse Frieden verspricht
Hell und voll Liebe scheint das Licht
das schnell jedoch in Kälte versinkt
ohne sich zu wehren

 

Das ist eines von vielen Gedichten, die ich den neunziger Jahren geschrieben habe. Es entstand im Winter 1995/96, während mal wieder ein Sturm über den Ilmenauer Campus fegte.

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