Social Freezing

Apple und Facebook bezahlen für das Einfrieren von Eizellen, um damit junge Frauen anzulocken und ihre Mitarbeiterinnen länger an das Unternehmen zu binden.

Als ich die News gelesen habe, glaubte ich erst an einen Scherz. Leider steckt dahinter die pure Wahrheit. Das Verfahren des Social Freezing ist in den USA ein regelrechter Trend. „Frau“ lässt ihre Eizellen einfrieren, um die Familienplanung hinauszuzögern. Es gibt sogar Egg-Freezing Partys (ähnlich wie Tupper-Partys) auf denen sich Frauen untereinander austauschen können.

Nun es ist eine Sache, wenn Frauen das mit ihren Körpern anstellen wollen – Bitte! Ich frage mich jedoch: Denkt dabei auch mal jemand an die Kinder?
Meine Eltern waren bei meiner Geburt Mitte 30. Ein Alter, das heute selbstverständlich ist. Für mich als Kind, war es manchmal ganz schön verstörend. Ich erinnere mich, das ich einmal mit meiner Mutter in einen Laden ging, in dem der Verkäufer zu mir sagte: „Na, bist du mit der Oma einkaufen?“. Wie mag es erst für Kinder sein, deren Eltern noch älter sind?

Ich sehe aber noch andere Probleme, vor allem gesundheitliche. Es liegt nicht immer an den Eizellen. Myome, Zysten Hormonmangel, es gibt eine Vielzahl von Gründen warum Frauen ab Mitte 30 nicht mehr schwanger werden.
Ich leide seit meinem 20. Lebensjahr an Endometriose, eine Krankheit die jede 5. Frau in Deutschland trifft. Die eine mehr, die andere weniger. Nach meiner ersten OP mit 20, sagten mir die Ärzte ganz deutlich: „Wenn Sie Kinder haben möchten, dann jetzt. Je länger Sie warten, desto unwahrscheinlicher wird es.“ Sie hatten recht, ich ignorierte den Rat und als ich mit 33 meinen Mann kennenlernte, war es bereits zu spät. Ein Einfrieren der Eizellen hätte mir da nicht geholfen.

Über die ethischen und moralischen Fragen des Angebots der Unternehmen, die so ihren Mitarbeiterinnen quasi einen Pakt mit dem Teufel anbieten und sie damit unter Druck setzen, mag ich mich an dieser Stelle gar nicht auslassen.

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