Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Posts Tagged ‘NEO’



Gestrandet zwischen den Blues

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 171 – »Brennpunkt Eastside« von Arno Endler

Der Transmitter lässt die MAGELLAN nicht wie geplant im Zentrum der Milchstraße materialisieren, sondern in der Eastside. Der Sprung hat große Schäden an Schiff und Mannschaft hinterlassen. Es gibt viele Verletzte, unter denen sich auch die schwangere Autuum Legacy befindet. Besonders schlimm ist der Ausfall der Hauptpositronik, die das Schiff einigermaßen wehrlos macht. Nach und nach bekommen die Techniker das Schiff wieder auf Kurs. Leyden entdeckt Spuren von Kreell in dem System, ohne das er sagen kann, woher es kommt.
Da taucht plötzlich eine Flotte fremder Raumschiffe auf, die eine merkwürdige Panzerung aufweisen. Der Oberbefehlshaber Kerrek fordert die Kapitulation der MAGELLAN, weil sie unerlaubt in ihr Territorium eingedrungen ist. Die Außerirdischen haben Tellerköpfe und blaues Fell, was Reginald Bull veranlasst, sie Blues zu nennen. Als Rhodan der Forderung der Blues nicht nachgibt, entbrennt eine Schlacht, in der sich die beiden gleichstarken Gegner eher »beschnüffeln«, um möglichst viele Informationen über die Kampfstärke herauszufinden. Erst ein Einsatz der Transformkanone beendet die Kampfhandlungen und die Blues bieten Verhandlungen an. Dazu laden sie die Terraner in ihr Heimatsystem ein und versorgen die MAGELLAN mit Kartenmaterial, da die Menschen keine Navigationsdaten über die Eastside besitzen.
Eine Abordnung aus Perry Rhodan, Reginald Bull, Gabrielle Montoya, Luan Perparim, Abha Prajapati, Sicherheitsoffizier Maxwell T. Muller sowie Icho Tolot und Gucky landen auf Gatas, der Welt der Blues, auf der sie den Rat des geheiligten Ovarions, die Regierung der Gataser, treffen sollen. Sie können zwar viele Informationen über das fremde Volk sammeln, doch die Blues verzögern ein Treffen mit dem Rat und veranstalten dafür ein mehrtägiges Fest für die Ankömmlinge.
Während der Feierlichkeiten entdeckt Gucky im Keller eines Gebäudes einen vertrauten Gedankenimpuls. Eine Blueswissenschaftlerin bemerkt ihn, schlägt aber keinen Alarm, sondern zeigt ihm und Rhodan, woran sie forscht. Es ist ein Block aus Kreell in dem ein menschlicher Körper eingeschlossen ist, es handelt sich dabei um Tuire Sitareh. Der Aulore ist noch am Leben, aber die Blues hat bisher keine Möglichkeit gefunden, ihn zu befreien. Rhodan bittet sie, ihm den Block auszuhändigen. Sie willigt ein, weil sie eine Kriegsgefangene der Gataser ist. Es gibt verschiedene Bluesvölker, die sich gegenseitig bekämpfen.
Gerade als sie den Block aufs Dach schaffen, um ihn in die Korvette zu verladen, bekommen die Gataser Wind von der Angelegenheit. Besonders der Flottenchef Kerrek hat es auf die Terraner und im Speziellen auf deren Transformkanone abgesehen und versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten. Die Korvette mit dem Außenteam kann von Gatas fliehen und im letzten Moment in die MAGELLAN einschleusen, bevor diese eine Nottransition macht. Doch die Gatasische Flotte kann das Flaggschiff der Terraner aufspüren und durch ihre schiere Übermacht in die Knie zwingen. Rhodan bleibt kein Ausweg, er befielt die Kapitulation.

Egal wie viel Mühe sich Arno Endler mit seinen Figuren gibt, es gelingt ihm nicht, mich zu überzeugen. Der Roman ist in seiner Zerrissenheit nicht ganz so schlimm wie sein letzter, dafür erscheint mir diese Mal die erzählte Geschichte zu flach. Rhodan und seine Terraner begegnen den Blues, einer durchaus aggressiven und auf Expansion ausgerichteten Spezies. Im Laufe des Kontaktes begehen die Menschen aber derartig viele taktische Fehler, dass es ein Wunder ist, das Rhodan und das Außenteam wieder heil von dem Planeten herunterkommen. Zum Beispiel teilt Rhodan den einzigen Sicherheitsoffizier im Team ausgerechnet Tolot und Gucky zu, während er allein mit einem potenziell gefährlichen Außerirdischen alleine eine Tempelanlage besichtigt. Derselbe Sicherheitsoffizier versucht später Tolot unter den Tisch zu trinken, während sich Rhodan ungeschützt inmitten tausender feiernder Blues bewegt. Wenn das Autuum Legacy erfährt …

Die vom Autor beschriebene Kultur der Blues ist zwar interessant, doch die Beschreibungen lähmen die Handlung. Lange Zeit passiert überhaupt nichts, selbst die Schlacht zwischen MAGELLAN und Bluesflotte dümpelt so dahin. Erst gegen Ende des Romans kommt mit der Entdeckung von Tuire Sitareh die Geschichte richtig in Gang und ist wenige Seiten später auch schon wieder zu Ende.

Auffällig sind wiederholt die vielen kurzen Kapitel, die mich als Leser verleiten, das Buch öfter als nötig aus der Hand zu legen. In diesem Fall funktionieren die Cliffhanger in den Kapiteln sogar, um der Handlung mehr Spannung zu verleihen, als sie eigentlich hat. Was auf Dauer aber auch keine befriedigende Lösung ist.

Viele Nebenhandlungen erstrecken sich über höchstens ein oder zwei Kapitel und stellen sich als nicht Handlungsrelevant heraus. Dazu sind mir Schwächen in der Erzählperspektive aufgefallen, die oft zwischen auktorial und persönlich wechselt.

Alles in allem ist »Brennpunkt Eastside« ein eher befriedigender Roman, der mir sicher nicht in Erinnerung bleiben wird. An dieser Stelle vermisse ich die exzellenten Romane von Michael H. Buchholz noch schmerzlicher. Der Autor, der vor mehr als einem Jahr gestorben ist, hat eine größere Lücke hinterlassen, als es mir damals bewusst war.

Ein großes Lob richte ich dagegen an Dirk Schulz für das geniale Cover.

Kosmologisches Feuerwerk

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 170 – »Abschied von Andromeda«

Die aus dem Transfernexus zwischen den Universen kommenden Raumschiffe greifen zunächst die DOLAN an. Rhodan kommt dem Schiff mit der MAGELLAN und ihren Beibooten zu Hilfe, doch sie haben gegen die Kalamarane der Crea keine Chance. Bevor die Verluste unter den Terranern zu groß werden, setzt die FERNAO die Transformkanone ein. Eines der Creaschiffe wird beschädigt, die anderen ziehen sich in die Nähe des Transfernexus zurück.
Ein Außenteam, dem neben Rhodan auch Mirona Thetin, Atlan und Faktor III angehören, untersuchen den weidwunden Kalamaran, der aus Kristallen zu bestehen scheint. Erst tief im Inneren des Raumschiffes treffen sie auf die Besatzung. Ein Kommunikationsversuch scheitert und die Crea eröffnen das Feuer auf Rhodans Team. Da erscheint Suator, Mirona Thetins Leibwächter, und rettet Rhodan und die Faktoren unter Einsatz seines Lebens.

Auf der MAGELLAN kommt es indes zu einer Invasion durch die Crea. Sie versuchen die Speicherbänke des Flaggschiffes anzuzapfen. Dem Techniker Atila Ardal und Icho Tolot gelingt es, sie daran zu hindern. Nachdem Rhodan zurückgekehrt ist, kommt ein weiteres Schiff aus dem Universenriss. Es ist die Crea, der Rhodan bereits auf Aguerron begegnet war. Sie ist bereit mit Rhodan zu kommunizieren und tut dies telepathisch. Rhodan erfährt, dass die Crea die Bewohner des Einsteinuniversums für eine Bedrohung halten und sie verhindern möchten, dass die Fremden in ihr Universum vordringen. Auch weil ebenfalls Redrifts von Materie aus dem Einsteinuniverum im Creaversum stattfinden und den Bewohnern schaden. Die Crea handeln also aus den gleichen Motiven wie die Menschen und Thetiser. Perry Rhodan kann der Crea klar machen, dass keiner von ihnen an der Ruptur zwischen den Universen schuld ist und schließt mit der Crea Freundschaft, bevor sich diese wieder in ihr Universum zurückziehen müssen.
Noch während des Kampfes gegen die Crea, wird John Marshall von Bord der DOLAN an einen fremden Ort »teleportiert«. Dort trifft er Ernst Ellert, der ihm aber nur vage Hinweise geben kann, was es mit den Chasmas und der Ruptur auf sich hat. Er spricht von einem kosmischen Schachspiel das ANDROS gegen seine Schwester ES spielt. Ellert gibt ihm einen Gegenstand und schickt Marshall auf eine Reise durch die Universen, vom Creaversum bis zum Rande des Einsteinuniverums. Zum Schluss schwebt John im Raum zwischen den Universen. Er sieht das Creaversum als Beule am Universum der Menschen wachsen, bevor er mit Hilfe von Ellerts Geschenk an Bord der MAGELLAN zurückkehren kann.
Nachdem die Gefahr durch die Crea gebannt ist, führen Rhodan und Mirona Thetin ein Gespräch. Sie gibt zu, dass sie von ANDROS getäuscht wurde, aber sie ist nicht bereit, deswegen eine weichere Gangart gegenüber ihrem Volk einzuschlagen. Aber sie wird die intrigierenden Faktoren nicht exekutieren, sondern einen Dialog mit ihnen anstreben. Danach macht sie den Terranern das Angebot die MAGELLAN über den Sechseck-Transmitter in die Milchstrasse zurückzuschicken. Auch, damit sie untersuchen können, was auf dem Erdmond passiert. Rhodan stimmt zu und die MAGELLAN kehrt nach ausgiebigen Reparaturen auf der Paddler-Plattform zwei Wochen später in die Milchstrasse zurück.

 

Wenn Rüdiger Schäfer von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick so überschwänglich gelobt wird, dann ist das wie ein Ritterschlag oder die Verleihung des Literaturnobelpreises … Okay, Letzteres ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es bedeutet, dass der Roman überdurchschnittlich gut sein muss.

In der Tat hat der Autor mit dem Abschlussband der Mirona-Staffel Überragendes geleistet. Er hat nicht nur die aufgeworfenen Fragen aus den vergangenen sieben Staffeln beantwortet, er hat zudem die Essenz der PERRY RHODAN-Serie für NEO neu interpretiert, ohne die Erstauflage zu verraten.

In der Tat ist das Leben nicht nur schwarz und weiß, es gibt nicht nur Gutes oder Böses. Die Realität besteht in der Regel aus einer Mixtur von Beidem und man muss als Mensch stetig Kompromisse eingehen, ohne den Rahmen der eigenen Moral zu sprengen. Rüdiger Schäfer lässt Perry Rhodan in dem Konflikt zwischen den Crea und den Meistern der Insel einen Zwischenweg finden, der vielleicht nicht ideal erscheint, der aber das Beste ist, was den Terranern in diesem Moment möglich ist.

Die Mischung aus actionreicher Handlung, tiefgründiger Charakterbeschreibung und philosophischer Betrachtung ist gleichermaßen gelungen wie die kosmologische Einordnung des »Schachspiels« zwischen ES und ANDROS. Dass Schäfer am Ende einen befriedigenden, und das meine ich jetzt nicht negativ, Abschluss der Andromedareise der MAGELLAN schafft und es ihm gleichermaßen gelingt, genügend Fragen für die folgenden Staffeln unbeantwortet zu lassen, finde ich stark.

Der Abschied von liebgewonnenen Figuren wie Tani Hanafe, John Marshall, Atlan, Tuire Sitareh und auch Baar Lun tut im ersten Augenblick weh, wird aber durch das Wissen, dass sie aus eigenem Wunsch in Andromeda zurückbleiben, und die Hoffnung ersetzt, sie irgendwann einmal wiederzusehen.

Fazit: Ein großartiger Abschlussroman, mit dem notwendigen Sense of Wonder und einer echten Verbeugung vor dem Geist der klassischen PERRY RHODAN-Serie.

Gefangen im Kreell

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 169 – »Dunkle Welt Modul« von Rainer Schorm

Als Perry Rhodan nach einer gefährlichen Reise mit der FERNAO endlich Modul erreicht, stellt sich die Situation noch katastrophaler dar, als gedacht. Der Planet ist vollkommen mit Kreell bedeckt, jener Substanz, die durch einen Riss aus der Dimension der Crea in unser Universum herüber diffundiert. Wie gefährlich das Zeug ist, bemerken die Menschen sofort. Es zerstört jegliches Gewebe und saugt nicht nur Energie von Schiff und Ausrüstung ab, sondern auch von den Mutanten. 
Das Treffen mit Faktor III und VII verläuft positiv auch die Ankunft der Paddlerplattform mit der MAGELLAN erfolgt problemlos. Die beiden MdI sind freundlich und den Vorurteilen der Menschen aufgeschlossen. Bei einem Rundgang auf der Oberfläche entdecken Rhodan und das Leyden-Team in Kreell eingeschlossene Körper, unteranderem eine Bestie und den ehemaligen Faktor V. Mit Hilfe von John Marshall und Tani Hanafe gelingt es die Aufzeichnungen von Faktor V aus dem Kreell zu bergen. Da kann sich die Bestie befreien und greift Menschen und Faktoren an. Nur mit Hilfe von Icho Tolot und Monade kann die Bestie besiegt werden. Die gewonnen Informationen zeigen Baar Lun dem letzten Modul, dass sein Volk nicht von den Meistern vernichtet wurde, sondern durch einen Versuch den Riss zu stabilisieren. Während Tolot einen Zugang zur fremden Dimension öffnet, um mit den Crea zu kommunizieren, enttarnt sich das Schiff von Atlan und Mirona. Die MAGELLAN nimmt Kontakt zu ihnen auf, da bricht etwas durch den Riss.

Rainer Schorm schuf mit »Dunkle Welt Modul« einen soliden Roman, der die losen Fäden der Staffel gut zusammenführt. Er ist leider nicht so herausragend wie sein letzter NEO, dafür verläuft die Handlung zu geradlinig. Mich störte unteranderem die Leichtsinnigkeit der Menschen. Sie erkennen die Gefahren (z. B. die Bestie) bringen sich aber nicht in Sicherheit, sondern spazieren weiter über die Oberfläche.

Mit dem Auftreten von Faktor III und VII versuchen die Expokraten eine andere Sicht auf die Faktoren zu zeigen. Es gibt eben nicht nur gut und böse oder schwarz und weiß, sondern auch Nuancen dazwischen. Das hat mich nicht ganz überzeugt, mir wäre lieber gewesen, die Faktoren wären zwiespältiger oder undurchschaubarer geblieben.

Persönlich hat mich die Erläuterung zu den grünen Sonnen gefreut. Rainer Schorm liefert eine Erklärung, die ich ihm unter Umständen abkaufe. Er hat sogar eine passende Spektralklasse herausgesucht. Sehr schön!

Schwächen zeigte dafür das Lektrorat. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans, sind dem Verantwortlichen ein paar Patzer durchgerutscht. Eine dünne Membran hat es an sich, dass sie extrem dünn ist.

»Dunkle Welt Modul« treibt die Handlung der MIRONA-Staffel ihrem Finale zu und beantwortet einen Teil der Fragen. Rhodan erfährt von den Vorkommnissen auf dem Mond und beschließt die Rückkehr in die Milchstraße. Damit bereitet Rainer Schorm die kommende Blues-Staffel vor. Zuvor bin ich aber auf das Finale aus der Feder von Rüdiger Schäfer gespannt.

Mord im Hyperraum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 168 – »Die MAGELLAN-Morde« von Kai Hirdt

Ein Mord geschieht auf der MAGELLAN, ausgerechnet als sich hunderte von Gaids an Bord befinden. Die wollen sichergehen, dass das Kombinat aus Paddlerplattform und Raumschiff so schnell wie möglich aus »dem hellen Kopfrund« verschwindet. Das Misstrauen der Gaids nach dem Fehltritt der Menschen verwandelt sich durch den Mord in gefährliche Hysterie. Sie drohen die Plattform mitsamt der MAGELLAN zu vernichten, sollten die Menschen den Mörder nicht ausliefern. Rhodan und seine Experten rätseln noch, wie das ungewöhnliche Verbrechen passieren konnte, da wird ein weiterer toter Gaid gefunden. Die Hinweise verdichten sich, dass die Mutantin Tani Hanafe hinter den Verbrechen steckt. Grund genug für Tim Schablonski Partei für seine Exfreundin zu ergreifen und selbst zu ermitteln.

Mit einem fulminanten Kriminalroman setzt Kai Hirdt die Handlung um die Gaids fort, die Madeleine Puljic so wunderbar eingeführt hatte. Das Ganze liest sich wie aus einem Guss, nicht ganz verwunderlich, da beide Autoren schon seit einiger Zeit nicht nur literarisch gemeinsame Wege gehen. Kai Hirdt gelingt es auch dieses Mal die Charaktere äußerst lebendig zu gestalten. Der Roman wird ausschließlich aus der Perspektive von Tim Schablonski erzählt. Dabei ist es ein Vergnügen zu erfahren, was er über seine Mitmenschen und die etwas nervigen Gaids denkt.

Gleichsam ist der Kriminalplot unheimlich spannend, ohne die bisherige Staffelhandlung zu vernachlässigen. Der Autor verwebt alles so gut miteinander, dass man bis zum Ende mitfiebert. Es gibt auch keine Logikbrüche oder Plotholes. Selbst die Auflösung ist so originell wie schlüssig. Dank einer bemerkenswerten Eigenschaft der Gaids können Rhodan und seine Mannen sich von ihren Bewachern befreien und in die Ödnis vorstoßen. Was sie dort finden, verspricht genug Spannung für die verbliebenen beiden Romane der Staffel.

Im Epilog findet dann auch der Konflikt um Hak Gekkoor und Faktor II seinen finalen Höhepunkt. Die Szene hat mich sehr überrascht, hatte ich doch frühesten in Band 170 mit einer Auflösung gerechnet. Das kam für meinen Geschmack etwas plötzlich und hatte keinerlei Bezug zur restlichen Romanhandlung.

Fazit: »Die MAGELLAN-Morde« ist ein makelloser Roman, mit einem gut konstruierten Kriminalplot, in den der Autor sehr viel Hirnschmalz gesteckt hat. Durch lebhafte Figuren und Wortwitz macht Kai Hirdt die Lektüre zu einem einzigen Vergnügen. Gemeinsam mit NEO 167 gehört dieser Band mit zu den Stärksten der MIRONA-Staffel.

Gaids sind geil

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 167 – »Die Grenzwächter« von Madeleine Puljic

Eine thetisische Flotte versucht Menschen und Paddler am Verlassen des Reichs von Andrumida zu hindern. Da eilen der MAGELLAN und der PE-hilfreich Fremde zu Hilfe und opfern sogar viele ihrer Schiffe, bis sie die Thetiser durch bloße Überzahl in die Flucht getrieben haben. Die Fremden nennen sich Gaids und sind überaus freundlich. Doch statt die MAGELLAN und die Paddlerplattform weiterziehen zu lassen, laden sie die Menschen in ihr Heimatsystem ein. Rhodan folgt der Einladung mit großem Mistrauen. Nicht nur er kann nicht glauben, dass ein Volk so selbstlos und freundlich sein kann. Als die kleine Delegation auf dem Heimatplaneten der Gaids von einem Sperrgebiet erfährt, in dem Teile aus dem Crea-Universum niedergegangen zu sein scheinen, schöpft Rhodan Verdacht. Er bittet Baar Lun, Tim Schablonski, Luan Perparim und den jungen Techniker Alexander Kapescu sich das heimlich anzusehen, während er diplomatische Verhandlungen mit den Obersten führt. Doch die Gaids kommen schnell dahinter und nehmen den Menschen den Vertrauensbruch ziemlich übel.

Erstklassisch kann man zu diesem gelungenen Werk nur sagen. Spannend, witzig und mit dem nötigen »Sense of Wonder« geleitet Madeleine Puljic ihre Leser durch den kurzweiligen Roman. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich die 161 Seiten ausgelesen hatte.

Das Volk der Gaids wird von der Autorin mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Die Fremden sind bestückt mit einer Moral, die sogar einen Perry Rhodan alt aussehen lässt. Jeder der überfreundlichen Fremden ist wunderbar charakterisiert, vom Flottenchef über den Paarungsbruder bis hin zum »Hellsten«. Die Heimatwelt der insektoiden Thetiserabkömmlinge steckt ebenfalls voller Ideen. Es ist genau das, was man als PERRY RHODAN-Leser erwartet: fremde Welten, außergewöhnliche Außerirdische und Charaktere mit viel Herz und Humor.

Mit Alexander Kapescu ist der Autorin ein weiterer großer Wurf gelungen. Das großmäulige Greenhorn macht nicht nur den Lesern viel Spaß, sondern vor allem der Autorin. Ich hoffe, dass wir weiterhin von ihm hören werden. An dieser Figur wird deutlich, wie wichtig stimmige Charaktere sind. Kapescu mag als Figur völlig überzeichnet sein, überzeugt mich aber mehr, als alle Figuren von Arno Endler aus Band 166.

Damit die große Rahmenhandlung der Staffel nicht unter die Räder kommt, sorgen mehrere Kapitel um Mirona Thetin, die zusammen mit Atlan heimlich der MAGELLAN durch das Gebiet der Gaids folgt. Hier erfahren wir auch, woher die Gaids kommen und warum sie eine besondere Stellung innerhalb Andromedas innehaben.

Bemängeln kann ich eigentlich nur, dass die Geschichte mit einem fiesen Cliffhanger endet und mich als Leser gierig sabbernd zurücklässt. So schlimm, dass ich mir sogar die Leseprobe von Band 168 von der PERRY RHODAN-Homepage laden musste, nur um zu erfahren wie es weitergeht.

Fazit: »Die Grenzwächter« stellt zum vorangegangenen Band eine regelrecht erholsame Lektüre dar. Größer kann der Unterschied zwischen zwei Romanen eigentlich nicht ausfallen. Jeder der Spaß an ungewöhnlichen Charakteren und exotischen Welten hat, dem sei der Roman von Madeleine Puljic empfohlen.

Dreimal Kurzes von Oliver Plaschka

PERRY RHODAN NEO-Kurzgeschichten von Oliver Plaschka

Das Oliver Plaschka zu meinen Lieblingsautoren bei NEO gehört, habe ich ja schon oft erwähnt. Deshalb nahm ich die Veröffentlichung seiner aktuellen Kurzgeschichte für die Platin-Edition Nr. 14 zum Anlass auch die zwei anderen Kurzgeschichten von ihm zu lesen. Die gibt es als E-Books im PERRY RHODAN-OnlineShop oder bei allen großen E-Book Händlern.

Quelle: Perrypedia

Die erste Geschichte »Das Juwel im Lotus« erschien in Band 2 der Platin-Edition. Sie spielt vor, während und nach Perry Rhodans Flug zum Mond. Die Protagonisten sind Rhodans Freund und Mitstreiter Clark G. Flipper und seine Freundin Beth Gale. Wobei Beth die meisten Kapitel der Geschichte gewidmet sind.
Während Clark zum Mond fliegt, besteigt Beth im Himalaya das Annapurna-Massiv. Doch der Führer ihrer kleinen Bergsteigertruppe José ist nicht der, der er zu sein scheint. Clark ahnt das voraus und versucht Beth zu warnen. Sie schlägt seine Warnungen in den Wind und sie gehen im Streit auseinander. Umso schlimmer ist es für sie, als sie herausfindet, dass Clark Recht hatte. Nachdem José ihre Begleiter tötet und eine Lawine auslöst, der er selbst zum Opfer fällt, findet Beth in seinem Rucksack ein puppenähnliches Lebewesen, dass es auf Clark abgesehen hat. José hatte Beth hierher gebracht, um Clark herzulocken. Allein in der Todeszone und als einzige Überlebende begreift Beth, dass sie Clark während des Streits das letzte Mal gesehen hat und schreibt ihm einen Abschiedsbrief, in dem sie sagt, wie sehr sie ihn liebt.
Die Geschichte ist nicht nur sehr emotional geschrieben, sie ist zudem auch gut recherchiert. Man lernt etwas über das Bergsteigen im Himalaya und über Tibetische Bräuche. Beth und Clark sind sehr glaubhaft charakterisiert, ihr Schicksal ging mir unter die Haut. Das hat nicht viel mit Science Fiction zu tun, passt sich aber hervorragend in die ersten Geschichten aus dem NEOversum ein.

 

Quelle: Perrypedia

In der zweiten Geschichte »Das Schiff« geht der, 10.000 Jahre vor Rhodans Mondflug auf der Erde gestrandete Atlan zusammen mit seinem letzten verbliebenen Gefährten Cunor auf die Suche nach einem abgestürzten Schiff der Methans. Im Kontakt mit einer Siedlung Frühmenschen stellt der Arkonide fest, dass das abgestürzte Schiff die Gegend und das Wasser radioaktiv verseucht hat. Entgegen dem Wunsch des Freundes, der jede Möglichkeit nutzen will, um die Erde zu verlassen, zerstört Atlan zusammen mit dem Androiden Rico das Schiff in einem Vulkan. Das treibt einen Keil zwischen Atlan und Cunor, und veranlasst diesen, die gemeinsame Tiefseekuppel für immer zu verlassen und alleine einen Weg zu finden, nach Arkon zurückzukehren.
Sehr stimmig beschreibt Oliver Plaschka den auf der Erde gestrandeten Arkoniden, zeigt seine Hoffnungslosigkeit und die wachsende Verantwortung für die Menschen, aber auch sein Hadern mit der ihm verliehenen Unsterblichkeit. Atlan lässt den Artgenossen ziehen, weil er begreift, wie sehr sich sein Denken von dem Cunors unterscheidet, weil die Last der Unsterblichkeit ihn verändert hat.
Für die Geschichte setzt der Autor auf die stilistische Form des Ich-Präteritum, das die Erzählungen über Atlan schon in der Erstauflage geprägt hat. Auch in dieser Geschichte gelingt es Oliver Plaschka, die Emotionen der Figur auf den Leser zu übertragen und gleichzeitig das NEOversum mit neuen Fakten zu bereichern.
»Das Schiff« erschien in Band 7 der Platin-Edition.

 

Quelle: Perrypedia

Wie groß die Bandbreite des Autors ist, beweist er mit seinem dritten Beitrag »Casino Imperial«, der Kurzgeschichte aus Band 14 der Platin-Edition. In James Bond-Manier versucht Jemmico, Celista des Arkonidischen Geheimdienstes, einen Widersacher am Kartentisch zu ruinieren. Ishy Matsu und Iwan Goratschin, die sich heimlich mit Perry Rhodan auf dem Weg nach Arkon befinden, geraten zwischen die Fronten und müssen ihre Enttarnung befürchten. Letztendlich sind sie es, die Jemmico aus den Fängen seines Widersachers befreien und seinem Plan auf andere Art zum Erfolg verhelfen.
Von der ersten Minute an fiebert man mit Jemmico und den beiden Mutanten. Dabei gelingt es dem Autor versteckte Hinweise einzustreuen, die auf eine dritte Partei in dem Ränkespiel hinweisen, welche die weitere Entwicklung der Serie beeinflussen wird. Mit Action und Köpfchen erinnert die Geschichte an einschlägige Agenten- oder Casinofilme wie »Casino Royal« oder »Ocean‘s Eleven«. Das macht großen Spaß und so liest sich »Casino Imperial« so leicht wie das Kapitel eines Bondromans.

Nach seinen NEO-Romanen konnte mich Oliver Plaschka nun auch mit seinen Kurzgeschichten begeistern. Die ihm eigene Harmonie ist auch hier in jedem Satz zu erleben. Er hat ein Gespür für einen runden Handlungsaufbau und für Timing. Außerdem findet er stets die richtige Balance zwischen Action und Emotion. Wenn ich aus den drei Kurzgeschichten einen persönlichen Favoriten wählen müsste, so wäre es »Das Juwel im Lotus«. Die Liebesgeschichte ist anrührend ohne kitschig zu sein und trägt dennoch ein phantastisches Element im Kern.

Die ausdrucksstarken Titelbilder stammen übrigens von Arndt Drechsler.

Gestückelt nicht püriert

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 166 – »Jäger und Beute« von Arno Endler

Während die MAGELLAN sich mit der Plattform der Paddler in einem abgelegenen System versteckt hält, ist die FERNAO auf dem Rückflug. Terraner und Paddler hoffen, dass die FERNAO zurückkommt, bevor das Hetzgeschwader der Thetiser sie entdeckt. Seltsame Quanteneffekte hindern die FERNAO jedoch an der Transition. Sie kommt beinahe zu spät. In einer großen Raumschlacht haben die Hetzschiffe von Hak Gekkoor die Beiboote und Dragonflys der Terraner schon aufgerieben, der Schutzschirm um die Plattform ist gefallen. Doch bevor sie den Terranern den Todesstoß versetzen können, greift der Haluter Icho Tolot mit der DOLAN in den Kampf ein und gebärdet sich wie eine Bestie. Die Plattform mit der MAGELLAN kann im letzten Moment gerettet werden, aber nicht ohne schwere Verluste.

Es ist Arno Endlers vierter Roman für NEO und er folgt einer ähnlichen Charakteristik, wie seine Romane zuvor. Der Autor legt erneut großen Wert auf die »unteren Ränge«, was mir ausnehmend gut gefällt. Jede der kleinen Nebenhandlungen ist sympathisch geschrieben und würde mich begeistern, wenn nicht … und da komme ich zum Knackpunkt …

Die Geschichte gliedert sich in drei übergeordnete Handlungsstränge. Womit er den Roman auch interessant hätte gestalten können, ohne ihn in noch kleinere Nebenhandlungen zerfallen zu lassen. Aber auch das wäre kein Problem, solange nicht die vielen kurzen Kapitel wären. Manche gehen nur über ein paar Zeilen, wirken überflüssig oder aus dem Zusammenhang gerissen.

In dem Interview auf der PR-Homepage erzählt Arno Endler, dass er die Raumschlacht und das Drumherum wie einen Film erzählen wollte. Das ist ein Ansatz, der ihm nicht gelingt. Die Handlung ist zerhackt wie ein moderner Actionfilm, viele kurze Schnitte um künstlich Spannung aufzubauen. Das mag vielleicht in einem Kinofilm funktionieren, bei einem Roman funktioniert das nicht. Zumal ich bei der Fülle der Charaktere ohnehin kaum noch den Überblick behalte. Ich kann den Autor verstehen, wenn er »seine« liebgewonnenen Charaktere auch in der Folgehandlung zeigen möchte. Das ist legitim und sei ihm gegönnt, aber wenn im Exposé kein Platz dafür ist, sollte man vielleicht auf die eine oder andere Figur verzichten.

Um so verwunderte war ich, dass sich die Kapitel über Trinar Molat und Hak Gekkoor so harmonisch lesen. Da stimmte alles: das Timing, die Charakterisierung, die Atmosphäre und die Länge. Verglichen mit den zerstückelten Kapiteln in den Handlungssträngen um die Paddlerplattform und die FERNAO liest es sich fast so, als wären sie von einem anderen Autor geschrieben worden. Nicht, dass ich Arno Endler dies unterstellen will, aber dass passte für mich einfach nicht zusammen.

Ein paar kleinere Logikfehler sind mir ebenfalls aufgefallen. So viel ich verstanden habe, sind die Molokken keine gezüchtete Spezies. Wenn die männlichen Tiere ein Euter haben, in dem, wie in einer Giftdrüse, das Gift aus den Pflanzen gespeichert wird, wie würde es das Gift los, wenn es keine Thetiser gäbe, um sie zu melken. Irgendeinen evolutionären Zweck muss das Euter haben, und wenn es nur zur Verteidigung gegen Angreifer genutzt wird (ähnlich wie bei einem Stinktier).
Auch die Quanteneffekte, die auf der FERNAO Kohäsionsverluste von Wänden, Konsolen und anderen Dinge verursachen, sind nicht bis zum Ende durchdacht. Wenn menschliche Gliedmaßen mit einer Konsole verschmelzen, können sie nicht mehr von der Struktur der Konsole gelöst werden. Funkoffizier Simonsen hätte eigentlich nur durch eine Amputation seiner Arme befreit werden können.
Kopfzerbrechen bereitet mir auch die Waffe der DOLAN. Mit einer Reichweite von fast einer Millionen Kilometer hätte sie auch Schiffe der Terraner vernichten müssen.
Wobei der Kampf im Asteroidengürtel eher der Physik eines Kinofilms folgt, als der Realität. So ein Asteroidengürtel besteht aus fast leerem Raum, sonst hätte es keine NASA-Sonde je bis zum Jupiter geschafft.

Für das plötzlich Auftauchen von Leibnitz, der die ganze Zeit auf der DOLAN gewesen ist, bekam man die etwas unmotivierte Erklärung, Icho Tolot hätte keine Gelegenheit gefunden, es Perry Rhodan zu erzählen. Diesen Fauxpas kann man nur den Exprokraten anlasten. Es sieht so aus, als hätten sie Leibnitz im letzten Roman einfach vergessen und erst wieder ausgepackt, als man ihn brauchte.

Wessen Idee die Quantenexistenz war, die sich an die Hülle der FERNAO heftete und im Zusammenspiel mit der Crea-Kralle die Kohäsionseffekte auslöste, weiß ich nicht. Aber ich bin enttäuscht, dass sie sich am Ende buchstäblich in Luft auflöst, ohne eine weitere Rolle zu spielen.

»Beute und Jäger« erfordert viel Geduld vom Leser, damit er das Buch nicht dauernd aus der Hand legt. Manchmal fühlte ich mich wie beim Anschauen eines Films, der dauernd von Werbung unterbrochen wird. Deshalb brauchte ich auch eine Woche, bis ich Band 166 gelesen hatte. Arno Endler wollte in diesem Roman zu viel. Was ihm wiederholt auf die Füße fällt, und aus einem eigentlich guten Roman einen durchschnittlichen macht. Schade!

Ein Haluter in Nöten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 165 – »Tolotos« von Rüdiger Schäfer

Mit Band 165 wird das Muster immer sichtbarer, welches die Exposéautoren aus den losen Fäden von 164 Bänden NEO weben. Rüdiger Schäfer muss in die Borsch-Ära zurückgreifen, um seinen Tolotos zu etablieren. Der Haluter ist aus den Diensten der Allianz geflohen und hat sich nun den Meistern der Insel angeschlossen, zumindest einem von ihnen – Faktor III – Proht Meyhet. Dass er damit vom Regen in die Traufe gekommen ist, scheint ihn nicht sonderlich zu stören. Viel wichtiger ist ihm, herauszufinden was es mit den Sonnenchasmen und den Crea zu tun hat, gegen die ANDROS rüstet.

Es überrascht, wie weit der Haluter mit seinen Forschungen bereits gekommen ist. Er ist sogar in der Lage selbst einen Riss in der Raumzeit zu schaffen, um das fremde Paralleluniversum zu untersuchen. Wobei auch hier nicht endgültig geklärt wird, ob es sich um ein echtes Universum handelt oder nur eine Art Zwischenraum.

Auch die Crea scheinen an den Chasmen interessiert und erforschen sie von ihrer Seite aus. Eher unfreiwillig gelangt eine Wissenschaftlerin der Crea durch den von Icho Tolot geschaffenen Riss ins Einsteinuniversum und wird von Tolot festgehalten. Der möchte sie zurückbringen. Das weiß die Kreatur aber nicht und versucht sich selbst zu befreien. Mangelnde Kommunikation sorgt auch hier wieder für genügend Missverständnisse .

Es ist spannend zu lesen, welche moralischen Vorwürfe sich Tolot einerseits macht, andererseits jedoch einfach so an der Raum-Zeit-Schranke herumbastelt. Das bei seinen Versuchen ein Wesen aus einem fremden Universum zu Schaden kommt, nimmt er in Kauf, genauso wie er den Tod dutzender Rhodan-Doppelgänger lange Zeit in Kauf genommen hat. Dass er mit seinen Schuldgefühlen nicht allein steht, sondern dass auch Faktor III darunter leidet, was er im Namen von ANDROS den Thetisern und anderen Lebewesen angetan hat, erzählt Rüdiger Schäfer durchaus glaubhaft.

Rhodans Persönlichkeit wirkt mir dagegen fast schon zu heldenhaft, zu moralisch und zu edelmütig. Seine große Abschiedsszene mit der Crea – der er hilft in ihre angestammte Umgebung zurückzukehren – ist sinnbildlich für den Terraner, der stets an das Gute im Menschen bzw. im Außerirdischen glaubt. Eine Haltung, die ihn ehrt, die aber auch Gefahren heraufbeschwört. In diesem Fall lässt er die Crea mit all den gewonnenen Daten über das Einsteinuniversum und die beiden Galaxien ziehen. Als guten Willen sozusagen. In meinen Augen etwas blauäugig, denn wer weiß denn, ob für Kreaturen, die einen Haluter bezwingen können, die gleichen moralischen Werte gelten wie für den Terraner.

Mit einem Roman der ausschließlich mit Lieblingsfiguren der Fans bestückt ist, kann eigentlich nicht viel schief gehen. In dem kleinen Kammerspiel lässt der Autor die Charaktere gewohnt liebeswert agieren. Guckys Kampeleien mit Bully gehören ebenso dazu wie Leydens offensichtliche Hochachtung für Icho Tolot. Da erwacht ein wenig die Nostalgie aus Zeiten des klassischen MdI-Zyklus.

Stilistisch ist es ein typischer Schäfer-Roman – wenig Dialog, dafür ausschweifende Innansichten und Erklärungen. Nur wenigen Autoren gelingt es, eine solche Menge an Infodump auf eine so angenehme Weise zu vermitteln. Auch wenn ich mir bei den Rückblicken etwas mehr Action gewünscht hätte. Bemerkenswert sind Rüdiger Schäfers Ausführungen zum Multiversum. Ich finde sie deshalb interessant, weil ich in meinem Fanroman Parallelwelten ähnliche Theorien und Methodiken verwende.

Fazit: »Tolotos« ist ein Roman, der nicht nur die Staffelhandlung ein großes Stück voranbringt, sondern auch das große Mosaik des Neoversums zu vervollständigen weiß. Das sich ein kleiner Fehler bei den Zeitabläufen der Universen eingeschlichen hat, kann ich als Leser verschmerzen. Ganz nach den Worten von Deanna Troi in First Contact: »Wir haben keine Zeit, über die Zeit zu reden. So viel Zeit haben wir nicht.«

Fraktale, Emissäre und Faktoren

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 164 – »Der Etrin-Report« von Rainer Schorm

Der Autor schafft es in letzter Zeit immer häufiger, mich aufs Neue zu faszinieren. Dabei hatte ich bei seinen frühen NEO-Romanen oft Probleme mit der sehr technischen »Sprache«. Auch in »Der Etrin-Report« versteckt sich viel »Technobabble«, bleibt aber auf einem erträglichen Niveau. Im Gegenteil, Rainer Schorm inspirierte mich, dass ich mich mit Fraktalen beschäftigt habe. (Ich empfehle dazu das Buch »Magische Fraktale in 3D«.)

Die Handlung um die Faktoren III und IV ist von der ersten Seite an spannend und liefert eine Menge neue Antworten hinsichtlich des Aufriss‘ zwischen den Universen und zu den Machtverhältnissen der Meister. Weniger überraschend ist das Auftauchen von Leibnitz, der in Band 160 scheinbar getötet wurde. Ich dachte mir schon, dass die Autoren nicht so viel Arbeit in einen Charakter stecken, um ihn nach wenigen Bänden sterben zu lassen. Leibnitz wurde also von einem Situativ gerettet, das Faktor IV im Donit-System stationiert hatte. Warum er das tat, ist mir aber nicht so ganz klar geworden. Rechnete er eventuell mit der Zerstörung der MAGELLAN? Leibnitz und Monade sind also in der Handlung zurück und werden vom Emissär (der niemand andere als Icho Tolot ist) zur MAGELLAN gebracht.

Interessant sind die Vorgänge die Faktor IV – Miras Etrin – in der Milchstraße beobachtet. Auf dem Erdmond manifestiert sich etwas Ungewöhnliches. Dort scheint eine Art anorganisches Gehirn zu wachsen. Auslöser sind sowohl der Absturz eines Posbi-Raumers, als auch das Chasma. Eigentlich hatte ich beim Lesen schon damit gerechnet, war aber dann doch überrascht, als der Begriff NATHAN fällt. In diesen Kapiteln findet auch ein Wiedersehen mit Dr. Brömmers und seiner Frosch-KI statt. Darüber habe ich mich persönlich sehr gefreut, weil ich die Chemie zwischen Brömmers und dem Frosch gut dargestellt finde.

Ähnlich faszinierend sind auch die Gedanken von Faktor III – Proht Meyhet – über das Beziehungsgeflecht zwischen den Faktoren. Die Meister der Insel sind sich untereinander nicht einig, was den Auftrag von ANDROS angeht. Auch Meyhet versucht Perry Rhodan von der Notwendigkeit zu überzeugen, an einem Strang zu ziehen. Doch im Gegensatz zu Mirona Thetin scheint Meyhet genau zu wissen, wie der Mensch tickt. Ein Vorteil, wenn es ihm gelingt, Rhodan in die Ödnis nach Modul zu locken, um ihn die Auswirkungen des Aufriss zu demonstrieren. Denn ob die Crea eine Gefahr darstellen, da ist sich Meyhet selbst nicht sicher. Die größere Gefahr scheint von ANDROS selbst auszugehen. Mirona Thetin scheint über die Jahrhunderte betriebsblind geworden zu sein, wenn sie es nicht schon immer war. Doch mit Atlans Hilfe gelingt es ihr zumindest die Verschwörung gegen sich, aufzudecken. Was Faktor III und IV in große Gefahr bringt und die Handlung noch spannender macht.

Fazit: »Der Etrin-Report« ist einer der spannendsten Romane aus dem aktuellen Zyklus und hält nicht nur viele Erklärungen, sondern auch einige echte Überraschungen bereit. Damit ist dieser NEO nicht nur lesenswert, sondern auch absolut wichtig für die Zyklushandlung.

Ich und die PHANTASTISCH!

Quelle: phantastisch.net

Das Jahr geht gut los.

Gerade ist die neue phantastisch! erschienen und es steht mein Name auf dem Titel. Wie cool ist das denn?!

In der phantastisch! Nr. 69 berichte ich von der Eschbach-Tagung in Wolfenbüttel. Zunächst wollte ich ja nur einen kleinen Text für den Newsletter der PRFZ schreiben, doch dann wurde ich lieb gefragt, ob ich nicht einen längeren Artikel schreiben wolle. Was für eine Frage … klar wollte ich das.

Dies ist mein allererster Artikel in einer Zeitschrift, die man am Kiosk kaufen kann. Also jedem der daran interessiert ist, was ich denn so auf der Tagung in Wolfenbüttel erlebt habe, lege ich dieses Magazin ans Herz. Außerdem bietet die phantastisch! dem Fan des Genre noch viele weitere spannende Artikel und Rezensionen zu Büchern und Filmen, Interviews und eine Geschichte von PERRY RHODAN NEO-Autorin Madeleine Puljic.

Und wer das Magazin am Kiosk nicht bekommt, kann es hier bestellen.