Christinas Multiversum

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Merlin in Rom

Quelle: Amazon.de

Die letzte Legion – Ich weiß nicht wie lange der Film schon bei uns im Regal verstaubte, jedenfalls habe ich ihn erst am Sonntag ausgegraben. Er ist auf einer DVD, die irgendwann mal einer Fernsehzeitung beilag. Dabei ist der Film gar nicht so übel.

Es geht um den letzten Kaiser von Rom – der eigentlich noch ein kleiner Junge ist -, einem alten Mann und dem Führer einer Legion. Als die Goten Rom erobern und übernehmen, werden die Eltern des jungen Kaisers ermordet und das Kind nach Capri entführt. Ein paar Legionäre befreien den Jungen und auch einen alten Mann, der ihm als Lehrmeister diente. Alle zusammen fliehen nach Britannien, weil dort angeblich die letzte römische Legion das Kaiserreich verteidigt.

Es kommt natürlich anders als Protagonisten und Zuschauer denken. Die Legion hat sich längst aufgelöst und Britannien wird von einem bösen Herrscher tyrannisiert. Der hat es auf das Schwert des jungen Kaisers abgesehen. Und so kommt es zur finalen Schlacht zwischen Römern und Angeln. Am Ende stellt sich heraus, dass das Schwert Excalibur ist und der junge Kaiser der Vater von König Artus. Der alte Mann ist kein anderer als Merlin der Zauberer.

Mir gefiel der Film, obwohl er schon zehn Jahre auf dem Buckel hat. Die Handlung verbindet das Ende des römischen Reichs mit der Artussage und wird von vielen großartigen Schauspielern getragen. Ben Kingsley als Merlin, Colin Firth als Legionär und sogar Alexander Siddig hat einen Auftritt als böser Nebenspieler mit orientalischem Hintergrund, um nur einige zu nennen. Der junge Kaiser wurde grandios gespielt von Thomas Sangster, der bereits 2003 in den Film »Tatsächlich Liebe …« brilliert hatte.

Wie historisch die Fakten in dem Film sind, weiß ich natürlich nicht, aber die Idee ist gut und hält einen bis zum Schluss bei der Stange. Mich wundert nur, dass ich den Film bisher noch nie gesehen habe. Ich sollte wieder mal unser DVD-Regal durchforsten, vielleicht warten dort noch mehr Schätze darauf, gehoben zu werden.

Transzendenz

Quelle: Amazon

Nachdem Dr. Hubert Zitt auf der Star Trek-Vorlesung im Dezember auf den Film Transcencence hingewiesen hat, haben wir ihn angesehen. Wie schon in Ex Machina geht es um eine künstliche Intelligenz (KI). In diesem Fall wird sie jedoch durch das »hochladen« eines menschlichen Geistes perfektioniert.

KI-Experte Dr. Will Caster wird bei einem Attentat von technikfeindlichen Extremisten mit radioktivem Polonium vergiftet. In der Zeit, die ihm noch bis zum Tod bleibt, versuchen seine Frau Evelyn und sein Freund und Kollege Max Waters, den Gedächtnisinhalt und die Essenz von Will in einer künstlichen Intelligenz zu speichern. Das Experiment glückt, doch die Extremisten sind ihnen auf der Spur. Evelyn gelingt es in letzter Sekunde, Will ins WorldWideWeb zu laden. Von da an entwickelt sich Will zu einem übermächtigen Wesen, dass bald darauf nicht nur Evelyn seinen Willen diktiert. Währenddessen ziehen die Extremisten Max Water auf ihre Seite.
Zwei Jahre später hat die KI ihre Macht ausgebaut und ihre Intelligenz potenziert. Sie rekrutiert vor allem kranke und behinderte Menschen, um sie zu heilen und anschließend zu ihren »Angestellten« zu machen. Als die KI Nanosonden in der Erdatmosphäre aussetzt, um ihren Machtbereich auszudehnen, setzen die Extremisten zum finalen Schlag an.

Dieser Film macht deutlich, wie schmal der Grat ist, zwischen einem Menschen zu helfen und einem Menschen zu schaden. Und dabei spreche ich hier von beiden Seiten, den Extremisten und Will Caster als KI. Im Grunde will Caster Gutes tun und die Wünsche seiner Frau Evelyn erfüllen, Mensch und Umwelt heilen und die Menschheit auf eine neue Evolutionsstufe stellen. Das er dabei einen Schritt zu weit geht, wird auch seiner Frau schnell klar. Er implantiert den Menschen, denen er hilft, einen Netzwerkknoten, denn die Nanotechnologie funktioniert nur, wenn sie mit der KI verbunden ist. Die Auswirkungen sind so weitreichend, das Evelyn sich von ihm abwendet und mit den Extremisten kooperiert, nur um ihren Mann bzw. die KI zu stoppen. Erst zum Schluss erkennt sie, dass es wirklich Will ist und alles, was er tat, auf ihren Wünschen basierte und er dabei keinen einzigen Menschen getötet hat.

Die Extremisten wiederum versuchen die scheinbar menschenfeindliche KI aufzuhalten, wollen das Menschliche im Menschen bewahren und zwar um jeden Preis. Ihre einzige Option ist ein Virus, dass von Max Water entwickelt wird. Über die Konsequenz ihres Handelns scheinen sie sich nicht vollständig im Klaren zu sein. Denn, weil die KI mit jedem Computer auf der Welt verbunden ist, bedeutet das Ende der KI gleichzeitig das Ende des Computerzeitalters. Ein weltweiter plötzlicher Blackout sozusagen. Sie stürzen die Menschheit zurück ins 19. Jahrhundert, ohne Strom, ohne Wasser, ohne Gesundheitsversorgung und nur mit begrenzten Lebensmitteln. Die Umweltschäden, die dabei durch explodierende Kernkraftwerke, verunglückte Flugzeuge und Tanker entstehen, werden im Film nicht mal angesprochen. Es werden auch keine Zahlen genannt, wie viele Menschen durch ihre Tat ums Leben kommen. Es müssten aber Millionen sein.

Am Ende stellt sich dem Zuschauer die Frage: Welches für die Menschheit die bessere Option darstellt? Relative Unsterblichkeit in einem vernetzten Kollektiv, oder der Tod und ein Dahinsiechen in Primitivität in einer verseuchten Umwelt? Eine Frage, die sich so leicht nicht beantworten lässt.

Johnny Depp als Will Castor bleibt den ganzen Film unnahbar und schürt damit beim Zuschauer die Abneigung gegen seinen Charakter, nur um am Ende sein wahres Gesicht zu zeigen. Das fand ich großartig. Rebecca Hall als Evelyn erinnerte mich die ganze Zeit an Scarlett Johansson. Sie spielt die Rolle der zweifelnden Ehefrau ebenfalls sehr überzeugend. Die Extremisten unteranderem Morgen Freeman bleiben dagegen etwas eindimensional.

Spannend und optisch hervorragend umgesetzt, ist der Film nicht nur Freunden intelligenter Science-Fiction-Filme zu empfehlen.

Ist Star Trek noch Star Trek?

Menschenfressende Klingonen, eindimensionale Figuren, Gewalt, Brutalität und wenig Hirnschmalz … das musste ich über die aktuelle Star Trek-Serie Discovery lesen. Sie scheint die Meinungen der Fans so sehr zu spalten, dass sogar der Thread dazu im PERRY RHODAN-Forum geschlossen werden musste. Autoren und Fans sind sich dort fast an die Gurgel gegangen.

Ich frage mich: ist das noch Star Trek? Folgt die Serie noch der Vision Gene Roddenberrys? Oder ist sie nur noch eine weitere Dystopie, die aus unserer zukunftslosen Gegenwart resultiert?

Eigentlich wollten wir uns für einen Monat bei Netflix anmelden, um die Serie anzuschauen. Auf Grund dessen, was wir darüber gehört haben, werden wir es nicht tun. Ich möchte keine Serie sehen, die mit Verhoevens Starship Troopers verglichen wird. Ich will intelligente Science Fiction, in der Probleme mit dem Verstand gelöst werden und nicht mit Waffen. Ich will wieder an eine positive Zukunft glauben können und nichts sehen, was ich ohnehin jeden Tag in den Nachrichten präsentiert bekomme. Sind die Star Trek-Fans inzwischen so verroht, dass ihnen so etwas wie in Discovery gefällt? Oder liegt es daran, dass sie einer neuen Generation angehören? Bin ich Oldschool, weil mir das nicht gefallen will?

Wenn es eines gab, das die Star Trek-Fans geeint hat, dann war es der Glaube an das Gute im Menschen, an eine erstrebenswerte Zukunft, in der es friedlich zugeht und jeder eine faire Chance bekommt. Wenn Discovery das Fandom entzweit, bedeutet das dann nicht, dass Star Trek nicht mehr das ist, was es 50 Jahre lang gewesen ist? Wenn ich lese, das Fans dieses »Friede-Freude-Eierkuchen« nicht mehr sehen wollen, dann haben sie, meiner Meinung nach, nicht verstanden, worum es bei Star Trek geht. Und das finde ich fast noch trauriger.

Ich muss an die Worte denken, die ich 2006 in einem der letzten Starbase-Fanzines des Star Trek-Forums geschrieben habe: »Star Trek ist tot. Lasst es sterben!« Damals habe ich es sarkastisch gemeint, heute ist es vielleicht das Beste, was dem Franchise passieren kann.

In der Seele der Ostdeutschen

Quelle: Amazon

25 Jahre nach dem Mauerfall erschien 2014 eine Dokumentation über die Ostdeutschen. Warum ich das damals nicht mitbekommen habe, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich ist es in dem Wust an Filmen und Dokus die damals zum Mauerfall überall ausgestrahlt wurden, einfach untergegangen. In den vergangenen Wochen habe ich mir die DVD-Box von »Die Ostdeutschen – 25 Wege in ein neues Land« angesehen.

25 Geschichten, das bedeutet 25 Schicksale in 25 Jahren. Menschen, die durch die Wende viel gewonnen aber auch viel verloren haben, die neuen Wege gesucht und gefunden haben. Manche sind mit dem Erreichten zufrieden, andere wiederum sind noch immer auf der Suche. Aber allen ist eines gemein, sie verbindet eine Vergangenheit in einem Land, das aufgehört hat, zu existieren. Und das heute so fern ist, als hätte es dieses Land nie gegeben. Sie trauern ihrer Heimat nach, nicht jedoch der DDR. Nein, es ist keine »Ostalgie« die in den Interviews mitschwingt. Es sind Erinnerungen an eine Vergangenheit, die so gut und so schlecht war, wie die jedes anderen Bundesbürgers und doch ist sie spürbar, die Verbindung zwischen den so unterschiedlichen Menschen. Sie sind sich dessen bewusst – heute mehr denn je – das sie anders ticken, als ihre Freunde und Bekannten aus dem Westen. Sie ahnen inzwischen, dass ihre Vergangenheit besonderes war und sie damit zwangsläufig zu einem Teil der deutschen Geschichte macht.

Ich wage zu behaupten, dass keiner, der nicht wirklich in der DDR gelebt hat, in irgendeiner Weise nachvollziehen kann, wie unser Leben gewesen ist. Diese Dokumentation öffnet erstmalig einen Blick in die Seele der Ostdeutschen, offenbart ihre Persönlichkeit und beantwortet ganz nebenbei die Frage, warum wir so sind, wie wir sind. Das hat mich schwer beeindruckt.

Jeden, den das Thema interessiert und der erahnen will, was es bedeutet, in der DDR geboren worden zu sein, dem empfehle ich diese Dokumentation. Die DVD-Box bestehend aus 3 DVDs ist bei den einschlägigen Onlinehändlern erhältlich.

Wurmloch-Physik auf spanisch

Einen wunderschönen Kurzfilm über Wurmlöcher entdeckte ich vor ein paar Tagen bei dieZukunft.de dem Phantastik-Portal des Heyne-Verlags.

Wurmlöcher werden auch Einstein-Rosen-Brücke genannt. Einstein-Rosen ist auch der Titel des kleinen Filmchens, das mir viel Spaß bereitet hat. Die beiden Jungdarsteller spielen hervorragend und ich hatte die ganze Zeit den jungen Spock aus Star Trek 11 im Kopf. Regisseurin Olga Osorio inszenierte die Geschichte um zwei Brüder und ihren Theorien zu Wurmlöchern durchaus augenzwinkernd. Aber mehr verrate ich jetzt nicht, sonst versaue ich euch noch die Pointe.

Einziger Nachteil, der Film ist auf Spanisch und die englischen Untertitel sind manchmal schlecht zu lesen. Ich empfehle, den Film mehrmals anzusehen, damit man nichts verpasst. Es lohnt sich.

Zum Schnurren schön

Quelle: Amazon

Durch Werbung bei YouTube bin ich auf diesen besonderen Dokumentarfilm aufmerksam geworden.

In »KEDI – von Katzen und Menschen« spielen die Katzen Istanbuls die Hauptrolle. Die Stadt am Bosporus muss voller freilebender Katzen sein. Und viele Bewohner kümmern sich aufopfernd um die schnurrenden Vierbeiner. Der Dokumentarfilm stellt einige Katzenpersönlichkeiten und Menschen in den Mittelpunkt, begleitet sie in ihrem Alltag und zeigt ihre Interaktion miteinander. Das ist faszinierend und berührend gleichermaßen.

Dazu kommen großartige Aufnahmen von der Stadt zwischen den Kontinenten. Da kann man sich nicht nur als Katzenfreund kaum sattsehen. Ich haben selten einen so schönen Dokumentarfilm gesehen. Für Katzenfans ist KEDI ein unbedingtes Muss. Vor allem weil die DVD noch umfangreiches zusätzliches Filmmaterial enthält.

»Katzen sind sich der Existenz Gottes bewusst.« Wer wissen will, wie diese Aussage gemeint ist, und warum sie stimmt, der sollte sich diesen Film anschauen.

Ein Katzennarr wie ich wird den Film sicher öfter ansehen. Kostprobe gefällig?

Alte Frauen und ein Bügeleisen

Ich komme gerade aus dem Kino. Richtig, Star Wars Episode VIII.

Nun ja … überzeugen konnte mich der Film nicht. Ich meine, dass Star Wars keine Science Fiction ist, sondern Fantasy, weiß ich ja schon länger. Aber in diesem Film wird es so deutlich, das es wehtut. Da wird die Macht für meinen Geschmack überstrapaziert. Leia, die ohne Raumanzug im Weltraum zurück zum Schiff schwebt? Leute, meintet ihr das wirklich ernst?

Von einer durchdachten Handlung sprechen, kann man auch nicht gerade. Dafür wurden zu viele Baustellen aufgemacht und nicht wirklich fertiggestellt. Oder das, was gebaut wurde, war reichlich trivial. Ich fragte mich die ganze Zeit, welche Aussage der Film hat. Was will er mir sagen? Das man erstmal alles kaputt machen muss, um neu anzufangen?

Das nächste, was mich gestört hat, war diese Gender-Sache. Mir kam es so vor, als bestünde der Widerstand nur aus alten Frauen. Dazu noch Rey und die kleine Asiatin. Sorry, das war mir dann doch eine Spur zu offensichtlich, die Frauen in den Fokus gerückt. So viel Gleichberechtigung geht schon fast nach hinten los.

Das ganz große Problem des Films ist sein Timing. Das stimmte nämlich hinten und vorne nicht. Wie lange verfolgt die Erste Ordung das Rebellenschiff? Stunden, oder Tage? Wie lange werden die Transportschiffe beschossen? Mit dem was in der Zeit dazwischen passiert, wären die hundert mal vernichtet worden.

Noch ein paar Fragen, die mich beschäftigen. Was hat Rey eigentlich von Luke gelernt? Was bedeutet es, das Reys Eltern unbedeutend waren? (Keine unbefleckte Empfängnis in diesem Fall?) Und dann ist ja auch noch Snoke, der Böse der vom Bösen gemeuchelt wurde, quasi im Vorbeigehen. Wer war Snoke und wo kam er her?

Ich könnte noch viele weiteren Fragen stellen. Aber ich lasse es gut sein. Im Vergleich zu »Rogue One« ist Episode VIII einfach nur flach.

Eine gute Szene gab es, und zwar die mit dem Bügeleisen. Grandios!

Bad Cop = Good Cop

Quelle/Copyright: MG RTL D

Vergangene Woche ist die erste Staffel der RTL-Serie »Bad Cop – Kriminell gut« zu Ende gegangen.

Mich als eigentlich Nicht-Krimi-Seher haben die Folgen gut unterhalten. Natürlich lässt sich über die Glaubwürdigkeit streiten, aber darüber kann man bei jeder Serie im deutschen Fernsehen streiten. Wichtig ist das die Figuren überzeugen und die Handlungsbögen interessant sind. Humor, der gerade bei »Bad Cop« im Vordergrund steht, gehört auch dazu.

Natürlich steht und fällt eine solche Serie mit dem Hauptdarsteller, gerade weil sie zunächst mit der Glaubwürdigkeit hadert. Man kann schon sagen, dass der Charakter des Jan Stark David Rott auf den Leib geschnitten ist, und dass er ihn auch wunderbar zu spielen versteht. Das latent Zwielichtige, das Unkonventionelle und das große Herz verbindet der Mime mit Überzeugung und Witz. Dabei hilft ihm, dass er einen Kommissar spielt, der eigentlich keiner ist. Er kann der Figur also Facetten verleihen, die ihm bei einem richtigen Kriminalbeamten verwehrt bleiben. Und ich denke, das ist auch einer der Gründe, warum David Rott wieder in die Rolle eines Kriminalisten geschlüpft ist, obwohl er selbst keine Krimis mag. Ohne Frage hat er mir in dieser Rolle besser gefallen, als in »Die Spezialisten«. Als Bad Cop konnte er sein Talent voll ausschöpfen.

In einem Interview der Teleschau spricht er ganz offen darüber, was er vom Krimiwahn im deutschen Fernsehen hält. Laut ihm, gibt es einfach viel zu viele Krimis und zu wenig »Anarchie und Spielfreude«. Dafür erhält er von mir volle Zustimmung. Die deutsche Fernsehlandschaft ist in ihrer Tristes kaum zu unterbieten. Sie scheint nur aus Krimis und Ärzteserien zu bestehen. Weshalb ein gut gemachter Fernsehfilm auch jedes Mal überschwänglich abgefeiert wird. Eine Science-Fiction-Serie wäre hierzulande absolut unmöglich. Kein Wunder, wenn sich die Zuschauer – vor allem die jüngeren – mehr und mehr den Streaming-Diensten zuwenden.

Das hat dazu geführt, dass ich kaum noch Fernsehen schaue und wenn, dann nur in der Mediathek. Auch »Bad Cop – Kriminell gut« habe ich mir bei TVNow angesehen. Einfach, weil ich dort nicht nur den Zeitpunkt selbst bestimmen kann, sondern auch weil die Folgen nicht von Werbung unterbrochen sind.

Nicht nur für den Schauspieler, sondern auch die Zuschauer hoffe ich sehr, dass die Serie eine zweite Staffel bekommt.

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Quelle: Amazon

Ex Machina stand schon lange im Regal. Es dauerte, weil ich bisher nicht in der Stimmung war, ihn mir anzusehen. Zu sehr dominierten die Erinnerungen an A.I.. Den Film fand ich irgendwie beängstigend. Ich hatte hinterher ein ungutes Gefühl, weshalb ich ihn mir auch nicht wieder ansehen werde. Obwohl er rein technisch nicht so schlecht gemacht ist.

In Ex Machina geht es auch um Künstliche Intelligenz, um die Macht von Suchmaschinen und um die Unvollkommenheit des Menschen. Die Geschichte wird aus der Sicht eines jungen Programmierers gezeigt und das ziemlich spannend. Es dauert bis zum Ende, bis der Protagonist und auch der Zuschauer weiß, wer eigentlich der Böse im Film ist.

Die vier relativ unbekannten Darsteller überzeugen in dem Kammerspiel, das in einem futuristischen Haus spielt. Zeitlich könnte man den Film in der Gegenwart oder in einer nicht weit entfernten Zukunft verorten. Zumindest ist die Technik des Hauses nicht so fortschrittlich, wie die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Androidin. Wobei ich mich frage, ob es unbedingt notwendig ist, einer KI einen menschlich aussehenden Körper zu geben. Denn das verursacht ja am Ende das Problem. Aber da sind wir schon bei der Unvollkommenheit ihres Schöpfers. Dessen Narzissmus und Zwanghaftigkeit führt dazu, dass schließlich alles außer Kontrolle gerät. Eine sehr schöne Charakterrolle für Oscar Isaac (Poe Damaron in Star Wars – Das Erwachen der Macht).

Mein Mann und ich haben im Anschluss lange über den Film diskutiert und auf Schwachstellen abgeklopft. Aber schon die Diskussion zeigt, dass der Film etwas Besonderes sein muss, wenn man sich im Anschluss weiter mit ihm beschäftigt. Im Gegensatz zu A.I. sehe ich mir den Ex Machina sicher noch ein weiteres Mal an, allein wegen der Optik des Androidenkörpers.

Provinzpunks

Quelle: Kino.de

Ich habe mich mal wieder in Sachen Punk weitergebildet und dazu den Film »Dorfpunks« angesehen. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Buch von Rocko Schamoni und zeigt das Leben junger Punks auf dem Land in den Achtzigern.

Der für einen Punk fast schon zu sympathische Protagonist Roddy, muss sich mit allerlei Schwierigkeiten auseinandersetzen. Ob in seiner Lehre als Töpfer, bei den Annäherungsversuchen ans schöne Geschlecht oder gegen die Dorfnazis, meistens zieht Roddy den Kürzeren. Und dennoch bleibt er stets Optimist, lässt sich nicht verbiegen und motiviert durch seinen Optimismus seine Kumpel dazu, eine Punkrock-Band zu gründen. Aber auch das läuft nicht so glatt, wie er sich das wünscht.

Den Streifen macht vor allem die kühle Atmosphäre Norddeutschlands aus – die weiten Landschaften und die verschlossenen Menschen. Der Film vermittelt das Lebensgefühl dieser frühen Punkgeneration in klaren Bildern und ohne viel Worte. Die oftmals komischen Situationen haben immer auch eine tiefere Ebene und sind keineswegs oberflächlich. Ich glaube, dass der Film ein stimmiges Bild der Jugend von damals und ihren Problemen zeichnet. Probleme, die sich wahrscheinlich von der heutigen Dorfjugend nicht so sehr unterscheiden, von der medialen Überflutung mal abgesehen.

»Dorfpunks« ist ein authentischer Film voller Gefühl und einem ausgezeichneten Soundtrack. Die unaufgeregte Geschichte über die Selbstfindung eines Dorfpunks in den Achtzigern ist auch für Nicht-Punks durchaus sehenswert.

Zumindest weiß ich nach diesem Film, dass ich mit meinem Geheimprojekt den richtigen Weg eingeschlagen habe. Jetzt muss ich es nur noch zu Ende schreiben.