Spätestens seit letzter Woche habe selbst ich keine Zweifel mehr daran. Ich bin Kamihimo-Verrückt.
Der Onlinehändler mit dem großen A im Namen hat auch eine Plattform in Japan. Da habe ich mich letzte Woche Freitag mit Hilfe einer Freundin angemeldet und mir viele bunte Kamihimo-Bänder bestellt. Außerdem noch zwei Bücher zum Ideen holen.
Gestern kam schon das Paket per Express an. Also ich hätte auch länger gewartet, aber es gab nur diese eine Versandoption. Ich hab schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wegen des CO2, das der Transport verursacht hat, aber was nimmt man für sein Hobby nicht alles in Kauf. Vielleicht sollte ich einen Baum pflanzen.
Nun bin ich erstmal eingedeckt mit Papierbändern. Übrigens kostentechnisch war es mit Versandkosten und Steuern, für die ich wohl noch eine Rechnung bekomme, ein Schnäppchen.
Diese Woche war anstrengend. Ich hatte Mittwoch und Donnerstag ganztägig ein Online-Seminar beim TÜV Rheinland. Thema: Photovoltaik Basiswissen mit Prüfung. Ich bin jetzt quasi eine »Solaristin« und das nicht nur, weil wir zwei Balkonkraftwerke besitzen oder ich die Chefredakteurin der »SOL« bin.
Die Schulung begann am Mittwoch um 9 Uhr morgens und endete nach 17 Uhr. Ich war aber wie gewohnt schon Viertel nach 6 Uhr in der Firma. Meine normale Arbeit musste auch irgendwie getan werden. Jedenfalls war ich am Abend echt kaputt. So eine Videokonferenz den ganzen Tag schlaucht. Das Thema war interessant, auch wenn der Dozent nicht so ganz auf dem neuesten Stand war. Manche Fragen der Teilnehmer zu aktuellen technischen Entwicklungen konnte er erst im Nachgang beantworten, und mit dem Video-Chat-Programm kam er auch nicht so richtig zurecht. Wobei ich gar nicht wusste, das Adobe inzwischen auch so ein Online-Konferenz-Tool hat. Zumindest weiß ich jetzt wie »Adobe Connect« funktioniert.
Das Skript der Vorlesung hatte 275 Seiten (Power Point-Folien), alle sehr informativ, und es konnte heruntergeladen werden. Ich habe es mir altmodischerweise ausgedruckt und Notizen darauf gemacht. Es steckt jetzt in meinem Seminarordner, den ich immer heraushole, wenn ich was nachschlagen muss. Ja, ich weiß, dass kann man auch im PDF, aber ich notiere halt auf Papier schneller etwas, als ich es ins PDF getippt habe. Es war noch aus einer zweiten Sicht von Vorteil, man durfte das Skript nämlich bei der Prüfung verwenden. Da man aber nur einen Monitor anhaben durfte, hätte ich immer die Fenster hin und her wechseln müssen. So hatte ich den Ordner vor mir und blätterte darin herum.
Am zweiten Seminartag hatte ich am späten Nachmittag die Prüfung zu absolvieren. Das fand ich technisch recht kompliziert. Zuerst musste man sich Tage vorher auf einer Prüfungsplattform anmelden, anschließend musste man die App »AlfaView« installieren. Im Chat von »Adobe Connect« bekam man dann einen Link, mittels dem man zu »AlfaView« wechseln konnte. Hier warteten diverse Mitarbeiter des TÜVs, die die Prüflinge beaufsichtigen sollten. Man wurde gebeten in einen Gruppenraum einzutreten. Dort war man mit einem der Prüfer allein. Dem musste man den Personalausweis zeigen, also vor die Webcam halten. (Ich habe normalerweise keine WebCam am Rechner, mein Kollege war aber so nett und hat mir seine ausgeliehen.) Anschließend wurde man aufgefordert, einem Link zu folgen, der zur Prüfungsplattform führte (für die man sich angemeldet hatte). Wenn man dort auf die angezeigte Prüfung klickte, musste man sich mit einem Codewort identifizieren, das bekam man von dem Prüfer aus dem Gruppenraum genannt. Nach der Eingabe öffnete sich dann der Fragenkatalog mit den Prüfungsfragen.
Bei den 30 Fragen war immer nur eine Antwort der drei angebotenen Antworten richtig. Man musste also die richtige Antwort markieren und »weiter« klicken. Die Fragen bezogen sich auf das Skript, waren aber geschickt gestellt. Man hatte zwar 60 Minuten Zeit, aber ich war nach 30 Minuten fertig, nutzte jedoch die nächsten 15 Minuten, um die Fragen noch zwei Mal durchzugehen. Um sicher zu gehen, schlug ich die eine oder andere Antwort noch mal nach, ob ich das richtig im Kopf gehabt hatte. Es war nicht so einfach, die richtigen Antworten in dem Skript zu finden, weil sich die Fragen nicht nach der Reihenfolge der Kapitel im Skript richteten. Bei zwei Fragen war ich unsicher. Die hatten wir zwar kurz angesprochen, aber ich hatte mir dazu keine Notiz gemacht. Für die eine fand ich die richtige Antwort. Bei der anderen habe ich einfach das genommen, was mir logisch erschien. Ich hoffe auch, dass ich jede Frage richtig interpretiert habe. Bei den Formulierungen musste man teilweise echt um die Ecke denken.
Zum Schluss klickte ich auf den Button »Prüfung beenden«. Ich bekam angezeigt, dass ich bestanden hatte, aber nicht die erreichte Punktzahl. 21 Punkte musste man für das Bestehen der Prüfung erreichen, wie viele ich hatte, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass erfahre ich, wenn man mir das Zertifikat zusendet. Damit ist es offiziell, dass ich mich mit Photovoltaik-Anlagen auskenne. Was ich doof fand, war, dass es keine Abschlussrunde und keine Verabschiedung gab. Man loggte sich nach der Prüfung einfach aus und das war’s dann. »Adobe Connect« hatte man zuvor schon schließen müssen, als man zu »AlfaView« gewechselt ist, sonst gab es lästige Audio-Rückkopplungen.
Der Dozent hatte mit uns am frühen Nachmittag übrigens noch eine Rechenaufgabe gelöst. Er zeige, wie man die Ströme und Spannungen der Module und Wechselrichter berechnet, um die passende Kombination zu finden und mit der man den optimalsten Ertrag erhält. Es gibt dazu zwar Computerprogramme, die das simulieren. Ich nutze auf Arbeit zum Beispiel »Polysun«. Aber ich finde es wichtig, dass man weiß, welcher Algorithmus hinter der Software steckt. Einfach um zu überprüfen, ob das Ergebnis der Simulation auch stichhaltig ist.
Zwei Grafiken aus dem Skript möchte ich hier mal zeigen.
Diagramm 1
Diagramm 1 zeigt den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland seit Verabschiedung des Erneuerbare Energiegesetz im Jahr 2000. Die Zuwächse in den Nullerjahren waren gewaltig. Auf dem Höhepunkt in den Jahren 2010 bis 2012 war Deutschland Weltmeister in der Forschung und Herstellung von Photovoltaik-Modulen und bei Aufbau von Anlagen. 2012 wurde das Gesetz zugunsten einer konservativen Energiepolitik geändert. Die Preise für die Einspeisung von Strom wurden massiv verringert und dafür ein Netzentgelt eingeführt. Die Besitzer einer PV-Anlage bekamen weniger Geld für ihren Strom und mussten zusätzlich noch Netzentgelt bezahlen. Das würgte den Markt fast komplett ab. Der Absturz von 2012 auf 2014 kostete in Deutschland übrigens zwischen 80.000 und 100.000 Stellen in der Solarbranche. (Man vergleiche den Aufschrei wegen den 8000 Kohlekumpels in der Steinkohle-Industrie, die abgebaut werden sollten.) Viele Firmen gingen Pleite und man überließ den Chinesen das Geschäft. Heute kommen 85% aller PV-Module, die in Deutschland montiert werden aus China.
Diagramm 2 zeigt die Entwicklung bis 2030. Jeder Balken steht für ein Jahr. Unsere Regierung hat sich als Ziel gesetzt bis dahin 300 Gigawatt Energie aus Photovoltaik zu erzeugen. Wäre die Entwicklung 2012 nicht abgewürgt worden, wäre nun nur ein jährlicher Zuwachs von 1,27 Prozent notwenig, um das Ziel zu erreichen. So müssen wir nun einen jährlichen Zuwachs von 22 Prozent hinbekommen, um die gewünschte Zahl zu erreichen. Was aus praktischen Gründen momentan kaum zu schaffen ist. Nicht bei dem derzeitigen Personal- und Rohstoffmangel und den bürokratischen Hürden. Durch die gestiegenen Strompreise rechnet es sich für Besitzer von Eigenheimen, weil sie durch den Eigenverbrauch ihre Stromkosten drücken können. Aber für Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern bleibt es schwierig. Mieterstrommodelle sind momentan so kompliziert und bürokratisch, dass kaum jemand sie umsetzt.
Die Diagramme stammen von der Webseite: Energy-charts.info vom Fraunhofer-Institut und können dort nachvollzogen werden.
Hier das aktuellste aus meiner Taschenmanufaktur. Ich habe wieder neue Muster ausprobiert und vor allem kleinere Taschen gemacht. Nachdem ich jetzt tatsächlich die erste Tasche erfolgreich verkaufen konnte. Es war eine kleinere Tasche, daher dachte ich mir ich mache die Taschen einfach eine Nummer kleiner. Weniger aufwendig sind sie deshalb nicht. Je nach Muster steckt da genauso viel Arbeit drin wie in einer großen Tasche. So zirka zwei Stunden pro Abend arbeite ich immer an den Taschen. Am Wochenende können es auch mal drei Stunden oder mehr sein.
Zum Beispiel diese hier im klassisch bayrischen Stil. Da hat mich allein der Rand gut eine Woche beschäftigt. Da war der Taschenkörper nicht so schwierig, aber wie gesagt der Rand hatte es in sich. Sie ist auch nicht so perfekt geworden, wie ich es gern gehabt hätte. Na, ja beim nächsten Mal gehts sicher besser. Die Lösung mit den Lederbändern als Henkel ist dafür ideal. Inzwischen nehme ich echte Lederbänder, die sind viel günstiger, als die aus Kunstleder, fassen sich aber angenehmer an und riechen nicht so nach Chemie. Dafür sind sie nicht vegan.
Die nächste ist klein und ging relativ leicht von der Hand. Dabei sieht sie raffiniert aus und ich hoffe, dass sie einen Käufer findet. Es ist das günstigste Stück in meiner Sammlung, weil ich nicht so viel Material dafür benötige. Die kann man übrigens auch einem Kind schenken. Übrigens haben viele Angst, das die Taschen auseinanderfallen, wenn sie nass werden. Das Gegenteil ist der Fall, das Geflecht quillt bei Kontakt mit Wasser auf und wird enger. Nur der Leim kann sich auflösen. Daher vermeide ich es, wenn möglich all zu viel Kleber zu benutzen und verflechte die Enden lieber als sie festzukleben. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden. Wenn sich doch mal was löst, kann das aber schnell mit ein wenig Bastelkleber behoben werden.
Ich werde in den nächsten Tagen mal die ganzen Hilfsmittel hier zeigen, die ich für die Kamihimo-Technik benötige. Das kommen ganz unterschiedliche Werkzeuge zusammen. Und bis auf die Loch- und Nietenzange, die ich mir vor Jahren mal gekauft habe, sind die Hilfsmittel auch nicht teuer. Und wenn ich jetzt noch sage, dass ich mir bei »Amazon Japan« Kamihimobänder in Farben bestellt habe, die es hier nicht gibt und die sehr viel günstiger sind, als die in Deutschland produzierten, werden mich einige wahrscheinlich für bekloppt halten. Ich stehe dazu und warte sehnsüchtig auf das Paket.
Vergangenes Wochenende waren wir mal wieder am See. Seit Dezember werden hier Baumstämme für die jährliche Holzaktion gelagert, wie in jedem Jahr übrigens.
Ich bezeichne das immer als Leichenschau, wenn am Wochenende die Familien und Pärchen herumgehen und sich die Bäume ansehen. Denn nichts anderes ist es. Wenn die Bäume so viel Aufmerksamkeit bekommen hätten als sie noch standen, wie jetzt als tote Stämme, hätten wir weniger Umweltprobleme. Diese Holzauktionen gibt es jedes Jahr und jedes Jahr werden es mehr Stämme. Noch vor zehn Jahren reichte ein kleiner Platz am See. Inzwischen liegen sie überall an der Straße und im Park verteilt.
In den letzten Jahren wurden auch in der Gemeinde und drumherum viele Bäume gefällt. Und damit meine ich nicht, die abgestorbenen Bäume, die in Thüringen ganze Berge haben kahl werden lassen. Hier sind es gesunde Bäume, die wegen des Holzes geschlagen werden oder einfach nur, weil sie im Weg sind. Am Festplatz wurde unlängst ein Baum gefällt, weil für nicht mal eine Woche dort ein Festzelt aufgestellt wurde. Ratsch einfach weg. Das etwa einen Hektar große Wäldchen an der Landstraße Richtung Traunstein war innerhalb einer Woche einfach weg. Der Nussbaum und die Weiden am Bach, weg, wegen einer Straße und zwei neuer Häuser. Neue Bäume werden nur selten nachgepflanzt.
Der Hunger nach Energie holt sich nun die Wälder, wenn Gas- und Ölpreis steigen. Und wer mir erzählen will, dass mit Holz heizen nachhaltig ist, den lade ich gern mal ein, wenn der Nachbar wieder Holz sägt: Mit einem Holzspalter und einer Kreissäge, die mit einem alten Traktor angetrieben werden. Da läuft den ganzen Tag der Dieselmotor. Der Rest des Holzes wird gehäckselt und im Hof tagsüber zum Trocknen breit gemacht. Wo er abends mit dem Traktor und der Baggerschaufel zusammen und am nächsten Morgen auf die gleiche Weise wieder auseinander geschoben wird. Wie viel CO2 allein in der Verarbeitung des Holzes steckt, vom aus dem Wald holen und dem Abtransportieren des geschnittenen Holzes rede ich gar nicht. Jedenfalls müssen die Geschäfte gut laufen, denn es wird oft Holz gesägt in letzter Zeit. Manchmal dröhnt das Geräusch der Säge und des Traktors tagelang über die Straße.
PERRY RHODAN NEO Band 297 – »Die Stunde des Protektors« von Lucy Guth
Protektor Reginald Bull ist ein geschasster Mann. Durch seine Rolle während der Besatzung durch die Gon-Mekara wird er immer wieder von den Marsbewohnern beleidigt und angefeindet. Doch als eine seltsame Krankheit die Bevölkerung befällt, wird alles noch viel schlimmer. Die PAD-Seuche bringt Menschen dazu zwanghaft irgendwelche sinnlosen Dinge zu tun. Schnell bricht Chaos über Bradbury Central und den Rest des Mars’ herein. Als selbst die Regierungsvertreter, allen voran Bulls Gefährtin Stella Michelsen – die Administratorin der TU – erkrankt, sieht er sich mit einer schier ausweglosen Situation konfrontiert.
Hilfe kommt von den Altmarsianern in Person von Amber Hainu. Sie konnte den Akonen Harkon von Bass-Teth mit Hilfe einer Sandrose von den Amöbophagenresten befreien, die die PAD-Seuche auslösen. Die Sandrosen benötigen dazu aber eine spezielle Lebensenergie, die nur Reginald Bull durch seine Unsterblichkeit liefern kann. Ein Einsatz der ihn aber das Leben kosten könnte.
Um alle Infizierten in der Lokalen Blase zu heilen, reisen Bull, Bass-Teth und Hainu in die Wüste zu einem unterirdischen Rosengarten. Hier soll Bull die Sandrosen aufladen, damit sie die heilende Hyperstrahlung aussenden können. Das wäre einfach, wenn ihnen nicht eine rachsüchtige Ihin da Achran auf den Fersen wäre, die die Heilung verhindern und Bull sterben sehen möchte.
Der Angriff der alten Arkonidin in einem ferngesteuerten Exoskelett misslingt, die Sandrosen-Strahlung lässt alle Amöbophagen innerhalb der Terranischen Union absterben. Amber Hainu findet den Tod, indem sie Reginald Bull rettet. Harkon von Bass-Teth wird schwer verletzt. Seine Kleinpositronik mit wertvollen Codes fällt da Achran in die Hände, die sie sicher gegen die Menschen einzusetzen weiß.
Wer sich die Zusammenfassung durchliest, wird sich fragen, wo hier die Science Fiction ist. In der Tat wirkt der Roman stellenweise eher märchenhaft. Die Magie der Altmarsianer bleibt nebulös und Bulls Vision, wie die Welle der Hyperstrahlung über die Kolonien hinwegfegt, ist schon sehr phantastisch. So etwas ähnliches gab es schon mal mit Ernst Ellert, wobei es bei ihm durch seine spezielle Mutantenfähigkeit glaubwürdiger klang.
Mir gefiel schon in Lucy Guths NEO 277 »Die schlafende Göttin« die Irrfahrt durch die marsianische Wüste und deren Höhlensysteme nicht sonderlich. Hier zog sich die Expedition zum Glück nicht ganz so lang hin. Ich bin aber nach wie vor irritiert darüber, woher all die Flora und Fauna auf dem Mars kommt, der ja bisher nur zu einem kleinen Teil terraformt wurde.
Die Lösung des Amöbophagen-Problems ist wie gesagt recht phantastisch. Da hätte ich mir eine bodenständigere Erklärung gewünscht. Auch nicht richtig beschrieben wurde, wieso sich die Amöbophagen plötzlich auf allen Kolonien ausbreiten konnten. Und warum die PAD-Seuche manche früher und manche später ereilt, wenn doch die Strahlung der Pestblase von Rumal dafür verantwortlich ist. Diese traf den Planeten auch in einer Welle. Das alles hätte genauer erklärt werden müssen. Und überhaupt: Warum hat Bull eigentlich keinen Zellaktivator mehr und seit wann ist der weg? Das war mir nicht mehr in Erinnerung.
So richtig verstehe ich nicht, was Ihin da Achran antreibt. Sie gibt Perry Rhodan die Schuld, dass Arkon jetzt eine Republik ist und will sich an ihm rächen, indem sie seinen besten Freund tötet. Hm! Ein etwas vages Motiv.
Apropos Perry Rhodan, der schaut mit der SOL zwar kurz vorbei, aber überlässt das durch die PAD-Seuche ausgelöste Chaos seinem Freund Reg Bull. Zwar bleiben Sud und Gucky auf dem Mars zurück und letzterer rettet Bull und Bass-Teth am Ende vor dem sicheren Tod, aber für viele Marsianer werden die Auswirkungen der Seuche, das Ende bedeutet haben. Es stellt sich die Frage: was für die Besatzung der SOL wichtiger gewesen sein könnte, als die Katastrophe auf dem Mars. Und ist es sinnvoll die Erde zu einem Zeitpunkt ins Solsystem zurückzubringen, in dem eine Seuche ausgebrochen ist? Fragen, die in den nächsten Romanen hoffentlich beantwortet werden.
Nach all der Kritik möchte ich eine Lanze für die Autorin brechen. Ohne deren lebhafte und gefühlvolle Charakterisierung von Reginald Bull und die witzigen kleinen Einschübe, hätte ich mich mit dem Roman sehr viel schwerer getan. Mit ihrem Erzählstil gelingt es ihr eine ziemlich weit hergeholte Geschichte mit Leben zu füllen und befriedigend an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen.
»Die Stunde des Protektors« ist nichts für Fans von Hard-SF, beendet aber das Amöbophagen-Problem und liefert eine sehr glaubhafte Charakterisierung von Reginald Bull.
Noch ein Gedanke zum Titelbild: Geht es nur mir so, oder sieht auf dem Titelbild noch jemand Ed Mercer von der Orville liegen?
Zwischen Blumengießen und Wäsche aufhängen habe ich am gestrigen Samstagvormittag einen Podcast aufgenommen.
Ich höre in letzter Zeit häufiger Podcasts, vor allem wenn ich bastle. Grundsätzlich finde ich Podcasts spannender als Hörbücher. Letztere mag ich nur, wenn der Sprecher außergewöhnlich ist. Ansonsten lese ich Bücher lieber selbst, das geht schneller. Bei einem Podcast hört man Leuten beim Diskutieren zu oder es wird jemand interviewt, so wie das bei mir der Fall war.
Reiner Wisser vom Podcast »Ad Astra« befragte mich zur PRFZ und zur SOL. Geplant war das Gespräch schon länger, dass es gerade jetzt geklappt hat, wo die SOL 109 erschienen ist, fand ich gut. Da konnte ich gleich noch ein bisschen Werbung machen.
Wer hören will, was ich alles so von mir gebe, kann es sich hier anhören:
Die neue SOL kam gestern bei mir an. Ich konnte es kaum erwarten, den Umschlag zu öffnen und das Heft endlich in Händen zu halten. Beim ersten Durchblättern dann die Ernüchterung – eine der Abbildungen ist doppelt.
Seufz! Mein perfektionistisches Ich bekam einen Dämpfer. Trotz zigfachem Durchlesen und mehreren Korrekturdurchgängen ist weder mir, noch dem Layouter und auch nicht dem Korrektor aufgefallen, dass ein Bild doppelt abgedruckt ist, inklusive Bildunterschrift. Zu hoffen ist, dass den Lesern der Artikel über Topsids Echsen-Population deshalb besser im Gedächtnis bleibt.
Daran sieht man wieder, wie wichtig es ist, Dinge in gedruckter Form vor sich zu haben. Nur das PDF am Bildschirm zu korrigieren, reicht manchmal einfach nicht aus. Es ist etwas völlig anderes ein gedrucktes Produkt in der Hand zu halten und durchzublättern. Das wird jeder bestätigen, der sich mit Drucksachen auskennt.
Ich bin mal gespannt, ob den Mitgliedern der PRFZ der Fauxpas auffällt und ob sich jemand dazu äußert. Nun, das wäre zumindest mal eine Rückmeldung. Denn das Feedback zu den vergangenen beiden Ausgaben war dürftig bis kaum vorhanden. Vielleicht sollten wir mal wieder nackte Frauen auf dem Cover abdrucken oder einen fragwürdigen Comic-Strip. Der Shitstorm wäre uns sicher. Frei nach dem Motto: Schlechte Presse ist besser als gar keine Presse.
Die Überschrift erzählt es schon. Ich war am Wochenende wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Am Freitag lief es planmäßig. Ich kam überpünktlich und ohne Rennerei an und konnte endlich meinen Zahnarzttermin wahrnehmen, der im Dezember wegen meinem Abenteuer mit der Zugevakuierung ausgefallen war.
Die Rückfahrt war allerdings wieder das Problem. Beim letzten Mal war es ein angekündigter Selbstmord, dieses Mal wurde mir schon drei Wochen vorher per E-Mail mitgeteilt, dass ich wegen diverser Baustellen meinen Anschlusszug in Nürnberg nicht erreichen würde. Ich solle doch eine frühere Verbindung nehmen, die Zugbindung bei meinem Sparticket wäre aufgehoben. Ich fuhr also eine Stunde früher los und wollte mir wie immer vor der Abfahrt am Schalter noch schriftlich die Aufhebung der Zugbindung auf meinem Fahrschein bestätigen lassen.
An diesem Montag hatte der Schalter allerdings geschlossen. Ich sprach den Zugbegleiter in der Regionalbahn drauf an, der wollte oder konnte das aber nicht machen. Meine herausgesuchte neue Verbindung klappte hinten und vorne nicht, obwohl ich eine Stunde früher als geplant losfuhr, strandete ich erstmal in Nürnberg. Der junge Mann am Serviceschalter ließ sich auch nach Vorzeigen der E-Mail überzeugen, die Zugbindung meines Tickets aufzuheben. Ich holte mir etwas zu Essen und fuhr mit dem nächsten ICE problemlos nach München.
Hier war wiedererwarten der EC, mit dem ich ursprünglich fahren wollte, noch nicht abgefahren. Im Gegenteil, er stand noch nicht einmal da. Was wieder beweist, dass nichts verlässlicher ist, als Verspätungen bei der Deutschen Bahn. Laut Anzeige sollte er 15 Minuten Verspätung haben, daraus wurden dann 30 Minuten. Ich machte mich schon auf den Weg zur Regionalbahn, als die Durchsage kam, dass wegen einer Stellwerksstörung zur Zeit keine Züge aus Richtung Augsburg und Rosenheim ein- oder abfahren können. Oha! Deshalb war der Bahnhof so leer. Es standen nämlich kaum Züge herum. Ich hatte mich schon gewundert.
Kurzerhand fragte ich beim herumstehenden Bahnpersonal nach, ob es nicht sinnvoller wäre, zum Ostbahnhof zu fahren, sofern die S-Bahn vom Stellwerksausfall nicht betroffen ist. Der freundliche Herr fand, es sei eine gute Idee und schaute gleich auf seinem Smart-Phone nach, ob die S-Bahnen fuhren. Sie taten es, also fuhr ich zum Ostbahnhof. Dort warteten schon hunderte Leute auf einen Zug Richtung Rosenheim. Zehn Minuten später kam eine Regionalbahn, in die die meisten Pendler einstiegen. Zurück blieben nur jene, die weiter als bis Rosenheim wollten.
Auf der Anzeigetafel standen zwei Züge Richtung Salzburg zur gleichen Zeit, die Regionalbahn und der EC, der inzwischen 40 Minuten Verspätung hatte. Da Fernverkehrszüge immer Vorrang haben, kam der auch zuerst. Ich stieg ein und suchte mir einen Platz im fast leeren Großraumwagen.
Irgendwann vor Rosenheim kam der Zugbegleiter, um die Fahrkarten zu kontrollieren. Ein gutaussehender junger Mann – vor zwanzig Jahren wäre das exakt mein Beuteschema gewesen – nahm mein Ticket und meinte, dass ich nicht mit dem EC hätte fahren dürfen. Ich erklärte ihm, dass die Zugbindung der Fahrkarte aufgehoben wäre, und deutete auf den Stempel. Das interessierte ihn aber nicht. Er meinte, das gelte nur für den ICE und weil ich laut Fahrkarte mit der Regionalbahn weitergefahren wäre, hätte ich nicht in den EC einsteigen dürfen. Mein Argument, dass eine aufgehobene Zugbindung bedeutet, dass ich alle Züge der Bahn benützen dürfte, dementierte er. Ich holte sogar mein Handy vor, um ihm die E-Mail zu zeigen. Er sagte, dass ich mir ein Ticket für den EC hätte holen müssen und mir das Geld über die Fahrgastrechte hätte wiederholen sollen. (Das funktioniert nicht, dass Problem hatte ich nämlich schon mal. Das zusätzliche Ticket habe ich damals nicht ersetzt bekommen, weil ich ja eine Fahrkarte hatte, bei der die Zugbindung aufgehoben war.) Deshalb regte ich entsprechend auf.
Ich fahre fast 30 Jahre mit der Bahn, aber dass man mir Schwarzfahren unterstellte, ist mir in all den Jahren noch nie passiert. Ich fragte ihn etwas lauter als normal, ob das denn eine neue Vorschrift wäre. Er konterte: dass wäre schon immer so gewesen und ich solle mich bitte beruhigen. Er würde mich jetzt trotzdem weiterfahren lassen, aber ich sollte mir das fürs nächste Mal merken. Meine Frage, wo denn steht, dass IC und EC-Züge nicht unter die Aufhebung der Zugbindung fallen, konnte oder wollte er mir nicht beantworten. Er druckste nur herum, dass seine Vorgesetzten in letzter Zeit genauer hinschauen würden. Aha! Daher wehte der Wind. Er knipste meine Fahrkarte ab und ging weiter. Ich war stinksauer.
Also, ganz ehrlich, beim nächsten Mal ignoriere ich den Verbindungsalarm der DB Reisebegleitung, fahre mit den vorgeschriebenen Zügen, nehme die Verspätung in Kauf und hole mir mittels der Fahrgastrechte ein Teil der Fahrkartenpreises wieder, selbst wenn es nur 5 Euro sind.
Hier zum Nachlesen die Beförderungsbedingungen der DB zur Zugbindung. Da steht ganz deutlich, dass man mit allen Züge fahren kann, auch mit IC- und EC-Zügen. Offensichtlich wissen die Angestellten der Bahn selbst nicht, was in den Bedingungen steht. Ich habe das jetzt auf meinem Handy gespeichert, falls es wieder einer nicht weiß. Unfassbar!
Gekauft wurde er irgendwann Mitte Dezember, stand dann einige Tage im Hof (ohne Wasser) bis wir ihn am Heiligabend ins Kaminzimmer holten und in einen Ständer mit Wasser setzten. Dort stand er dann bis zum 14. Januar, dem Tag, an dem ich ihn abschmückte und zum Fenster hinaus in den Hof warf. Weil er noch schön aussah, warf mein Vater ihn nicht weg, sondern schnitzte den Stamm an und steckte ihn in den Schirmständer. Dort steht er nun seit gut vier Wochen ohne Wasser und hat in all der Zeit noch keine Nadel verloren.
Normal ist das alles nicht.
Er fasst sich noch frisch und grün an, riecht aber merkwürdig. Offensichtlich wurde der Baum mit irgendwelchen Konservierungsmitteln behandelt, sonst sähe er nicht mehr aus, wie frisch gefällt. Ich möchte gar nicht wissen, welche chemische Mittelchen da drauf gesprüht wurden.