Normalerweise sind Buchverfilmungen nicht immer so nah am Original, wie es die Autoren gern hätten oder wie es für die Geschichte zuträglich wäre. Bei der Verfilmung von Andy Weirs Roman »Der Astronaut« ist das anders. Der gerade in den Kinos angelaufene Streifen ist eine eins zu eins Verfilmung des Buchs. Ich habe jedenfalls nichts vermisst, was im Roman angesprochen worden wäre.
Zum Inhalt (Auszug aus meinem Blogeintrag zum Roman »Der Astronaut«): Wissenschaftler Ryland Grace wacht in einem Raumschiff auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Er stellt fest, dass seine beiden Mitastronauten tot sind und sein Raumschiff sich in einem fremden Sonnensystem befindet. Nach und nach kommen seine Erinnerungen zurück und er erkennt, warum er auf diese Mission geschickt wurde. Es geht darum, an dem fremden Ort das Überleben der Menschheit zu sichern. Eine Aufgabe die schier übermenschlich ist. Doch da bekommt Ryland Hilfe, die er nie erwartet hätte.
Als ich 2022 den Roman gelesen habe, hat er mich schwer beeindruckt. Es ist eine unglaublich spannende Geschichte, die ein bisschen technisches Hintergrundwissen erfordert. Beim Film braucht man das Wissen nicht unbedingt, da stehen die Bilder im Vordergrund. Es ist also ein Film, der jeden anzusprechen vermag. Dabei wechseln sich die Szenen auf der Haile Mary im fremden Sonnensystem mit den Erinnerungen von Ryland auf der Erde ab.
Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls großartig, allen voran die von Sandra Hüller. Die Thüringerin brilliert in der Rolle einer Regierungsvertreterin, kühl, distanziert und bestimmt, dennoch merkt man ihr an, das ihr das Schicksal von Ryland nahe geht. So wie Matt Damon in »Der Marsianer« trägt Ryan Gosling beinahe den kompletten Film. Den etwas unkoordinierten Lehrer, der unfreiwillig zum Retter der Menschheit wird, nimmt man ihm in jeder Szene ab. Er ist beinahe noch näher an der Romanfigur wie seinerzeit Matt Damon an Mark Watney.
Unterstützt werden die genialen Aufnahmen aus dem Raumschiff und im All von einem bunten Soundtrack, bei dem von Country über Klassik bis hin zum Pop eigentlich alles dabei ist. Sogar Sandra Hüller wagt sich ans Mikrophon und singt mit »Sign of the Times« einen Song, der wie die Faust aufs Auge zur Untergangsstimmung auf der Erde passt.
Besonders gut finde ich, dass das überraschende Ende genauso umgesetzt wurde wie im Buch. Das wird vielen Zuschauer, die den Roman von Andy Weir nicht kennen, den Boden unter den Füßen wegziehen.
Das Besondere an dem Film, obwohl der Untergang der Menschheit droht, ist es keine Dystopie. Im Gegenteil es ist ein mutmachender Streifen mit viel Humor und einem Weitblick, was wir gemeinsam erreichen könnten, wenn wir aufhören würden uns die Köpfe einzuschlagen.
Mein Tipp für alle SF-Fans, geht ins Kino und schaut euch diesen Film an. Die zweieinhalb Stunden sind spannend bis zum Schluss.