Steuerschlupflöcher im Immobiliengeschäft

»Share deals« heißt das Zauberwort, mit dem Immobilienfirmen Milliarden an Steuergeldern jedes Jahr am Fiskus vorbeischleusen.

Steuerrechtler sprechen bei der Grunderwerbsteuer inzwischen von einer »Dummensteuer«. Weil nur diejenigen sie bezahlen, die nicht anders können oder wollen. Nämlich die kleinen Haus- und Wohnungseigentümer, die von dem mühsam zusammengetragenen Geld für den Kaufpreis ihrer Immobile 3,5 – 6,5 Prozent nochmal an die Steuerämter zahlen müssen. Bei unserem Wohnungskauf im letzten Jahr waren das fast 10.000 Euro. 10.000 Euro die wir zusätzlich auf die Kaufsumme aufschlagen mussten. Der größte Batzen, neben Makler-, Notar- und Grundbuchgebühren.

Wie so ein Share Deal abläuft? Ein Beispiel: Eine Wohnungsgesellschaft besitzt mehrere Immobilien mit Wohnungen und möchte oder muss diese veräußern. Der Investor kauft der Wohnungsgesellschaft nicht einfach die Immobilien ab. Nein, das käme wegen die Grunderwerbssteuer viel zu teuer, außerdem hätten in vielen Fällen, bei einem Verkauf der Häuser und Grundstücke die Städte und Gemeinden ein Vorkaufsrecht. Es geht einfacher. Der Investor kauft einfach die Wohnungsgesellschaft. Er muss dafür nur 94,5 Prozent aller Anteile kaufen, dann gehören die Immobilien ihm und er kann damit machen was er will: Mieter aus ihren Wohnungen werfen, Luxussanieren, Neubauten hochziehen etc., eben alles, was man in der letzten Zeit in den Städten und Gemeinden so erlebt. Und das ohne einen Cent Grunderwerbssteuer zu zahlen, das müsste er erst bei 95 Prozent der Anteile. Das ist schon ein starkes Stück.

Und unsere Regierung? Die macht wie immer die Augen zu, obwohl dieses Vorgehen seit Jahren die Regel ist, und den Regionen Milliarden an Steuergeldern flöten gehen, die sie dringend für die Infrastruktur gebrauchen könnten. Die Immobilienlobby argumentierte unlängst bei einer Anhörung im Bundestag, dass die Kosten dann auf die Mieten abgewälzt und damit die Mieten steigen würden. Ja, klar, als ob die Mieten nach einer Übernahme gleich bleiben.

Unfassbar!

Fanzines im Fokus

Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen der Fanzines. Für meine Kolumne »Fan-Szene« in der PERRY RHODAN-Erstauflage bekomme ich vom Verlag regelmäßig die Publikationen der Clubs sowie diverse Magazine zum Thema SF- und Comic-Literatur zugesandt. Das alles will konsumiert werden. Und so lese ich mich in diesen Stunden durch die »World of Cosmos« mit der »Time Machine« von »Andromeda« bis ins »Paradise«. Insider werden wissen, was ich meine.

Die Beobachtungen, die ich dabei mache, ist, dass die Beiträge in unterschiedlichen Fanzines meist von den gleichen Leuten stammen. Der Kreis der Schreiber ist klein und man bekommt das Gefühl, sich in einer Blase zu bewegen. Schmoren im eigenen Fett sozusagen. Das macht mich ein wenig nachdenklich. Es gibt da draußen viele aktive Fans, die zeichnen und schreiben, aber meist für ihre eigenen Blogs und in den Sozialen Medien. Was mich zur Frage bringt: Wollen die nicht in den gedruckten Fanzines veröffentlicht werden, oder wollen vielleicht die Fanzine-Macher keine Artikel, die irgendwo im Netz schon mal veröffentlich worden sind?

Ich habe keine Antwort darauf. Ich kann nur für die SOL sagen, dass ich durchaus Leute anspreche, deren Beiträge ich im Netz entdeckt habe und von denen ich gern Artikel in der SOL veröffentlichen würde. In neunzig Prozent der Fälle klappt das auch.

Nicht, dass ich hier einen falsche Eindruck hinterlasse, um Himmels willen. Ich möchte den Fanzine-Machern keinesfalls vorschreiben, wie sie ihren Job zu machen haben. Aber ich kann ihnen den Rat geben, einfach mal ins Netz zu gehen und sich umzuschauen. Da gibt es eine Menge talentierter Leute, die sich freuen, wenn sie auf ihre Texte und Grafiken angesprochen werden. Und die sich durchaus vorstellen können, auch mal einen Beitrag für ein gedrucktes Fanzine zu liefern.

Das belebt die Szene und könnte manchem Club die Existenz sichern.