An einen Freund

Das Männer und Frauen auf Dauer keine echten Freunde sein können, daran habe ich immer gezweifelt. Und doch, anscheinend ist an der Aussage irgendetwas dran. Ich habe es zu oft am eigenen Leib erfahren müssen. Von einem dieser Momente erzählt das folgende Gedicht. Es ist eines der Letzten, die ich Mitte der Zweitausender geschrieben habe. Bevor ich meinen Mann kennenlernte und sich alles zum Guten wendete.

 

Es gibt Tage …

Es gibt Tage da wünschte ich,
ich wär Dir nie begegnet,
wünschte, Du seiest nicht so perfekt,
wünschte, dass es immer regnet
und damit die Tränen deckt.

Es gibt Tage da wünschte ich,
Liebe würde es nicht geben,
wünschte, dass nur Freundschaft wichtig wär,
wünschte, es gäb Dich nicht in meinem Leben
so wär es einfach, still und leer.

Es gibt Tage da wünschte ich,
ich würd Dir alles sagen,
wünschte, ich könnt Deine Gedanken sehen,
wünschte, meine ungefragten Fragen
würden nicht verloren gehen.

Es gibt Tage da wünschte ich,
ich dürfte Dich verführen,
wünschte, alles wäre nur ein Spiel,
wünschte, ich könnte Dich berühren
doch das bleibt ein fernes Ziel.

Es gibt Tage da wünschte ich,
wir würden nicht so gut zusammenpassen,
wünschte, ich wüsste nichts von Deiner Existenz,
wünschte, ich könnt Dich dafür hassen
und Du aus meinem Leben gingst.

 

1 thought on “An einen Freund

  1. Das sind diese Gefühle, die so automatisiert als unreife vergangene Zustände beiseite geschoben werden von der Erwachsenen – bis die innere Leere aufschreit, um sie als gegenwärtig anzuerkennen.

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