Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

TERMINUS im Fokus

Coverentwurf von Raimund Peter

Meine geschätzte Kollegin aus der SOL-Redaktion, Alexandra Trinley, hat sich in den vergangenen Monaten einem ehrgeizigen Projekt gewidmet. Die Dokumentation einer PERRY RHODAN-Miniserie gab es in dieser Form noch nie. Eine so umfangreiche Sammlung an Interviews, Werkstattberichten und Artikeln muss man erst einmal zusammentragen. Sie dann auch noch in eine ansprechende Form zu bringen, ist eine weitere Mamutaufgabe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Alexandra in letzter Zeit die eine oder andere schlaflose Nacht hinter sich gebracht hat. Aber es hat sich gelohnt. Die schöne Publikation ist vollgestopft mit wissenswertem Begleitmaterial zu TERMINUS. Der Leser erfährt sehr viel über die Entstehungsprozesse einer Miniserie, aber auch über die Arbeit von Autoren, Lektor und Redaktion. Das ergibt einen sehr spannenden Überblick.

Auszüge aus den Interviews, die im Geisterspiegel oder im Corona-Magazin erschienen, durfte ich für den Newsletter der PRFZ verwenden. Dafür nachträglich noch vielen Dank an Alexandra. Warum aber mein Name bei den Mitarbeitern im Impressum auftaucht, weiß ich nicht, weil ich eigentlich nichts dazu beigetragen habe. Das haben meine Mitstreiter aus der SOL-Redaktion und Layouter René Spreer allein gemacht. Ein großes Lob an alle.

Ich persönlich habe TERMINUS noch nicht gelesen, werde das aber bei Gelegenheit nachholen. Spätestens dann steht mir ein umfangreiches Sekundärwerk zur Seite, dass mir die Lektüre versüßen wird.

Die Publikation »Gespräche zu TERMINUS« gibt es auf den Seiten der PRFZ des PROC zum Gratis-Download im PDF- und ePub-Format.

Grüne Sonnen gibt es nur bei PERRY RHODAN

Quelle: SolarMonitor.org

Da war es wieder. »Vor der MAGELLAN hing eine grünliche Sonne und tauchte die Umgebung in schimmliges Licht.«
Eigentlich hatte ich gehofft bei der Lektüre eines NEO-Romans niemals etwas über grüne Sonnen zu lesen. Jemand wie ich, der sich lange und ausführlich mit Sternen und ihren Spektren auseinandergesetzt hat, sträuben sich dabei jedes Mal die Haare. Das war schon bei der PERRY RHODAN-Erstauflage der Fall.

Warum kann es keine grünen Sonnen geben?

Ganz einfach. Sterne verhalten sich wie schwarze Körper. Einen schwarzen Körper kann man mit einem Stück Eisen vergleichen. Wenn man es erwärmt, so glüht es zuerst rot dann gelb bis es weiß leuchtet. Könnte man Eisen noch weiter erwärmen, würde es irgendwann blau, dann violett und schließlich Ultraviolett leuchten. Das heißt, die Farbe eines Sterns hängt von seiner Oberflächentemperatur ab. Die wird in Kelvin angegeben. (Um das auf Grad Celsius umzurechnen, braucht man nur 273 Grad abzuziehen, was aber bei den hohen Temperaturen keine große Rolle mehr spielt.) Rote Sterne sind mit 3000 Kelvin kühler als gelbe Sterne mit 5500 bis 6000 Kelvin. Blaue Sterne erreichen Temperaturen von bis zu 23000 Kelvin.

Das Licht eines Sterns deckt mehr oder weniger das komplette elektromagnetische Spektrum ab. Von Radio bis hin zu Röntgen und Gammastrahlung. Von diesem riesigen Strahlungsspektrum können wir Menschen aber nur einen winzigen Teil wahrnehmen, nämlich das sichtbare Licht. Das wir dennoch rote, orange, gelbe, weiße und blaue Sterne sehen, liegt nicht nur an ihren unterschiedlichen Oberflächentemperaturen, sondern auch an unserer Farbwahrnehmung und dem Strahlungsmaximum. Das Strahlungsmaximum unserer Sonne liegt in der Mitte des sichtbaren Spektralbereich zwischen blau und rot (350-700 nm). Eigentlich bei ca. 500 nm das entspricht der Farbe gelbgrün. Theoretisch müsste unsere Sonne also grün leuchten, das tut sie aber nicht, weil sie, wie gesagt, auch genügend rotes und blaues Licht aussendet und dieses sich in unseren Augen zu gelb mischt. Sollte ein Stern wirklich grün leuchten, dürfte er keinerlei rotes und keinerlei blaues Licht aussenden, was aber wiederum den Gesetzmäßigkeiten der Strahlung eines schwarzen Körpers widersprechen würde.

Eine weitere spannende Tatsache ist, dass die Wahrnehmungskurve des menschlichen Auges, fast exakt dem Verlauf des Strahlungsmaximum unserer Sonne entspricht. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Mensch perfekt an die Sonne angepasst ist. Das heißt aber auch, wenn die Autoren Perry Rhodan auf einen Planeten schicken, der von einer blauen Sonne beschienen wird, dann sollte er eigentlich Probleme haben, etwas zu erkennen. Für ihn müsste es dort ziemlich dämmrig sein, weil das Strahlungsmaximum des Sterns nicht mit Perrys Wahrnehmungskurve übereinstimmt. Einfach weil viel zu wenig gelbes und rotes Licht vorhanden ist. Das wird von den Autoren aber meist ignoriert.

Das ein Sternenspektrum außer der Farbe aber noch viel mehr Informationen transportiert, hilft den Astronomen bei ihren Forschungen. Denn alles, was wir über ferne Sterne wissen, wurde aus ihren Spektren ausgelesen. Vor ein paar Jahren hielt ich einen Vortrag über Sternenspektren. Dazu gibt es eine kleine Zusammenfassung im PDF-Format.
Wer noch mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich das Buch »Sterne und ihre Spektren« von James B. Kaler erschienen im Spektrum Wissenschaftsverlag. Es ist eines der besten Bücher zu diesem Thema in meiner Sammlung, aber leider nur noch in Antiquariaten erhältlich.

Die SOL 88 ist unterwegs

Covergestaltung: Hans-Jochen Badura

Die nächste SOL ist im Anmarsch. Ende nächster Woche sollte jedes Mitglied der PRFZ sein Exemplar im Briefkasten haben.

Seit Sommer arbeiten die Redaktionsmitglieder und ich an dem Heft. Jetzt ist es endlich soweit.

Den Schwerpunkt stellt die STELLARIS-Serie mit Interviews und Beiträgen der Macher. Unteranderem blickt Wim Vandemaan (alias Hartmut Kasper) auf seine Zeit mit der Serie zurück, aber auch der Neue auf der STELLARIS – Olaf Brill – stellt sich den Fragen der Redaktion. Höhepunkt ist eine STELLARIS-Kurzgeschichte von Roman Schleifer.

Außerdem finden sich im Heft noch die Besprechungen zur EA und zu NEO und noch viele weitere Artikel aus und über das PERRY RHODAN-Fandom.

Ganz besonders gespannt bin ich, wie das Kreuzworträtsel bei den Lesern ankommt. Es ist ein Versuch und wenn er klappt, möchten wir öfter ein Rätsel anbieten. Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Wer also noch kein Mitglied der PRFZ ist und teilnehmen möchte, kann entweder schnell einen Mitgliedsantrag ausfüllen oder das Heft im Space-Shop der PRFZ einzeln bestellen.

Ich bin schon gespannt auf die Rückmeldungen.

Im Licht der grünen Sonne

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 159 – »Der falsche Meister« von Rainer Schorm

Ich tat mich vor allem mit der ersten Hälfte des Romans schwer. Erst im letzten Drittel wurde die Handlung so spannend, dass ich das Buch nicht nach drei Kapiteln wieder weglegen musste.

In den ersten beiden Dritteln erwartet den Leser viel astronomisches Wissen. Gammablitze, Dunkelwolken, Gravitationswellen, Vakuolen … das liest sich stellenweise fast wie ein Sachbuch aus meiner Astronomie-Bibliothek. Nicht uninteressant, geht aber zu Lasten einer spannenden Handlung. Es passiert wenig Spektakuläres. Man erfährt etwas über Sud, der im Situativ gefangen ist und von der Positronik des Situativs umsorgt wird. Der Doppelmutant Sid/Sue ist nicht sicher, wer er ist und leidet unter dem Transmitterdurchgang. Die Passagen haben mir vor allem dadurch gefallen, dass sie einen Blick in die Gedankenwelt von Sud geliefert haben. Solide geschrieben sind auch jene Szenen, in denen das Schiff schließlich von der MAGELLAN geborgen und Sud befreit wird.

In einer Dunkelwolke entdeckt die MAGELLAN neben dem Situativ auch einen Sonnentransmitter, der von Baar Lun als Ruine bezeichnet wird, sich bei einem Versuch mit einem Meteoriden aber als funktionstüchtig erweist. Wohin der Transmitter jedoch führt und was es mit den Gravitationswellen und Quantenfluktuationen auf sich hat, kann auch Genie Eric Leyden nicht erklären. (Ich tippe mal auf die Vergangenheit.)

Perry Rhodan hält sich an Baar Luns Plan durch die Dunkelwolke ins Donit-System weiterzufliegen, wo sich Faktor 1 aufhalten soll. Nach dem Tod des MdI im letzten Roman, soll sich Rhodan als Faktor X ausgeben, um ungestört ins Herz Andromedas vorzudringen. Ich gebe zu, dass der Plan des Moduls clever ist, aber ich frage mich auch, woher Baar Lun all das Wissen über die Meister hat, wo er doch seine Station nie verlassen konnte.

Der Plan funktioniert zunächst wie gewünscht. Doch dann taucht eine Rebellengruppe auf, die just bei der Ankunft der MAGELLAN von dem Strafplaneten zu fliehen versucht. Wieder werden wir Zeuge, wie sehr das Regime der Meister die Thetiser unterdrückt. Doch wir erleben auch, wie anfällig dieser Machtapparat in seiner Starrheit ist. Obwohl Faktor XII anwesend ist und es den Rebellen gelingt in die MAGELLAN einzudringen und sich dort zu verschanzen, kommt Rhodan mit seiner Maskerade durch. Er spielt den Überlegenen, weißt die Kommandantin der Station in ihre Schranken und scheint auch Faktor XII zu beeindrucken. Hier nimmt der Roman endlich Fahrt auf. Leider ist er dann auch ziemlich schnell wieder zu Ende, weil Gucky die Rebellen auf der MAGELLAN mit einer Paralysegranate außer Gefecht setzt. Danach ist der Weg nach Multidon – der Welt von Faktor I – frei und die MAGELLAN mit allen Befugnissen ausgestattet.

Für einen NEO lief das überraschend glatt. Angesichts dessen, dass es in dem System eine gigantische Armada von Raumschiffen gibt und auch, dass Rhodan bei einer Übertragung Atlan im Hintergrund zu sehen glaubt, hatte ich mit mehr Schwierigkeiten gerechnet.

Vor dem großen Finale bringt Rainer Schorm alle Figuren in die richtige Position und liefert ein paar nette astronomische Details, mehr aber auch nicht. Man merkt, dass der Autor sich mit Astronomie beschäftigt hat. Das war gut recherchiert, zumindest so lange bis (mal wieder) eine grüne Sonne aus den Tiefen des Universums hervorgezaubert wurde. – Zum hundertstens Mal: Es gibt keine grünen Sterne! Punkt! – Das ist spektral einfach nicht möglich. Ich denke, sowohl Rüdiger Schäfer als auch Rainer Schorm wissen das. Die grüne Sonne soll wahrscheinlich eine Hommage an die frühe EA sein, wo es ständig grüne Sonnen gab. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Zwischen den Figuren spielen sich die typischen verbalen Auseinandersetzungen ab, die Rainer Schorm in seinen Geschichten gern verwendet. Dabei ist Leyden wieder in seinem Element, aber auch zwischen Bully und Rhodan gibt es das eine oder andere Wortgefecht. Da der Autor es zurückhaltend einsetzt, wirkt es an den Stellen sogar erfrischend.

Fazit: Wer sich für Sterne und astronomische Phänomene begeistern kann, wird den Roman interessant finden. Ansonsten hält die Handlung wenig Spektakuläres für den Leser bereit. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht.

4 Antworten zum Heftroman

Mein Autorenkollege und Freund – Ben Calvin Hary – hat ein Video veröffentlicht, in dem er sehr unterhaltsam erklärt, was ein Heftroman ist. Das Video richtet sich an junge (junggebliebene) Leute, die noch nie etwas über Heftromane gehört haben. Aber auch Nerds, die sich damit auskennen, werden ihren Spaß haben.

Man merkt dem Multitalent Ben an, dass er beim Radio gearbeitet hat. Er agiert wie ein Entertainer, was mich nachhaltig beeindruckt. Ich würde mir das nicht zutrauen. Ich finde es aber schön, wenn es Menschen wie Ben gibt, die auf unterhaltsame Weise Fragen beantworten. Das ist wie Bloggen, nur in 4D.

Kommentare zu Star Trek-DISCOVERY

Viel wurde in den vergangenen Wochen zur neuen Star Trek-Serie geschrieben. Manche Fans äußerten sich positiv, andere eher negativ. Die meisten schrieben, die Serie würde nicht der Star Trek-Philosophie folgen. Nun, dass hat DEEP SPACE NINE in seinen späteren Staffeln auch nicht und trotzdem ist die Serie noch heute bei vielen Fans beliebt, vor allem bei uns Hobbyautoren.

Ich habe noch keine Folge von DISCOVERY gesehen, aber verfolge sehr aufmerksam die Reaktionen der Zuschauer. Vieles was ich lese, kommt mir bekannt vor. Ich kenne all die Diskussionen im Fandom bereits aus der Vergangenheit. Die gab es schon immer. Bereits zum Start von TNG flippten viele Fans aus. Star Trek ohne Kirk und Spock, das ging gar nicht. Und dabei war es gerade TNG, das Star Trek auf ein neues Niveau hob, es erfolgreicher machte, als jemals zuvor und – was noch viel wichtiger ist – eine neue Generation von Fans gewinnen konnte.

Star Trek war immer ein Kind seiner Zeit und die Serien haben immer zwei bis drei Staffeln gebraucht, bis sie rund liefen. Selbst ENTERPRISE, jene oft unterschätzte Serie aus den Zweitausendern, bekam eine geniale vierte Staffel geschenkt, bevor sie auf Grund von Umstrukturierungen vom Sender eingestellt wurde.

Bei DISCOVERY wird es genauso sein. Welchen Wert die Serie hat, und was sie für die Marke Star Trek bedeutet, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen, sofern die Sender und die Fans ihr eine Chance geben.

Einen, wir ich finde, sehr guten Kommentar zu Star Trek-DISCOVERY hat der Autor Andreas Plöger auf Teilzeithelden.de geliefert. Er setzt sich kritisch mit den Meinungen der Fans und der neuen Star Trek-Serie auseinander. Vielem, was er schreibt, kann ich nur zustimmen. Ich bin zuversichtlich, auch DISCOVERY wird ihren Weg finden und die Fans werden ihr folgen.

Tipps für die Autorenkarriere

Fast jeder der schreibt, hofft insgeheim oder ganz offen darauf, irgendwann einmal veröffentlicht zu werden. Manche Leute haben einfach Glück und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort und andere wiederum schreiben ihr Leben lang und werden dieses Ziel dennoch nie erreichen.

Man kann unter Umständen ein wenig nachhelfen. Was aber nicht bedeutet, dass sich der Erfolg damit schneller einstellt. Zumindest verbessert man seine Chancen.

Einen schönen Artikel zu diesem Thema entdeckte ich vergangene Woche bei dieZukunft, dem Phantasik-Onlineportal des Heyne-Verlags. Dort wird man nicht nur über die Neuerscheinungen in Sachen SF bei Heyne informiert, sondern auch über Allgemeines aus dem Phantastik-Genre. (Hartmut Kasper, einer der Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie, veröffentlicht dort regelmäßig seine Kolumne »Dr. When«.)

Sergej Lukianenko, der Großmeister der russischen Phantastik, erklärt bei dieZukunft in sechs Punkten, »wie man ein namhafter Fantastikautor wird«. Er geht dabei auf ein paar Beispiele aus seinem Kollegenkreis ein. Vor allem sollte man Geduld haben, viel lesen auch Genrefremdes, lieber weniger schreiben und dafür aber um so mehr überarbeiten. Ein ganz wichtiger Punkt – wahrscheinlich der Wichtigste überhaupt – ist »Networking«, wie man neudeutsch sagt, sich also mit Lektoren und Verlegern anfreunden.

Ich fand die Tipps hilfreich, weil sie sich auch mit meiner Erfahrung decken. Andere Hobbyautoren mögen das vielleicht anders sehen. Ich kann dem Mann nur zustimmen.

Wer den Artikel lesen möchte, kann das hier tun:
http://diezukunft.de/gastbeitrag/buch/wie-man-ein-namhafter-fantastikautor-wird

Erotisches Gebäck

Erotik-Cookies

Der Advent steht vor der Tür und wie für so viele bedeutet das auch für mich und meinen Mann, dass wir wieder backen werden. Insbesondere Elisenlebkuchen und die Speziallebkuchen nach Siebenbürgen-Sächsischen Rezept in Form von Raumschiffen und Figuren aus Star Wars und Star Trek stehen auf dem Programm.

Dieses Jahr möchte ich noch etwas Besonderes backen. Der Grund ist die schwarze Zuckerschrift, die ich vor kurzem erstanden habe und bei der ich sofort eine Idee im Kopf hatte – Plätzchen mit einem Hauch von Erotik. Die hatte ich vor einigen Jahren meinem Mann einmal zum Geburtstag geschenkt.

Ich gebe zu, sie sind nicht einfach herzustellen. Weil ich aber komplizierte Dinge liebe, werde ich in diesem Jahr einen verregneten Novembernachmittag nutzen und liebevoll ein paar Mürbteigplätzchen dekorieren. Mit ruhiger Hand und etwas Fantasie kann man damit ein Lächeln auf das Gesicht von Männern, wie auch Frauen zaubern. Bis es soweit ist und ich das Ergebnis präsentieren kann, zeige ich hier schon mal die Erotik-Cookies von vor ein paar Jahren.

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Quelle: Amazon

Ex Machina stand schon lange im Regal. Es dauerte, weil ich bisher nicht in der Stimmung war, ihn mir anzusehen. Zu sehr dominierten die Erinnerungen an A.I.. Den Film fand ich irgendwie beängstigend. Ich hatte hinterher ein ungutes Gefühl, weshalb ich ihn mir auch nicht wieder ansehen werde. Obwohl er rein technisch nicht so schlecht gemacht ist.

In Ex Machina geht es auch um Künstliche Intelligenz, um die Macht von Suchmaschinen und um die Unvollkommenheit des Menschen. Die Geschichte wird aus der Sicht eines jungen Programmierers gezeigt und das ziemlich spannend. Es dauert bis zum Ende, bis der Protagonist und auch der Zuschauer weiß, wer eigentlich der Böse im Film ist.

Die vier relativ unbekannten Darsteller überzeugen in dem Kammerspiel, das in einem futuristischen Haus spielt. Zeitlich könnte man den Film in der Gegenwart oder in einer nicht weit entfernten Zukunft verorten. Zumindest ist die Technik des Hauses nicht so fortschrittlich, wie die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Androidin. Wobei ich mich frage, ob es unbedingt notwendig ist, einer KI einen menschlich aussehenden Körper zu geben. Denn das verursacht ja am Ende das Problem. Aber da sind wir schon bei der Unvollkommenheit ihres Schöpfers. Dessen Narzissmus und Zwanghaftigkeit führt dazu, dass schließlich alles außer Kontrolle gerät. Eine sehr schöne Charakterrolle für Oscar Isaac (Poe Damaron in Star Wars – Das Erwachen der Macht).

Mein Mann und ich haben im Anschluss lange über den Film diskutiert und auf Schwachstellen abgeklopft. Aber schon die Diskussion zeigt, dass der Film etwas Besonderes sein muss, wenn man sich im Anschluss weiter mit ihm beschäftigt. Im Gegensatz zu A.I. sehe ich mir den Ex Machina sicher noch ein weiteres Mal an, allein wegen der Optik des Androidenkörpers.

Die SOL in den Clubnachrichten

Quelle: PR 2933

In der 540. Ausgabe der Clubnachrichten findet Hermann Ritter lobende Worte zur SOL 87 und zum Jubiläums-Newsletter Nr. 20. Das freut mich sehr. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung gibt nur noch wenige echte Fanzines. Die Fanszene spielt sich heute meist in Internet-Foren oder in den Sozialen Medien ab. Da ist es gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die Fanzines lesen und öffentlich darüber schreiben. Auch wenn es immer weniger werden.

Ich kaufe inzwischen nur noch die PERRY RHODAN-Heftromane, wenn die Clubnachrichten enthalten sind und die Nachrichten lese ich dann auch immer vollständig, den Heftroman selbst lese ich nicht. Der Roman wandert anschließend in einen Karton zur Aufbewahrung. Vielleicht komme ich ja doch irgendwann mal dazu, auch die Geschichten zu lesen.

Die letzte Bahn

Wenn ich dieser Tage mit dem Zug nach Thüringen fahre, dann mit viel Wehmut im Bauch. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich noch mit dem ICE von München bis Saalfeld reisen kann. Ab dem 10. Dezember ist Schluss, dann bleiben mir und den anderen Pendlern aus Saalfeld, Jena und Gera nur noch die Regionalbahnen. Es ist eine Tragödie, da wird die Lebensader einer ganzen Region abgeschnitten zugunsten einer einzigen Stadt in Thüringen nämlich der Landeshauptstadt Erfurt.

Die teure neue Strecke von Berlin nach München verspricht Fahrtzeiten von 4 Stunden, sofern man den Sprinter benutzt, der unterwegs nur in Halle, Erfurt und Nürnberg hält. Doch wie viele Menschen werden das Angebot für 150 Euro wirklich nutzen? Werden die Geschäftsleute nicht doch lieber weiterhin den Flieger nehmen und die Studenten den Flixbus für 29 Euro? Man weiß es nicht. Die Auslastung der Thüringer-Wald-Autobahn, die im gleichen Zuge gebaut wurde, hat bisher auch nicht das Ziel erreicht, was sich die Planer einst erhofften. Es wird wohl noch sehr sehr lange dauern, bis sie das Geld eingespielt hat, was sie gekostet hat. Damit das auf der Bahnstrecke nicht auch passiert, hat man das Verkehrsangebot auf der Saalebahn stark ausgedünnt. Nur ein einziger IC am Tag soll von Jena nach München fahren. Ein IC, der nur dann in der Fahrplansuche auftaucht, wenn man die Häkchen bei »schnelle Verbindung bevorzugen« sowie bei »Regionalbahn« und »ICE« ausschaltet. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Jenaer und Saalfelder sollen eben erst nach Erfurt fahren, um dann mit dem ICE nach München zu kommen. Dass das natürlich mehr kostet, ist klar, schließlich muss man als Saalfelder erst fünfzig Kilometer Richtung Norden fahren. Dabei geht es der Bahn doch nur darum, dass die Strecke die ausgegebenen Euros wieder einspielt.

Die meisten Menschen in Thüringen werden nicht von der Schnellstrecke profitieren. Im Gegenteil, sie werden sich Alternativen suchen oder gleich mit dem Auto fahren. Die Firmen am Universitätsstandort Jena werden über kurz oder lang ihren Sitz nach Erfurt verlegen, »weil man ja nicht mehr so einfach hinkommt«. Die Städte an der Saale, die in den Jahrzehnten nach der Wende mühsam ihre Infrastruktur aufgebaut haben, gehören zu den Verlieren des riesigen Komplotts, das schon Anfang der Neunziger geschmiedet wurde. Initiator Bernhard Vogel, Thüringens erster Ministerpräsident, wollte sich mit Hilfe seines Freundes Helmut Kohl ein Denkmal setzen. Er stellte die Weichen für dieses Milliardenschwere Prestigeprojekt, größer, schwieriger und teurer als alles was es zuvor gegeben hat. 10 Milliarden Euro hat das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 verschlungen und da sind die Umbauten der Bahnhöfe Halle und Erfurt nicht mit eingerechnet. Mit dem Geld hätte man die Saalebahn wahrscheinlich mehrfach ausbauen können. Vielleicht hätte man sogar die Weichen an der Strecke vergolden können.

Nach 26 Jahren ist sie nun fertig und es rollen bereits die ersten Züge. Auf der Strecke geblieben sind das dichtbesiedelte Ostthüringen und die Natur im Thüringer Wald. Selbst eine riesige Tropfsteinhöhle wurde dem Bau geopfert, für eine Fahrtzeitverkürzung von maximal zwei Stunden.

Die einzig wirklichen Gewinner sind die Baufirmen, die dieses gigantische Mahnmal, das boshaft auch »die längste U-Bahn Deutschlands« (wegen der 22 Tunnel) genannt wird, aus dem Boden gestampft haben. Der Steuerzahler muss blechen, für ein Projekt das keiner logischen und ökologischen Prüfung standhält. Das aber dennoch verwirklicht wurde, über die Bedürfnisse der Vielen hinweg.

Wer mehr zu dem Irrsinn lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Welt.