Christinas Multiversum

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Klima außer Kontrolle

Wenn man die letzten Tage an den Kalender geblickt hat, musste man schon genau hinsehen, dass wir erst Ende April haben und nicht bereits Ende Juni. 29 Grad im Schatten und seit Tagen nur Sonne und blauer Himmel, das kann nicht normal sein. Vor drei Wochen waren noch Minusgrade und jetzt ist Hochsommer. Noch nie habe ich so früh im Jahr Sonnencreme aufgetragen und bin in Sommerklamotten unterwegs gewesen.

Die Natur ist innerhalb von Tagen von Null auf Hundert gefahren. Im Garten meiner Schwiegereltern blühen neben der Forsythie bereits Kirschbaum und Flieder. Heute haben wir auf dem Weg nach Herrsching sogar schon blühenden Akazien und Kastanienbäume gesehen. Dabei sind die Insekten noch gar nicht so weit, um das alles zu betäuben. Unglaublich. Dabei ist es extrem trocken, weil es seit Wochen nicht richtig geregnet hat. Gut ist diese frühe Hitze bestimmt nicht.

Ich kann mich an Jahre aus meiner Kindheit erinnern, als es nicht mal Birkengrün für die Maidemo gab, und zu meinem Geburtstag Ende Mai noch die Tulpen blühten. Jedes Jahr bekam ich von der Nachbarin einen Strauß Flieder geschenkt. Im vergangenen Jahrzehnt war er zu diesem Zeitpunkt fast immer verblüht. Am besten erinnere ich mich an meinen ersten Winter in Ilmenau. 1995/96 lag von Anfang November bis Ende April ununterbrochen Schnee. Abends freute man sich noch, dass er wegtaut war. Aber, wenn man morgens die Vorhänge aufgezogen hat, war es draußen wieder weiß. Das war ähnlich frustrierend, wie die Sommerhitze, unter der wir jetzt leiden. Für pollengeplagte Menschen muss solches Wetter im Frühjahr die Hölle sein.

2007 war es im April auch schon mal so heiß. Da saßen wir beim Trekdinner draußen im Biergarten. Auch damals hat es den ganzen April nicht geregnet, erst der Mai brachte ein bisschen Feuchtigkeit. Ich hoffe nur, dass es jetzt nicht wieder (wie im vergangenen Jahr) so kalt wird, dass dann alles erfriert. Denn das wäre verheerend.

Machen wir uns nichts vor. Das Klima hat sich in den letzten 30 Jahren definitiv verändert. Der Herbst ist länger geworden, dafür haben wir kaum noch Frühjahr, weil der Winter meistens sofort in den Sommer übergeht. Ich fürchte, dass wir uns daran gewöhnen müssen, und das Extreme wie im April 2018 immer häufiger auftreten werden.

Terrassengärtnerei

Babychili

Ich habe eigentlich keinen »grünen Daumen«. Im Gegenteil, früher sind mir sogar Kakteen eingegangen, weil ich vergessen habe, sie zu gießen. Dass meine Mini-Orchideen im Fenster so gut gedeihen, liegt einzig und allein an der hohen Luftfeuchtigkeit in unserer Wohnung.

Anfang Februar entdeckte ich im Wartezimmer meiner Hausärztin in einer Gartenzeitschrift eine Methode, wie man aus Sämlingen Pflanzen zieht. Das musste ich gleich mal mit den Mini-Chilis ausprobieren. Der Stock war uns vor zwei Jahren im Winter eingegangen, nachdem er uns den ganzen Sommer über mit vielen scharfen Schoten beliefert hatte. Ich packte also ein paar der Samen in eine Petrischale und siehe da, es wuchsen kleine Pflänzchen. In dieser Woche wurde es nun Zeit sie zu pikieren. Das habe ich heute Nachmittag gemacht, während mein Mann sich um die groben Arbeiten gekümmert hat.

Engerlinge

Beim Vorbereiten der Pflanztröge für die Kartoffeln, stieß er dann auf das übliche Problem, was wir jedes Jahr haben. Engerlinge! Irgendwie scheint unserer Terrasse der ideale Brutort für Maikäfer zu sein. Leider ernähren sich die Larven von kleinen Wurzeln, weshalb uns vor drei Jahren der Weinstock eingegangen ist. Jedes Jahr im Frühjahr graben wir Dutzende weiße Larven aus der Erde und verfüttern sie anschließend an die Forellen im Bach, der nicht weit von unserem Haus vorbeifließt.

Wie man sieht, waren es heute besonders viele und besonders große Exemplare. Die Forellen zeigten sich auch dementsprechend überfordert, weil die meisten noch klein sind. Da kamen nur die größeren Kaliber in den Genuss des Lebendfutters.

Der forcierte Zerfall einer Gemeinschaft

Ich möchte heute eine kleine Geschichte erzählen, die sich möglicherweise genauso zugetragen haben könnte.

Es war einmal ein Planet mit vielen Bewohnern. Manche der Bewohner waren überaus intelligent, andere … nun ja … man weiß es nicht genau.

Vor vielen Jahren hatten sich auf dieser Welt zwei Großmächte verbündet, um einen Krieg gegen die Fraktion einer kleineren Macht zu führen, die damals noch keine war. Als der Krieg beendet war, zerfiel der kurzeitige Zusammenschluss der beiden Großen, und sie begannen damit, einen Krieg ohne Waffen gegeneinander zu führen. Die vielen Fraktionen auf dem Territorium zwischen den beiden großen Mächten vereinten sich indes zu einem Bündnis und formten eine dritte, kleinere Macht. Diese wuchs mit der Zeit und wurde immer größer und stärker. Grenzen fielen und alle Fraktionen der Gemeinschaft lebten solidarisch zusammen.

Das war den beiden Großmächten ein Dorn im Auge. Denn die kleinere Macht tat sich an, ihnen den Rang abzulaufen und sie an wirtschaftlicher und politischer Stärke auf dem ganzen Planeten zu übertrumpfen. Es galt also etwas zu unternehmen, um diese Macht zu schwächen. Weil das aber nicht offiziell und auf kriegerischem Weg ging, dachten sich die Hintermänner der Großmächte einen perfiden Plan aus, um die Gemeinschaft der Fraktionen auseinanderfallen zu lassen. Sie nutzten die Tatsache aus, dass das Bündnis sehr liberal und vor allem sehr solidarisch war.

Erst schürten sie Unruhen in den Grenzländern des Bündnisses. Diese gehörten zwar nicht dazu, standen aber an der Schwelle zur Mitgliedschaft. Die eine Großmacht annektierte sogar einen Teil eines solchen Landes, weil sie wusste, dass das Bündnis sich für den Mitgliedskandidaten einsetzen würde. Beide Großmächte verfügten außerdem Embargos und Handelsabkommen, welche das Bündnis schwächen sollten. Doch das alles funktionierte nicht so richtig.

Somit griffen sie zu drastischeren Mitteln und führten einen Stellvertreterkrieg in einem Land ihrer Wahl, das weit genug weg von ihnen lag, aber nah genug, damit eventuelle Kriegsflüchtlinge in das Territorium der Gemeinschaft fliehen konnten. Sie versorgten einfach zwei verfeindeten Parteien mit Waffen und sahen zu, wie diese das Land in Schutt und Asche legten. Wie erwartet flüchteten die Bewohner zunächst in die Nachbarländer. Als der Konflikt aber nicht endete, weil die beiden Großmächte weiterhin mit ihren Waffenlieferungen das Feuer schürten, wanderten die Flüchtigen weiter. Sie wurden mit offenen Armen vom Bündnis empfangen, was aber dazu führte, dass Menschen aus anderen Ländern das sahen und verständlicherweise nun ebenfalls dorthin wollten. Die Schwämme an Flüchtlingen führte tatsächlich zu Streitereien innerhalb der Gemeinschaft. Keiner wollte die vielen Menschen aufnehmen, es wurde gestritten und gefeilscht und die einstigen Grenzen wieder abgeschottet und verteidigt, damit ja keine ungebetenen Gäste mehr herein kamen. Die Lage beruhigte sich etwas, schwelte aber unter der Oberfläche weiter.

Die beiden Großmächte dachten sich daraufhin neue Aktionen aus, um das Bündnis in die Knie zu zwingen. Das Mittel ihrer Wahl war die Manipulation von Daten und Menschen über das weltweite Datennetz. Nutzer wurden getäuscht und Wahlen manipuliert. So kam es, dass die erste Fraktion nach einer beeinflussten Abstimmung aus dem Bündnis austrat. Doch statt die Verbliebenen nun gemeinsam an einem Strang zogen, zerstritten sie sich noch mehr. Politisch hetzte einer gegen den anderen, Misstrauen wurde gesät und Vorurteile gepflegt, die längst überwunden schienen. Damit verschob sich das Gleichgewicht von liberalen zu radikalen Ansichten. Was dazu führte, das immer mehr Populisten an die Spitze der einzelnen Fraktionen gelangten.

Der wichtigste Schachzug aber war, als eine Großmacht der anderen half, einen Präsidenten zu wählen, der so unberechenbar war, dass er die ganze Welt zuerst in Verwirrung und anschließend in einen globalen Konflikt zu stürzen drohte. Das alles geschah nur, um das Bündnis von den eigentlich wichtigen Dingen, nämlich dem Erhalt von Freiheit und wirtschaftlicher Zusammenarbeit abzulenken. Weitere Aktionen halfen dabei: vergiftete Spione, Handelskriege mit der vierten Macht, Skandale um Fahrzeuge mit unzureichenden Verbrennungsmotoren und immer wieder bewaffnete Konflikte und Terroranschläge.

Weil die Fraktionen innerhalb der Gemeinschaft unterschiedlicher Meinung waren, welcher Großmacht ihre Loyalität galt, zerstritten sie sich immer mehr. Sie ließen sich in die Konflikte hineinziehen und gingen geschwächt und mit materiellen sowie finanziellen Verlusten daraus hervor. Das Bündnis zerfiel, weil jede Fraktion glaubte, es allein besser machen zu können. Diejenigen, die dabei auf der Strecke blieben, waren die Bewohner des Planeten. Denn ihre Vision, dass alle friedlich miteinander zusammenleben könnten, starb zusammen mit dem Bündnis.

Die Gemeinschaft der Fraktionen hätte ein Zeichen für die ganze Welt setzen können, doch sie zerbrach an Misstrauen und Egoismus, weil sie die Gefahr, die von den Hintermännern der Großmächte ausging, nicht sahen oder sie ignorierten.

Der Bahnsteig der keiner mehr ist

Wir waren am Wochenende mal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs. Von Südostoberbayern nach Thüringen und wie schon in den vergangenen Monaten fühlt es sich an wie eine Odyssee. Dabei waren die Züge sogar einigermaßen pünktlich. Von den fünf Minuten abgesehen, die wir auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt später ankamen. Einmal war eine Weichenstörung und das andere Mal ein liegengebliebener Güterzug die Ursache.

Fast schon witzig war dagegen der Umstieg in Nürnberg auf der Hinfahrt. Dort wurden wir gebeten auszusteigen, weil der IC enden sollte und wir in den IC aus Karlsruhe umsteigen sollten. Der fuhr an diesem Tag aber nicht, weil der Bahnhof in Ansbach wegen einer Baustelle gesperrt war. Wir waren also gerade ausgestiegen und warteten am Bahnsteig, als die Anzeige wechselte. Sie informierte uns, dass der IC, mit dem wir gerade angekommen waren, als Ersatzzug weiter in Richtung Leipzig fahren würde. Was nichts anderes hieß, als das wir in denselben Zug wieder einsteigen durften. Da hätte man auch schon mal vorher eine Durchsage machen können. Aber wenn selbst das Zugpersonal (auf Anfrage) nicht sicher ist, wohin ihr Zug fährt …

Während wir auf der Hinfahrt Umsteigezeiten von einer halben Stunde hatten und dann auch noch quer durch die halbe Republik gefahren sind, war die Rückreise ziemlich sportlich. Am Münchner Bahnhof hatten wir nämlich nur neun Minuten, um von Gleis 19 auf Gleis 9 zu gelangen. Was an sich schon nicht so einfach zu schaffen ist, da zwischen den Bahnsteigen mehr als 500 Meter Wegstrecke liegen. In unserem Fall verkomplizierte sich das noch, weil der Bahnsteig von Gleis 11 momentan gebaut wird. Dort wo man sonst entlanggeht, klafft nun eine Baugrube auf einhundert Metern Länge. Um zu den Gleisen 5-10 zu kommen, muss man derzeit das Bahnhofsgebäude verlassen, auf dem Fußweg die Bayerstrasse entlanglaufen (sich dabei möglichst nicht von einem Radfahrer über den Haufen fahren lassen), an der Ampel vor der Paul-Heyse-Unterführung warten und anschließend die Treppen an der Unterführung wieder hochsteigen. Von da aus sind es noch 50 Meter bis man endlich am Bahnsteig angelangt ist. Wenn man also das Pech hat, im hinteren Zugteil des ICEs zu sitzen und erst den langen Weg am Zug entlang bis in die Halle laufen muss und dann wieder nach draußen, schafft man den Weg von gut einem Kilometer eigentlich nur im Dauerlauf.

Normalerweise plane ich das beim Fahrkartenkauf auch schon mit ein. Aber als ich die Fahrkarte vor einem Monat gebucht habe, stand da Gleis 11 (das ist noch in der Halle). Von den Bauarbeiten war auch in den aktuellen Daten der App nichts zu lesen. Wenn wir es also nicht schon bei der Hinfahrt gesehen und uns daraufhin auf der Rückreise gleich vorn in den ICE gesetzt hätten, hätten wir wahrscheinlich den Anschlusszug nicht geschafft.

Was dem Münchner Bahnhof fehlt, ist eine Querverbindung zwischen den Gleisen, die das Umsteigen erleichtert. Man muss diese ja nicht unterirdisch machen. Es würde eine einfache Fußgängerbrücke am Ende der Halle reichen. Auf den Umbauplänen, die derzeit in der Bahnhofsvorhalle präsentiert werden, fehlt aber eine solche Brücke. Das heißt, selbst nach dem kostspieligen Umbau, werden die Wege in München von Zug zu Zug nicht kürzer sein. Da frage ich mich ernsthaft, ob diejenigen, die das planen, eigentlich selbst mit dem Zug fahren.

Neue Rolle

Das habe ich mir bisher nicht vorstellen können. Ich als Ausbilder … der Wahnsinn!

Ab Herbst bekomme ich nämlich einen Azubi, dem ich dann die Dinge beibringe, die ich selbst erst im zurückliegenden Jahr gelernt habe. Der junge Mann hat die letzten beiden Tage Probe gearbeitet und es hat ihm so gut gefallen, dass er sogar schon im Mai als Praktikant anfangen möchte.

Ich gebe ja zu, so ein bisschen anstrengend ist diese neue Rolle schon. Man ist plötzlich Vorbild und muss sich zusammenreißen. Und man muss viel erklären und zeigen. Dabei muss ich meinen Hang zum Perfektionismuss etwas zügeln, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie es so schön heißt. Schwieriger ist es nebenbei noch die eigene Arbeit zu erledigen. Zumindest hält mich das beschäftigt.

Zum Glück ist der junge Mann recht pfiffig und hat mit Begeisterung die YouTube-Videos verschlungen, die es als Tutorials für die Software gibt. Da bin ich dann doch sehr froh, dass andere schon vorgearbeitet haben.

Frühsport

Seit ein paar Tagen mache ich wieder Frühsport. Soll heißen ich fahre mit dem Rad auf Arbeit.

Letzte Woche ging es beim ersten Mal noch ziemlich zäh. Die drei leicht aber stetig ansteigenden Kilometer zehrten an meinen Kräften. Ich brauchte doppelt so lange wie bei meiner Bestzeit im vergangenen Jahr.

Man merkt, dass der Winter und vor allem die vielen Erkältungen Spuren hinterlassen haben. Ich musste sogar eine Pause einlegen, weil ich völlig außer Atem war. Heute Morgen hat es dagegen Spaß gemacht. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, es roch nach Frühling und nicht nach Gülle, wie sonst üblich. Ich brauchte nur 15 Minuten. Na gut, kein neuer Rekord, aber für die erste Woche gar nicht schlecht.

Mal sehen, wie es morgen wird. Ich hoffe ja, dass es in den nächsten Wochen morgens trocken bleibt. Denn bei Regen macht mir das Fahrradfahren keinen richtigen Spaß.

Ach ja, ich brauche einen neuen Sattel. Irgendwie ist mir der alte plötzlich zu hart. Aber, vielleicht ist das auch nur Gewöhnungssache.

Ostern 2018

Ich wünsche allen Besuchern meines Blogs ein schönes Osterfest und einen fleißigen Osterhasen.

(Vielleicht wird das Wetter ja doch nicht so schlecht, wie vorhergesagt. Drücken wir die Daumen für einen Osterspaziergang im Trockenen.)

Frühblüher aus Perlen

 

Viel Raum für wenig Mensch

Wohnungsnot herrscht inzwischen nicht nur in den großen Städten, sondern auch auf dem Land. Zumindest in so beliebten Regionen wie der, in der wir leben. Der Mietwohnungsmarkt ist leergefegt. Es wird zwar viel gebaut, aber die Wohnungen gehen nur unter der Hand weg, oder sind für Familien schier unbezahlbar geworden. Für eine Wohnung zahlt man hier inzwischen so viel wie in anderen Regionen für zwei oder drei Einfamilienhäuser zusammen.

Durch meine Arbeit sehe ich die Grundrisse der Häuser und Wohnungen und staune immer, wie groß heutzutage gebaut wird. Kleine Einfamilienhäuschen oder Reihenhäuser gibt es quasi nicht mehr. Dafür werden riesige »Paläste« mit 150-200 Quadratmeter hingestellt, in denen dann maximal vier Leute wohnen. In manchen Eigentumswohnungen ist das Wohnzimmer so groß wie unsere ganze Wohnung. Wie ich in einer Fachzeitschrift lesen konnte, liegt die durchschnittliche Wohnfläche in Deutschland inzwischen bei 45 Quadratmeter pro Person. Demzufolge wohnen immer weniger Leute auf immer größerer Fläche. Eine, wie ich finde, fatale Entwicklung. Durch den massiven Neubau von Wohnungen und Häusern wurden in den vergangenen Jahren in der Gegend ganze Ortsteile aus dem Boden gestampft. Und das auf einer Fläche, auf der doppelt so viele Leute hätten wohnen können, wenn man zurückhaltender gebaut hätte. Leiden tut darunter nicht nur die Natur.

Dieser Gigantismus geht soweit, dass man im Möbelhaus inzwischen schon Probleme hat, Mobiliar für kleine Wohnungen zu bekommen. So taten wir uns vor zwei Jahren ziemlich schwer, für unser kleines Wohnzimmer eine Couch zu finden, die nicht gleich die Hälfte des Raumes einnahm. Am Samstag wollten wir einen Nachtschrank kaufen. Als ich der Dame im Möbelhaus erklärte, dass er nicht breiter als 38 Zentimeter sein dürfte, weil er sonst nicht ins Eck zwischen Bett und Wand passt, schüttelte sie verständnislos den Kopf. Die schmalsten Modelle, die sie führten, wären 45 Zentimeter breit. Sie schlug mir vor, doch einen Beistelltisch zu verwenden. Wir haben später doch noch ein passendes Stück gefunden, aber die Situation ist sinnbildlich.

Immer größer, immer weiter, immer höher … lange werden wir das nicht treiben können. Schon jetzt kann sich eine Familie den Bau eines Eigenheims kaum noch leisten. Die meisten Wohnungen, die ich plane, werden von gutverdienenden Pärchen oder von Rentnern gekauft, die ihr Haus verkauft haben und in eine Wohnung ziehen möchten. In den meisten Kinderzimmern, die es in diesen Wohnungen gibt, werden keinen Kinder wohnen. Sie werden zu Büros oder getrennten Schlafräumen gemacht. Was für eine Verschwendung. Nicht das ich das den Leuten nicht gönnen würde, schließlich bezahlen sie sehr viel Geld dafür. Aber ich frage mich, was machen die Eltern, die gerade soviel verdienen, dass sie über die Runden kommen? In wie vielen Familien müssen sich die Geschwister ein Zimmer teilen? Oder haben, wie ich damals, nur ein abgetrenntes Stück vom Elternschlafzimmer zur Verfügung.

Eigentlich wäre genügend Platz für alle da, wenn wir ein bisschen bescheidender wären und nicht buchstäblich auf so großem Fuß leben würden. Auch das ist eine Form von Energiesparen und Umweltbewusstsein. Doch dafür müssten auch die Bauherren, Immobilienfirmen und Kommunen umdenken. Leider geht es aber wie immer nur ums Geld.

Übrigens mein Mann und ich haben jeder 26,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Toyota Yaris Hybrid – ein Praxisbericht

Ein Dreivierteljahr fahren wir jetzt mit dem Yaris durchs Voralpenland. Bis dahin hatten wir einen Corsa mit Dieselmotor und waren eigentlich sehr damit zufrieden. Als im Frühjahr 2017 der Dieselskandal seinen Lauf nahm, beschlossen wir umzusteigen. Weil es bei Opel keinen bezahlbaren Hybrid gibt, entschieden wir uns für den Toyota.

Nach acht Monaten sind wir ziemlich ernüchtert. Das Auto hält nicht, was es verspricht. Der vom Hersteller angegebene Verbrauch von 3,6 l pro 100 km haben wir nicht ein einziges Mal erreicht. Trotz umsichtiger Fahrweise sind eher 4,6-5,1 l die Regel. Dabei gilt, je kälter es ist, desto mehr schluckt der Motor. Viele werden jetzt sagen, dass das doch ein guter Verbrauch für einen Benziner ist, aber wer zuvor einen Diesel mit 3,9 l gefahren hat, für den ist ein Liter mehr, nicht akzeptabel. Selbst der C3 von meinen Vater verbraucht als Benziner bei normaler Fahrweise nur 6 Liter.

Ursachenforschung – Warum ist das so? Es liegt vorallem am Gelände. In der Ebene und in der Stadt spielt der Elektromotor seine Vorteile aus. Selbst auf der Autobahn, wenn man einmal die 130 erreicht hat, rollt das Auto sparsam dahin. Besonders bei Stop and Go Verkehr macht er sich gut. Wir benutzen das Auto aber vorwiegend für Überlandfahrten durch hügeliges und bergiges Gelände. Damit kommt der Hybrid überhaupt nicht zurecht. An Steigungen heult der Motor auf, ohne dass das Auto spürbar beschleunigt. Man sitzt drinnen und bittet, das Automatik-Getriebe möge doch endlich schalten. Selbst beim Überholen und auf dem Beschleunigungsstreifen einer Autobahn muss man schon das Bodenblech durchdrücken, um dann doch nicht vor einem LKW auffahren zu können. Von den 100 PS, die das Auto haben soll, ist in solchen Situationen nichts zu spüren. Dafür steigt der Spritverbrauch, und trotz vollem Akku schaltet sich der Motor viel zu oft dazu.

Doch das ist nicht das einzige Problem, was wir mit dem Auto haben. Der große Wendekreis erschwert das Einparken auf engen Parkplätzen und in Tiefgaragen. Eine Tipfunktion beim Blinker gibt es nicht, was besonders auf der Autobahn nervt. Die Bedienung der Sitzheizung ist mit weiteren Schaltern unter der Handbremse versteckt und vom Fahrer nicht einsehbar. Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert nur zu 50 Prozent. Und die automatischen Scheibenwischer schalten sich auch schon mal ein, wenn es nicht regnet.

Ich könnte die Liste noch weiterführen. Wir sind ziemlich unzufrieden mit dem Auto, vor allem der hohe Verbrauch stört uns. Wir wollten ein sparsames Auto und bekamen einen Spritschlucker, der auch noch schwach auf der Brust ist. Weshalb wir das Auto verkaufen werden und uns wieder einen Corsa zulegen werden. Und ja, dem Trend zum Trotz wird es wieder ein Diesel werden. Wenn man auf dem hügeligen Land sparsam unterwegs sein will, kommt man momentan an einem Diesel nicht vorbei. Interessanterweise zahlen wir für den Toyota zwar weniger Steuern, dafür aber mehr Versicherung als für den Opel. Was sich in der Summe schließlich aufhebt.

Sommerzeit

Während die meisten meckern, möchte ich mich als Fan der Sommerzeit outen.

Endlich schlafe ich wieder bis zum Weckerklingeln und wache nicht eine Stunde zuvor auf, um mich dann schlaflos im Bett zu wälzen und um just fünf Minuten vor dem Aufstehen wieder einzuschlafen. So wie in den vergangenen vier Wochen, seit es morgens früher hell wird.

Ich war schon immer ein Frühaufsteher. Ich werde meistens wach, wenn draußen der Morgen graut. Auch die Jalousien helfen wenig, weil das Schlafzimmer nach Osten ausgerichtet ist. Die Abschaffung der Sommerzeit hieße für mich, dass ich noch früher aufwachen würde, als ohnehin schon. Denn dann würde es im Mai und Juni schon zwischen drei und halb vier Uhr morgens hell werden. Außerdem wäre es im Sommer abends schon früher dunkel und man könnte viel weniger draußen unternehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das gut findet.

Die Zeitumstellung ist für viele nur gefühlt lästig. Der Körper hat die eine Stunde innerhalb eines Tages kompensiert. Da ist so ein richtiger Jetlag von acht Stunden und mehr deutlich stressiger.

Also, ich finde die Sommerzeit gut und bin dafür sie beizubehalten.

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