Christinas Multiversum

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Von Baustellen und schlingernden Zügen

Mein Karma war an den letzten beiden Tagen wohl nicht das Beste. Ich war mal wieder mit der Bahn unterwegs und es lief alles andere als glatt.

Das begann schon damit, dass ich in Traunstein meinen Zug um zwei Minuten verpasste. Warum muss der auch ausgerechnet an diesem Tag pünktlich abfahren? Weil auf der Strecke gebaut wird, ging an diesem Tag auch nur alle zwei Stunden ein Zug. Somit verbrachte ich die Wartezeit in einem Café und laß den NEO 160.

Als der nächste Zug dann kam, hatte er selbstverständlich Verspätung. Unterwegs standen wir dann auch noch an der Baustelle und ich hatte in München ganze vier Minuten zum Umsteigen. Das hieß: einmal sportlich durch die Haupthalle des Münchner Bahnhofs gerannt. Das ist dann immer so wie bei einem Jump’n Run Spiel: Rennen, links Ausweichen, Springen, weiterlaufen, Springen, rechts ausweichen, sich zwischen zwei Reisenden hindurchquetschen und dann atemlos in den Zug hüpfen. Ich hasse es! Vor allem wenn der Zug dann wegen einer Störung nicht losfahren kann, und man sich völlig umsonst verausgabt hat.

Am Fahrtziel hatte der Zug gestern Abend dann glatt zwanzig Minuten Verspätung. Immerhin musste ich zwischendrin nicht umsteigen und konnte mit meiner komplizierten Fahrkarte noch die Zugbegleiterin verblüffen. Die machte nämlich große Augen, als sie meinen Fahrschein sah und fragte mich ernsthaft, wie so was geht. Also wenn die das nicht wissen, woher soll es dann der Bahnkunde wissen …?

Heute Morgen fuhr der Zug fast schon überpünklich ab. Und ich wunderte mich schon. Kurze Zeit später, dann die Durchsage: »Wegen einer Triebfahrzeugstörung müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Die Verspätung beim nächsten Halt wird voraussichtlich zehn Minuten betragen.« Wahnsinn! Das hatte ich auch noch nie.

Ich mach’s kurz, wir fuhren in einen Bahnhof auf einer Nebenstrecke, bekamen eine neue Lok und setzten die Fahrt in entgegengesetzter Fahrtrichtung fort. Das Ganze hat tatsächlich nicht mehr als zehn Minuten gedauert. Ich war nachhaltig beeindruckt. Das habe ich schon anders erlebt.

In Halle hatte ich dann das Vergnügen zum ersten Mal in einen dieser Doppelstock IC’s zu steigen. Aus weißer Voraussicht setzte ich mich lieber unten rein. Das war auch gut so. Das Ding schwankt schlimmer als ein Fischkutter auf Hoher See. Echt! Wenn man geht oder steht, wird man nach rechts und links geschubst. Da wird ein Toilettenbesuch zum Balanceakt. Ich möchte nicht wissen, wie das oben schlingert. Zumindest war der Zug pünktlich in Braunschweig. Ich bekam meinen Anschlusszug und bin heil in Wolfenbüttel angekommen.

Jetzt freue ich mich auf ein aufregendes Wochenende.

Fahrkartenakrobatik online

Puh! Ich habe jetzt hintereinander drei Fahrkarten gekauft. Online, über das Internetportal der deutschen Bahn und dabei habe ich das System ganz schön beansprucht.

Ich habe nämlich meine Tickets fürs kommende Wochenende gekauft. Eine der Fahrkarten soll über zwei Tage gültig sein. Früher, als es das Flexticket noch nicht gab, war das kein Problem. Da war der normale Fahrschein bei der Hinfahrt an zwei Tagen gültig und auf der Rückfahrt vier Wochen. Heute muss man schon tricksen, damit man das hinbekommt. Mittels »Aufenthalt» an »Zwischenhalten« kann man das erzwingen. Es bedarf ein bisschen Rechnerei, damit man die gewünschte Verbindung auch angezeigt bekommt, aber prinzipiell ist es möglich.

Warum so kompliziert? Nun ja, ich habe von der Verwandtschaft Toffifee-Schachteln mit Bahn-eCoupons bekommen. Mit einem Wert von immerhin 15 Euro. Der gilt aber erst ab einem Fahrkartenpreis von 49 Euro. Das heißt Hin- und Rückfahrt getrennt buchen und weil ich die Hinfahrt nicht ohne Stress an einem Tag schaffen würde (und auch weil die Fahrkarte nur 47 Euro kostet), mache ich einen kleinen Zwischenhalt daheim in Thüringen.

Wo wir bei der dritten Fahrkarte wären, die ich für mich und meinen Mann für Silvester gebucht habe. Da kam ich zum ersten Mal in den Genuss der Preise auf der neuen ICE-Trasse München-Berlin. Obwohl wir da gar nicht lang fahren. (Ich fahre doch nicht 100 km extra durch die Gegend und steige 5 mal um.) Die Preise sind für beide Strecken gleich, damit ja niemand auf die Idee kommt, nicht über die Neubaustrecke zu fahren. Wir zahlen 40 Euro mehr als im vergangenen Jahr und sind noch mal eine Stunde länger unterwegs. Wahnsinn! Wenn es nicht wegen der unsicheren Wetterlage wäre oder wegen des Staus an den Feiertagen, hätten wir das Auto genommen.

Wie ich schon seit Jahren prophezeie. Wir werden in Zukunft in unserer Mobilität eingeschränkter sein. Alles wird nicht nur teuerer – Flüge, Bahnfahrten, bald werden auch die Busunternehmen nachziehen – die Reisen werden auch immer länger dauern. Und komm mir ja nicht wieder jemand damit, dass man mit dem Auto schneller ist. Wenn ich mir den Verkehr der letzten beiden Jahre so ansehe, steuern wir auf ein Verkehrschaos zu. Und zwar schneller als uns lieb ist. Eben weil noch mehr Leute aufs Auto umsteigen, sei es wegen der überhöhten Preise oder des unattraktiven Angebotes. Zwar werden wir nicht ins Zeitalter von Pferd und Kutsche zurückfallen, aber die Zeiten grenzenloser Mobilität sind vorbei.

4 Antworten zum Heftroman

Mein Autorenkollege und Freund – Ben Calvin Hary – hat ein Video veröffentlicht, in dem er sehr unterhaltsam erklärt, was ein Heftroman ist. Das Video richtet sich an junge (junggebliebene) Leute, die noch nie etwas über Heftromane gehört haben. Aber auch Nerds, die sich damit auskennen, werden ihren Spaß haben.

Man merkt dem Multitalent Ben an, dass er beim Radio gearbeitet hat. Er agiert wie ein Entertainer, was mich nachhaltig beeindruckt. Ich würde mir das nicht zutrauen. Ich finde es aber schön, wenn es Menschen wie Ben gibt, die auf unterhaltsame Weise Fragen beantworten. Das ist wie Bloggen, nur in 4D.

Erotisches Gebäck

Erotik-Cookies

Der Advent steht vor der Tür und wie für so viele bedeutet das auch für mich und meinen Mann, dass wir wieder backen werden. Insbesondere Elisenlebkuchen und die Speziallebkuchen nach Siebenbürgen-Sächsischen Rezept in Form von Raumschiffen und Figuren aus Star Wars und Star Trek stehen auf dem Programm.

Dieses Jahr möchte ich noch etwas Besonderes backen. Der Grund ist die schwarze Zuckerschrift, die ich vor kurzem erstanden habe und bei der ich sofort eine Idee im Kopf hatte – Plätzchen mit einem Hauch von Erotik. Die hatte ich vor einigen Jahren meinem Mann einmal zum Geburtstag geschenkt.

Ich gebe zu, sie sind nicht einfach herzustellen. Weil ich aber komplizierte Dinge liebe, werde ich in diesem Jahr einen verregneten Novembernachmittag nutzen und liebevoll ein paar Mürbteigplätzchen dekorieren. Mit ruhiger Hand und etwas Fantasie kann man damit ein Lächeln auf das Gesicht von Männern, wie auch Frauen zaubern. Bis es soweit ist und ich das Ergebnis präsentieren kann, zeige ich hier schon mal die Erotik-Cookies von vor ein paar Jahren.

Ärger mit dem Reifendrucküberwachungssystem

… schon das Wort deutet es an, bei der Länge und Kompliziertheit müssen zwangsläufig Probleme auftreten.

Doch von vorn. Das moderne Auto von heute verfügt über jede Menge technologischen Schnickschnack, den man bisher nicht brauchte, der aber auf einmal unverzichtbar ist. Manches davon ist in meinen Augen sogar richtig sinnvoll, anderes nur Geldschneiderei. Das Reifendrucküberwachungssystem zum Beispiel. Das gibt es ja schon lange in der Formel-1 und da mag es auch notwendig sein, schließlich ist ein platter Reifen für einen Formel-1-Boliden nicht ganz ungefährlich. Nun hat es auch Einzug ins Auto des Normalbürgers gehalten. Unser neues Auto ist zwangsläufig damit ausgestattet. Eigentlich wollten wir das nicht, aber seit ein paar Jahren ist das System für Neuwagen verpflichtend. Man kommt also nicht drumrum. Für Leute, die gern ihre Reifen selbst wechseln, wie zum Beispiel meinen Mann oder seine Brüder, ist das System allerdings ein Albtraum. Nicht nur, dass der Preis für die Winterräder doppelt so hoch ausfällt, weil die Sensoren in den Reifen glatt 50 Euro pro Reifen kosten. Nein, die müssen auch noch mit dem Auto nach dem Reifenwechsel verheiratet werden. Und das kann nur – richtig – eine zertifizierte Werkstatt. Natürlich machen die das nicht kostenlos. Die Alternative ist: man kauft sich für viel Geld selbst so ein Gerät, was z. B. mein Schwager gemacht hat.

Mein Mann hat am Samstag zum ersten Mal Winterräder auf unseren Yaris montiert. Zumindest wollte er es, scheiterte aber schon mal daran, dass die mitgelieferten Radmuttern nicht passten. Also sind wir zum Autohaus gefahren und haben die richtigen Radmuttern gekauft. In der Anleitung hat er dann nachgelesen wie das mit den Reifedrucksensoren funktioniert und hat gemacht, was da steht. Das Auto war ganz brav und hat nicht gemeckert. Zumindest nicht bis wir heute Nachmittag nach Traunstein gefahren sind. Da machte plötzlich das Reifendruck-Symbol mit einem hektischen Blinken auf sich aufmerksam. Ich entdeckte dann in der Anleitung den versteckten Satz, dass man beim ersten Aufziehen der Winterräder deren ID-Code im Auto speichern muss, und das kann nur die Werkstatt. Wir fuhren also zum Toyota-Händler (bei dem wir das Auto nicht gekauft haben, weil die so unfreundlich waren), aber da war nur ein sehr junger Verkäufer da. Die Werkstatt hatte wegen der beiden Feiertage schon Feierabend gemacht. Nun müssen wir am Donnerstag nochmal hin. Der Autohändler will ja auch was verdienen. Denn genau dafür wurden solche Dinge wie ein Reifendrucküberwachungssystem entwickelt. Sonst würden die Monteure in den Autohäusern ja arbeitslos. Das geht gar nicht.

Die Moral von der Geschichte, wahrscheinlich ist es am gescheitesten, gleich die Reifen vom Händler draufmachen zu lassen. Da spart man am Ende zumindest Zeit und Nerven. Die Zeiten, in denen man selbst am eigenen Auto schrauben konnte, sind ein für alle mal vorbei.

Fauler letzter Urlaubstag

Am Donnerstag brachten wir den Mietwagen zurück und spazierten quer durch Playa Blanca zurück ins Hotel. Es war brütend heiß, mehr als dreißig Grad und die Sonne ballerte nur so vom Himmel. Das machte den Abschied einerseits leichter, weil es daheim nicht so heiß sein würde, andererseits aber auch schwerer, weil in Deutschland für die nächsten Tage ziemlich mieses Wetter angesagt war.

Wir erledigten noch schnell die letzten Einkäufe und zogen uns dann auf den Hotelbalkon zurück. Ich nutzte später die Gelegenheit, um ein paar Runden im Pool zu schwimmen. Ansonsten verbrachten wir den Tag mit Erholen, Kofferpacken und gutem Essen.

Der Abreisemorgen begann früh, weil wir schon um 7:40 Uhr abgeholt wurden. Der Flieger sollte zwar erst um 11 Uhr gehen, aber die Reiseunternehmen gehen auf Nummer sicher. Deshalb schwitzten wir am Flughafen nochmal zwei Stunden sinnlos vor uns hin und dann noch mal eine halbe Stunde im Flieger, weil die Flugsicherung keine Starterlaubnis gab. Dafür durften wir in der ersten Reihe sitzen. Da saß ich noch nie. Man hat zwar mehr Beinfreiheit, aber weil die Tische in den Armlehnen verstaut sind, kann man diese nicht hochklappen und fühlt sich etwas eingeengt. Sehr zum Leidwesen eines etwas beleibten Herrn, der in meiner Reihe saß und extra den Platz gebucht hatte und nun im Sitz eingeklemmt ausharren musste. Ich fand den Platz auch nicht so prickelnd, zumal ich schreiben wollte, und der versenkbare Klapptisch ziemlich unhandlich war. Dennoch schaffte ich es in drei Stunden meine Schreibaufgabe für Wolfenbüttel zu erledigen.

In München angekommen, fuhren wir zum Ostbahnhof und gingen gleich zum Trekdinner ins Restaurant-Bar-Portugal, wo wir uns völlig ausgehungert über das leckere portugiesische Essen her machten. Die Runde war für ein Halloween-Trekdinner klein und übersichtlich. Aber es waren Leute da, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Das war sehr schön. Nur waren wir so müde, dass wir uns halb acht schon wieder verabschiedeten. Schließlich stand uns bis nach Hause noch mehr als eine Stunde Zugfahrt bevor. Dafür hatten wir am Bahnsteig dann die Qual der Wahl. Wegen diverser Verspätungen bei der Deutschen Bahn fuhren gleich drei IC/EC-Züge hintereinander. Wir entschieden uns für den, der nicht so voll war.

Mein Fazit als ich später in die Kissen sank: auch wenn der Urlaub noch so toll war, im eigenen Bett schläft es sich doch am besten.

So! Und jetzt gehts wieder an die Arbeit für die SOL.

Im Kaktusgarten

Jardin de Cactus

Mit Kakteen stehe ich eigentlich auf Kriegsfuß, weil ich mich an den Exemplaren, die ich bisher besaß, immer verletzt habe, egal wie vorsichtig ich war. Aber im Kaktusgarten auf Lanzarote, geschaffen von Cesar Manrique, gibt es so außergewöhnliche Exemplare zu bestaunen, daran kommt man eigentlich nicht vorbei. Die Anlage ist wunderschön gestaltet und beherbergt Kakteen aus aller Welt. Es war das letzte touristische Highlight der Insel, das wir besuchten. Und weil das Wetter am Morgen ein wenig trüb, dafür aber umso wärmer war, passte der Besuch perfekt.

Unterwegs holten wir uns wieder eine Leckerei aus dem Café, das wir in Tahiche entdeckt hatten und nahmen auch gleich noch belegte Baguettes für Mittag mit. Die verspeisten wir im Hotel und ließen uns am Nachmittag noch ein wenig von der Sonne bescheinen, die inzwischen hervorgekommen war. Ich bewunderte das Kreuzfahrtschiff (Mein Schiff 4), das vorbei schipperte und kurz vor Sonnenaufgang fuhren wir ein letztes Mal mit unserem Mietwagen los.

Sonnenuntergang bei El Golfo, dass hatte ich mir schon zu Beginn des Urlaubs gewünscht. Und weil der Himmel im Gegensatz zum Vormittag wolkenlos war, bot sich am gestrigen Abend die Gelegenheit. Die Bucht sieht im Abendlicht noch viel romantischer aus, als am Tag. Und auch die Berge in der Vulkanlandschaft hatte einen besonderen Reiz. Wir machten ein paar Fotos bevor uns die Hitze zurück ins klimatisierte Auto trieb. Es war nach 18 Uhr und immer noch über 30° C warm, so heiß, wie an keinem der Tage zuvor.

Auf dem Weg zurück ins Hotel bewunderte ich ein letztes Mal, wie große Wellen gegen die Felsen der Küste schlugen, den Kontrast zwischen dem Schwarzgrau der Felsen, der weißen Gischt und dem tiefblauen Wasser. Das wirkt auf einem Foto bei Weiten nicht so beeindruckend, wie mit eigenen Augen beobachtet.

Was für eine Aussicht.

Beim Abendessen tobte die übliche Schlacht ums Buffet. Weil wir später dran waren, waren die Plätze draußen auf der Terrasse bereits besetzt und wir mussten uns drinnen in dem großen Saal mit Kantinencharakter platzieren. Es macht echt keinen Spaß zwischen Hunderten von Leuten, mit quiekenden Kleinkindern und maulenden Pubertieren zu speisen. Zumal die Engländer ohnehin einen etwas seltsamen Geschmack haben, was Essen betrifft. (Ich sage nur frittierte Marshmallows.) Zumindest die Pizza und die Tomatensuppe schmeckten, und das Geschirr war einigermaßen sauber, was an den letzten Tagen nicht immer so war. Sauberes Geschirr sollte man in einem Sterne-Hotel eigentlich erwarten können.

Den Abend verbrachten wir am Strand. Es war ungewöhnlich warm. Die Sterne und der Mond funkelten und die Lichter von Corralejo schienen über das Wasser zu uns herüber. Von fern erklang Musik aus einem der Hotels. Wir spazierten durch die Wellen, die sich am Strand brachen und nahmen später jede Menge Sand an den Füßen mit ins Hotelzimmer. Ein gelungener Tagesabschluss.

Mit dem Boot zum Strand

Caleton Blanco

Die ausgefallene Bootsfahrt von Montag holten wir gestern nach. Aber nicht nach Fuerteventura, sondern nach La Graciosa. Die Insel fehlte mir noch auf meiner Liste der besuchten Kanarischen Inseln.

Wir standen dafür ein bisschen früher auf als sonst und fuhren bis zum nördlichsten Ort Lanzarotes nach Orzola, wo wir genau zur Abfahrt des Bootes eintrafen. Ein paar Minuten später und die Fähre wäre weg gewesen. So setzten wir bei trüben Wetter und stürmischer See über. Ein paar Mal schwankte das Boot bedrohlich nach rechts und links und ich hatte echt Bedenken, dass ich bei dem Auf und Ab Seekrank werden würde. Doch der Skipper fuhr langsam und sehr vorsichtig, so dass es kein Problem war.

Auf der kleinen Insel nördlich von Lanzarote scheint die Zeit stehengeblieben. Es gibt keine asphaltierten Straßen, sondern nur Sandpisten und ein kleines Fischerdorf mit einem Hafen. In wenigen Minuten ist man aus dem Dorf heraus und kann entweder zur anderen Seite der Insel laufen oder am Wasser entlang. Die Strände sind naturbelassen. Sand wechselt sich mit blank geschliffenen Vulkangestein ab, in dem bei Ebbe kleine Wasserpfützen stehen. Dort kann man wunderbar Fischschwärme und kleine Krebse beobachten. Ich frönte meiner Sammelleidenschaft und tütete Muscheln und kleine Steine ein. Eine Hand voll grobkörniger Sand landete in einer Kaugummiverpackung. Den muss ich daheim mal mit der Lupe betrachten, da er nur aus den Resten von Meerestieren besteht. Fast zwei Stunden verbrachten wir auf diese Weise am Strand, bevor wir mit dem Boot nach Lanzarote zurückfuhren.

Wellenbrecher

An der Straße hielten wir noch einmal an der Caleton Blanco und spazierten durch Lavafelder zu einem kleinen Strand mit schneeweißem Sand, an den riesige Wellen brandeten. Das ist echt ein Geheimtipp, denn hier kommen normalerweise keine Touristenbusse vorbei. Ich sah staunend dem Wasser zu, wie es türkisfarben und weiß auf die schwarzen Lavafelsen traf. Mein Mann musste mich regelrecht von dem Anblick losreißen, sonst würde ich wahrscheinlich immer noch dort stehen. Zumindest hatte ich das Handy dabei und konnte ein paar Fotos machen. Denn der Akku unserer Kamera hatte schon auf der Rückfahrt mit dem Boot schlapp gemacht.

Im Hotel stellte ich dann fest, dass ich mir trotz Sonnenschutzcreme auf der Rückfahrt mit dem Boot einen kleinen Sonnenbrand am Arm geholt habe. Da sieht man später zu Hause wenigstens, dass ich im Urlaub war.

In den Feuerbergen

Grüße von Vulkan

Eigentlich wollten wir mit dem Schiff nach Fuerteventura übersetzen, allein der Preis von 112 Euro für die zehn Kilometer Überfahrt schreckte uns ab. Wir blieben also an Land und schlenderten die Strandpromenade entlang bis zum letzten Hotel vor dem Leuchtturm. Wir nutzten die Zimmerkarte aus unserem Hotel, um auf das Gelände des Partnerhotels zu kommen. Dort im Pool schwimmt nämlich ein Segelboot, was ich meinem Mann unbedingt zeigen wollte. Wir spazierten durch die Anlage bis hoch zur Straße, wo wir knapp den Bus verpassten, der in die Stadt zurückfuhr. Weil der nächste erst in einer halben Stunde fahren sollte, gingen wir zu Fuß zurück, bis wir doch ein Taxi heran winkten, das uns die letzten Kilometer bis ins unser Hotel brachte.

Statt der Bootstour beschlossen wir die Hauptattraktion auf Lanzarote anzusteuern – die Montanas del Fuego – die Feuerberge. Die Reiseleiterin hatte uns gewarnt, dass man mit dem Mietwagen ziemlich lange warten muss, bis man in den Timanfaya Nationalpark eingelassen wird, aber wir ließen uns nicht entmutigen. Die Autoschlange reichte noch nicht bis zur Straßen, was schon mal ein gutes Zeichen war. Wir warteten dann doch eine gute Stunde, bis die Autoschlange vor uns abgearbeitet worden war.

Ich nutzte die Zeit dazu, um die menschliche Natur zu studieren. Überall an der Straße stehen Schilder, dass man nicht aussteigen und die Lavafelder betreten soll. Was machen die Leute, kaum dass sie im Stau stehen? Aussteigen und in der Landschaft herumrennen. Wir beobachteten, wie sich ein Kind bei einem Sturz auf die scharfkantigen Felsen eine ziemlich schlimme Verletzung holte. Wie zwei Spanierinnen die eindeutigen Zeichen des Parkwächters ignorierten, und in der Gegend herumspazierten. Und wie drei Grazien in langen Kleidern und Stöckelschuhen die Autoschlange entlang wanderten, um schneller vorwärts zu kommen, und dann schließlich auf dem Parkplatz in der prallen Sonne auf das Auto ihres Begleiters warten mussten.

Ich verstehe jetzt genau, warum man nur mit dem Bus in die Kernzone des Nationalparks gelassen wird. Wir hatten das eigentlich nicht vor, machten es aber dann trotzdem. Wenn wir schon einmal da sind. Die Busfahrt dauerte fast eine Stunde und mir war von dem Auf und Ab und dem Hin und Her am Ende richtig schlecht, dafür habe ich aber ein paar schöne Ausblicke genossen und tolle Fotos von Vulkanschloten gemacht. Oberhalb des Parkplatzes folgten wir vor dem Restaurant noch den Vorführungen der vulkanischen Aktivität. Es ist schon spektakulär, wenn man spürt, wie heiß es dort oben aus Boden kommt. So heiß, dass ein Eimer Wasser zu einem fauchenden Geysir wird.

Den späten Nachmittag verbrachten wir im Hotelzimmer mit Kaffee und dem leckeren Kuchen, den wir aus der Bäckerei mitgenommen hatten.

Natur und Kunst im Einklang

Der Sonntag begann ähnlich trüb wie der Samstag. Weil wir noch ein Ticket für die Cueva de los Verdes hatten, fuhren wir in den Norden. Die Berge zeigten sich streckenweise Wolken verhangen. Hinter Arrecife regnete es sogar ein wenig, wobei man das nicht wirklich als Regen bezeichnen kann. Es war eher ein Nieseln, das nicht mal den Staub auf dem Auto löschte. Dafür war es aber trotz des bedeckten Himmels nicht kalt, als wir bei den Lavahöhlen ankamen.

Diese sind ziemlich beeindruckend. Leider war die Gruppe, mit der wir die Führung machten, ein wenig zu groß. Viele hatten außerdem kleine Kinder dabei, die dann Untertage laut zu weinen anfingen, so dass man die Erklärungen der Höhlenführerin kaum verstehen konnte. Zu künstlerischen Zwecken ist die Höhle auch nicht besonders gut ausgeleuchtet, was meiner Nachtblindheit nicht gerade förderlich war. Besonders groß sollte man auch nicht sein, wenn man dort hinabsteigt, denn wenn man nicht aufpasst, schlägt man sich leicht den Kopf an. Lohnen tut sich ein Besuch aber allemal. Der riesige Lavatunnel ist in mehrere Ebenen unterteilt, durch die sich ein Fußweg von zirka einem Kilometer Länge windet. Am Ende gibt es ein Auditorium, in dem Konzerte stattfinden, weil hier die Akustik besonders gut ist. Auf dem Rückweg erteilte die Führerin striktes Fotografierverbot, weil der Weg so »gefährlich« ist. Das stellte sich schnell als großer Bluff heraus. Denn das Loch an dem der Weg entlang führte, war schlicht ein unterirdischer See. Deswegen auch das Verbot zu fotografierten, denn spätestens beim ersten Blitzlicht hätte man das durchschaut. Ich fand es aber dennoch beeindruckend, weil sich der See direkt über dem Lavatunnel befindet, in dem das Auditorium liegt.

Nach etwas mehr als einer Stunde tauchten wir aus der Dunkelheit wieder auf und gingen zum Parkplatz. Die Lavafelder im Norden sind schon älter, das merkt man vor allem daran, dass sie bewachsen sind. Überall standen Sukkulenten und Büsche mit kleinen gelben Blüten, der rostrote Lavafelsen war mit grauen Flechten bedeckt. Was mir unheimlich gut gefallen hat.

Auf dem Rückweg entdeckten wir kurz vor Arrecife eine Bäckerei mit Café am Straßenrand. Wir hielten und gingen hinein. Drinnen roch es verführerisch nach gebackenem Brot und die vielen kleinen Torten und Kuchen in der Auslage ließen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wir beschlossen einen Cappuccino zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen, obwohl es kurz nach Mittag war. Und natürlich nahmen wir für die nächsten Tage etwas mit.

Nächstes Ziel war die Fundacion Cesar Manrique – das ehemalige Wohnhaus des Künstlers, das er in mehrere Lavablasen gebaut hat. Zuletzt besuchte ich das Haus 2003. Ich weiß es deshalb so genau, weil mir erst vor kurzem der Kassenbeleg vom Eintritt in die Hände fiel. 4,50 Euro habe ich damals bezahlt. Inzwischen sind es 8 Euro, die man für die Besichtigung des Hauses berappen muss. Ein bisschen viel, wenn man mich fragt, aber weil wir nun schon mal da waren, gingen wir auch rein. Man sollte das architektonische Kunstwerk, das sich fast nahtlos in die Lavalandschaft einfügt, unbedingt gesehen haben. Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die dort sofort einziehen würde. Wenn ich wieder daheim bin, werde ich die entsprechenden Fotos nachreichen.

Gegen halb vier waren wir zurück im Hotel, wo ich mich gleich wieder dem Schreiben widmete, schließlich hatte ich mir vorgenommen jeden Tag etwas zu schreiben.

Vom Strand über den Berg in die Höhle

Der Pool im Lavastrom

Lanzarote hat einiges zu bieten, nicht nur Vulkane und Lavafelder. Einiges davon wollte ich meinem Mann zeigen, deshalb fuhren wir gestern mit dem Auto in den Norden.

Zunächst steuerten wir den größten Strand der Insel an. Die Playa de Famara ist ein Surferparadies und gehört zu den gefährlichsten Stränden auf den Kanaren. Der weiße Sandstrand ist flach und breit und zieht sich Kilometerlang, doch eine Unterströmung im Wasser macht ihn für Badegäste tückisch. Weshalb auch die ganze Zeit über die rote Flagge über dem Strand weht. Dutzende von Surfern trauten sich dennoch in die Wellen. Wir zogen die Schuhe aus und spazierten über den Sand, ließen uns das Meer um die Füße spülen. Aber weiter als ein paar Meter trauten wir uns nicht in die Brandung.

Nach dem Strandbesuch fuhren wir zum Mirador der Rio, einem Aussichtspunkt am nördlichsten Punkt der Insel, der von Cesar Manrique entworfen wurde. Der futuristisch aussehende Ort war schon Schauplatz von Kinofilmen. Hier hat man einen sensationellen Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa.

Ein weiteres Werk des Künstlers und Architeken Manrique besichtigten wir im Anschluß. Die Jameos del Aqua sind ein ehemals unterirdisch verlaufender Lavastrom. Die Hohlräume, die die Lava hinterlassen hat und die teils eingestürzt sind, hat Manrique in ein architektonischen Kleinod verwandelt. Es gibt ein Restaurant, eine Grotte in der weiße Tiefseekrebse leben, einen Pool und ein Auditorium, dass man aber gestern leider nicht besichtigen konnte, weil gerade eine Veranstaltung stattfand. Oberhalb gibt es noch ein Museum über Vulkanismus, das einer dringenden Modernisierung bedürfte. Ich konnte mich nicht sattsehen, an dem Pool, den Palmen und dem schwarzen Lavagestein. Überall entdeckte ich harmonisch angelegte Sitzecken, eine Bar oder ein kleines Café. Sogar die Toiletten wurden in den Basalt eingefügt und werden von oben über Schächte mit Licht versorgt. Wenn man dort einen genauen Blick riskiert, kann man die Männer von oben vor den Pissbecken beobachten. Das fand ich witzig. Zumindest machte ich von den Jameos jede Menge Fotos, bis plötzlich der Akku der Kamera streikte. Der Ersatzakku lag natürlich im Hotel. Aber zum Glück gibt es Smartphones und so konnte ich doch noch ein paar schöne Aufnahmen der Anlage von oben machen.

Jameos del Aqua

Die Rückfahrt ins Hotel dauerte ungefähr eine Stunde. Unterwegs stoppten wir an einem Supermarkt und versorgten uns mit Wasser und einer Kleinigkeit zum Kaffee.

Am Abend kam Wind auf und mich fröstelte es während des Spaziergangs auf der Strandpromenade. Heute Morgen war der Himmel dann bedeckt und als wir beim Frühstück saßen, regnete es sogar ein paar Tropfen. Das »schlechte« Wetter (es waren trotzdem 23 °C) nutzten wir gleich aus, um ein wenig herum zu gammeln. Zuerst beobachteten wir von der Strandpromenade die Leute am Strand und die mühsamen Versuche eines Surfers und zweier Segler sich über Wasser zu halten. Dann fuhren wir zum Leuchtturm, wo ich fasziniert den Wellen zusah.

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