Stardust – Das Finale

Band 12 – TALIN erwacht – von Uwe Anton

Perry Rhodan trifft hier ein paar sehr fragwürdige Entscheidungen. Nun ja, dass lässt ihn zumindest menschlich erscheinen und wäre noch nachvollziehbarer gewesen, wenn seine Sorge um Eritrea auch in den vergangenen Romanen tiefer und eindeutiger thematisiert worden wäre. Aber außer Rüdiger Schäfer hat das keiner der Autoren so richtig hinbekommen, schade.
Der ARA-Mediziner löst endlich das Rätsel um das Virus und entwickelt ein Gegenmittel. Jetzt war dann die Pflanze aus der Vergangenheit doch noch hilfreich. Also wenn ich es nicht genau wüsste, würde ich sagen, der Autor wäre Biologe. Für die weit ausholenden abstrakten virologischen Erläuterungen benötigt man als Leser fast schon ein abgeschlossenes Biologiestudium. Nicht das mich das gelangweilt hätte, ich verbuche es als Wissensgewinn, bin mir aber nicht sicher, ob das jeder so sieht.
Endlich erfährt man auch, warum der Generex nicht auf Sepura 2 angeriffen wurde. Dass System war von Amöbenraumern abgeriegelt. Ein klitzekleiner Hinweis dazu in einem der letzten Romane wäre schön gewesen.
Und wieder werden in einer gigantischen Schlacht im Stardust-System viele Raumschiffe und Flottenmitglieder sinnlos geopfert. Das ist etwas, was mich bei den Stardustromanen am meisten gestört hat, diese zielstrebige Sinnlosigkeit, mit der sich die Beteiligten in die Schlacht werfen. Als hätten sich die Menschen in 3000 Jahren nicht signifikant weiterentwickelt.
Das Rätsel um Posimons Herkunft wird nun doch nicht aufgelöst, stattdessen macht sich die Positronik selbst auf die Suche. Wie es scheint, wusste der „Expokrat“ selbst nicht, was er damit machen soll.
Das Ende des Generex kommt überraschend schnell und ein wenig zu unspektakulär. Gut, sein riesiges Schiff zerfällt nachdem es nochmal richtig Schaden auf der Heimatwelt der Stardustterraner angerichtet hat. Aber irgendwie hatte ich da etwas mehr erwartet. Wenigstens wird Rhodan dabei seiner Heldenrolle gerecht.
TALIN – die Superintelligenz – gibt sich menschenfeindlich. Das ist keine große Überraschung. Wenn TALIN etwas an den Stardustterranern gelegen wäre, hätte er das Auftauchen des Generex von Anfang an verhindert. Und sind wir mal ehrlich, im Grunde genommen ist ES auch kein wirklicher Menschenfreund. Immer wieder nutzt er die Aktivatorträger und die Menschheit für seine Spielchen aus.
Eritrea Kush spielt im Abschlußband leider nur noch eine untergeordnete Rolle und die Abschiedsszene deutet es an, wir werden von der Admiralin wohl lange Zeit nichts mehr hören, wenn sie überhaupt mal wieder zum Einsatz kommen sollte. Ich versteh’s nicht – da baut man eine Figur auf und lässt sie sang und klanglos fallen.

Morgen gibt’s dann zum Abschluß der Stardust-Woche mein Fazit.

Stardust – Verwehende Ideen

Band 10 – Allianz der Verlorenen von Rüdiger Schäfer

Der Autor kann wunderschön erzählen, doch man merkt es ihm an, dass er mit dem Stoff des Exposés nicht glücklich ist. So konzentriert er sich mehr auf einen Nebencharakter, der ihm einen gewissen Freiraum bietet. Das ist für mich der stärkere Teil des Romans. Die Schlacht gegen die Amöbenschiffe und Rhodans sinnloser Vorstoß nach Tark wirken dagegen wie hilflose Versuche die unlogische Handlung voranzutreiben. Dabei liefert der Autor eine solide Arbeit ab. Allein es scheitert an der Haupthandlung. Der übermächtige Gegner lässt den Protagonisten inzwischen kaum noch Spielraum. Und der von Tondesi gesendete Überrangbefehl, erinnerte ein bisschen zu sehr an den „Schlaf“-Befehl von Data in der Star Trek Folge „Angriffsziel Erde“, der die Borg in die Regenerationsphase schickt.
Der Aktivatorträger und Sofortumschalter Rhodan wirkt bei seinem Einsatz viel zu zaghaft und von Moral geläutert und erinnert fast schon an den Rhodan der NEO-Serie. Wenn er schon zu Beginn seiner Laufbahn so rücksichtsvoll gewesen wäre, hätte es das Solare Imperium wahrscheinlich nie gegeben. Manchmal müssen eben zwangsweise Opfer gebracht werden, um eine Zivilisation zu retten. Zu früheren Zeiten hätte er wohl ohne zu Zögern eine Arkonbombe auf Tark gezündet.
Als großen Fehler sehe ich auch, dass sich die Stardust-Flotte so einfach aus dem Staub macht, während die Amöbenschiffe „schlafen“ gelegt wurden. Ein paar Sprengsätze hier und da und die Flotte des Generex wäre Geschichte gewesen oder zumindest beeinträchtigt.
Was ich mich ja die ganze Zeit über frage: Warum versuchen die nicht den Generex direkt auszuschalten, die müssten doch inzwischen mitbekommen haben, dass er sich auf Sepura 2 aufhält?

 

Band 11 – Verwehendes Leben – von Roman Schleifer

Band 11 trägt den pathetisch klingenden Titel „verwehendes Leben“ und irgendwie geht’s hier so negativ weiter wie zuvor. Eritrea Kush gezeichnet vom bevorstehenden Tod verhält sich plötzlich zickig hoch 3, feindet Rhodan an und will nicht mal mehr mit ihm reden. Die Stardust-Flotte ist den Amöbenschiffen des Generex völlig hilflos ausgeliefert. Anthur spielt den Rachegott und glaubt doch tatsächlich der Generex ließe ihn dafür am Leben. Was ich eigentlich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist: Warum hasst Anthur Rhodan so sehr? Liegt das am Einfluss des Generex?
Einzig Perry Rhodan scheint etwas zu unternehmen, er ersinnt einen Plan, um die Amöbenschiffe abzuwehren. Dafür schickt er eine zusammengewürfelte Truppe aus einem Wissenschaftler, einem Straftäter und dem blutjungen Techniker aus Band 2 auf ein Himmelfahrtskommando. Der alternde Professor hat null Raumerfahrung dafür ein um so größeres Ego und fungiert als Ersatz für die weibliche Blueswissenschaftlerin aus Band 5. Angeblich kann sie nicht mitmachen, weil sie schwanger ist. Da hab ich nur noch gedacht: Häh?
Genau da liegt nämlichen das Problem der Autoren mit Frauenfiguren. Zum einen: Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit und kein Hinderungsgrund für einen solchen Einsatz, zumal Güramy noch nicht so lange schwanger sein kann (Eine Blues-Schwangerschaft dauert laut Perrypedia 3 Monate). Seit ihrem Einsatz sind jedoch höchstens 4 Wochen vergangen. Zum anderen geht es hier doch um die Existenz der Stardustmenschheit, wenn der Einsatz schief geht, sterben alle und da werden ganz sicher auch für schwangere Bluesfrauen keine Ausnahmen gemacht. Was hat sie also zu verlieren? Hatte der Autor etwa ein Problem damit, eine weibliche Figur agieren zu lassen? Stattdessen nimmt man den am ungeeignetsten Kandidaten mit. Mag ja sein, das der Professor sich mit der Theorie auskennt, aber was nützt das, wenn er dem Druck der Mission nicht standhält und beinahe durchdreht.
Der Showdown am Ende überrascht mit dem vorzeitigen Tod von Anthur und einem unbefriedigenden Cliffhanger um Rhodan und Eritrea.
Sorry, aber vielleicht wäre der Titel „verwehende Ideen“ irgendwie passender gewesen.

Morgen berichte ich dann über den letzten Band des Stardust Zwölfteilers.

Stardust – Am Ende

Band 8 – Anthurs Ernte – von Andreas Suchanek und Band 9 – Das Seuchenschiff – von Dennis Mathiak

Band 8 führt den Leser nach Horatio. An vielen Stellen des Kugelsternhaufens wird gegen die überlegenen Amöbenschiffe des Generex gekämpft, von neun Planeten werden Tausende von Leuten entführt, während der Rest der Bevölkerung einem rätselhaften Virus zum Opfer fällt. Die Stardustflotte muss dabei völlig hilflos zusehen und was macht die Flottenchefin? Die besucht zusammen mit dem Polyport Präfekten (Perry Rhodan) einen Planeten, der kurz vor dem Angriff der Amöbenschiffe steht. Also mal ehrlich, das klingt nicht nur selbstmörderisch, dass ist es auch. Eritrea bringt in diesem Fall nicht nur sich und die Mannschaft der FUNKENREGEN in Gefahr sondern auch Perry Rhodan. Ihr Ziel in allen Ehren, sie möchte die Evakuierung das Planeten organisieren, aber das geht ja wohl auch anders. Wozu ist sie die Chefin der Flotte, wenn sich die Planetenregierung von ihr nix sagen lässt? Das mit der Madenjagd war ja ganz nett, erinnerte mich aber irgendwie an die Hornschreckenplage. Der Autor gibt sich alle Mühe, kann aber das holprige Exposé nicht kompensieren. Die Geschichte klingt wenig durchdacht und lässt die Protagonisten an manchen Stellen, mehr als unlogisch handeln.
So kommt es, wie es kommen muss, Eritrea und Rhodan können sich gerade noch retten, sind aber mit dem Virus infiziert. Einer der armen Teufel aus Eritreas Team (Mehul Tondensi) wird von den Jaroc um Anthur entführt und das führt uns zu Band 9.

So hoffnungslos wie die Lage hier dargestellt wird, will man ehrlicherweise gar nicht mehr weiterlesen. Wenn selbst Eritrea nicht mehr an ein gutes Ende (eine Heilung vom Virus und an den Sieg der Stardust Terraner) glaubt, wie bitte, soll es dann der Leser tun. Das furchtbare Schicksal Tondensis macht das Ganze noch schlimmer. Ich habe selten einen so negativen PR-Roman gelesen. Ehrlich, wenn ich etwas über Katastrophen, Seuchen und Kriege erfahren will, dann schalte ich die Nachrichten ein oder lese Zeitung. Von einer Science Fiction Serie wie Perry Rhodan verspreche ich mir einen gewissen „Sense of Wonder“, aber der geht hier zwischen all dem Fatalismus unter. Sorry! Mir fehlen dazu ehrlich gesagt die Worte.

Wenn nicht Band 10 wieder aus der Feder von Rüdiger Schäfer gewesen wäre, ich glaube, dass ich an dieser Stelle aus der Serie ausgestiegen wäre.

Stardust – Reise in die Vergangenheit

Band 6 – Whistlers Weg und Band 7 – Die Pahl-Hegemonie

Es ist mir eine ganz besondere Freude hier den Stardust-Doppelband von Rüdiger Schäfer zu rezensieren, denn Band 6 und 7 entpuppen sich tatsächlich als echter Lichtblick. Nicht nur das sie stark geschrieben sind, nein man bekommt endlich auch die langersehnten Informationen zum wie und warum. Es ist eine wahre Informationsflut die da über einen hereinbricht. Das Exposé schwächelt zwar immer noch, aber wenigstens gelingt es Rüdiger Schäfer es mit Leben zu füllen.
„Whistlers Weg“ fand ich sogar so gut, das ich ihn zweimal gelesen habe. Die Art wie der Autor auf die Beziehung zwischen Perry und Eritrea eingeht, ist so gefühlvoll inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Als Eritrea in der Traumsequenz angeschossen wird, habe ich den Atem angehalten und gehofft, dass ihr das Schicksal von so vielen ehemaligen Partnerinnen Perry Rhodans erspart bleiben möge. Auch Whistler Bericht, wie er zum Boten der Superintelligenz TALIN wurde, ist nicht nur informativ, sondern auch nachvollziehbar. Das Tempo ist hoch, die Handlungen in der Basisstation sind dicht erzählt und man wünscht sich, dies wäre auch bereits bei den vorherigen Bänden der Fall gewesen.
Was ich aber nicht ganz verstanden habe: Wie hängt der Splitter von Vatrox-Vamu mit den Geschehnissen um den Generex und der Pahl-Hegemonie zusammen? Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

Völlig unsinnig erscheint mir jedoch die Reise in die Vergangenheit in Band 7. Was sollte das? Die Informationen hätten die drei (Rhodan, Kush und Tinga) auch von Whistler bekommen können. Warum sie in die Vergangenheit schicken, wenn sie dort eh nichts ausrichten dürfen (Stichwort Zeitparadoxon)? Zumal, welche Paradoxien für die Menschheit sollen bitte bei einer Reise von 180 000 Jahren in die Vergangenheit auftreten? Ich finde, die Zeitreise wäre nur dann sinnvoll gewesen, wenn man dadurch die Geschehnisse für die Zukunft tatsächlich hätten ändern können. Aber so riskieren unsere Helden die Reise einzig, um an Informationen und eine Blume zu gelangen, die ihnen aber anscheinend nicht weiterhelfen wird. Das klingt nicht gerade logisch. Das beste daran ist, dass sich die Protagonisten der Geschichte exakt die gleichen Fragen stellen. Für mich hörte sich das ein kleinwenig nach Kritik des Autors am „Expokraten“ an. :)

Alles in allem zählt der Doppelband bisher zum Besten der Serie. Was er zum großen Teil dem Schreibstil des Autors verdankt. Ich hatte ja schon hier erwähnt, dass ich die Arbeit von Rüdiger Schäfer sehr schätze. Ich wünschte, er würde nicht nur für NEO schreiben, sondern auch für die PR-Erstausgabe. Denn das ist genau das, was ich als Fan lesen möchte – Spannung die mehr aus der inneren Zerrissenheit und dem Zusammenwirken der Charaktere entsteht und nicht durch technologische Beschreibungen und gigantische Raumschlachten mit Tausenden von Opfern.

Morgen folgt dann die Rezension zu Band 8 und 9.

Stories und mehr

Es ist an der Zeit an dieser Stelle etwas Werbung für die Perry-Rhodan-Fan-Zentrale e. V. (kurz PRFZ) zu machen.

Bisher war ich ja eher im Star Trek Universum aktiv, leider entwickelt sich das momentan in eine Richtung, die mir nicht so gefallen will. Und da ich schon als 16-18 jährige gern Perry Rhodan gelesen habe, bin ich jetzt quasi wieder nach Hause zurückgekehrt.
Den diversen Star Trek Fanclubs habe ich in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichsten Gründe den Rücken gekehrt. Der OSTFC wurde mir zu kommerziell und das Star-Trek-Forum hat sich leider wie so viele kleine Clubs Ende der Zweitausender aufgelöst.
Seit Mitte des Jahres bin ich nun Mitglied der PRFZ, wo ich sehr freundlich aufgenommen wurde. Weil die PRFZ auch Nachwuchsautoren eine Chance gibt, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren, war die PRFZ meine erste Wahl.
Neben der aktuellen Ausgabe der SOL, bekam ich als Begrüßungsgeschenk noch einen Storyband, über den ich mich wirklich gefreut habe. Dort sind neun sehr schöne Geschichten drin, von Autoren, die inzwischen zu den Perry Rhodan Stammautoren gehören. Auch die Illustrationen und das Farbcover gefallen mir sehr gut und erinnern mich etwas wehmütig an die Starbase Ausgaben des Star Trek Forums. Eine Geschichte hat mir besonders gut gefallen und zwar die von Rüdiger Schäfer. Weil es genau die Art von Geschichte ist, die ich wahrscheinlich selbst geschrieben hätte. Außerdem kommt mir sein Erzählstil sehr entgegen. Ich möchte fast sagen, das er, obwohl er erst sehr wenige PR-Romane verfasst hat, inzwischen zu meinen Lieblingsautoren zählt. Aber dazu mehr, wenn ich die Stardust-Reihe rezensiere.

Inzwischen habe ich noch weitere Romane aus dem Shop der PRFZ bestellt, einen davon habe ich HIER bereits besprochen. Weitere werden sicher folgen.

Kurzum ich finde es schön, dass es in unserer Konsumgesteuerten Welt noch solche von Fans organisierten Clubs gibt, dass es Menschen gibt, die ihre Freizeit für ihr Hobby und das anderer opfern. Leider werden es immer weniger.