Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Quelle: Kinostarts

Ein Film über eine Figur aus einem anderen Film nennt man im allgemeinen »Spinoff«. Wenn der Spinoff gleichzeitig ein Prequel ist …

Halt. Spätestens jetzt sollte ich aufhören, mit englischen Begriffen um mich zu werfen, sonst kommen einige meine Leser vielleicht nicht mehr mit. Buzz Lightyear ist ein Charakter aus einem Animationsfilm, den die Pixar Animation Studios in den neunziger Jahren veröffentlicht hat. Darin ist Buzz ein Spielzeug, das einem Jungen gehört und das zusammen mit anderen Spielzeugen eine Menge Abenteuer erlebt. Warum und wie Andy zu Buzz Lightyear gekommen ist, wurde immer nur am Rande erwähnt. Buzz war eine Actionfigur aus einem Kinofilm.

Nun endlich, fast dreißig Jahre später, dürfen wir diesen Film selbst bestaunen. Auch der ist wieder ein Animationsfilm von Pixar. Und was für einer …

Der Space Ranger Buzz Lightyear muss ein Raumschiff mit über tausend Personen an Bord von einem Planeten retten, dabei begeht er einen schweren Fehler. Er schätzt eine Situation falsch ein und das Schiff und die Menschen stranden in einer fremden gefährlichen Welt. Während alle anderem sich mit dem Schicksal abfinden und ein neues Leben aufbauen, versucht er weiterhin alles Mögliche, um Schiff und Besatzung nach Hause zu bringen. Leider haben seine Versuche mit der Antriebstechnologie des Raumschiffs ihre Tücken. Bei jedem Test im All vergehen für ihn nur ein paar Stunden, für die Menschen auf dem Planeten aber Jahre. Und so dauert es fast einhundert Jahre auf dem Planeten bis er endlich erfolgreich ist. Doch da gehen Buzz‘ Probleme erst richtig los.

Wer die Vorschau gesehen hat, hat schon mitbekommen, das es im Film heiß hergeht. Viel Action und witzige Szenen machen den Streifen und seine Protagonisten sympathisch. Aber es gibt auch traurige Momente, wie bei Pixar üblich. Dieses Mal habe ich mich schon kurz nach Beginn erwischt, wie ich nach den Taschentüchern gegriffen habe.

Im Film sind viele Anspielungen auf andere Filme versteckt, unter anderem zu Star Wars. Inzwischen gehören Pixar und Star Wars beide zu Disney, es lag also nahe, eine Art Lichtschwert und lustige Roboter zu zeigen. Mit am besten hat mir die Roboterkatze gefallen, die sich hin und wieder wie R2D2 verhält. Das ist echt mal eine originelle Figur. Die Aussage des Films, dass Menschen Fehler machen, ist zwar ein bisschen klischeehaft, aber in der Umsetzung dann doch gelungen. Ein paar kleinere Ungereimtheiten bezüglich physikalischer Effekte lasse ich mal umkommentiert, weil es grundsätzlich ein Animationsfilm ist.

Wegen der vielen tollen Ideen, die in dem Film stecken, muss man ihn sich mehr als einmal ansehen. Bemerkenswert finde ich, dass das Raumschiff kugelförmig ist und über Landgestützten verfügt, wie bei PERRY RHODAN. Die Besatzung macht leider den gleichen Fehler wie Perry Rhodan, der auch immer erstmal landen muss, wenn er einen unbekannten Planeten erforschen will, meist mit dem gleichen Ergebnis wie bei »Lightyear«.

Der Film lief im Juni in den Kinos. Wir haben ihn bei Disney+ angesehen. Es gibt dazu auch eine informative Dokumentation.

Die neuen Star Wars-Serien

Quelle: Fernsehserien.de

Da blickt man ja kaum noch durch. So viele Star Wars-Serien hat Disney in den vergangenen Jahren veröffentlicht, neben den Filmen wohlgemerkt. Das ist fast schon so unübersichtlich wie bei Marvel. Dort blicke ich gar nicht mehr durch.

Jedenfalls schauen wir regelmäßig Star Wars, seit wir Disney+ haben. Mein Mann ist leidenschaftlicher Fan und kann die Originalfilme auswendig mitsprechen. Er hat in der Vergangenheit auch die Animationsserien »The Clone Wars«, »Rebels« und »The Bad Batch« gesehen sowie die meisten Romane gelesen, die bei Star Wars übrigens zum Kanon gehören. Daher freuten wir uns, dass wir nun auch Star Wars bei Disney+ anschauen können.

Die erste Folge von »The Mandalorian« wurde auf Pro7 ausgestrahlt. Die Folge hat mir gut gefallen, leider hatten wir die Serie damals dann erst einmal nicht sehen können. Die klassische Story im Western-Look ist zwar einfach aufgebaut, aber dennoch ansprechend. Die einfachen Geschichten funktionieren halt doch am besten. Ich finde den Look auch sehr gut getroffen und die vielen Ideen erweitern den Star Wars-Kosmos ohne ihn in Frage zu stellen. Das finde ich besser gemacht als bei Star Trek. Wo es nach dem Motto geht: Das machen wir so, weil es gut ausschaut, egal, ob es logisch ist oder nicht. »The Mandalorian« ist auch nach den ersten beiden Staffeln immer noch sehenswert. Wir freuen uns auf Staffel 3, die für Februar 2023 angekündigt ist.

Ähnlich sieht es mit »The Book of Boba Fett« aus. Die ersten beiden Folgen fand ich etwas verwirrend, weil hier die Geschichte in zwei Zeitebenen erzählt wird und in der ersten Episode so gut wie nicht geredet wird. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Irgendwann schien den Autoren aber offensichtlich die Ideen auszugehen, denn in Folge trat der Mandalorianer aus »The Mandalorian« auf. In Episode 5 trägt er sogar die komplette Geschichte. Nicht, dass ich das schlecht gefunden hätte, im Gegenteil. Aber ein wenig irritierend ist es schon, wenn der namensgebende Held der Serie nicht auftritt. Man hatte jedenfalls den Eindruck, dass die Autoren irgendwie Lust hatten, lieber die Geschichten vom Mandalorianer weiterzuerzählen, als die von Boba Fett. Na gut, kann man machen. Mir hat es gefallen.

Die Miniserie »Obi Wan Kenobi« war von der Fangemeinde am meisten erwartet worden. Im Nachinein wurde viel an den sechs Folgen kritisiert. Man ließ kein ganzes Haar an der Geschichte. Dennoch fand ich es nicht schlecht gemacht. Das Ende kam vielleicht etwas überstürzt. Da hätte es mindestens noch einer Episode bedurft, um die Geschichte besser zu Ende erzählen zu können. Aber es war jetzt nicht so schlecht, wie viele Fans behaupten. Ja, die Antagonistin war nervig. Ihre Motive waren in meinen Augen nicht richtig gut ausgearbeitet. Sie kam als elende Zicke rüber und man begriff erst am Ende, warum dieser Charakter so geworden ist. Das hatte übrigens ganz schlimme Auswirkung auf die Darstellerin Moses Ingram. Die wurde von den Fans massiv rassistisch angegriffen. Offensichtlich gibt es immer noch Menschen, die einen Filmcharakter nicht vom Darsteller trennen können. Zumindest hat sich dieses Mal das Studio vor die Schauspielerin gestellt und die Beleidigungen verurteilt. Beim Darsteller von Ja Ja Binks war das noch anders gewesen. Er hatte Morddrohungen von Fans bekommen und stand kurz vorm Selbstmord, ohne dass sich das Studio nennenswert dazu geäußert hätte. Selbst den Wunsch des Darstellers, die Filmfigur in Episode III sterben zu lassen, hatte ihm George Lucas nicht gewährt.

Eines muss ich aber ergänzen. Wir haben »The Mandalorian« und »Obi Wan Kenobi« parallel gesehen. Das sollte man nicht machen. Die beiden Serien spielen in verschiedenen Zeitepochen (vor und nach der Original-Trilogie« und man kommt echt durcheinander. Ansonsten habe ich mit den Star Wars-Serien momentan mehr Spaß als mit Star Trek. Aber vielleicht lege ich bei Star Wars auch andere Maßstäbe an. Es ist im Grunde keine richtige Science Fiction, sondern eine Space Opera bzw. ein Märchen oder, im Fall von »The Mandalorian«, ein waschechter Western.

Zwei lesenswerte Comics

Bis vor ein paar Jahren waren Comics für mich ein Buch mit sieben Siegeln bzw. was für Kinder. Dann hat mich ein gewisser Herr Chefredakteur mit dem Comic-Virus infiziert. Jetzt muss ich ständig neue kaufen, weil ich die so toll finde.

Meine letzten beiden Anschaffungen gefallen mir besonders gut.

Quelle: Carlsen.de

Der 3. Band von »Unschlagbar« ist bereits vergangenen Jahr erschienen. Der Comic steckt wieder voller Überraschungen und schräger Ideen. Wie schon hier und hier gesagt, spielt der Autor Pascal Jousselin mit dem Medium Comic wie auf einem gut gestimmten Klavier. Das kann man eigentlich gar nicht beschreiben, das muss man selbst erfahren. Unschlagbar ist nicht einfach nur ein Superheld, er ist mehr.

In Band drei muss er sich wieder neuen Feinden und Herausforderungen ungewöhnlicher Art stellen. Dabei ist er nicht allein, sondern wird von dem Gendarmen Bruno unterstützt. Dabei geht es immer auch um gesellschaftliche Probleme und nicht immer nur um Gut und Böse. Auch die Bösen habe ihre Gründe. So muss Unschlagbar beispielsweise vermitteln, als die Bewohner der Stadt es auf die neue Postbotin und ihren ungewöhnlichen Anzug abgesehen haben. Derweil macht Gendarm Bruno Jagd auf einen Graffiti-Sprayer, den er mit Hilfe des Geistes seiner toten Frau zur Strecke springt. Außerdem fallen die beiden in ein Dimensionsloch und landen in unserer Wirklichkeit. Witzig sind auch die Abenteuer von Unschlagbars Praktikanten TUHDI, der sich in die smarte Chloé verliebt hat und für die er ihr buchstäblich den Mond vom Himmel holt, mit unabsehbaren Folgen.

Die Comics sind clever gezeichnet und fordern den Intellekt heraus. Da muss man schon bei einfachen Geschichten wie dem »Unschlagbar brät Pfannkuchen« genau nachdenken, wie er das denn jetzt eigentlich genau macht. Sensationell! Ich freue mich schon auf das nächste Heft.

Wer mehr über Unschlagbar wissen will, besuche bitte die Internetseite von Carlsen.

Quelle: Egmont.de

Der Held des nächsten Comics ist kein Unbekannter: Idefix – der Hund von Obelix – kennt eigentlich jeder. Jetzt gibt es passend zur gleichnamigen Animations-Serie die Comics »Idefix und die Unbeugsamen«. Die Geschichten handeln von der Zeit bevor Idefix der treue Begleiter von Obelix wurde. Sie spielen in Lutetia (dem heutigen Paris) und mit von der Partie sind allerlei andere Tiere, vor allem die Hunde »Turbine« und »Dertutnix« sowie die Katze »Sardine« und der alte Täuberich »Astmatix« der bereits im gallischen Krieg gedient hat. Sie alle wehren sich gegen die römischen Besatzer und ihre tierischen Helfer, wie den Anführer der Hundelegion »Zerberus« oder »Monalisa« die durchtriebene Katze von General Labenius dem römischen Besatzer.

Die Geschichten machen viel Spaß und halten sich an Art und Weise der Asterix-Comics. Fans von Asterix müssen da einfach zuschlagen. Zumal die Bände klein und handlich sind und ideal für unterwegs sind. Inzwischen erschien bereits der zweite Band. Für Ende September ist bereits der dritte Band angekündigt.

Vom Marsianer zum Astronauten

Quelle: www.penguinrandomhouse.de

Nach dem ich fast nur noch dazukomme Publikationen zu lesen, in denen von einem gewissen Perry Rhodan die Rede ist, griff ich unlängst mal wieder in meinen Stapel zu lesender Bücher, um mal wieder etwas anderes zu konsumieren. »Der Astronaut« von Andy Weir stand jetzt knapp ein Jahr ungelesen im Regal. Wenn ich gewusst hätte, dass das Buch so spannend ist, hätte ich es schon früher hervorgeholt.

Wissenschaftler Ryland Grace wacht in einem Raumschiff auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Er stellt fest, dass seine beiden Mitastronauten tot sind und sein Raumschiff sich in einem fremden Sonnensystem befindet. Nach und nach kommen seine Erinnerungen zurück und er erkennt, warum er auf diese Mission geschickt wurde. Es geht darum, an dem fremden Ort das Überleben der Menschheit zu sichern. Eine Aufgabe die schier übermenschlich ist. Doch da bekommt Ryland Hilfe, die er nie erwartet hätte.

So, mehr wird nicht gespoilert, denn das würde jedem potenziellen Leser die Spannung verderben. Ich kann nur sagen, es lohnt sich. Ich hatte die 560 Seiten innerhalb von drei Tagen durch. Die Geschichte ist so spannend erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Es ist ein echter Pageturner.

Nach »Der Marsianer« und »Artemis« ist »Der Astronaut« der dritte Roman von Andy Weir, den ich gelesen habe. »Der Marsianer« hat mich damals genauso begeistert wie »Der Astronaut« jetzt. »Artemis« fand ich nicht so gut, weil er anders war. Das Erfolgsgeheimnis des Autors ist es, technische Experimente und Basteleien sowie die Beschreibung physikalischer Abläufe so geschickt in die Handlung zu verknüpfen, dass es eine wahre Freude ist. Das hat schon beim Marsianer geklappt und jetzt auch wieder in diesem Roman. Der Wissenschaftler, der als Lehrer arbeitet, muss mit allerlei Tricks arbeiten, um zu überleben.

Ich gebe zu, das Menschen, die kein Verständnis und Interesse an technischen Vorgängen mitbringen, mit dem Roman ihre Schwierigkeiten haben werden. Denn daraus bezieht der Autor seine Spannung. Ein Problem nach dem anderen taucht auf und stellt den Protagonisten vor immer neue Herausforderungen. Wird es Ryland gelingen das Problem zu lösen? Oder nicht? Diese Frage steht hinter jedem Kapitel. Mit der lockeren Sprache, die mich schon beim Marsianer unterhalten hat, schafft der Autor es aber, dass keine Textpassage in irgendeiner form trocken wirkt, oder langweilig.

In Erinnerungssequenzen erfährt man nach und nach das ganze Ausmaß dessen, was ihm widerfahren ist. Die Menschheit steht vor einer tödlichen Bedrohung, die gleichzeitig der Schlüssel all ihrer Probleme ist. Alle Staaten der Welt müssen zusammenarbeiten, um die Auslöschung der Menschheit abzuwenden. Noch vor zwei Jahren hätte ich geglaubt, dass ein solches Szenario möglich ist. Inzwischen weiß ich, dass es eine Utopie bleiben wird. Selbst die größte Bedrohung der Welt wird die Menschen nicht dazu bringen zusammenzuarbeiten, im Gegenteil. Wir erleben es ja gerade wieder. Jeder weiß es besser und keiner gönnt dem anderen etwas. Niemand ist bereit über seinen eigenen Schatten zu springen. Bei Andy Weir ist das anders, insofern wird mir der Roman positiv in Erinnerung bleiben.

Die größte Überraschung war für mich aber … Nein, hier höre ich auf. Das müsst ihr schon selbst lesen.

»Der Astronaut« ist spannendes Kopfkino bis zum Schluss und ein absoluter Lesetipp für alle Fans von Hard-SF. Wer den Marsianer mochte, wird den Astronauten lieben. Ich bin gespannt, ob das Buch ebenfalls verfilmt werden wird.

Buch über Führungskräfte

Quelle: Amazon

Ich entdeckte das Buch bei einer Bekannten im Bücherregal. Sie war so nett und schenkte es mir. Danke Esther!

Simon Sinek ist Brite und ein halbes Jahr älter als ich. Er beschäftigt sich mit Unternehmensberatung und hat Jura und Anthropologie studiert. Er schreibt unteranderem für die »New York Times« und für die »Washington Post«. Und er hat einen sehr unterhaltsamen YouTube-Kanal, auf dem er regelmäßig über aktuelle Themen spricht oder Fragen von Zuschauern beantwortet.

Sein Sachbuch »Gute Chefs Essen zuletzt« hat mich echt mitgerissen. Das ist spannend wie ein Roman. Er zeigt darin auf, was seit den Siebzigerjahren in der Gesellschaft und Wirtschaft schiefläuft und seit wann Firmen Menschen nur noch als Humankapital betrachten und wie man das ändern kann. Er spricht über die Schwächen von Menschen genauso wie über ihre Stärken, dabei geht er auf die Anthropologische Entwicklung ein. Er beantwortet Fragen wie: Durch welche Hormone werden wir gesteuert und wie schlägt sich das in unserer Arbeit und unserem Zusammenleben wieder? Was zeichnet einen Führer aus und wie wird man zur Führungskraft? Wie funktionieren Teams am besten? Und was muss man tun, um von seinen Mitarbeitern Loyalität zu bekommen? Ich fand es sehr interessant zu erkennen, dass wir immer noch genauso ticken wie unsere Vorfahren. Dass wir nach den gleichen Mustern handeln wie vor 10.000 Jahren. Das Anreizsystem ist immer noch das gleiche und kann immer noch dazu führen, dass falsches Verhalten belohnt wird.

Das Schöne an den Ausführungen des Autors ist, dass sie nicht trocken sind, sondern er viel anhand von Beispielen erklärt. Wie z. B. von einem Kampfpiloten, der sich instinktiv über die Regeln hinwegsetzt und seine Kameraden rettet oder von einem Firmenchef, der erkannte, dass seine Angestellten effektiver arbeiten, wenn er sie wie Familienmitglieder behandelt. Er zeigt anhand der »Lehman Brothers«, wie eine Bank durch einen einzelnen Menschen heruntergewirtschaftet wurde und letztendlich ihren Kunden schadete. Und er zeigt am Beispiel des Handelsriesen »Costco«, wie langfristige Investitionen in das Wohl der Belegschaft zu langfristigen Gewinnen führen, unabhängig von der Marktlage.

Das Buch erschien bereits 2014. Inzwischen ist es fast noch aktueller, weil ich durch die Erklärungen von Sinek begriffen habe, wie die Spaltung der Gesellschaft durch die Pandemie passieren konnte und warum Regierungen in aller Welt immer autokratischer werden. Vor allem zeigt er, warum gerade in der Generation Y die Wokeness so verbreitet ist. Die »abstrakte und abgelenkte Generation« (wie Simon Sinek sie nennt) versucht die Welt durch Worte zu ändern und nicht durch Taten, weil das einfacher ist und ihnen schneller Befriedigung schenkt.
Zitat: »Die Generation des »Sehen-und-haben-wollen« weiß, wo sie steht und wo sie hin will; was ihre Vertreter nicht verstehen, ist die Reise, die dazu notwendig ist, die zeitaufwändige Reise … Anstatt viel von sich selbst in wenige Aufgaben zu investieren, investieren sie wenig in viele verschiedene Aufgaben … Ohne genügend Zeit oder Energie aufzuwenden, hat eine Generation, die sich mit Abstraktion abgefunden hat, wirkliches Engagement mit symbolischen Gesten verwechselt.«

Ein großartiges Buch nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Menschen, die verstehen wollen, wo und wann wir als moderne Menschheit falsch abgebogen sind. Das Buch erschien im »Redline-Verlag« und ist im Buchhandel erhältlich.

Hinter dem Gartenzaun

Quelle: Amazon

Die Serie lief in den neunziger Jahren vor »Star Trek: The next Generation« auf Sat 1. Daher kannte ich sie, auch wenn ich damals wahrscheinlich nicht alle Folgen gesehen habe. Ich erinnerte mich gern an die skurrile Mischung aus Krimi-, Gerichts- und Familienserie. Erst später wurde mir bewusst, das sie von David E. Kelley, dem gleichen Serienmacher war, der »Ally McBeal« und »Bosten Legal« geschaffen hat.

Für diejenigen, die die Serien nicht kennen. »Picket Fences – Tatort Gartenzaun« spielt in der Kleinstadt Rome in Wisconsin. Porträtiert wird die Familie von Sheriff Brock (gespielt von Tom Skerrit) sowie einige weitere Bewohner der Stadt. Gezeigt wird, wie traditionelle konservative Werte auf die Offenheit der modernen Neunziger treffen. Anhand von Kriminalfällen, Prozessen und Auseinandersetzungen innerhalb der Familien bekommt man ein Bild von den Menschen in den ländlichen Regionen der Vereinigten Staaten mit all ihren Vorurteilen und Sorgen.

Lange gab es die Serie nicht auf DVD zu kaufen. Da waren wohl ein paar Dinge bezüglich der Musikrechte ungeklärt. Inzwischen ist die Serie längst auf DVD erschienen und stand eine Weile bei uns im Regal. Innerhalb eines guten Jahres habe wir sie uns komplett angesehen und sind immer noch positiv gestimmt.

Die komplexen Fragestellungen, die in der Serie behandelt werden, sind überraschend aktuell für eine fast 30 Jahre alte Serie und lassen einen mitunter nachdenklich zurück. Das ist noch intelligentes Fernsehen, das seine Zuschauer ernst nimmt und keine Angst hat, unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Von Mord, Totschlag, Vergewaltigung, über UFO-Glauben bis hin zur Leihmutterschaft und Transsexualität, immer werden alle Seiten der Medaille beleuchtet. Auf jedes Argument folgt ein Gegenargument und stellt die Blickwinkel aller Beteiligten dar. Derjenige, der meist darüber entscheiden muss, ist Richter Bone – glänzend gespielt von Ray Walston alias Gärtner Boothby aus TNG. In seiner Haut hätte ich bei einigen Fällen nicht stecken wollen.

David E. Kelley hat ein Händchen für ungewöhnliche Figuren und geschliffene Dialoge. Man merkt ihm das Jurastudium an, wenn sich Richter Bone mit Anwalt Douglas Wambaugh vor Gericht fetzt. Dass er auch einen Blick fürs menschliche hat, beweist er in dieser Serien durch die Beziehungen zwischen den Figuren, besonders die der Brocks, die damals schon als Patchwork-Familie angelegt war. Bis zur dritten Staffel hat er jede Folge selbst geschrieben.  In der Vierten musste er aus zeitlichen Gründen an andere Autoren abgeben und das merkt man leider. Die Folgen, in denen es vor Gericht ging, wurden weniger und es wurde mehr Augenmerk auf die Lebensgeschichten der Charakteren gelegt. Nichtsdestotrotz ist »Picket Fences« auch nach 30 Jahren ein sehenswertes Stück Fernsehen, das heute noch genauso aktuell ist, vor allem weil es nicht nur schwarz und weiß, sondern alle Nuancen von Grau zeigt und jedem Argument Gehör schenkt.

Irrfahrt durch die Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 274 – »Alaskas Odyssee« von Rüdiger Schäfer

Der in der Vergangenheit gestrandete Alaska Saedelaere wird kurz vor seinem Tod von einer Springersippe gerettet. Er bleibt eine Weile bei ihnen, bevor er sich auf die Suche nach der Mehandor Katrinka macht, die er bei seinem Besuch auf Archetz kennengelernt hatte. Die beiden verbindet mehr als die große Liebe, auch sie wurde von Perry Rhodan zurückgelassen, wie Alaska selbst.
Zusammen mit der Wissenschaftlerin verlebt Alaska ein paar schöne Jahre, dann kommt ihnen ein Kopfgeldjäger auf die Spur, der den Auftrag hat, Katrinka zu töten, weil sie zu viel über Patriarch Titon, dem Herrscher von Archetz weiß. Lange Zeit fliehen sie kreuz und quer durch M13, können dem Kopfgeldjäger aber nicht auf Dauer entkommen. Am Ende wird Katrinka auf Arkon I von einem Giftpfeil getroffen und stirbt.
Alaska ist verzweifelt und denkt daran Selbstmord zu begehen. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf und verspricht ihm die Rückkehr in seine Zukunft, wenn er ihren Anweisungen Folge leistet. Die Katzenfrau ist Alaska nicht unbekannt. Seit seiner Kindheit ist sie immer wieder in seinem Leben aufgetaucht, doch er hat sie stets für ein Hirngespinst gehalten. Sie schickt Alaska zunächst zu einem abgelegenen Planeten. Auf dem er den neunten Atorakt findet und dieser sich auf sein Gesicht legt. Der sogenannte Imprint, hat die Nebenwirkung, dass nun jeder, der Alaska ansieht, stirbt. Deshalb fertigt er sich eine Maske an.
Dao-Lin-H’ay schickt ihn weiter. An den Koordinaten auf einem Wüstenplaneten trifft er auf den Überschweren Leticron. Auch ihm ist Dao-Lin-H’ay erschienen. Leticron braucht Alaska für seinen großen Plan und bietet ihm eine Zusammenarbeit an. Der Überschwere hat in den vergangenen Jahrzehnten eine riesige Flotte geschaffen und eine Armee aufgestellt, mit der er in der Zukunft ein neues Reich errichten will. Nachdem die Arkoniden dabei sind die Überschweren komplett aus der Gegenwart zu tilgen.
Zusammen mit Leticron, seinen Schiffen und einer Million Kriegern begibt Alaska sich in Tiefschlaf, um die nächsten 10.000 Jahre zu überdauern.

Der Roman hat mir erneut keine Tränen oder auch nur den Hauch von Mitleid für Alaska Saedelaere beschert. Ich werde nach wie vor nicht warm mit dem Charakter. Obwohl er sich in diesem Roman nicht ganz so blauäugig anstellt. Das ist unteranderem das Ergebnis seiner Erlebnisse nach seinem Zurückbleiben in der Vergangenheit, die glaubhaft geschildert werden. Obwohl von dem schüchternen Techniker aus Ben Calvin Harys Roman »Die Imperatrix« (NEO 261) nicht mehr allzu viel übrigen geblieben ist. Im Roman vergehen mehrere Jahrzehnte und die Erfahrung, die den zunächst jungen Alaska prägen, verändern ihn dementsprechend. Rüdiger Schäfer gibt der Figur eine Hintergrundgeschichte und bereitet sie für die Ereignisse in der Gegenwart der SOL vor. Mehr aber auch nicht.

Der für seine Charakterromane bekannte Autor vermag sich eigentlich gut in seine Figuren hineinzuversetzen und auch die Leser mitzureißen. Warum es ihm bei Alaska Saedelaere nicht so richtig gelingen will, weiß ich nicht. Aber »Alaskas Odyssee« kommt nicht an die Vielzahl herausragender Romane des Autors aus der Vergangenheit heran.

Allerdings birgt der Roman ein paar Überraschungen, die ich so nicht erwartet hatte. Eine davon ist das direkte Eingreifen der Schwestern der Tiefe. Dao-Lin-H’ay sagt, dass sie versucht, mit Alaska die veränderte Zeitlinie zu korrigieren. Leider ist nach wie vor nicht klar, wer die Gegner in diesem »temporalen« Krieg sind. Eine weitere Überraschung ist Atlans Mutter – die Imperatrix – die auf Leticrons Schiff im Kälteschlaf liegt.

Auch wenn Rüdiger Schäfer sehr viel für die Glaubwürdigkeit der Handlung tut, bleibt bei mir dann doch ein Stirnrunzeln zurück. Ich rede dabei nicht vom Atorakt, der sich als Imprint auf Alaskas Gesicht legt – im Übrigen eine originelle Idee, die sehr gut mit der Gesamthandlung der Serie verzahnt ist. Mir bereitet etwas anderes Kopfschmerzen: Ich glaube nicht so recht, dass die Walzenschiffe der Überschweren 10.000 Jahre in unterplanetaren Silos überdauern, und anschließend noch funktionieren. Selbst mit Wartung geht die beste Technik über lange Zeiträume kaputt, einfach weil das Material altert. Noch schlimmer ist es, wenn sie nicht benutzt wird. 10.000 Jahre sind eine sehr lange Zeit für Technologie, selbst für arkonidische. Das halte ich für kaum möglich, außer es gibt einen nichtgenannten Faktor, der irgendwann in den kommenden Romanen erwähnt wird.

Literatur ist immer ein Spiegel ihrer Zeit und so finden sich viele Anspielungen auf die derzeitige politische und gesellschaftliche Situation zwischen den Zeilen des Buches wieder. Vermutlich wird das nicht jeden freuen, aber Geschichte wiederholt sich nunmal. Eine Tatsache, die wir gerade wieder einmal lernen müssen. So lange eine positive Zukunftsvision im Vordergrund steht, ist alles gut.

»Alaskas Odyssee« erzählt die Lebensgeschichte eines Menschen, dessen Rolle in der Serie noch nicht ganz klar zu sein scheint und auch nicht, auf wessen Seite er steht. Bei der Figur ist noch viel Gestaltungspotential offen, bei der Staffelübergreifenden Handlung ohnehin. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Vom Mahlstrom zerrieben

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO – Band 273 – »Der Mahlstrom« von Rainer Schorm

Die SOL schickt den Langstreckenversorger SLITHRUGTANNI nach M 3, um einem Hyperimpuls aus dem Akonsystem auf den Grund zu gehen. Mit an Bord ist der alte Arkonide Sofgart. Doch schon der Ausflug aus dem Wegasystem gestaltet sich schwierig, denn Leticron setzt seinen besten Kommandant auf die SLITHRUGTANNI an. Die Überschweren können das Schiff bis zum Blauen System der Akonen verfolgen. Am stark pulsierenden Blauen Schirm stellen die drei Schiffe das der Menschen. Die SLITHRUGTANNI ruft die terransiche Flotte um Hilfe, doch es scheint sie keiner zu hören.
Hinter dem pulsierenden Blauen Schirm passieren derweil unerwartete Dinge. Zwischen Erde und Mond hat sich ein Raum-Zeit-Strudel manifestiert, der mit den Zeitbrunnen auf Erde und Mond reagiert und droht, das ganze System mit Sonne und Planeten zu verschlingen. NATHAN bittet darum, das die CREST II, das System verlässt, weil er glaubt, dass die Zeitpfütze auf dem Schiff den Mahlstrom hervorruft. Die CREST II fliegt durch den Blauen Schirm direkt in die Schlacht zwischen der SLITHRUGTANNI und den Schiffen der Überschweren hinein. Sie können den Langstreckversorger retten und ziehen sich wieder hinter den Schirm zurück, weil die Zeitpfütze mit zunehmender Entfernung außer Kontrolle gerät. Die drei Schiffe der Überschweren versuchen daraufhin den Schirm zu durchdringen, werden aber einer nach dem anderen zerstört.
Am Ende bricht Sofgart zum Mahlstrom vor. Er kann mittels seines F’Atkor und der plötzlich auftauchenden Dao-Lin-H’ay die Anomalie schließen. Er droht aber in die Anomalie gezogen zu werden. Die SLITHRUGTANNI kann ihn rausholen, wird aber selbst in den Mahlstrom gezogen und verschwindet.

Ich habe außergewöhnlich lange für diesen NEO gebraucht. Und das lag nicht nur daran, dass ich wenig Zeit zum Lesen hatte. Es lag vor allem am ersten Teil des Romans, der sich ewig hinzuziehen schien. Die Handlung mäandert zwischen den Überschweren und der SLITHRUGTANNI, ohne sie entscheidend voranzubringen.

Erst mit dem Auftreten von Auris von Las-Toór kommt Bewegung in den Roman. Die Handlung im Akonsystem riss mich dann endlich mit. Dazwischen haderte ich mit der Besatzung der SLITHRUGTANNI (Wer sucht sich eigentlich solche Namen aus?) und den Überschweren und ihren Taten. Beide handeln oftmals unklug und man fragt sich, wie sie es überhaupt geschafft haben a (die Menschen): erfolgreich Handel zu treiben und b (die Überschweren): ein Imperium aufzubauen. Wenn ich weiß, dass ich verfolgt werde, dann führe ich doch den Feind nicht zum geheimsten Ort der Galaxis. Oder, wenn ich ahne, was sich hinter dem Schirm verbergen könnte, schicke ich doch sofort ein Schiff zurück, um meinem Oberboss davon zu erzählen. Diese Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Parteien ist nicht nur ermüdend, sondern man zweifelt oftmals auch an der Intelligenz aller Beteiligten.

Wie schon häufig erwähnt: Rainer Schorm liebt es technisch, das merkt man dem Roman an. Wobei ich es dieses Mal als nicht so schlimm empfunden habe. Viele Dinge waren für mich nachvollziehbar. Der Stammleser bekommt einige Zusammenhänge präsentiert, die absolut spannend sind und von denen man gern mehr erfahren würde. Das kommt sicher noch.

Gut getroffen fand ich Sofgart, bei dem ich schon fürchtete, er würde den Roman nicht überlegen. Aber er ist weiter mit dabei und ich glaube, dass die Figur noch lange nicht auserzählt ist. Rainer Schorm kann dem alten Arkoniden einfach am besten Leben einhauchen. Aber auch Gabrielle Montoya und Auris von Las-Toór bereichern die Handlung ungemein.

Übrigens hinter der Besatzung der SLITHRUGTANNI verbergen sich bekannte Namen aus der PERRY RHODAN-Serie, wie Gregor Sedlak und Janina Zimmer.

Manche Aussagen in Rainer Schorms Romanen sollte man herausschreiben und in einer Zitatensammlung verewigen. Auch in diesem NEO konnte ich wieder viele schlaue Sätze lesen, wie: »Das politische Establishment musste einfach so tun, als habe es alles unter Kontrolle, auch wenn genau das Gegenteil zutraf.«

»Der Mahlstrom« fängt zäh an, steigert sich aber in der zweiten Hälfte zu einem wahren Feuerwerk an Ideen. Wir erfahren endlich, dass die Versetzung von Erde und Mond ins Akonsystem nicht zufällig passiert ist. Was wir immer noch nicht wissen, wer hinter dem Ganzen steckt.

Das Ende der Ausdehnung

Quelle: Amazon Prime

Diese Woche haben wir uns die letzten beiden Folgen von »The Expanse« angesehen. Nun bin ich total traurig, dass die Serie zu Ende ist, denn es sind viele Fragen offen geblieben.

»The Expanse« gehört für mich zu den besten SF-Serien der letzten beiden Jahrzehnte. Da steckt unglaublich viel Potential drin und man könnte damit wahrscheinlich noch ein Dutzend Spinoff-Serien drehen. Allein die Ringwelten bieten da genug Stoff.

In der letzten Staffel (Staffel 6) hat man sich auf die innenpolitische Situation im Sonnensystem konzentriert und die Geschehnisse auf den Ringwelten nur angerissen. Das Protomolekül kam ebenfalls ein wenig zu kurz und es fehlte auch eine nähere Betrachtung der Ringidentitäten. Leider hatte man nur sechs Folgen Zeit, um alles aufzulösen und hat sich daher für den politischen Konflikt zwischen den Inneren und den Gürtlern entschieden. Dennoch fand ich die sechs Folgen zu wenig. Besonders in der Letzten ging es so Hauruck, dass man kaum mitgekommen ist. Ich fand das unheimlich schade, aber da ist den Beteiligten wohl das Geld ausgegangen.

Mir liegen die, der Serie zugrundeliegenden, Bücher vor. Ich bin aber noch nicht über den Anfang von Band eins hinausgekommen. Das liegt auch daran, dass die Erzählung von James Corey stilistisch kein Meisterwerk ist und sich eher wie Fan-Fiction liest. Vielleicht wird es noch besser. Aber dazu müsste ich echt mehr Zeit haben. Soviel wie ich von anderen gehört habe, ist die Verfilmung stellenweise besser als die Romane und das liegt daran, dass man nicht alles eins zu eins übernommen hat.

Produzent Naren Shankar hat schon bei Star Trek tolle Arbeit geleistet, so das ihm da wohl ein Großteil des Verdienstes zusteht. Die Handlung der Folgen waren stets sehr spannend und die Charaktere entwickelten sich. Das sieht man ganz besonders in der letzte Episode. Die Figuren wirkten echt und nicht aufgesetzt und waren nie schwarz-weiß gezeichnet. Die Darsteller haben ihr Quentchen dazu geleistet, allen voran Shohreh Aghdashloo als Chrisjen Avasarala und Cara Gee als Camina Drummer. Die Serie hatte einen überragenden weiblichen Cast, ohne das es sich aufgezwungen angefühlt hat, dass so viele Frauen in Hauptrollen zu sehen waren.

Echtes Highlight für mich war aber die realistische Darstellung des Lebens im Weltraum, die Reparaturbedürftigen Schiffe und Raumstationen, die Darstellung der fehlenden Schwerkraft und die Raumkämpfe, bei denen die Protagonisten zwischenzeitlich einen Kaffee trinken konnten, bis die Torpedos endlich ihr Ziel trafen.

Das Ende von »The Expanse« reißt eine Lücke in die Wand der SF-TV-Serien, die wahrscheinlich nicht so schnell zu schließen ist.

Zwischen Sex und Genderwahnsinn

Quelle: Amazon

»Sex ist wie Mehl« heißt das aktuelle Buch von Jürgen von der Lippe, das es auch als Live-Comedy-Lesung gibt. Letzteres kann ich nur empfehlen. Wir haben Tränen gelacht, als wir beim Abendessen Jürgen von der Lippe, Gabi Decker und Robert Louis Griesbach gelauscht haben.

Viele kennen Jürgen von der Lippe als Sänger von Liedern wie »Guten Morgen liebe Sorgen« oder als Hawaiihemd tragenden Showmaster aus »Geld oder Liebe«, übrigens eine der wenigen Fernsehshows, die ich sehr gern gesehen habe. Was die Wenigsten wissen: Der Mann ist Philosoph, Germanist und Linguist und hat diese Fächer auf Lehramt studiert. Außerdem war er mal mit Margarete Schreinemakers verheiratet.

In seinem neuesten Werk geht es wie eigentlich immer um Zweideutiges, leicht Anrüchiges aber stets Bodenständiges. Es geht um die Sorgen und Nöte von ganz normalen Leuten. Dabei ist der Autor sich nicht zu schade, sich selbst lächerlich zu machen.

Das Herausragenste ist jedoch sein Wortwitz, der intelligent und zugleich hintergründig ist, und über den man dennoch herzlich lachen kann. Ich persönlich finde die Stellen am besten, als er den Genderanhängern und ihren Wortschöpfungen linguistisch auf den Zahn fühlt und beweist, das vieles davon sprachlich vollkommen falsch ist.

Die Lesung fand vor echtem Publikum statt. Unterstützt wird Jürgen von der Lippe von Gaby Decker und Robert Louis Griesbach, die mit ihm abwechselnd die Dialoge lesen.

Wer mal wieder herzhaft lachen möchte und politisch unkorrekte Witze ertragen kann, dem sei dieses ungewöhnliche Hörbuch empfohlen. Anhänger des Genderns mögen es sich bitte zur Aufklärung anhören.