Kurioser Wunschzettel

Durch den Tod meines Vaters musste ich in letzter Zeit in alten Unterlagen kramen. Dabei stieß ich auf so manches kuriose Fundstück. Zum Beispiel einen Wunschzettel für den Weihnachtsmann, den ich irgendwann mit sieben oder acht Jahren geschrieben haben muss. Man beachte, dass ich sogar ein Feld für Rückantworten eingefügt habe. Ich kann mich tatsächlich noch erinnern, wie ich ihn im Wohnzimmer von innen an die Scheibe geklebt habe. Mir war aber nicht bewusst, dass meine Eltern ihn über all die Jahrzehnte aufgehoben hat.

Beachtenswert sind weder der Schlafanzug noch die dringend benötigte Federmappe. Nein, spannend finde ich das Gewehr. Ich war damals durch die Karl-May-Verfilmungen besessen von Cowboys und Indianern. Und zur Ausstattung eines Cowboys gehört nun mal ein Gewehr. Ich besaß übrigens auch einen Bogen, mit dem ich im Wochenendhaus immer Schießübungen veranstaltete.

Eine Pistole besaß ich auch. Die kauften mir meine Eltern mal, als wir an der Ostsee auf einem Markt in Polen waren. Damals konnte man noch mit einem Tagesvisum über die Grenze. Wir waren in einem Ferienheim vom Betrieb, in dem mein Vater gearbeitet hat. Und wir waren eine ganze Truppe Kinder, alles Jun, nur ich als einziges Mädchen. Jeder bekam an diesem Tag eine Pistole, die man mit Knallplättchen füllen und mit denen man dann richtig Krach machen konnte.

Kinder und Waffen! Da schlagen Pädagogen heutzutage die Hände über den Kopf zusammen. Ich kann nur von mir sprechen, dass es, obwohl ich so jung war, mir offenbar nicht geschadet hat. Ich habe bisher niemanden erschossen und stehe heute eher auf der Seite der Pazifisten. Ich könnte weder Mensch noch Tier etwas zu leide tun.

Zurück zum Wunschzettel. Die Schlittschuhe habe ich leider nie bekommen, auch wenn ich sie jedes Jahr auf den Wunschzettel geschrieben habe. Die habe ich mir dann erst im Studium selbst gekauft. Bei der Federmappe und dem Schlafanzug bin ich mir nicht sicher, ob ich sie bekommen habe, aber den Springball (aus dem Intershop) und das Spielzeuggewehr besitze ich heute noch.

Ein Tipi hatte ich auch und eine Turnstange aus verzinktem Wasserrohr.

Zurück aus der Kälte

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 384 – »Der Macht zu nah« von Kai Hirdt

Atlan da Gonozal erwacht aus sem Kryotank und greift seine Freunde an Bord der TERRANIA II an. Warum, erfahren sie, als der Arkonide ihnen erzählt, wie es ihm in den vergangenen Jahren ergangen ist. Auf der Suche nach seinem Sohn Eric Weidenburn reiste er bis in den Kugelsternhaufen M 13, wo er jedem Hinweis nachging. Die Spur führte ihn zur Taryshsippe der Mehandor. Diese Sippe arbeitet verdeckt und scheint mit echten Artefakten zu handeln. Im Hintergrund agiert dort der Terraner Lee Norskwod. Der Empfänger der Artefakte ist ein mysteriöser schwarzhaariger Arkonide namens Varek da Sharib, der Experimente mit den hyperphysikalischen Objekten anstellt.
Atlan und die Besatzung der TERRANIA II versuchen das Rätsel zu lüften, wie die Artefakte, die Mehandor, Eric Weidenburn und der entartete Raum zusammenhängen, da erhalten sie die dramatische Nachricht, dass eine Invasionsflotte aus dem Granulon der Laren ausgebrochen ist und die Milchstraße und ihre Völker bedroht.

Man muss es ihm lassen, Kai Hirdt weiß, wie man Dialoge und Geschichten so schreibt, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Und das funktioniert sogar, wenn er seine Figuren nur erzählen lässt, was sie erlebt haben.

In diesem Roman ist das neben Atlan der ehemalige Prospektor Lee Norskwod. Der vom armen Prospektor zum Großindustriellen mutierte Terraner hat durch den Kontakt mit der »Träne der Sterne«, einen großen Plan, den er still und heimlich verfolgt. Jeden von dem er denkt, er könne bei der Verwirklichung seines Plans helfen, macht er zu seinem Verbündeten. Lässt ihn aber auch schnell wieder fallen, wenn es seinem Plan zuwiderläuft.

Sowohl durch Atlan als auch durch Norskwods Erzähliungen fügen sich die Puzzlteile dieser Staffel nach und nach zusammen. Das ist gut gemacht, denn anscheinend unbedeutende Ereignisse aus den ersten vier Romanen werden plötzlich relevant und erscheinen in anderem Licht. Andererseits werden in diesem Roman aber neue Baustellen eröffnet, von denen ich nicht weiß, ob und wie sie die nächsten Romane beherrschen werden. Ich befürchte, dass man sich im zweiten Teil der Staffel mal wieder verzettelt – es wäre nicht das erste Mal – lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Meine Spekulation ist ja, dass die Laren die Artefakte in den Einsteinraum geschickt haben, um die Barriere zwischen ihrem Granulon und dem Universum der Menschen zu überwinden und es gleichzeitig ihren Lebensbedingungen anzugleichen.

»Der Macht zu nah« ist ein ausgesprochen spannender Roman, obwohl er eigentlich nur zwei Geschichten im Zeitraffer erzählt.

Die KI füttern

Ich habe in den letzten Monaten häufig darüber nachgedacht, ob sich mein Blog hier eigentlich noch lohnt. Gibt es noch Leute, die es interessiert, was ich hier schreibe, oder füttere ich nur noch die KI mit kostenlosem Content?

Anfang des Jahres gingen die Zugriffszahlen meines Blogs durch die Decke. Da freut man sich zunächst, doch irgendwann wurde mir das unheimlich und ich habe mal geschaut, wer da wann von wo auf die Seiten zugreift. Schließlich wurde mir schnell klar, dass es keine realen Personen waren, sondern nur irgendwelche KI Crawler, die den Inhalt meines Blogs ausgelesen haben. Ich habe dann ein größeres WordPress-Update gemacht und ein zusätzliches Plug-In installiert. Seitdem halten sich die Zugriffe in Grenzen. Sie sind immer noch hoch, aber vermutlich muss ich damit leben, dass man die KI Schnüffler nicht mehr los wird.

Die Grundsatzfrage jedoch bleibt: Für wen schreibe ich hier?

Nach dem Tod meines Vaters hatte ich schon daran gedacht, ganz mit dem Bloggen aufzuhören. Doch dann hat mir gerade das Schreiben seines Nachrufs geholfen wieder runterzukommen. Es war irgendwie befreiend und beruhigend zugleich. Die Tage zuvor war ich unruhig, aufgekratzt und nervös. Nachts fand ich keinen Schlaf und tagsüber war ich wie aufgedreht. Nachdem ich den Blogeintrag geschrieben hatte, konnte ich das erste mal wieder eine Nacht durchschlafen.

Ich habe das Schreiben schon immer als Therapie gesehen. Es hat mir bereits in jungen Jahren sehr geholfen, es hat mir die Einsamkeit erleichtert und so manchen Liebeskummer geheilt. Wenn mich Dinge beschäftigen, dann hilft es mir, darüber zu schreiben. Das habe ich in den vergangenen Monaten zeitlich einfach nicht mehr geschafft und das merke ich nun. Obwohl ich regelmäßig E-Mails und Artikel für die PRFZ geschrieben habe, oder meine Kolumne für die PERRY RHODAN-Serie, stelle ich fest, ich muss wieder mehr schreiben und zwar für mich selbst. Ob das allerdings für den Blog hier sein wird, oder ob ich mal wieder eine längere Geschichte schreiben werde, weiß ich noch nicht.

Sollen die KIs meinetwegen hier mitlesen. Bei meinen Tippfehlern und der mangelhaften Zeichensetzung lernen sie vielleicht ein paar Fehler mehr zu machen.

Kurztrip in die Walhalla

Um mich nach den anstrengenden Wochen nach dem Tod meines Vaters und der Pflege meiner an Demenz erkrankten Mutter ein wenig zu erholen und mal wieder was anderes zu sehen, fuhren wir über das verlängerte Wochenende an Himmelfahrt nach Kelheim. Ich hatte für uns im Landhotel Schneider in Buch ein Zimmer gebucht. Dort sind wir 2024 schon mal gewesen und es hatte uns sehr gut gefallen. Die Wirtsleute haben uns sogar wiedererkannt und wir haben ein Upgrade aufs Zimmer bekommen. Statt eines normalen Doppelzimmers bekamen wir eine Suite mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie einem riesigen Bad mit zwei Eingängen. Sehr nobel.

Auf der Hinfahrt besuchten wir die Walhalla in Donaustauf. Das riesige Monument erinnert ein wenig an den Parthenon-Tempel auf der Akropolis, nur neuer. Innen sind Büsten von den für Deutschland wichtigsten Personen ausgestellt, meistens Könige und Kaiser, aber auch Künstler und Politiker. Es sind sogar ein paar wenige Frauen darunter. Der Ausblick über die Donau von dort oben ist überwältigend, vor allem bei dem schönen Wetter, das ausnahmsweise am Mittag des 14. Mai herrschte. Wenige Minuten später fingen es an zu regnen und wir kehrten in Donaustauf in einer Gaststätte ein. Anschließend besuchten wir noch die Rosenburg in Riedenburg. Sagen wir so, wir wollten sie besuchen, wurden aber von dem horrenden Eintrittspreis (mehr als doppelt so viel wie für die Walhalla) abgeschreckt. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Hotel und bestaunten die Regenbögen am düsteren Himmel.

Am nächsten Morgen (unserem Hochzeitstag) überquerten wir den Main-Donau-Kanal auf dem Tatzelwurm. Das ist eine sehr ungewöhnliche Holzbrücke, die sich wie ein Drache über den Kanal windet. Auf der anderes Seite spazierten wir am Fluss entlang und entdeckten eine kleine Höhle. Später konnte ich auch noch ein großes Schiff auf dem Kanal fotografieren. Danach suchten wir den kleinen Blautopf, einen kleinen Teich mit bläulichem Wasser. (Das Original liegt in Blaubeuren, da waren wir auch schon ein paar Mal.) Da der Teich auf einem Privatgrundstück liegt, ist er nur schwer zu erreichen. Offenbar möchten die Eigentümer keinen Massentourismus. Kann man auch irgendwie verstehen. Ausgeschildert ist der Weg zwar, aber nichts für fußkranke Leute oder welche mit Höhenangst.

Im Anschluss besuchten wir das Kristallmuseum in Riedenburg, in dem ein riesiger Bergkristall mit ca. 3 Metern Durchmesser steht und es eine sehr hübsche Ausstellung über Halbedelsteine und Insekten gibt. Danach spazierten wir noch um einen kleinen See in Riedenburg direkt neben dem Kanal, bevor uns der Regen ins Auto zurücktrieb. Wir fuhren ins Hotel zum Mittagessen und speisten wie erhofft sehr gut.

Am Nachmittag wollten wir mit dem Schiff auf der Donau von Kelheim zum Kloster Weltenburg fahren. Leider hatte die Donau momentan sehr wenig Wasser, so das kaum Schiffe fuhren und diese schon ausgebucht waren. Deshalb bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt und fuhren dann mit dem Auto nach Weltenburg. Dieses Mal näherten wir uns von der anderen Seite der Donau. Das ist fast noch schöner, weil man das Kloster in seiner vollen Pracht am Fluss sehen kann, ohne die Menschenmassen. Ich machte ein paar richtig schöne Fotos. Schließlich wurde es kühler und wir kehrten zum Auto zurück. Mein Handy vermeldete an dem Tag mehr als 15.000 Schritte.

Am nächsten Morgen hieß es packen, da wir nur zwei Nächte gebucht hatten. Mein Mann wollte den Sonntag lieber daheim verbringen. Wir frühstückten nochmals ausgiebig (Hatte ich erwähnt, dass das Frühstücksbuffet eine Wucht ist?), dann fuhren wir los. Ich wollte unbedingt noch die Donauschiffahrt machen. Weil bis zur Abfahrt noch etwas Zeit war, schauten wir uns die Schleuse vom Main-Donau-Kanal an. Das ist ein gigantisches Bauwerk und ich hätte gern Zeit gehabt, um zu erleben, wie das Kreuzfahrtschiff, das wir Kanalaufwärts gesehen hatten, durchgeschleust wurde. Leider mussten wir zur Donau, um noch einen Platz auf einem der Schiffe zu bekommen.

Diese fuhren an dem Tag nur bis zur Weltenburger Enge. Der Wasserspiegel war über Nacht noch einmal gefallen, so dass die Schiffe nicht mehr gefahrlos durch den Donaudurchbruch bis nach Weltenburg fahren konnten. Wir buchten also eine Rundfahrt und setzen uns an einen Tisch auf dem überdachten Oberdeck. Ganz so ruhig wie erhofft wurde die Fahrt nicht, denn zwei Busse mit Kindern enterten das Schiff. Es herrschte bald recht viel Trubel. Wir ließen uns aber nicht aus der Ruhe bringen und beobachteten das Ufer vom Schiff aus. Die Felsen rings um den Donaudurchbruch sind schon beeindruckend. Man sieht, wie sich das Wasser in den Jahrmillionen hindurchgegraben hat. An einem Felsen erkennt man noch die Hochwassermarke von 1999 als die ganze Gegend zu Pfingsten überflutet worden war und die Donau das Kloster Weltenburg unter Wasser gesetzt hatte. Nach gut einer Stunde waren wir wieder an Land und setzten unsere Heimreise fort.

Zum Mittagessen hielten wir wieder in Landshut bei Ruffs Burger. Normalerweise laden wir hier das Auto beim ALDI gegenüber auf. Aber auf der kurzen Strecke von Kelheim bis Waging brauchten wir das nicht.

Wenn auch nur kurz, war es dennoch ein sehr schöner Urlaub. Wir überlegen, ob wir im Herbst wieder hierher fahren. Zu entdecken gibt es noch genug in der Gegend.


Trauriges Wochenende

Mein Vater ist am Sonntag verstorben.

Nach drei Tagen im Krankenhaus hat er für immer die Augen geschlossen. Am Mittwochabend hatten wir noch miteinander telefoniert und er war wie immer. Donnerstagabend hatte ich dann den Rettungsdienst am Telefon mit einer sehr schlechten Prognose, die der Arzt von der Notaufnahme spät Abends noch mal bestätigte.

Zu aller Überraschung hat er die Nacht und den Freitag überlebt, und ich konnte mich am Samstag noch von ihm verabschieden, auch wenn er nicht bei Bewusstsein war.

Er wurde 89 Jahre alt. Im August hätte er seinen Neunzigsten Geburtstag gefeiert. Auch wenn er in der letzten Zeit nur noch mit Stock durch die Wohnung geschlichen ist und kaum noch das Haus verlassen hat. Er hat ein langes erfülltes Leben zusammen mit meiner Mutter gehabt. Sie sind viel gereist, haben alles mitgenommen was ging. Mein Vater hat im Laufe seines Lebens viel gearbeitet, hat viele Bäder gefliest und kannte daher viele Leute. Mit ihm durch die Stadt zu gehen, war mühsam, weil er alle paar Meter jemanden getroffen hat, der ihn kannte und er immer zu einem Schwätzchen bereit war. Zuletzt hat ihm das gefehlt, weil viele seiner Freunde und Bekannten vor ihm gestorben waren. Ich habe da erst begriffen, was es wirklich bedeutet »älter« zu werden.

Er war bis ins hohe Alter an vielen Dingen interessiert, hat mir immer erzählt, was er in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen hat. Das wichtigste hat er immer in seinen kleinen Kalender geschrieben, auch wenn man die Worte nur schwer entziffern konnte. Das Schreiben lag ihm nicht so. Er war im Imkerverein, im Kegelklub und hat im Männerchor mitgesungen. Bei Festen und Feiern waren wir meistens die Letzten, weil er immer bis zum Schluss bleiben wolle. Die Familie stand für ihn an erster Stelle, egal ob seine Eltern, Geschwister, Nichten und Neffen, meine Mutter oder ich, jeder war ihm gleich wichtig. Er hatte eine starke soziale Ader, war immer für andere da. Die Großzügigkeit und Einsatzbereitschaft habe ich von ihm geerbt. Bei den Menschen, die ihn kannten, war er sehr beliebt, wegen seiner offenen natürlichen Art. Er hat sich nie verstellt und sich nie verbiegen lassen. Er war immer auf Harmonie bedacht und wenn er sich mit meiner Mutter gestritten hat (was in den letzten Jahren häufiger vorkam), dann war es schnell wieder vergessen.

Bis zuletzt hat er jeden Tag sein Saalfelder Premium Pils getrunken und gern mal Kartoffelchips genascht. Obwohl er einen angeborenen Herzklappen-Fehler hatte (das wurde erst nach seinem Achzigsten Geburtstag diagnostiziert) war er nie ernsthaft krank. Die Tage, die er in seinem Leben im Krankenhaus gelegen hat, kann man an zehn Fingern abzählen.

Nun ist er weg und mir bleiben nur die tausenden Fotos, die er im Laufe seines Lebens geschossen hat. Das Leben verweht, aber die Erinnerungen sind unsterblich.

Das obere Bild stammt aus den späten 1950er Jahren, als meine Eltern an der Ostsee Urlaub gemacht haben. Dort waren sie bekannt als Herr und Frau Kennedy. Das volle Haar hat mein Vater bis zu Letzt gehabt, siehe das untere Bild von ihrem 63. Hochzeitstag 2025.

Ein Original ist gegangen

Tante Eva mit der kleinen Christina (Ende der 70er Jahre). Ich glaube, ich lecke da gerade ein Glas mit Eierlikör aus.

Gestern ist meine Tante Eva gestorben. Sie war meine letzte Tante, die noch gelebt hat, und die Tante, mit der ich am meisten Kontakt hatte. Mit 95 Jahren hat sie ein erfülltes Leben gehabt. Die letzten Wochen musste sie nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim und im Krankenhaus verbringen, etwas, das sie so nie gewollt hat. Insofern bin ich froh, dass sie nicht länger leiden muss.

Meine Tante war ein besonderer Mensch – eine starke Persönlichkeit, die sich von niemandem etwas sagen ließ, die ihren eigenen Kopf hatte und bis ins hohe Alter einen unbeugsamen Willen und große Disziplin besaß. Ihre Kindheit war kurz, nachdem ihre Mutter früh gestorben ist und sie und ihre fünf Geschwister mit dem Vater zurückließ. Der heiratete nochmal und bekam mit seiner neuen Frau nochmal sechs Kinder, die meine Tante quasi mit aufziehen musste. Eigentlich wollte meine Tante zur Polizei und hat dort auch eine Ausbildung angefangen. Dann hat sie aber meinen Onkel, den Bruder meiner Mutter kennengelernt, geheiratet und einen Sohn bekommen. In den Fünfziger Jahren war es selbst in der DDR schwierig, mit Familie als Frau bei der Kriminalpolizei zu arbeiten. So wurde sie Verkäuferin in einem Laden für Sportartikel und bekam noch zwei Kinder.

Meine Tante, war dennoch jemand, der sein Leben fest in der Hand hatte. Sie mochte Kung Fu-Filme und begeisterte sich für echte Kriminalfälle. Mit Mitte Achtzig erfüllte sie sich den Wunsch einmal mit einem Trike mitzufahren. Sie war bis zuletzt geistig fit, was nicht zuletzt an ihrer großen Familie lag. Drei Kinder, fünf Enkel und zwölf Urenkel, die sie oft um sich hatte und die ihre »Oma Eva« immer ins Familienleben eingebunden haben. Und weil meine Tante sehr unternehmungslustig und für jeden Spaß zu haben war, hat sie auch alles mitgemacht. Dazu gehörte mindestens einmal im Jahr ein Besuch im Europapark, weil zwei ihrer Enkelinnen in Rust wohnen. Mit über Neunzig ging sie nochmal mit ihrem Sohn auf Kreuzfahrt und auch sonst nahm sie alles mit, was ging.

Tante Eva im August 2022 im Alter von 92 Jahren.

Das Markanteste an ihr war aber ihr Humor. Zu jeder Gelegenheit hatte sie einen trockenen Spruch auf den Lippen oder brachte einen lustigen Kommentar an. So war sie bei einem Besuch auf dem Friedhof einmal gestürzt. Als der Rettungssanitäter die rhetorische Frage stellte: »Was haben Sie denn gemacht?«, antwortete meine Tante: »Was denken Sie, ich bin hier zum Probeliegen«. Noch im November hat sie bei einem Besuch am Grab ihres Mannes (der schon 2012 an Altersleukämie gestorben ist) gesagt: »Rutsch rüber Helmut, ich komme!«

Wir haben oft telefoniert, sie wollte immer wissen, was ich gerade mache, und war zu jedem meiner Geburtstage. Ich denke, sie hat gewusst, dass das Ende nah ist. Bei einem unserer letzten Telefonate hat sie mir gebeichtet, dass sie auf nichts mehr Lust hat, auch nicht darauf, rauszugehen. Und das obwohl sie jeden Tag spazieren gegangen ist, um sich zu bewegen. Das kannte ich nicht von ihr, weil sie sonst so streng mit sich war und immer zu sich sagte: »Eva, reiß dich zusammen!«, egal wie schlecht es ihr ging. Dabei hatte sie in den letzten Jahren viele gesundheitliche Probleme, ist oft gestürzt und hat sich dabei verletzt. Die Augen wollten auch nicht mehr so und auf einem Ohr hat sie nichts mehr gehört. Sie hat aber nie Schwäche gezeigt oder sich bemitleidet. Das habe ich an ihr am meisten bewundert.

Nun ist sie fort. Ich werde ihre lustigen Kommentare, ihr offenes Interesse an ihrer Umwelt und ihre liebenswürdig pragmatische Art sehr vermissen.

Inside Rosenheim

Da ich zur Zeit eine Laserbehandlung für meine Augen brauche, muss ich dafür regelmäßig nach Rosenheim in eine Augenklinik. In dem Zuge bin ich diese Woche endlich mal in die Rosenheimer Innenstadt gekommen. Bisher kannte ich nur den Bahnhof und den Lockschuppen (dort finden regelmäßig große Ausstellungen statt).

Die Stadt Rosenheim hat etwa 67.000 Einwohner. Die Stadt ist eine krude Mischung aus historischen Gebäuden, wie man sie aus kleineren Orten in Oberbayern kennt, modernen Neubauten und Industrieanlagen. Dazwischen stehen immer mal wieder heruntergekommene Altbauten. Je weiter man aus der Innenstadt hinauskommt, desto mehr werden die Industrieniederlassungen. Das erzeugt ein eigenartiges Flair, bei dem man nicht so recht weiß, ob man jetzt in einem Dorf oder einer Stadt unterwegs ist.

Der weitläufige Max-Josefs-Platz mit seinen historischen Gebäuden erinnert mich ein wenig an die Innenstadt von Innsbruck. In den kleineren Straßen dahinter wähnt man sich in Waging und auf der Parallelstraße stehen neben einem modernen Parkhaus nichts sagende Neubauten.

Interessant ist, dass der Lokschuppen fast ein Kilometer vom Bahnhof entfernt ist. Schienen sieht man keine mehr. Ihm gegenüber liegt das Rathaus und daneben ein weiteres großes Parkhaus. Überhaupt verfügt Rosenheim über viele Parkhäuser, in denen man eine Stunde lang kostenlos parken kann.

Es hat jetzt fast zwanzig Jahre gedauert, bis ich es mal in die Rosenheimer Innenstadt geschafft habe. Es gibt ein paar hübsche Ecken, aber auch viel Leerstand wie überall. So richtig sehenswert finde ich die Stadt nicht. Da habe ich schon hübschere Städte besucht, die weniger provinziell wirkten.

Frostige Weihnachten

Es ist kalt.

Heute Morgen waren minus neun Grad. Der See ist aber noch nicht komplett zugefroren. Nur ein paar Stellen sind mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Ich kann mich an vor zehn Jahren erinnern, als der See jeden Winter Zentimeterdick zugefroren war. Das passierte in den letzten Jahren gar nicht mehr. Ich bin gespannt, ob es in diesem Jahr mal wieder klappt, wenn’s weiter kalt bleibt.

Auf der Rückfahrt von Saalfeld am Sonntag waren die Straßen stellenweise mit Schnee zugeweht. Das war eine rutschige Geschichte mit dem Auto, sah aber überragend schön aus. Der aufgetürmte Schnee hatte das Aussehen von Schlagsahne.

Südlich von Regensburg schien dann die Sonne und es wurde richtig warm im Auto.

Kalt war es dagegen beim McDonald’s in Regenstauf. Ob die Heizung kaputt war, oder ob die Filiale sparen muss, weiß ich nicht, aber es war innen zu kalt, um ohne Jacke dort zu sitzen. Es waren Leute mit kleinen Kindern dort, die Mädchen hatten teilweise nur Strumpfhosen an. Die Eltern dürften sich über die Rotznasen am nächsten Tag gefreut haben. Wir haben uns einen Kaffee bestellt zum aufwärmen, sind dann aber raus ins Auto, das noch an der Ladesäule geladen hat, weil es dort wärmer war.

Ansonsten waren die Feiertage sehr ruhig. Wir haben kein lineares Fernsehen angeschaut und ich habe keinen Perry gelesen. Außer die halbe FanEdition die ich lektoriert habe, aber die ist eher historisch. Wir haben unsere Lieblingsweihnachtsfilme angeschaut und einen Review der 2. Staffel von Star Wars: Andor gemacht. Darüber werde ich noch etwas schreiben. Beim Essen haben wir uns sehr zurückgehalten. Weil mich zur Zeit diverse Magen-Darm-Probleme plagen, esse ich jetzt abends nichts mehr, soll auch beim Abnehmen helfen. Ab Donnerstag wollen wir jetzt immer ins Schwimmbad. Schauen wir mal, ob das was bringt. Gebastelt habe ich auch ein bisschen. Ich habe mir ein 3D-Puzzle vom Empire State Building gekauft und zusammengebaut. Und eine Tasche habe ich auch wieder geflochten. Inzwischen sind auch die Arbeiten an der SOL 121 weit fortgeschritten, die habe ich zwischendrin noch koordiniert. Und ich habe eine Anzeige für die 6. PERRY RHODAN-Tage gestaltet.

Am Wochenende vor Weihnachten waren wir in Wasserburg auf dem Weihnachtsmarkt und haben eine leckere Suppe gegessen. Das Wetter war an dem Tag großartig und wir sind bei schönstem Sonnenschein am Innufer spazieren gegangen.

Über die Geschehnisse aus aller Welt rege ich mich nicht auf, bringt eh nichts.

Mikroplastikfreies Abwasser

Nebenstehendes Bild zeigt das Mikroplastik, welches nach zwei Wäschen mit unserer Waschmaschinen angefallen ist. Es wäre im Abwasser gelandet, wenn wir nicht den neuen Bosch Mikroplastikfilter hätten. Ich war schwer beeindruckt. Obwohl wir sehr wenig Kunststoffkleidung haben und viel auf reine Baumwolle und andere Naturmaterialien setzen, blieb noch genug im Filter hängen. Wow!

Das Gerät hat mein Mann gekauft. Der arbeitet ja in dem Segment und bekommt da viel mehr mit als ich. Bei mir wäre das nie auf dem Radar aufgetaucht. Es wird auch keinerlei Werbung dafür gemacht. Dabei finde ich das Tool sehr praktisch. Es wird einfach zwischen Waschmaschine und Abfluss angeschlossen und mit Strom versorgt. Bei uns steckt es in der gleichen schaltbaren Steckdose wie die Waschmaschine. Damit kann beides nach Gebrauch wieder ausgeschaltet werden.

Nach dem Anschalten und wenn die Waschmaschine startet, klingt es erstmal komisch. Es läuft aber tatsächlich nur, wenn die Maschine abpumpt. Dann sorgt ein Motor dafür, dass das Abwasser wie ein Strudel durch den Filter gepresst wird. Am Ende, wenn das Wasser komplett abgeflossen ist, bleiben die trockenen Reste übrig. Wenn der Filter voll ist, kann man den Inhalt herausschaben und im Hausmüll entsorgen und den Filter anschließend wieder einsetzen. Bitte nicht mit Wasser auswaschen, weil das kontraproduktiv wäre.

Ganz billig ist der Spaß nicht. Der Mikroplastikfilter von Bosch kostet ca. 200 Euro. Wir haben ihn etwas günstiger bekommen, weil es eine Rabattaktion gab. Es gibt auch von anderen Herstellern ähnliche Geräte, die billiger sind, aber da muss man die Filter immer wieder nachkaufen, was Folgekosten verursacht.

Grundsätzlich fände ich es gut, wenn die Hersteller von Waschmaschinen solche Mikroplastikfilter in ihre Waschmaschinen integrieren würden. Es gibt zwar Flusensiebe, aber nicht in jeder Maschine und selbst wenn, sind diese nicht so fein, um Mikroplastik herauszufiltern.