Vergangenen Donnerstag sind wir mal wieder gen Thüringen unterwegs gewesen.
In Garching (an der Alz, nicht in dem bei München) tat es plötzlich einen Knall und in der Frontscheibe unseres ID3 klaffte ein Riss. Wir wissen nicht, wo der Stein hergekommen ist, denn der LKW vor uns war gute einhundert Meter entfernt und das Auto, das an uns vorbeigefahren war, war auch schon mindestens fünfzig Meter weg. Über uns war nur eine Stromleitung. Mein Mann meinte später scherzhaft, dass es ein Mikrometeorit gewesen sein könnte. Ich erwiderte darauf, dass wir nun einen Hüllenbruch erlitten hätten, die Schilde aber gehalten haben. Man erschreckt sich aber trotzdem ganz schön.
Wir haben kurz angehalten und das Autohaus und unseren Versicherungsmakler angerufen, dann sind wir weitergefahren. Man hat schon gesehen, wie sich der Riss an den nächsten Tagen ausgedehnt hat. Vor allem durch die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Morgens war er immer ein paar Zentimeter länger. Seit dem wir zurück sind und das Auto nachts in der Tiefgarage steht, tut sich nichts mehr. Wir haben zunächst einen Termin im Autohaus gemacht, aber viele meinten, wir sollen gleich zu CarGlass gehen, da würde es schneller gehen, als in der Werkstatt von VW.
Wir haben jetzt einen Termin am 24.8. wegen der Urlaubszeit dauert es momentan etwas länger. Dann wird der Schaden an der Außenhülle unseres Raumschiffs repariert und wir können wieder beruhigt in Galaxien aufbrechen, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat.
PERRY RHODAN NEO Band 387 – »Zeitbruch« von Dietmar Schmidt & Oliver Müller
Endlich sind Perry Rhodan und seine Gefährten in der Gefahrenzone des Taschalonsystems angekommen, wo sie Atlans Sohn finden wollen. Mit einer Maxi-Disk begeben sich Thora und ihr Mann auf den Planeten Zhalur’Kamon. Sie werden begleitet von Atlan, Dao-Lin-H’ay und Gucky. Auf dem Planeten werden sie mit chaotischen Raum- und Zeitphänomenen konfrontiert und Gucky verschwindet plötzlich, weil er Weidenburn in Gefahr wägt. Von Eric Weidenburn erhoffen sich die Rhodans Informationen über ein spezielles Artefakt, das sie benötigen, um ihre Tochter Nathalie zu retten. Doch Weidenburn hat ganz andere Sorgen. Nach einem Experiment mit einem Chrono-Resonator und einem der Artefakte, bei dem eine Kollegin Weidenburns verschwand, reagiert er allergisch auf die Artefakte. Er leidet unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Halluzinationen, sobald er sich dem Labor nähert. Doch sein Vorgesetzter, der arkonidische Wissenschaftler Varek da Sharib, übt Druck auf ihn aus, um Weidenburn zur Fortsetzung der Versuche zu zwingen. Dieser versucht wiederum durch Manipulationen, die Anlage zu sabotieren und wird beinahe ertappt. Es ist Gucky, der Eric mehrmals aus einer misslichen Lage hinaus teleportieren kann. Letztendlich gelingt es dem Thetiser die Anlage zu zerstören, doch der Preis dafür ist hoch. Es kommt zu einem Zeitbruch, der sich über den Planeten und das Taschalonsystem ins ganze Universum auszudehnen droht. Es entsteht eine Negasphäre! Am Ende aber können Perry und seine Freunde Eric Weidenburn befreien. Durch ihn erfahren sie, dass die Artefakte in den falschen Händen, eine ungeheure Bedrohung für die Stabilität des Universums darstellen. Weshalb Varek da Sharib, die Artefakte als Waffen einsetzen will, um sich zum neuen Alleinherrscher von Arkon aufzuschwingen.
Oha! Jetzt sind wir also beim Negasphären-Zyklus angelangt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es den Exposéautoren gelingt, alte Begriffe mit neuem Inhalt zu füllen. Man darf gespannt sein.
Der vorliegende Roman ist spannend. Keine Frage. Aber … ein paar der Handlungstwists finde ich weniger gelungen. Ganz besonders am Ende, an dem weder die Protagonisten noch die Leser erfahren, wie sich Perry und Co aus der vertrackten Situation befreien konnten. Das war schwach. Wahrscheinlich ist den beiden Autoren der Platz ausgegangen. Das hätte vermieden werden können, wenn im Vorfeld einige Dinge weggelassen worden wären.
Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, was Perry und Co da eigentlich treiben. Sie wollten nur auf den Planeten, Weidenburn rausholen und wieder wegfliegen. Aber sie lassen sich dauernd von ihrer Mission ablenken. Bei den verschiedenen Raum- und Zeit-Phänomenen habe ich noch ein Auge zugedrückt, weil das irgendwie zur Handlung gehörte. Aber spätestens bei dem Raumschiffwrack und Perrys Suche nach Überlebenden, war der Spaß vorbei. Die Kapitel haben einerseits nichts mit der Handlung zu tun und sind zweitens völlig lebensfremd geschrieben. Man stelle sich vor, man käme auf dem Weg zu einem wichtigen Termin an einem kaputten Auto vorbei. Ein Teil des Autos ist schon von Pflanzen überwuchert, ein anderer Teil schaut neu aus. Würde man wirklich auf die Idee kommen, dass in dem Auto noch Menschen sitzen, die auf Hilfe warten? Und wenn ja, würde man die Verletzten dort ohne Not herauszerren und damit riskieren, dass sich ihre inneren Verletzungen verschlimmern? Vor allem dann, wenn man ohnehin keine Möglichkeit hat, sie angemessen medizinisch zu versorgen? Jeder Rettungssanitäter hätte bei der Geschichte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Und weil Perry und Co ja so viel Zeit haben, um Weidenburn und den vermissten Gucky zu suchen, holt man auch noch die zweite Leiche aus dem Wrack, um sie neben dem verstorbenen Arkoniden zu bestatten. Hä! Das ist nicht euer Ernst?
Besser gefallen mir dagegen die Kapitel um Eric Weidenburn, die, so tippe ich mal, wegen der hin und wieder eingestreuten Chemie-Hinweise, vermutlich von Dietmar Schmidt stammen. Seine Schilderung von Weidenburns Leiden, seiner Zerrissenheit zwischen dem Wunsch zu forschen und der Notwendigkeit seine Forschungsergebnisse zu vernichten, sind sehr gut geschrieben. Der Thetiser entwickelt sich immer mehr zu einer tragischen Figur.
Die vielen witzigen Bemerkungen und Dialoge vor allem von Atlan und Gucky lockern die doch etwas komplizierten Erklärungen von Zeitparadoxa und seltsamen Raumphänomenen gut auf. Für das Fortschreiten der Staffelhandlung liefert die Geschichte aber zu wenig.
»Zeitbruch« ist ein spannend zu lesender Roman, der die Leser am Ende aber unbefriedigt zurück lässt.
… das sagt immer meine Mutter, wenn irgendetwas kaputtgegangen ist.
Seit 2018 wohnen wir jetzt schon in unserer neuen Wohnung. Wobei, neu kann man da eigentlich nicht mehr schreiben. Viele Möbel hatten wir uns schon lange vorher gekauft, die meisten so um 2007/2008 herum, nachdem mein Mann und ich zusammengekommen sind. Das wird nächstes Jahr auch schon wieder zwanzig Jahre.
Das neue Bücherregal passt perfekt zu unserer Vitrine.
Sprich, unsere Einrichtung ist in die Jahre gekommen. Manches wird nur noch durch guten Willen zusammengehalten. Besonders die Bänke der Sitzecke. Bei den Fahrten nach Thüringen sind wir in den letzten Monaten immer an der Fabrik eines Möbelherstellers vorbeigefahren. Auf dessen Webseite bot er ganz hübsche Sachen an, weswegen wir extra hingefahren sind, um uns eine neue Wohnwand und neue Bänke zu kaufen. Naja, sagen wir es so, wir haben unseren guten Willen gezeigt, dass wir gern dort etwas gekauft hätten. Aber der Showroom war nur eine große Halle mit irgendwelchen teilzerlegten Restposten. Von der gewünschten Wohnwand hatten sie nur einen Schrank, aber nicht in der Farbe, die wir wollten. Bei meiner Frage nach einem Holzmuster hat mich die junge Frau mit großen Augen angeschaut und ist im Büro ihres Chefs verschwunden. Am Ende sind wir unverrichteter Dinge wieder gefahren, weil sie weder Holzmuster hatten noch wollten sie uns etwas verkaufen, das sollten wir online machen. Motivation schaut anders aus.
Endlich habe ich Platz um mein Bastelmaterial kurzzeitig abzulegen, zum Beispiel wenn wir essen wollen.
Also habe ich nochmal online auf deren Homepage geschaut und festgestellt, dass die von uns gesuchte Wohnwand in Polen hergestellt wird. Das erklärt die polnischen LKWs auf dem Hof. Soviel zum Thema Made in Germany, offenbar fertigen die dort nur Tischplatten. Aus Jux habe ich mal beim Händler mit dem großen A gesucht. Und siehe da, dort gab es die gleichen Möbel nur sehr viel günstiger. Wir haben dann eben dort die Wohnwand bestellt, einen Bücherschrank und zwei Bänke für unsere Sitzecke. Nach vier Wochen hat Amazon dann die Bestellung für die Bänke erst einmal storniert. Aber es gab weitere Anbieter für die Bänke, die ich dann eben dort bestellt habe. Die wurden auch recht schnell geliefert. Qualitativ sind die Möbel nicht schlecht, sie ließen sich auch sehr leicht zusammenschrauben. Das vordere Teil ist sogar aus Massivholz. Die Wohnwand steht noch aus. Bis dahin muss unsere alte noch durchhalten. Auch wenn die Türen schon übers Parkett schleifen.
Mein neuer Arbeitsplatz.
Mein Chef hat dieser Tage einen höhenverstellbaren Schreibtisch bekommen und seinen rausgeworfen. Weil ich auf der Arbeit den gleichen Eckschreibtisch habe und damit total zufrieden bin, habe ich gefragt, ob ich den Tisch bekommen kann. Mein Chef war froh, dass er ihn nicht entsorgen musste. Einer meiner Kollegen war so nett und hat einen Hänger besorgt und mir das Teil gebracht. Mein Mann und ich mussten zwar etwas umbauen und das Ivar-Regal kürzen, weil der Schreibtisch zwanzig Zentimeter größer ist, aber nun steht er. Unsere beiden Glasschreibtische waren noch nicht so kaputt, die habe ich bei eBay-Kleinanzeigen reingestellt, vielleicht findet sich ein Interessent. Dabei habe ich in unmittelbarer Nachbarschaft gesehen, dass jemand einen Rollcontainer verkauft. Den haben wir abgeholt und unser neues Büro komplettiert. Jetzt habe ich endlich Platz vorm Computer.
Und dann ist gestern noch das Regal für die Disney-Miniatur-Collection gekommen. Das sind kleine Bilderbücher mit Motiven aus berühmten Disneyfilmen. Die sammle ich schon seit vergangenem Jahr. Noch fehlt mir die Hälfte, aber das Regal konnte ich schon mal füllen.
Wenn ich ein besonders schönes Buch sehe, kann ich selten daran vorbeigehen, ohne es zu kaufen.
Das ging mir am Wochenende in Bad Reichenhall nicht anders. Als wir an der Buchhandlung Rupprecht vorbeigingen, entdeckte ich im Schaufenster viele Bücher über Astronomie und Weltraum. Unteranderem gab es da ein großes dickes Buch mit Goldschnitt und goldenen Verzierungen über Sterne. Da konnte ich echt nicht widerstehen. Ich war offenbar nicht die einzige, denn es stellte sich heraus, dass das Buch im Schaufenster das letzte Exemplar war. Die Verkäuferin ist extra wegen mir ins Schaufenster gekrochen und hat das Buch geholt.
Nun liegt es vor mir und ich kann mich an den Bildern und der Aufmachung nicht sattsehen. Gut, es ist für Kinder gemacht und die meisten Informationen aus dem Inhalt kenne ich in- und auswendig, aber es gab doch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht gewusst habe. So zum Beispiel, dass alle Planeten zusammengeschoben, genau die Entfernung zwischen Erde und Mond ausfüllen. Oder dass der Saturnmond Iapetus wie ein Kugelraumer mit Ringwulst aussieht. Das hat mich überrascht.
Die meisten Fotos im Buch sind Aufnahmen des Hubble-Teleskops, dazu kommen schöne Illustrationen, die (welch Wohltat) nicht von einer KI stammen, sondern von zwei Illustratorinnen. Wer auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für ein Kind ist, macht mit dem Buch keinen Fehler. Es ist die 26 Euro auf alle Fälle wert. Und vielleicht weckt man damit ja das Interesse eines Kinds für die Astronomie. Bei mir hätte das bestimmt funktioniert.
Wer mal in Bad Reichenhall ist, sollte unbedingt in die Buchhandlung Rupprecht gehen, die haben eine tolle Auswahl an Büchern und kümmern sich sehr um ihre Kunden.
PERRY RHODAN NEO Band 386 – »Sammler der Kuriositäten« von Antares Bottlinger
Um ihrer Tochter Nathalie zu helfen, benötigen Perry Rhodan und seine Frau Thora die Hilfe von Atlans Sohn Eric Weidenburn, zu dem sie aber nur vordringen können, wenn sie ein anderes Artefakt auftreiben.
Ihre Suche nach einem Artefakt führt sie auf den Planeten Agemas im Kugelsternhaufen M13. Dieser Planet wird seit kurzem von schweren tektonischen Erschütterungen heimgesucht. Sie brechen bei einem Kuriositätensammler ein und klauen das Artefakt, doch kaum sind sie zur TERRANIA II zurückgekehrt, bewegt sich das Artefakt eigenständig an seinen Ausgangsort zurück. Dao-Lin-H’ay schlägt vor, den geheimnisvollen Veiyerdal um Hilfe zu bitte, da er sich offenbar mit den Artefakten auskennt. Mit seiner Hilfe gelingt der Diebstahl. Der Abtransport des Artefakts durch die Menschen geschieht gerade noch rechtzeitig, bevor ein Vulkan die Gegend um das Anwesen des Kuriositätensammlers unter Lava begräbt und tausende Arkoniden in Gefahr bringt. Der Ausbruch wurde durch die Anwesenheit des Artefakts ausgelöst.
Wenn im Abspann des Romans nicht auf den Inhalt des Romans eingegangen wird, wirft das in der Regel kein gutes Licht auf die Handlung. Die Geschichte rund um Perry und Co ist in der Tat etwas dürftig und stellenweise auch nicht nachvollziehbar.
Den Roman rettet die Nebenhandlung, die deutlich spannender ist und das Leben der Arkoniden auf einem paradiesischen Planeten zeigt, der von lauter superreichen Touristen heimgesucht wird. Es stecken viele gute Ideen in der Story aber auch eine Vielzahl an Klischees, dennoch spiegelt sie parallele Entwicklungen aus unserer Wirklichkeit gekonnt wieder. Das hätte sich genauso gut auf La Palma abspielen können. Korrupte Politiker und rücksichtslose Superreiche auf der einen Seite sowie die arbeitende Bevölkerung als Leidtragende auf der anderen Seite, ergibt ein in sich stimmiges Bild. Die sympathischen Charaktere und die bodenständige Geschichte sind ein großer Pluspunkt für den Roman.
Dagegen wirken Perry und seine Begleiter »out of character« wie man so schön sagt. Der moralisch überlegene Perry Rhodan bricht in eine Millardärsvilla ein und entwendet das Eigentum eines anderen ohne auch nur ein einziges Mal über eine Alternative zu dem Diebstahl nachzudenken. Er versucht es nicht mal. Erst beim zweiten Versuch wird zumindest ein Grund geliefert, warum es notwendig ist, das Artefakt zu entfernen, da es den Vulkan ausbrechen lässt. Gucky und Dao spielen Taxi, wobei sie mal erschöpft und mal weniger erschöpft sind. Jedenfalls waren sie immer dann fit, wenn sie gebraucht wurden, was der Geschichte die Spannung genommen hat. Dao erschien mir zudem etwas zu kratzbürstig zu sein. Und über den Maahk als Sicherheitschef reden wir lieber nicht.
Das Auftauchen von Veiyerdal war für mich die größte Überraschung. Er war es, der Nathalie angegriffen und mit ihr verschwunden ist. Und keiner, weder Dao, die dabei gewesen ist, noch Perry, dem Dao es erzählt hat, kommt auf die Idee, Veiyerdal nach Nathalie zu fragen. Also irgendwie war das für mich nicht schlüssig. Ich hätte eher gedacht, man wendet sich an Prospektor Lee Norskwod. Veiyerdal erschien mir nach den vergangenen Romanen eher der geheimnisvolle Bösewicht zu sein.
Davon abgesehen, dass man Reginald Bull erstmal wieder auf der Erde geparkt hat und Atlan sich von seinem Kryoschlaf erholen muss – seltsam für einen Zeitträger – fand ich das schnelle hin- und herfliegen zwischen Milchstraße und M13 schon in den vergangenen Romanen unglaubwürdig. Hier wieder. M13 ist 23.000 Lichtjahre entfernt. Früher drehten sich ganze Staffeln nur um den Flug dorthin. In der Zeit der Symaios war es unmöglich M13 zu erreichen und nun reicht ein Fingerschnipsen der Autoren und schon ist man da. Hm!
»Sammler der Kuriositäten« ist ein schwacher NEO mit einer guten Nebenhandlung. Dieser Roman beweist, dass ein guter Autor nicht zwingend auch ein guter NEO-Autor sein muss.
Heute gibt es einfach nur mal ein Bild, weil ich das so toll finde.
Ich kaufe mir seit einigen Jahren im Frühjahr immer Petunien. Die sind sehr pflegeleicht und blühen bis in den November hinein. Ich nenne sie immer die Weltraumblumen, weil sie wie ein Sternenhimmel mit Schwarzem Loch aussehen. Dieses Jahr hat eines der Schwarzen Löcher sogar einen Jet. Seht selbst!
PERRY RHODAN NEO Band 385 – »Das Erbe der Kartanin« von Rüdiger Schäfer
Das Tor zum Larengranulon steht offen. Das Volk des Konzils der Sieben startet seine Invasion des Einsteinuniversums am Vela-Pulsar in der Milchstraße. Trotz diverser Anpassungsschwierigkeiten der Larischen SVE-Raumer droht den Terraner eine verheerende Niederlage gegen die Larenflotte. Da hilft auch nicht die Unterstützung ihrer Verbündeten, den Arkoniden und den Akonen. In buchstäblich letzter Sekunde greifen die Posbis in den Konflikt ein und schließen vorerst die Transgranulare Schwelle. Es wird sich zeigen für wie lange. Durch die Erzählung der Erlebnisse von Dao-Lin-H’ay und Nathalie Rhodan da Zoltral erfährt Perry Rhodan, dass die Artefakte eine zentrale Ursache für den Einfall der Laren in die Milchstraße darstellen. Doch der Ursprung dafür könnte noch viel weiter zurückliegen und viel tiefer gehen, als es sich selbst das Konzil der Sieben jemals vorstellen könnte – im Subkosmischen Kontinuum.
Okay! Jetzt sind wir bei Thez angelangt. Das war mein erster Gedanke, als die Schwestern der Tiefe ihre Theorie des Subkosmischen Kontinuum vorgestellt haben. Dies existiert noch unterhalb (oder oberhalb) des Quantenraums und hier sollen die Entscheidung getroffen werden, welche der Quantenrealitäten Wirklichkeit werden. Es ist also doch nicht alles Zufall im Quantenraum. So habe ich das zumindest verstanden. Eigentlich wollte man bei NEO auf das Zwiebelschalenmodell verzichten, aber offensichtlich kommt man auch bei dieser Serie nicht daran vorbei, um die Geschehnisse irgendwie plausibel zu erklären.
Rüdiger Schäfer liefert in der Haupthandlung des Romans eine gigantische Weltraumschlacht und lässt seine Protagonisten an der Irrsinnigkeit dieses Unterfangens verzweifeln. Es ist schwer, nicht die Moral zu verlieren, wenn man derartig angegriffen wird. Auch ein Perry Rhodan muss einsehen, dass manchmal der Angriff die beste Verteidigung ist.
Im zweiten Handlungsstrang erfahren wir mehr über die Kartanin Dao-Lin-H’ay. Ihrem Schicksal widmete der Autor bereits mindestens drei Romane in denen er ihren Lebensweg und ihre Beziehung zu Nathalie Rhodan beschreibt. Er führt das in diesem Roman konsequent fort und wirft dabei etwas Licht auf die Artefakte und ihre Herkunft. Ich erfahre zudem, wie Nathalie verschwunden ist und warum es so wichtig ist, die Träne der Sterne zu finden.
Am Ende sind sich alle einig, dass man Eric Weidenburn finden muss, um mehr über die Artefakte und ihre Wirkung zu erfahren.
»Das Erbe der Kartanin« erklärt ein wenig die Hintergründe zu den Artefakten, ergeht sich aber zu sehr in philosophischen Betrachtungen über Moral und Wissenschaft, als dass mich die Romanhandlung wirklich fesseln konnte. Und nein, bei diesem Rüdiger Schäfer-Roman musste ich nicht ein einziges Mal weinen.
Der Arzt hielt mir mit der Pinzette das Haselnussgroße Stück Gewebe hin und sagte: »Schauen Sie, es ist ein Junge. Wollen Sie ihn mitnehmen?«
Ich musste schmunzeln, obwohl mir momentan nicht danach war. Mein halber Fuß war betäubt. Ich war noch immer aufgeregt. Die OP war notwendig, weil mir seit Monaten der rechte Zeh schmerzte, wenn ich geschlossene Schuhe anhatte. Die Hausärztin hatte mich an den Orthopäden überwiesen und bei dem hatte ich relativ schnell einen Termin bekommen. Sehr zu meiner Überraschung. Nun lag ich da und der Arzt operierte an meiner Zehe herum. Dort hatte sich ein Ganglion gebildet. Das eine deutlich sichtbare Beule an meiner Zehenspitze hinterlassen hatte und empfindlich schmerzte, wenn ich dran kam.
Nun ist es endlich raus. Die Zehe tut noch etwas weh. Morgen muss ich nochmal zum Verbandswechsel und danach habe ich es hoffentlich überstanden. Witzig finde ich den Spruch des Arztes immer noch. Ich ärgere mich, dass ich ihm nicht geantwortet habe, dass ich lieber ein Mädchen gehabt hätte.
Durch den Tod meines Vaters musste ich in letzter Zeit in alten Unterlagen kramen. Dabei stieß ich auf so manches kuriose Fundstück. Zum Beispiel einen Wunschzettel für den Weihnachtsmann, den ich irgendwann mit sieben oder acht Jahren geschrieben haben muss. Man beachte, dass ich sogar ein Feld für Rückantworten eingefügt habe. Ich kann mich tatsächlich noch erinnern, wie ich ihn im Wohnzimmer von innen an die Scheibe geklebt habe. Mir war aber nicht bewusst, dass meine Eltern ihn über all die Jahrzehnte aufgehoben hat.
Beachtenswert sind weder der Schlafanzug noch die dringend benötigte Federmappe. Nein, spannend finde ich das Gewehr. Ich war damals durch die Karl-May-Verfilmungen besessen von Cowboys und Indianern. Und zur Ausstattung eines Cowboys gehört nun mal ein Gewehr. Ich besaß übrigens auch einen Bogen, mit dem ich im Wochenendhaus immer Schießübungen veranstaltete.
Eine Pistole besaß ich auch. Die kauften mir meine Eltern mal, als wir an der Ostsee auf einem Markt in Polen waren. Damals konnte man noch mit einem Tagesvisum über die Grenze. Wir waren in einem Ferienheim vom Betrieb, in dem mein Vater gearbeitet hat. Und wir waren eine ganze Truppe Kinder, alles Jun, nur ich als einziges Mädchen. Jeder bekam an diesem Tag eine Pistole, die man mit Knallplättchen füllen und mit denen man dann richtig Krach machen konnte.
Kinder und Waffen! Da schlagen Pädagogen heutzutage die Hände über den Kopf zusammen. Ich kann nur von mir sprechen, dass es, obwohl ich so jung war, mir offenbar nicht geschadet hat. Ich habe bisher niemanden erschossen und stehe heute eher auf der Seite der Pazifisten. Ich könnte weder Mensch noch Tier etwas zu leide tun.
Zurück zum Wunschzettel. Die Schlittschuhe habe ich leider nie bekommen, auch wenn ich sie jedes Jahr auf den Wunschzettel geschrieben habe. Die habe ich mir dann erst im Studium selbst gekauft. Bei der Federmappe und dem Schlafanzug bin ich mir nicht sicher, ob ich sie bekommen habe, aber den Springball (aus dem Intershop) und das Spielzeuggewehr besitze ich heute noch.
Ein Tipi hatte ich auch und eine Turnstange aus verzinktem Wasserrohr.
PERRY RHODAN NEO Band 384 – »Der Macht zu nah« von Kai Hirdt
Atlan da Gonozal erwacht aus sem Kryotank und greift seine Freunde an Bord der TERRANIA II an. Warum, erfahren sie, als der Arkonide ihnen erzählt, wie es ihm in den vergangenen Jahren ergangen ist. Auf der Suche nach seinem Sohn Eric Weidenburn reiste er bis in den Kugelsternhaufen M 13, wo er jedem Hinweis nachging. Die Spur führte ihn zur Taryshsippe der Mehandor. Diese Sippe arbeitet verdeckt und scheint mit echten Artefakten zu handeln. Im Hintergrund agiert dort der Terraner Lee Norskwod. Der Empfänger der Artefakte ist ein mysteriöser schwarzhaariger Arkonide namens Varek da Sharib, der Experimente mit den hyperphysikalischen Objekten anstellt. Atlan und die Besatzung der TERRANIA II versuchen das Rätsel zu lüften, wie die Artefakte, die Mehandor, Eric Weidenburn und der entartete Raum zusammenhängen, da erhalten sie die dramatische Nachricht, dass eine Invasionsflotte aus dem Granulon der Laren ausgebrochen ist und die Milchstraße und ihre Völker bedroht.
Man muss es ihm lassen, Kai Hirdt weiß, wie man Dialoge und Geschichten so schreibt, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Und das funktioniert sogar, wenn er seine Figuren nur erzählen lässt, was sie erlebt haben.
In diesem Roman ist das neben Atlan der ehemalige Prospektor Lee Norskwod. Der vom armen Prospektor zum Großindustriellen mutierte Terraner hat durch den Kontakt mit der »Träne der Sterne«, einen großen Plan, den er still und heimlich verfolgt. Jeden von dem er denkt, er könne bei der Verwirklichung seines Plans helfen, macht er zu seinem Verbündeten. Lässt ihn aber auch schnell wieder fallen, wenn es seinem Plan zuwiderläuft.
Sowohl durch Atlan als auch durch Norskwods Erzähliungen fügen sich die Puzzlteile dieser Staffel nach und nach zusammen. Das ist gut gemacht, denn anscheinend unbedeutende Ereignisse aus den ersten vier Romanen werden plötzlich relevant und erscheinen in anderem Licht. Andererseits werden in diesem Roman aber neue Baustellen eröffnet, von denen ich nicht weiß, ob und wie sie die nächsten Romane beherrschen werden. Ich befürchte, dass man sich im zweiten Teil der Staffel mal wieder verzettelt – es wäre nicht das erste Mal – lasse mich aber gern eines Besseren belehren.
Meine Spekulation ist ja, dass die Laren die Artefakte in den Einsteinraum geschickt haben, um die Barriere zwischen ihrem Granulon und dem Universum der Menschen zu überwinden und es gleichzeitig ihren Lebensbedingungen anzugleichen.
»Der Macht zu nah« ist ein ausgesprochen spannender Roman, obwohl er eigentlich nur zwei Geschichten im Zeitraffer erzählt.