Die Medien und das Virus

In den vergangenen Jahrzehnten kam es immer wieder zu Ausbrüchen von Virus-Epidemien, manche in größerem Maßstab andere zum Glück nur lokal begrenzt. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass bisher keine dieser Epidemien so aufgebauscht wurde, wie in den letzten Wochen die Berichterstattung um das Corona-Virus.

Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Wir haben auf der einen Seite einen unbekannten Erreger, der in einer chinesischen Millionenstadt zum ersten Mal entdeckt wurde. Dem ist durchaus mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen. Andererseits stehen den Infizierten nur eine geringe Anzahl an Todesfällen gegenüber. Das mag jetzt vielleicht makaber klingen, aber wenn man sich genauer über die Todesfälle informiert, so waren das Menschen, die bereits an einer schweren Vorerkrankung gelitten haben. Keiner von denen war gesund. Sie hätten also auch an einer normalen Erkältung sterben können.

Die Maßnahmen mit denen China versucht, das Virus an der Ausbreitung zu hintern, kamen a offensichtlich zu spät und b sind fast schon brachial zu nennen. Ich bin mir nicht sicher, ob die nicht mehr Schaden anrichten, als das Virus selbst es getan hätte. Wirtschaftlich auf alle Fälle. Die Großmacht China demonstriert hier gleichsam Härte und Überlegenheit. Mich würde es nicht verwundern, wenn da nicht Absicht dahinter steckt, um der Welt zu zeigen, zu was man fähig ist.

Die Medien hierzulande springen darauf natürlich sofort an und schüren eine Hysterie, die bei der hiesigen Bevölkerung zum Glück nicht so richtig einschlägt. Noch vor zwanzig Jahren, wäre der Ausbruch einer unbekannten Virus-Epidemie in China, der Tagesschau vielleicht eine kurze Meldung wert gewesen. Mehr aber nicht. Heute wird darüber berichtet, als wäre auf der anderen Seite der Welt die tödlichste Seuche ausgebrochen, die man sich vorstellen kann. Selbst bei der Ebola-Epidemie 2014/15 wurde nicht so ein Aufhebens gemacht.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass bei uns derzeit wieder eine aggressive Grippe grassiert, mit der sich seit Jahresbeginn schon 7000 Menschen infiziert haben und an der bisher 32 gestorben sind. Und wir sind erst am Beginn der Grippewelle. Hierüber fällt in den Medien allerdings kaum ein Wort. Wenn ich bedenke, dass in der Grippe-Saison 2017/18 allein in Deutschland 25.000 Menschen an dem Influenza-Virus gestorben sind, halte ich den derzeitigen Umgang mit dem Corona-Virus als völlig übertrieben. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn es jemanden gibt, der mir das passende Argument liefert.

Weltweite Epidemien hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben. Krankheisterreger entstehen jeden Tag irgendwo auf der Erde. In einer globalisierten Welt wie der der Gegenwart können sich diese Krankheiten jedoch viel schneller verbreiten. Medien sollten objektiv damit umgehen und nicht die halbe Welt in Panik versetzen.

Ein Gutes hat diese Situation. Sie hilft die Wirksamkeit der erdachten Maßnahmen zu überprüfen und zeigt Schwachstellen auf. Und wenn es dazu beiträgt, die umstrittenen Wildtiermärkte in China für immer zu schließen, hätte die ganze Welt etwas davon.

2 thoughts on “Die Medien und das Virus

  1. Mir fällt kein Gegenargument ein. SARS war vom Krankheitsverlauf gefährlicher. Ich meine mich aber zu erinnern, dass daran die Geflügelhaltung in China nicht ganz unschuldig ist, auch bei dem jetzigen Coronavirus.

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