Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Posts Tagged ‘Rüdiger Schäfer’



Faktor NullNullNix

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 161 – »Faktor I« von Michelle Stern und Madeleine Puljic

Was war denn das? Hatte ich einen ähnlich furiosen Roman wie Band 117 »Exodus der Liduuri« erwartet, so wurde ich schwer enttäuscht. Wo Susan Schwartz alles richtig macht, und die Vergangenheit der di Cardelahs als große Familiensaga inszeniert, so machen die beiden jungen Autorinnen fast alles falsch.

Perry Rhodan und damit auch dem Leser wird mittels einer interaktiven Aufzeichnung Mirona Thetins 50.000 Jahre dauernde Lebensgeschichte erzählt. In eher weniger spannenden Handlungsbögen wird der Leser mit allerlei Infodump überschüttet, der mich mehr verwirrte als aufklärte. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ich diese Informationen immer mal wieder Häppchenweise in den Romanen der vergangenen Staffeln bekommen hätte, als so gehäuft auf einen Schlag. Es ist definitiv die falsche Herangehensweise, Informationen nur während des ersten und letztens Bandes einer Staffel weiterzugeben. Man läuft damit Gefahr, Stammleser zu verlieren.

Das allein wäre ja noch zu verkraften gewesen, aber … Und hier bin ich besonders von den Autorinnen enttäuscht. Zu keinem Zeitpunkt haben mich die Geschehnisse um Mirona, und ihr Schicksal auch nur ansatzweise berührt. Da fehlte die emotionale Kopplung, die notwendig wäre, um Verständnis für ihr Handeln zu entwickeln. Ich bin mir nicht sicher, was die Exposé-Autoren wirklich wollen. Möchten sie, dass wir Leser die Gründe für die Grausamkeiten der MdI verstehen, oder soll die Antipathie gegen Mirona und die Faktoren weiter gesteigert werden. Das ist mir während des gesamten Romans nicht klar geworden. Die Mirona-Handlung in der Vergangenheit, die nur hin und wieder von kurzen Szenen auf der MAGELLAN unterbrochen wird, dümpelt seelenlos dahin. Die von ANDROS gerettete Mirona und ihr Diener/Berater/Gegenspieler Suator (so richtig deutlich wird das nicht) beginnen ein kosmisches Schachspiel in dem die Thetiser die Leidtragenden sind. Statt die wenigen Liduuri-Überlebenden, die in Andromeda Fuß fassen konnten, zu fördern, manipuliert man sie und spielt sie gegeneinander aus. Im Gegenteil, man opfert Potential, in dem man die Thenuter, die sich nicht geißeln lassen, zu vernichten droht. Und das alles wegen einer latenten Bedrohung, die nur in ANDROS‘ Worten existiert. Mirona ist Wissenschaftlerin, hinterfragt aber vieles nicht. Stattdessen pflegt sie ihr Ego, das unzweifelhaft irgendwann zu ihrem Fall führen wird.

Der Zwiespalt, dass man Verständnis für die Handlungen von Mirona Thetin wecken will und gleichzeitig aber auf der moralisch richtigen Seite bleiben muss, funktioniert meiner Meinung nach nicht. Meine Sicht auf Faktor I hat sich durch den Roman nicht verändert, weil ich keine Chance bekommen habe, an ihrem persönlichen Schicksal Anteil zunehmen. Das lag vor allem daran, dass die Autorinnen viel zu viel Informationen transportieren mussten und die Gefühlsebene eher stiefmütterlich abhandelten.

Mir ist klar, dass der Verlag versuchen muss, neue Wege zu gehen. Das es zwangsläufig wichtig ist, neue Zielgruppen zu erschließen. Gerade bei den jungen Leserinnen gibt es ganz viel unausgeschöpftes Potential. Deshalb habe ich auch nichts dagegen, wenn man Liebesbeziehungen, meinetwegen auch mal einen Fantasy-Plot oder ähnliches in einen Roman einbringt. Aber dann sollten dafür die gleichen hohen Ansprüche gelten, wie für den Rest der Serie. Das ist bei »Faktor I« definitiv nicht der Fall. Die Geschichte ist weder Fisch noch Fleisch und leidet an der Zerrissenheit, Informationen zu verkaufen und den Leser emotional zu binden.

Gerade für die beiden jungen Frauen, die ohne Frage hervorragende Autorinnen sind, kann der Roman keine gute Werbung sein. Ich nehme an, dass Michelle Stern die schwere Aufgabe übernommen hat, Mironas Lebensgeschichte zu erzählen und Madeleine Puljic für die Handlung auf der MAGELLAN verantwortlich zeichnet. Bei Letzterer hat zumindest das Zusammenspiel der Figuren funktioniert. Diese Szenen gehören noch zu den interessantesten. Wobei die Tatsache, dass sich die MAGELLAN vor den Augen von Faktor II in einem Moby versteckt, und der Meister sie dann nicht mehr findet, etwas unglaubwürdig wirkt.

Um noch eins draufzusetzen, gab es ein paar Stellen im Roman, die mich irritiert haben. Dabei geht es um die Maahks und ihr Auftauchen. Bisher war ich davon ausgegangen, dass die Liduuri vor den Bestien und dem Taal-Virus geflohen sind. Jetzt spricht Mirona über die Bedrohung durch die Maahks. Wo sich doch in der Perrypedia die Information findet, dass die Maahks erst zirka 10.000 Jahre v. C. in der Milchstraße aufgetaucht sind. Es bedurfte einer Erklärung des Exposé-Autoren, um diesen Punkt für mich richtig zu stellen. Die Maahks existierten also schon zu Zeiten der Liduuri. Das man dafür beim Autor nachfragen muss, deutet bereits an, dass bei der Geschichte etwas nicht funktioniert.

Fazit: Ich kann die Euphorie über NEO 161 in der PR-Redaktion und bei den weiblichen Fans in den sozialen Medien nicht teilen. »Faktor I« enttäuscht mich auf mehreren Ebenen. Die schiere Masse an Informationen macht es Madeleine Puljic und Michelle Stern schwer, eine interessante und emotional ansprechende Geschichte zu erzählen. Kleine Unstimmigkeiten in den Informationen verleiten dem Fan zusätzlich das Lesevergnügen. Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf den Roman der beiden Autorinnen gefreut, davon blieb am Ende Ernüchterung. Band 161 ist definitiv einer der schlechtesten NEOs, die ich bisher gelesen habe. Leider! Wahrscheinlich gehöre ich nicht zur richtigen Zielgruppe.

Gewissensfragen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 160 – »Im Kreis der Macht« von Rüdiger Schäfer

Zehn Bände ist der letzte NEO-Roman von Rüdiger Schäfer her. In früheren Staffeln hat er meist zwei Bände zur Handlung beigesteuert. Die gewonnene Zeit hat der Expokrat genutzt, um die Geschichte um Perry und seine Freunde im NEO-Universum weiterzuspinnen. Dementsprechend ausgehungert war ich, wieder etwas von ihm zu lesen.

17 Bände dagegen ist es her, seit Kai Hirdt erzählte, wie Atlan von ANDROS auf ein Schiff der Thetiser entführt wurde. Seit dem warten die Fans darauf zu erfahren, was aus dem Arkoniden geworden ist. Jetzt endlich wurde ihr Flehen erhört. Der Atlan-Handlungsstrang von Band 160 knüpft nahtlos an die Handlung von Band 143 an.

So gesehen schließt »Im Kreis der Macht« zwei Staffeln ab. Wie ich schon bei der Rezension zur METEORA-Staffel bemängelte, fehlte hier ein Roman, der auf das Schicksal Atlans einging. Diese Fragen werden erst jetzt – 17 Bände später – beantwortet und das ist meiner Meinung nach zu spät. Zumal die Leser, die mit Band 150 eingestiegen sind, kaum etwas mit der Geschichte um Atlan werden anfangen können.

In der Haupthandlung trifft Perry Rhodan im Zentrum Andromedas auf Faktor I, hinter dem sich niemand anderes als Mirona Thetin verbirgt, die abtrünnige Liduuri Anathema di Cardelah. Sie hat Rhodan erwartet, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten. Was die Leichtigkeit erklärt, mit der die MAGELLAN ins Herz der Meister der Insel vordringen konnte. Obwohl sie ihn für den Tod ihres Sohnes Agaior Thoton verantwortlich macht, scheint sie den Terranern wohlgesonnen. Als Rhodan ablehnt, kommt Atlan ins Spiel, der bereits seit drei Jahren mit Mirona kooperiert. Auch er fordert den Terraner auf, sich mit den MdI zu verbünden, um die Bedrohung durch die geheimnisvollen Crea abzuwenden. Doch Rhodan wäre nicht Rhodan, wenn er sich von jemandem beeinflussen ließe, dem das Leben eines Individuums nichts zu bedeuten scheint.

Rüdiger Schäfer geht das Thema sehr philosophisch an. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Was bedeutet Moral? Und heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Er bringt die verschiedenen Ansichten glaubhaft vor und regt zum Nachdenken an. Macht aber auch deutlich, dass Rhodan den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird und die Menschen lieber dem Untergang opfert, als seinem Gewissen abzuschwören. Deshalb endet die Zusammenkunft mit Faktor I auch in einer Katastrophe. Es ist allein Atlan zu verdanken, dass die MAGELLAN von Multidon wieder unbehelligt starten kann.

Ein weiteres Rätsel wird zumindest zu einem Teil gelöst. Tuire Sitareh ist nach seinem Memeter-Anzug süchtig und steht scheinbar auf der Seite der Feinde. Aber ganz so klar wird auch dies nicht geklärt. Er wird von Rhodan mit einer Aufgabe betraut, kehrt aber nicht auf die MAGELLAN zurück. Der Autor verrät uns leider nicht, ob der Aulore die ihm gestellte Aufgabe wirklich erfüllt hat.

»Im Kreis der Macht« gehört sicher nicht zu den besten Arbeiten des Autors, dazu fehlt dem Roman die Präzision zwischen den Handlungsebenen. Die Romanhandlung erscheint auf den zweiten Blick etwas flach und unzureichend durchdacht. Rüdiger Schäfer reißt es dadurch heraus, dass er viel in die gedanklichen Auseinandersetzungen zu Moral und Gewissen steckt. Etwas gestört hat mich an mehreren Stellen auch die offensichtliche Exposition. Aber damit muss man als PERRY RHODAN-Leser leben, schließlich wollen auch Neueinsteiger verstehen, um was es geht.

Fazit: Die Leser bekommen am Ende der Staffel viele Informationen geliefert. Wobei auch hier neue Fragen aufgeworfen werden. Der Autor verpackt sie in einen Roman, der seine Spannung weniger aus der Handlung, sondern mehr aus dem philosophischen Hintergrund bezieht. Das ist völlig in Ordnung, befriedigt mich aber nicht vollends.

Der Hummer mit den zwei Schwänzen

Das nachfolgende Erlebnis fällt in die Rubrik: Die Abenteuer einer Hobbyredakteurin.

Ende März fragte ich bei Rüdiger Schäfer, dem Atlan-Experten und PERRY RHODAN NEO Exposéautor, nach, ob er nicht eine Story für die Atlan-Ausgabe der SOL schreiben wolle. Er sagte spontan zu, weil er noch um ein paar unfertige Kurzgeschichten auf seiner Festplatte wusste.

Im Juni erhielt ich von ihm eine Datei mit der Geschichte: »Die Farbe des Hummers«. Rüdiger versicherte mir, dass er die Geschichte gerade vollendet hatte und sie noch nirgendwo veröffentlicht worden war. Somit freute ich mich sehr über diesen exklusiven Text eines PR-Autors. Die Leser der SOL würden eine Atlan-Geschichte von einem Profiautor bekommen und das auch noch exklusiv.

Anschließend ging die Geschichte erst durchs Lektorat bei Norbert Fiks und anschließend zu Günter Puschmann ins Layout. Ich schrieb mein Editorial, wobei ich die Geschichte ausdrücklich als exklusives Geschenk von Rüdiger an die Leser der SOL abfeierte. Danach kam sie in Form des fertigen Layouts zu mir zurück zur Schlussredaktion und wurde nochmals von Alexandra Trinley gegengelesen, die die vielen falsch gesetzten Trennstriche anmerkte. Günter führte die Korrekturen aus und ich war guter Dinge.

Zwei Tage vor Drucklegung, machte mich Günter dann in einer kurzen E-Mail darauf aufmerksam, dass die »Die Farbe des Hummers« bereits in der SOL 61 erschienen war. Uff!

Eine Schrecksekunde später, schrieb ich ihm zurück, dass, wenn es so wäre, ich den Text des Editorials ändern müsste. Und ich setzte Rüdiger in Kopie. Der war an diesem Tag gerade von der Exposéautoren-Konferenz aus Rastatt zurückgekehrt und konnte sich das überhaupt nicht erklären. Er versicherte mir, dass er die Datei halbfertig auf seinem Computer gefunden hatte und das Ende erst dieser Tage fertig geschrieben hatte. An die bereits veröffentlichte Version hatte er keinerlei Erinnerung. Deshalb bat er Günter, ihm die Datei zu schicken, was dieser auch umgehend erledigte, inklusive dem fertigen Layout der SOL 61.

Tatsächlich war es dieselbe Geschichte nur länger und mit einem anderen Ende. Rüdiger war einigermaßen baff und haderte mit seinem Gedächtnis, denn nach und nach kamen die Erinnerungen zurück. Er versprach mir hoch und heilig demnächst eine wirklich exklusive Story für die SOL zu schreiben.

Für die SOL 87 aber war es zu spät. Die Datei musste in die Druckerei. Wir konnten die Geschichte nicht mehr austauschen. Ich schickte Günter noch den geänderten Text für das Editorial, den er einarbeitete und dann ging das PDF auch schon auf reisen.

Wenn die SOL 87 also in den nächsten Tagen bei den Lesern eintrifft, dann enthält sie zumindest ein Kuriosum. Eine Kurzgeschichte, die mit einem anderen Ende bereits 2011 in der Ausgabe 61 erschienen ist. Eben ein Hummer mit zwei Schwänzen. Und weil beim Hummer bekanntlich der Schwanz das Beste ist, müssen zwei, doppelt so gut sein. Für Text-Analytiker bietet sich hier die einmalige Chance, zwei ähnliche Geschichten eines PR-Autors miteinander zu vergleichen.

ATLAN im Anflug

Cover der SOL 87

Ich darf an dieser Stelle ganz stolz das Cover der nächsten SOL präsentieren. Es stammt von Günter Puschmann. Er vereinigt darin Risszeichnung und Grafik und ich finde das Experiment ausgesprochen gelungen. Es ist echt mal was Neues.

Darauf zu sehen ist übrigens der Arkonide Atlan und das hat einen bestimmten Grund. Am 17. August 1962 erschien der Heftroman »Der Einsame der Zeit«. Darin tauchte Atlan zum ersten Mal in der PERRY RHODAN-Serie auf. Er trat damit einen Siegeszug an, mit dem sein Erschaffer K. H. Scheer wohl selbst nicht gerechnet hat.

Die SOL widmet anlässlich des 55-jährigen Atlan-Jubiläums dem beliebten Charakter einen Schwerpunkt, mit mehreren Artikeln, zwei Interviews und zwei Kurzgeschichten. Darunter eine exklusive Geschichte von Rüdiger Schäfer, dem Atlan-Experten und PERRY RHODAN NEO Exposéautor.

Weiterhin berichten wir von den 2. Perry Rhodan Tagen Osnabrück der PRFZ, es gibt ein Interview mit Rüdiger Schäfer zum NEO-Band 150 und viele weitere Artikel.

Die SOL wird voraussichtlich in der ersten Augustwoche verschickt.

Sprung ins Ungewisse

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 150 – »Sprung nach Andromeda« von Rüdiger Schäfer

Es bereitet mir Schwierigkeiten den Roman richtig einzuordnen. Eigentlich sollte es der Abschluss der METEORA-Staffel sein, doch dazu vermisse ich auf dem Cover den Hinweis zur laufenden Staffel. Zu einem richtigen Einstiegsband gehört eben ein Staffelanfang und eine runde Zahl auf dem Umschlag. Daher ist der Roman wohl irgendetwas dazwischen und so liest er sich meiner Meinung nach auch. Er ist »weder Fisch noch Fleisch«, wie man so schön sagt. Und das meine ich, obwohl ich Rüdiger Schäfers Romane bisher immer zu schätzen wusste. Nicht das der Roman schlecht geschrieben wäre, nein, im Gegenteil. Doch dieses Mal vermag der Autor trotz seines angenehmen Schreibstils bei mir keine Begeisterung auslösen, dafür gefällt mir die Richtung nicht, in die sich die Serie entwickelt.

Zirka drei Jahre nach der Evakuierung der Erde arbeiten die verbliebenen 60 Millionen Menschen im Sonnensystem – die jetzt auf dem Mars leben, weil die Erde unbewohnbar ist – am Bau eines Explorerschiffes. Ohne Frage, es ist ein großartiges Schiff und in die Beschreibungen sind sehr viele gute Ideen geflossen. Die MAGELLAN soll dazu dienen, um zur Nachbargalaxie Andromeda aufzubrechen. An Bord 8000 ausgesuchte Wissenschaftler, Techniker und Mutanten um in Andromeda … Ja, was eigentlich? Wozu bricht dieses Schiff auf? Nur weil der Protektor Perry Rhodan von dunklen Ahnungen heimgesucht wird, davon dass sich in Andromeda Unheil zusammenbraut, welches die Milchstrasse heimsuchen könnte? Ach, tatsächlich! Das wäre in etwa so, wie wenn Angela Merkel die Mobilmachung gegen die USA ausruft, weil sie schlecht geträumt hat (vielleicht sogar von Donald Trump). Auf der anderen Seite ist das Memeterschiff plus drei Begleitkorvetten mit 11 Milliarden Menschen in den Tiefen des Raums verschwunden, ohne das einer der Verbliebenen weiß wohin. Wäre es da nicht meine allererste Aufgabe als Protektor der Menschheit aufzubrechen und sie zu suchen? Perry Rhodan betont immer wieder seine moralische Integrität. Aber das Leben von 11 Milliarden Menschen scheint ihm weniger wichtig, als die angebliche Bedrohung aus Andromeda. Da hätte ich mir vom Autor etwas handfesteres gewünscht als nur Ahnungen. Vielleicht eine Botschaft von ES oder ein aufgefangener Hyperkomspruch, irgendetwas, das physikalisch beweist, dass da tatsächlich etwas dran ist.

Reden wir jetzt nicht davon, wie es den wenigen Menschen im Sonnensystem gelingen konnte, innerhalb von drei Jahren einen 2.400 Meter durchessenden Kugelraumer zu bauen und außerdem noch einen neuartigen Antrieb zu entwickeln. Da in der Vergangenheit bei NEO solche Entwicklungen immer sehr schnell vorangetrieben wurden, kann ich diese Tatsache inzwischen verschmerzen. Aber den Abflug des Schiffes so zu forcieren, dass man im Grunde mit einem nur unzureichend getesteten Prototypen aufbricht … Nein, dazu hätte es deutlich mehr an Argumentation gebraucht.

Nach den Start nutzt die MAGELLAN zu den herkömmliche Transitionen zunächst die Sonnentransmitter, deren Koordinaten und Zugangsrechte man einst von den Posbis bekommen hatte. Erst tief im Leerraum kann der neue LTG-Antrieb (Langstrecken-Transientengleiter) aktiviert werden, mit dem man Sprünge von bis zu 1600 Lichtjahren zurücklegen kann. Dazu muss man das Schiff auf 95 Prozent Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, was etwa eine halbe Stunde dauert und mit dem neuen Feldantrieb sehr energiesparend vonstatten gehen soll. Nach dem Sprung kann sofort wieder beschleunigt werden, was zu einem Aktionsradius von 76.800 Lichtjahren pro Tag führt. Hoffentlich hat der Feldantrieb auch einen Kompensator für relativistische Effekte, denn ohne wird Perry Rhodan sein blaues Wunder erleben, sollte er irgendwann mal wieder zur Erde zurückkommen. Der Fehler der mich schon in der damaligen EA geärgert hat – fliegen mit fast Lichtgeschwindigkeit – wird nun in NEO munter fortgeführt, ohne das es hinreichend erklärt, oder irgendwie angesprochen wurde. Das sollte einem so erfahrenen Autor wie Rüdiger Schäfer nicht passieren.

In den Wochen nach dem ersten Einsatz kommt es zu vereinzelten Sichtungen von Spinnen auf dem Raumschiff. Diese vermehren sich rasant und wachsen innerhalb von Tagen zu richtigen Monstern heran. Die Kapitel sind spannend und gruselig, unteranderem weil sie aus der Sicht eines einfachen Technikers geschrieben sind. Ich empfehle sie nicht als Lektüre vor dem Einschlafen, da ich selbst mitten in der Nacht aufwachte und erschrocken um mich schlug, weil ich etwas im Gesicht gespürt habe. Wahrscheinlich war es nur ein verirrtes Haar. Das Szenario an Bord der MAGELLAN erinnert fast zu sehr an einschlägige Gruselfilme und die Hinweise, die der Autor auslegt, lassen sehr früh den wahren Grunde der Spinneninvasion erahnen. Die letztendliche Erklärung wäre ein Knüller, hätte man sie nicht in der Handlungen der vergangenen beiden Staffeln überstrapaziert. Eine durch Strahlung verursachte Manipulation des menschlichen Gehirns ist beim dritten Mal einfach nicht mehr originell, egal wie glaubhaft es erklärt wird.

Am Ende schafft es die MAGELLAN, wenn auch beschädigt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden. Gerade als sich alle fragen, wie sie die Schäden am Schiff reparieren können, welche die Mannschaft auf der Jagd nach den Spinnen selbst verursacht hat, ereilt ein Hilferuf die MAGELLAN. Es ist kein Geringerer als der Paddler Kalak von der KA-preiswert. Ich hatte gehofft, dass mir dieses peinliche Kapitel aus dem MdI-Zyklus erspart bleibt, leider ist dem wohl nicht so.

Ich bin unsicher, was ich von diesem Jubiläumsband halten soll. Einerseits ist er sehr schön geschrieben, hält große persönlichen Momente für Perry Rhodan & Co bereit und vermittelt eine Aufbruchstimmung, die man in den vergangenen Romanen vermisst hat. Andererseits fehlt mir ein wenig der Hintergrund zum »Warum« und den allgemeinen Umständen nach der Evakuierung. So habe ich trotz der Aufbruchstimmung eher das Gefühl, etwas Unerledigtes zurückzulassen. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass eine der nächsten Staffeln den Titel »Suche nach der Menschheit« tragen wird.

Selbstverständlich möchte man mit Band 150 neue Leser anlocken. Aber muss man dafür wirklich die Stammleser vor den Kopf schlagen? Ich bin der Meinung, dass NEO seit Band 149 nicht mehr die Serie ist, die sie war. Und ich kann nachvollziehen, wenn es Leser gibt, die ihr den Rücken kehren. Das hätte ich als normaler Leser vielleicht auch getan, als Rezensent bleibt mir jedoch nur, dass Geschehene zu akzeptieren und mich dem Ungewissen bei PERRY RHODAN NEO zu stellen.

Um jeden Preis

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 149 – »Preis der Freiheit« von Madeleine Puljic

Eine harte Aufgabe stellte man der jungen Autorin für ihren ersten eigenständigen NEO-Roman. Eine Aufgabe, die sie mit Bravour gelöst hat. Das Zusammenfügen der diversen Handlungsstränge gelingt ihr nicht nur mühelos, sondern auch mit Spannung und großer Tiefe.

Perry Rhodan trifft just an jenem Tag im Sonnensystem ein, an dem die Evakuierung der Menschheit durch die Memeter ansteht. Thora und Reginald Bull, sowie die terranische Regierungsspitze haben sich auf die LESLIE POUNDER zurückgezogen und hoffen, das Unfassbare noch abwenden zu können. Als METEORA im System auftaucht und sich um die Sonne legt, um den Spalt im Inneren des Sterns zu schließen, wissen die Menschen zunächst nicht, was passiert. Während Rhodan mit den Memetern verhandelt, um die Evakuierung der Erde zu verhindern, kehrt auch Atlan ins Sonnensystem zurück und attackiert die Halatiumintelligenz. Mit weitreichenden Folgen, METEORA stirbt, die Sonne zerbricht und macht das Weiterleben der Menschheit auf der Erde unmöglich. Rhodan bleibt eine letzte Option, auf das Evakuierungsangebot der Memeter einzugehen. Doch will die Menschheit überhaupt ins Paradies übersiedeln?

Es ist harter Tobak, den uns die Exprokraten in »Preis der Freiheit« präsentieren. Nicht weniger als das Ende der Menschheit droht, zumindest aber die Zerstörung der Sonne und damit auch die Lebensgrundlage jeden Lebens im Sonnensystem. Die Autorin versucht diese Konsequenzen möglichst vielschichtig auszuleuchten, doch es bleibt ihr anhand der Dichte der Handlung kaum Zeit. Es passiert alles Schlag auf Schlag, ob es Atlans Angriff gegen METEORA ist, oder Tuire Sitarehs Versuch den Arkoniden mit dem Zünden der Bujun von seinen Taten abzuhalten. Der Gedanke, Atlan als Gegenspieler auftreten zu lassen, ist überraschend, vor allem weil man kaum etwas über seine Absichten erfährt. Die Glaubwürdigkeit ist an dieser Stelle hauchdünn, da hätte man im Vorfeld mehr investieren müssen. Und sind wir ehrlich, eigentlich ist es doch Tuire der bei NEO die Position einnimmt, die Atlan in der Erstauflage inne hat.
Spannend und mit vielen originellen Details inszeniert die Autorin auch den verzweifelten Kampf von Jason Whistler zunächst gegen das Bakennetzwerk der Memeter und am Ende gegen seinen eigenen Computervirus, der dazu führt, dass einige Menschen sich gegen die notwendige Evakuierung sträuben. Die Autorin beschreibt sehr gut beide Seiten, jene, die dafür und jene die dagegen sind. Wie sie im Kampf gegen das Unvermeidliche dann doch zusammenstehen, um allen Terranern das Überleben zu ermöglichen. In diesem Prozess lösen sich die kleinkarierten Denkweisen von Nationen und Glaubensrichtungen auf und die Beteiligten handeln als gemeinsame Spezies.
Dies wurde von den Exposéautoren bewusst so ausgetüftelt, um eine spontane Einigung zu erzwingen. Ich denke, dass das tatsächlich funktionieren könnte. Dramaturgisch halte ich es jedoch für einen Fehler, weil man den Lesern nämlich genau das nimmt, was sie sich von der Serie erhoffen. Viele von uns waren gespannt, wie der Weg in eine positiven Zukunft aussehen könnte, wollten begierig die Schritte und Rückschritte der Menschen im Einigungsprozess verfolgen. Und jetzt wurde uns der Spaß einfach so genommen.
Man kann es den Expokraten nicht verdenken, dass sie den kurzen Weg gehen, den leichteren. Vielleicht auch, weil man einen solchen Prozess nicht einfach in zehn Bänden beschreiben kann. Überhaupt leidet diese Staffel auch daran, dass zwar viel erzählt, aber wenig gesagt wurde. Es fehlten definitiv weitere Romane, die sich mit den Vorkommnissen auf der Erde beschäftigen, dafür bekamen wir in aller Ausführlichkeit die Gesellschaft der Gurrads präsentiert. Ein Manko, das ich schon beim letzten Roman angeprangert hatte. Es fehlte auch mindestens ein Roman, der Atlans Verhalten erklärt und wie er zu der seltsamen Sphäre gekommen ist, die sich außerhalb der Zeit bewegt und damit nicht einmal von den Memetern angegriffen werden kann. In diesem Zusammenhang fiel auch wieder der Name Mirona Thetin. Ebenfalls ein Punkt, auf den leider nicht weiter eingegangen wird. Ich warte übrigens immer noch auf eine Erklärung aus der letzten Staffel, was aus den Daten wurde, die man aus dem Speicherkristall des Asteroiden geborgen hatte und die Mirona dort deponiert hatte. War da nicht die Rede davon, sie jemandem … zu übergeben?

Madeleine Puljic versucht all das aufzufangen und emotional zu begleiten. Ihre Charakterisierung der Figuren ist nachvollziehbar und glaubwürdig. Thoras Schuldgefühle, weil sie ihre Kinder in Sicherheit weiß, während das Schicksal Millionen anderer in Ungewissheit versinkt, oder Reginald Bull, der unter den Nachwirkungen seines Herzanfalls leidet. Beides ist mit viel Feingefühl und Herzblut geschrieben. Dafür das sie gleichermaßen die Spannung und das Tempo der Geschichte hochhalten kann, und ihr keiner der vielen Fäden aus der Hand gleitet, verdient sie meinen vollen Respekt und machte mir das Lesen dieses NEO-Romans zu einem Vergnügen. Es ist unter anderem ihr Verdienst, dass auf der letzten Seite bei mir ein paar Tränen kullerten, anstatt mich über das Ende zu ärgern.

Denn ich finde, dass sich Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm zu einfach aus der Affäre gezogen haben. Es ist immer leichter, die Entwicklung eines fremden Volkes zu beschreiben, als die des Eigenen. Wenn man nicht nur Extrapolieren will, braucht es große Visionen und geduldige Leser, die sich auch langfristig darauf einlassen wollen. Denn die Geschichte einer globalen Vereinigung erzählt sich nicht von heute auf morgen. Für mich geht mit dem Ende der Menschheit auf der Erde der Reiz verloren, der mich schon in den ersten NEO-Bänden gefesselt hatte, die Nähe zur Gegenwart. Es ist einer der Punkte, weswegen mir NEO stets wichtiger und vor allem näher war, als die EA. Jetzt bricht man zwar nach Andromeda auf, aber das interessiert mich persönlich weniger, weil ich den MdI-Zyklus der Erstauflage für völlig überschätzt halte. Viele Fans haben verklärte Erinnerungen daran. Würde sie die Romane heute lesen, ginge viel von der damaligen Faszination verloren.
Mir ist Andromeda nicht so wichtig. Ich hätte lieber mehr darüber gelesen, wie aus der Erde ein geeintes Terra entsteht und aus den Menschen Terraner werden. Die von den Exposéautoren erdachte, brachiale Methode tut mir nicht nur weh, sondern macht mich auch traurig. Denn es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass wir zu großen Visionen für die Zukunft nicht mehr fähig zu sein scheinen.

Fazit: Ein fulminanter Roman von Madeleine Puljic, die gekonnt Spannung und Emotionen zu einer atemberaubenden Geschichte verwebt. »Preis der Freiheit« ist aber auch ein vorzeitiges Staffelfinale, das der Serie sehr viele ihrer Möglichkeiten nimmt. Schade eigentlich!

Redaktionsschluss

Nicht nur die PR-Tage wirken nach, auch der Redaktionsschluss der SOL beschäftigt mich momentan sehr.

Die letzten Tage habe ich gefühlt 100 E-Mails verschickt. Wahrscheinlich waren es nur zehn am Tag, aber auch das reicht schon. Es frisst unerwartet viel Zeit. Viele Mails waren wirklich wichtig, einige waren Dankschön-Mails an Menschen, die mir Beiträge oder Bilder für die SOL zugesandt haben. In anderen ging es um Internes aus der FanZentrale. Besonders gefreut habe ich mich über eine E-Mail von Thomas Harbach, Profi-Rezensent u. a. bei Robots&Dragons. Er schrieb eine sehr sehr lange Besprechung zu meiner letzten FanEdition in der er lobende aber auch kritische Worte findet. Der Text wird in der SOL 88 im Herbst erscheinen. Und dann lieferte heute noch Rüdiger Schäfer die exklusive Kurzgeschichte für die SOL 87 ab. Leider hatte ich noch keine Zeit sie zu lesen, das wird aber möglichst bald nachgeholt. Zunächst muss ich noch den spannenden Roman von Madeleine Puljic zu Ende lesen und besprechen.

Momentan könnten meine Tage noch ein paar Stunden länger sein, damit ich nicht nur mit Arbeit und SOL-Redaktion beschäftigt bin. Freizeitaktivitäten wie Blog-Schreiben oder gar Fernsehen sind momentan nur eingeschränkt möglich. Zumindest habe ich mir vorgestern und gestern die beiden Sherlock-Folgen ansehen können. Die erste hat mich nicht so ganz überzeugt, da waren zu viele Klischees drin und das Ende war vorhersehbar. Dafür war die zweite Folge der 4. Staffel sensationell gut. Nun freue ich mich schon auf das Finale am nächsten Sonntag.

Und jetzt zurück ins E-Mail Programm. Es warten noch mindestens drei E-Mails darauf beantwortet zu werden.

Das Geheimnis der blauen Bänder

Den Sonntagmorgen in Osnabrück ließen wir entspannter angehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bummelten wir erst weit nach neun Uhr zum »Haus der Jugend«. Einige Fans und auch PR-Redakteur Klaus Bollhöfener waren schon nach dem Frühstück abgereist und so fanden sich weniger Leute in den Con-Räumen ein, als am Tag zuvor. Dafür entdeckte ich Wim Vandemaan, der sich unauffällig unter die Fans mischte, um seinen Programmpunkt zu absolvieren.

Ich hielt am PRFZ-Stand die Stellung und verkaufte fleißig FanEditionen, Dorgon-Romane und die Rüsselmopscomics, damit auch Magnus den Con erleben durfte. Immer wieder kam ich dabei ins Gespräch mit Fans und Aktiven aus dem PR-Forum. Es ist schön die Menschen hinter den E-Mailadressen und Avataren kennenzulernen.

»Kurs 3000« hieß der Programmpunkt zur PERRY RHODAN-Erstauflage und Wim Vandemaan wurde nicht müde, die Fragen der Fans zu beantworten. Ich bekam von draußen nur mit, dass er bis weit hinein in die Mittagspause überzog. Reinhard Habeck bildetete den Abschluss an diesem Tag. Zusammen mit Uwe und meinem Mann packte ich schon mal den Stand zusammen, hängte Poster und Banner ab und räumte Tische beiseite. Als Herbert Keßel im Hauptsaal die Dankesworte sprach und die letzten verbliebenen Fans verabschiedete, war schon alles verstaut, die Kasse gezählt. So dass Herbert die Kartons in den nächsten Tagen nur noch abzuholen braucht.

Wir verabredeten uns noch zum Abendessen, dann verließen mein Mann und ich das »Haus der Jugend«. Wir nutzen das sonnig warme Wetter für einen Stadtbummel, holten uns ein leckeres Eis (Karamell mit Meersalz und Chili-Schokolade) und erkundeten das Geheimnis der blauen Bänder. Die hatten wir schon tags zuvor entdeckt. Sie zogen sich über die Fassaden mehrerer Häuser und der evangelischen Kirche. Keiner konnte uns genau sagen, wozu sie dienten. Joe Kutzner vom TCE gab mir schließlich einen Tipp und wir suchten einen Punkt, an dem die Striche auf den Häusern ein Bild ergeben sollten. Wir wurden tatsächlich fündig. Das Gebilde aus blauen Ringen schälte sich erst mit großem Abstand heraus und symbolisiert wohl die Lutherrose. Es hat jedenfalls mit dem Lutherjahr zu tun und wird noch bis zum Dezember zu sehen sein. Die blauen Linien sind übrigens nicht aufgemalt, sondern nur aufgeklebt. Trotzdem eine tolle Idee, wie ich finde.

Kurz vor 18 Uhr wir trafen uns mit Arndt Elmer und seiner Frau, sowie Herbert und Magnus im Foyer vom Walhalla. Zum Abendessen besuchten wir wieder das Kartoffelhaus. Dort lauschte ich andächtig den spannenden Geschichten von Arndt Elmer über seine Zeit als Autor bei der PERRY RHODAN-Serie. Für mich als Quasi-Neueinsteiger eröffnet sich dabei eine faszinierende Welt und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, die an so etwas Gefallen findet. Vielleicht wäre das auch etwas für die SOL. Erst weit nach 22 Uhr kam ich an diesem Abend ins Bett.

Zum Abschluss noch mein ganz persönliches Fazit: das ersten Mal lernte ich einen Con aus der Perspektive des Veranstalters kennen, obwohl ich nur eine von vielen Helfern war. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all meinen Mitstreitern und Organisatoren bedanken, die den kleinen Con im Norden zu einem schönen Erlebnis werden ließen. Denn die 2. Perry Rhodan Tage in Osnabrück waren ein Con von Fans für Fans. Ein bisschen traurig war ich über die geringe PR-Autorenbeteiligung, die im Gegensatz zu vergleichbaren Veranstaltungen definitiv zu Wünschen übrig ließ. Rüdiger Schäfer konnte aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen, hatte aber wenigstens eine Videobotschaft verfasst. Dennis Mathiak hatte wegen Krankheit abgesagt. Kai Hirdt und Wim Vandemaan konnten nur ein paar Stunden da sein und so hielten einzig Roman Schleifer, Uwe Anton und Arndt Elmer an beiden Tagen die Stellung (von den »Jung«-Autoren Dietmar Schmidt und Olaf Brill abgesehen). Daran müssen wir als Veranstalter definitiv noch arbeiten. Vielleicht gelingt es uns beim nächsten Mal mehr PR-Autoren nach Osnabrück zu locken, denn die Stadt ist auch ohne Con eine Reise wert.

Was mich ganz besonders freute, war das Feedback der Fans, die mir gegenüber sehr offen Lob und Kritik an der SOL äußerten. Bereitwillig ließ ich mich von ihren Vorschlägen inspirieren und sammelte viele neue Ideen für die kommenden SOL-Ausgaben. Alles in allem waren es zwei gelungene Tage, die ich unter Gleichgesinnten verbringen durfte und in denen ich den leidigen Alltag für ein paar Stunden ausblenden konnte. Denn dieses Abtauchen ist dann doch das Schönste an einem Con.

Seltsame blaue Bänder …

… werden zu einem optischen Wunderwerk

Von Lustsklavinnen und Fächeljungs

Wer jetzt Erotisches erwartet, den muss ich enttäuschen. Der Titel dieses Beitrags ist ein Zitat Uwe Antons aus dem TERMINUS-Programmpunkt vom Samstagabend. Lustsklavinnen und Fächeljungs werden nämlich das Thema des sechsten TERMINUS-Bands sein, der in wenigen Wochen erscheint. Es ist der einzige Spoiler, der bei mir hängengeblieben ist. Das lässt wahrscheinlich tief blicken … nun ja.

Doch von Anfang an.

Nach den schweißtreibenden Aufbau- und Vorbereitungsarbeiten am Freitagnachmittag, trafen wir uns mit den anwesenden Autoren, Klaus Bollhöfener von der PR-Redaktion und ein paar Fans zum Abendessen vorm Hotel Walhalla. Der kurze Weg führte uns durch die schöne Altstadt Osnabrücks in ein Steakhouse auf dem Kirchplatz. Im Biergarten wurden schnell ein paar Tische zusammengerückt, damit alle Platz fanden. Kaum das wir saßen, begann Roman Schleifer (»Der Schleifer von Wien«) Klaus zum Thema WeltCon anlässlich von Band 3000 zu löchern. Doch der PR-Redakteur blieb standhaft, und ließ sich auch nichts entlocken, als der Druck von allen Seiten zunahm. Es wurde viel spekuliert, Vorschläge und unmoralische Angebote unterbreitet … es half alles nichts, Klaus schwieg sich zu dem Thema aus.

Als wir nach 22 Uhr zurück ins Hotel kamen, wurden die Diskussionen im Biergarten des Hotels fortgesetzt. Mein Mann und ich klinkten uns allerdings aus, da wir schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen waren und gingen in unser Hotelzimmer direkt am Biergarten. Das Zimmer war nicht schlecht, aber selbst bei geschlossenem Fenster, konnte man noch dem Stimmengewirr der Hotelgäste folgen. Kurz gesagt an Schlaf war nicht zu denken. Ich las noch ein wenig und kämpfte dann mit dem viel zu weichen Kopfkissen, bis ich endlich weit nach Mitternacht einschlief. Zuvor kam ich noch mit meinem Mann überein, dass wir am Morgen um ein neues Zimmer bitten würden. Das wurde erfreulicherweise vom Hotel ohne Probleme arrangiert. So begann mein Erster Con-Tag früh morgens mit dem nachgeholten Blogeintrag vom Freitag. Anschließend nahmen wir ein sehr reichhaltiges Frühstück ein, bevor wir unsere Koffer packten, die vom Personal ins neue Zimmer gebracht werden sollten, sobald es bereit war.

Das »Haus der Jugend«, Veranstaltungsort der 2. Perry Rhodan Tage Osnabrück, lag nur wenige Meter vom Hotel entfernt, mitten in der Altstadt. Es herrschte schon reger Betrieb im Foyer, als wir ankamen und unsere Con-Beutel und Namenschilder in Empfang nahmen. Ich ging gleich um die Ecke und kümmerte mich um den PRFZ-Stand, den wir in weiser Vorraussicht schon tags zuvor aufgebaut hatten. Es war unheimlich heiß an diesem Morgen und die Luft sowohl im Hauptsaal, als auch in den Con-Räumen hätte besser sein können. Die Aufregung verlieh mir zusätzlich weiche Knie und ich musste mich zunächst ins Freie setzen und tief durchatmen, damit ich nicht auf der Stelle umgefallen bin. Während sich Magnus Keßel um den Verkauf am Stand kümmerte, versuchte ich mit viel Wasser und Schokolade meinen Kreislauf wieder in Gang zu bekommen. Vor der Tür traf ich den einen oder anderen Bekannten, sowie jene, die ich bisher nur vom Hörensagen oder aus dem Forum kannte. Das lenkte mich ein wenig ab.

Um zehn Uhr begab ich mich noch etwas wacklig in den Hauptsaal. Ich riss mich zusammen und hielt mich an meiner Wasserflasche fest. Nach dem wunderbaren Con-Opener von Raimund Peter, stand nämlich sofort unser erster Programmpunkt auf dem Plan. Am Grußwort des Veranstalters (in dem Fall des PRFZ-Vorstandes) müssen wir noch ein wenig üben, denn das fiel zu meiner Überraschung nämlich aus. Stattdessen bat Nils Hirseland die SOL-Redaktion auf die Bühne. Neben Nils, der auch den PROC vertrat, saßen Alexandra Trinley, Michael Tinnefeld und Norbert Fiks mit mir am Tisch. Die letzten beiden hatte ich erst wenigen Minuten zuvor zum ersten Mal live und in Farbe gesehen. Als Moderator stärkte mir Roman Schleifer den Rücken, sonst wäre der Programmpunkt wahrscheinlich nicht so unterhaltsam geworden. Die Redaktionsmitglieder stellten sich vor, ich beantwortete ein paar Fragen von Roman, ging auf Fragen aus dem Publikum ein und noch bevor ich es richtig registrierte, war unsere halbe Stunde schon vorbei. Im Anschluss folgte der STELLARIS-Programmpunkt, den ich allerdings nicht anschauen konnte, weil ich mich für den Dienst am Stand gemeldet hatte. Das Geschäft lief ganz ordentlich. Magnus hatte schon einiges verkauft und die Nachfrage war wie immer gut.

Um zwölf Uhr stand die Mitgliederversammlung der PRFZ im sogenannten Teeraum an. Inzwischen hatte sich erfreulicherweise auch mein Kreislauf stabilisiert. Ich war als einzige Frau zugegen und von der regen Beteiligung (ca. 25 Mitglieder) überrascht. André Boyens versuchte die Versammlung unbürokratisch und zügig durchzuziehen. Was vor allem der Hitze geschuldet war, die in dem kleinen Raum herrschte, und die hitzige Diskussionen gar nicht erst aufkommen ließ. Nach Kassenbericht, Entlastung des Vorstandes und Abstimmung zum Antrag der Zusammenlegung von PROC und PRFZ, konnte die Versammlung nach gut 50 Minuten erfolgreich beendet werden.

Ich hatte gerade noch Zeit, um etwas zu essen … Übrigens kümmerten sich die jungen Leute aus dem »Haus der Jugend«, ganz rührend um die Con-Teilnehmer. Es gab Getränke (leider keine zuckerfreien Softgetränke), Kuchen und kleine Snacks. Wer Hunger auf mehr hatte, konnte diesen in den umliegenden Kneipen und Restaurants stillen … Um halb zwei stand der zweite Programmpunkt mit meiner Beteiligung an. Roman Schleifer und ich berichteten über unsere Zusammenarbeit an der FanEdition 18 im vergangenen Jahr, gaben Tipps, wie man an so ein Projekt herangehen kann und was man beachten sollte, um eine möglichst spannende Geschichte zu erzählen. Wir versuchten das Publikum auf die FanEdition neugierig zu machen, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Das ist gar nicht so einfach. Aber die Werbung hat sich gelohnt, denn im Laufe des Nachmittags ging die FanEdition bis auf 3 Exemplare weg, die restlichen verkauften wir noch am Sonntag. Einige ließen sich ihre Exemplare von mir signieren.

Der anschließende NEO-Programmpunkt wurde moderiert von Ralf Boldt, der das ausgezeichnet machte. Das war richtig professionell und ich hoffe, dass wir Ralf auch beim nächsten Mal überzeugen können, nach Osnabrück zu kommen. Leider verpasste man am Beginn des Programmpunktes, Rüdiger Schäfers Ansprache auszustrahlen und holte das erst vor der Lesung nach. Das ist auch ein Punkt, den wir beim nächsten Mal besser organisieren müssen. NEO-Autor Kai Hirdt war extra für ein paar Stunden aus Hamburg gekommen. Eigentlich wollte er das ganze Wochenende über bleiben, aber ein Abgabetermin saß ihm im Nacken. Trotzdem fand ich schön, dass er sich für die Fans Zeit genommen hat. Viel verraten wurde zum kommenden Zyklus wie zu erwarten nichts, aber Kai, Lektor Dieter Schmidt und Klaus Bollhöfener hatten dennoch ein paar Anekdoten in petto. Nach der Gesprächsrunde schloss sich die Lesung von Rüdiger aus Band 150 an, die er aufgezeichnet hatte. Weil ich mich nicht Spoilern lassen wollte, verzichtete ich darauf und kehrte an den Stand der PRFZ zurück. Beziehungsweise streifte durch das Con-Gebäude und plauderte mit Menschen, die ich bisher nur Online kennengelernt hatte und half schließlich unserem Aktiven Uwe bei der Organisation der Autogrammstunde.

Den nächsten Programmpunkt absolvierten Klaus Bollhöfener, Herbert Keßel und Hermann Ritter zum Thema 20 Jahre PRFZ. Was mir die Gelegenheit gab, den Macher der Clubnachrichten endlich einmal in Persona zu erleben. Eine Stunde lang lauschte ich den Geschichte aus der guten alten Zeit. Und sogar Herbert Keßel als Moderator ließ sich ein paar Worte entlocken. Der Vorstand der PRFZ, sonst ausgesprochen gesprächig, wirkte in Gegenwart von Hermann und Klaus fast schon eingeschüchtert. Dennoch war der Punkt eine echte Bereicherung, gerade für mich als Neuling im Fandom sind solche Rückblicke ausgesprochen spannend. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Mal wieder einen solchen Programmpunkt anbieten können. Unabhängig von einem Jubiläum der PRFZ und gern auch mal mit einem Autor wie Arndt Elmer, der viel aus der alten Zeit zu berichten weiß.

Von der Auktion bekam ich nur den Anfang mit, denn die Zeit bis zum Hauptprogrammpunkt TERMINUS nutzten wir (ein Teil der SOL-Redaktion) um im nahegelegenen Kartoffelhaus zu speisen. Im Biergarten bei schönster Abendsonne plauderten Gerhard Huber mit Begleitung, Michael Tinnefeld, Norbert Fiks, mein Mann und ich über Gott und die Welt und natürlich auch über Perry Rhodan. Mit dabei war auch Gucky, für den es leider keine Mohrrüben, sondern nur Kartoffeln gab. Aber ich versprach ihm, demnächst per Transmitter eine Mohrrübe zu schicken.

Zurück im »Haus der Jugend« hatte sich im Hauptsaal schon die TERMINUS-Crew um Uwe Anton versammelt. Dennis Mathiak hatte abgesagt, dafür nahmen neben Roman Schleifer, Lektor Dieter Schmidt auch die Autoren Dietmar Schmidt (Band 5) und Olaf Brill (Band 8) am Tisch Platz. Die Moderation übernahm in gewöhnt lässiger Weise »der Schleifer von Wien«. Die Stunde war nicht nur informativ – auch wenn kaum etwas zur Handlung zu erfahren war – sondern sehr unterhaltsam. Uwe verriet, wie am Anfang schon erwähnt, intime Details aus Band 6 von Susan Schwartz und machte den Programmpunkt zu einem echten Highlight.

Den letzten Beitrag des Tages absolvierte Rüsselmopserfinder Reinhard Habeck. Leider musste ich den aus Gründen totaler Erschöpfung auslassen. Wir gingen ins Hotelzimmer zurück, wo ich erst einmal unser neues Zimmer begutachtete und dann todmüde ins Bett fiel.

Vor dem Haus der Jugend

Warten auf den Beginn

Die PerryPaper Modelle

Am Stand der PRFZ

Die Crew der SOL stellt sich vor

Inside STELLARIS

FanEdition-Geplauder

NEO im Fokus

20 Jahre PRFZ

Die Herren von TERMINUS

Der gescheiterte Stern

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 146 – »Der Schatz des Pilgerschiffs« von Susan Schwartz

Ein gescheiterter Stern aber keine gescheiterte Geschichte, so lautet mein Urteil, was den ersten Teil des Romans betrifft.

Die Reise von Perry Rhodan, Tuire Sitareh und dem Gurrad Vanjak in dem ramponierten und hoffnungslos überfüllten Pilgerschiff ist überzeugend geschrieben. Mit genügend sensorischen Eindrücken, um Enge, Schmutz und Gestank für den Leser erfahrbar zu machen. Die Figuren, allen voran die weibliche Gurrad Valeeraa, sind treffend gezeichnet und charakterisiert. Endlich wieder ein starker weiblicher Charakter, der sich durchzusetzen weiß und dennoch über gefühlsbetonte Seiten verfügt. Wobei ich mich frage, warum man sie nicht zur Kommandantin gemacht hat. Die Gurrads leben in einem Matriarchat. Eine weibliche Gurrad, auch eine so junge, wird sich sicherlich wenig vom Kommandanten sagen lassen – was im Laufe der Handlung auch immer wieder durchschimmert. Auch der übergewichtige Oberpriester Ostrott war gut getroffen. Susan Schwartz spielt dabei zwar mit vielen Klischees, die in diesem Fall aber treffend sind. Bis zum Absturz auf den braunen Zwerg gefiel mir der Roman ausnehmend gut. Doch schon bei der Beschreibung, wie das Schiff auf den gescheiterten Stern stürzt, kräuselte sich meine Stirn.

Aus dem Werkstattbericht von Rüdiger Schäfer auf der PR-Homepage, hatte ich einige Hintergründe zum Ort des Geschehens – dem braunen Zwerg – gelesen und war mir bewusst, dass die Expokraten damit Neuland betreten. Vieles davon ist nur schwer wissenschaftlich zu beweisen, was mir klar machte, dass ich dieses Mal nicht zu sehr auf Fakten bestehen darf. Ich wusste also, dass mich wahrscheinlich eine »bunte« Fantasiewelt erwartet. Und fremde, exotische Welten beschreiben, das kann Susan Schwartz sehr gut. Man merkt, dass sie schon lange im »Geschäft« ist und viel Übung darin hat. Die Tier- und Pflanzenwelt orientierte sich zwar sehr an irdischen Meereslebewesen, aber das war zu verschmerzen. Was mich ärgerte, waren die ständigen Kampfszenen, die sich auch durch diesen NEO ziehen, und in ihrer Fülle statt Spannung eher Langeweile verursachen. Wie schon in anderen NEO-Romanen der Autorin, folgen Angriff und Gegenwehr dem gleichen Strickmuster, so dass es irgendwann vorhersehbar wird. Ich würde gern einmal wieder eine NEO-Geschichte der Autorin lesen, in der nicht gegen irgendwelche Flugkreaturen oder giftstachelbewehrte Monster gekämpft wird.

Im zweiten Drittel, spätestens nachdem Rhodan und die Pilger das notgelandete Schiff verlassen und durch den Wolkenteppich irren und schließlich auf eine der schwebenden Inseln stoßen, wird die Handlung hektisch. Da tauchen Gurrads auf, die vor Generationen ebenfalls auf dem »Stern« gestrandet sind und sich an die Umwelt angepasst haben. Es gibt eine Menge Informationen zu gesellschaftlichen und historischen Hintergründen. Das liest sich beinahe wie eine Reisebeschreibung. Zwischen all dem Phantastischen vermisse ich den Bezug zu den Figuren. Sie agierten, sie redeten miteinander, sie dachten und dennoch sprachen sie nicht mit mir.

Als sich Rhodan, Sitareh, Vanjak und Valeeraa auf die Suche nach dem Pilgerschiff begeben, wurde es mir dann ein wenig zu fantastisch. Und als sie das – nach tausenden von Jahren – noch intakte Schiff finden, krankt die Handlung an den vielen kurzen Kapiteln. Das wirkt nicht nur hektisch, es fühlt sich an, als müsse die Autorin die Handlung verschleppen, damit die notwendige Seitenzahl erreicht wird. Ein Hindernis nach dem anderen taucht auf, nur damit es dann in wenigen Absätzen überwunden wird, bis Rhodan und Sitareh sowie Valeeraa und Vanjak auf das nächste stoßen.

Besonders ärgerlich war ich über den Tod von Valeeraa. Das ist so typisch, da wird eine gut funktionierende (vor allem weibliche) Figur aufgebaut und dann lässt man sie einfach sterben. Ich dachte, dass hätte man im Gegensatz zur EA bei PERRY RHODAN NEO inzwischen überwunden.

Tuire Sitareh dem Auloren gelingt es, dass alte Schiff startklar zu machen. Die überlebenden Pilger werden schnell eingesammelt, dann hebt es ab und hangelt sich mittels pseudowissenschaftlicher Erklärungen hinaus ins All. Ich gebe zu, dass ich am Ende nicht einmal mehr versucht habe, nachzuvollziehen, ob das tatsächlich möglich sein könnte. Das war so abgehoben, wie das Schiff selbst. Ich glaube, dass auch der Autorin nicht ganz schlüssig war, was sie schreiben bzw. wie sie es dem Leser erklären soll. Manchen Passagen klangen wie aus einem Datenblatt zitiert.

Noch einige Fragen, die mir unklar geblieben sind, die aber wahrscheinlich schon im Exposé ihren Ursprung haben: Warum sollten alle havarierten Schiffe an der gleichen Stelle auf den brauen Zwerg stürzen? Das wäre in etwa genauso, als würden auf der Erde alle Meteoriten auf einem Kontinent niedergehen. Woher kommt der Sauerstoff in der Atmosphäre des Sterns? Woher kommt der Auftrieb, der die hohe Schwerkraft aufhebt, die anhand der Größe des Himmelskörpers, eigentlich viel höher sein müsste als die auf der Erde?

Mein Fazit: Wer auf phantastische Welten steht und keine einigermaßen fundierten Fakten braucht, der wird von dem Roman sicher gut unterhalten werden. Ich gebe zu, dass ich mich durch das letzte Drittel des Buches regelrecht quälen musste. Wenn ich nicht hätte wissen wollen, was es mit dem rätselhaften Schatz des Pilgerschiffes auf sich hat, hätte ich den Roman nicht bis zu Ende gelesen.

Noch ein Gedanke zum Titel. Rüdiger Schäfer schrieb in seinem Werkstattbericht, dass er dem Roman gern den Titel »Der gescheiterte Stern« gegeben hätte, sich die Autorin und die Redaktion aber dagegen entschieden hätte. Nachdem ich den Roman nun gelesen habe, muss ich sagen, das »Der Schatz des Pilgerschiffs« die Geschichte viel besser charakterisiert. Für »Der gescheiterte Stern« hätte die Handlung durch weniger Fantasyelemente und mehr Wissenschaft getragen werden müssen.

Tod eines Expokraten

Quelle: Perrypedia

Die Meldung ereilte mich am frühen Nachmittag. Nichtsahnend warf ich einen Blick auf die PR-Homepage und da stand sie, die traurige Nachricht über den Tod von Michael H. Buchholz. Das war der Moment, an dem ich erst einmal schlucken musste. Mein nächster Gedanke war: was wird jetzt aus NEO? Ziemlich eigennützig, und ich schämte mich auch gleich dafür.

Für mich als Fan von PERRY RHODAN-NEO ist der Tod von Michael H. Buchholz ein schwerer Schlag. Auch wenn ich von seiner Krankheit wusste, so war da doch immer die Hoffnung, dass er es schaffen würde. Das seine Arbeit für NEO ihm die Kraft geben würde, den Krebs zu besiegen. Leider hat es nicht gereicht. Das Loch, das sein Tod in die Herzen von Familie und Freunden reißt, vermag nichts und niemand zu schließen.

Auch auf NEO wird es Auswirkungen haben. Gerade jetzt, nachdem die Serie über Band 150 hinaus verlängert wurde und es viel Raum für neue Handlungen gibt, muss es ohne ihn weitergehen. Kann Rüdiger Schäfer die Exposéarbeit ganz allein fortführen, trotz seines Fulltimejobs? Oder wird/muss sich ein Nachfolger finden? Kein Mensch ist wirklich zu ersetzen. Michaels Art zu schreiben war besonders. Er verzauberte seine Leser mit außergewöhnlichen Geschichten, in die er immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit verwob. Keiner vermochte das so gut zu platzieren, wie er. Er hatte bestimmt noch viele Ideen für NEO, die er jetzt leider nicht mehr verwirklichen kann. Ich bin sicher, dass mir sein Beitrag zu PERRY RHODAN-NEO schmerzhaft fehlen wird.

Es war mir leider nicht vergönnt, den Autor persönlich kennenzulernen. Aber ich hoffe, dass ihm meine Rezensionen zu seinen Romanen gefallen haben, denn seine Geschichten gehörten immer zu den Staffel-Highlights. Wenn in zwei Wochen Band 144 erscheint, wird dies ein ganz besonderer Moment für mich und viele Fans sein. Augenblicke in denen wir in Gedanken bei ihm und er mit seinen Worten bei uns ist.

Mit Michael H. Buchholz steht ein weiterer Name auf der langen Liste der zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für PERRY RHODAN, insbesondere für NEO. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinem Freund Rüdiger Schäfer. Er verliert mit Michael nicht nur einen Freund, sondern auch einen überaus kreativen Kollegen. Ich wünsche ihm viel Kraft, um den Schicksalsschlag zu überwinden.