Christinas Multiversum

Ansichten, Rezensionen, Kommentare

rainbow

Posts Tagged ‘Deutsche Bahn’



Von Baustellen und schlingernden Zügen

Mein Karma war an den letzten beiden Tagen wohl nicht das Beste. Ich war mal wieder mit der Bahn unterwegs und es lief alles andere als glatt.

Das begann schon damit, dass ich in Traunstein meinen Zug um zwei Minuten verpasste. Warum muss der auch ausgerechnet an diesem Tag pünktlich abfahren? Weil auf der Strecke gebaut wird, ging an diesem Tag auch nur alle zwei Stunden ein Zug. Somit verbrachte ich die Wartezeit in einem Café und laß den NEO 160.

Als der nächste Zug dann kam, hatte er selbstverständlich Verspätung. Unterwegs standen wir dann auch noch an der Baustelle und ich hatte in München ganze vier Minuten zum Umsteigen. Das hieß: einmal sportlich durch die Haupthalle des Münchner Bahnhofs gerannt. Das ist dann immer so wie bei einem Jump’n Run Spiel: Rennen, links Ausweichen, Springen, weiterlaufen, Springen, rechts ausweichen, sich zwischen zwei Reisenden hindurchquetschen und dann atemlos in den Zug hüpfen. Ich hasse es! Vor allem wenn der Zug dann wegen einer Störung nicht losfahren kann, und man sich völlig umsonst verausgabt hat.

Am Fahrtziel hatte der Zug gestern Abend dann glatt zwanzig Minuten Verspätung. Immerhin musste ich zwischendrin nicht umsteigen und konnte mit meiner komplizierten Fahrkarte noch die Zugbegleiterin verblüffen. Die machte nämlich große Augen, als sie meinen Fahrschein sah und fragte mich ernsthaft, wie so was geht. Also wenn die das nicht wissen, woher soll es dann der Bahnkunde wissen …?

Heute Morgen fuhr der Zug fast schon überpünklich ab. Und ich wunderte mich schon. Kurze Zeit später, dann die Durchsage: »Wegen einer Triebfahrzeugstörung müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Die Verspätung beim nächsten Halt wird voraussichtlich zehn Minuten betragen.« Wahnsinn! Das hatte ich auch noch nie.

Ich mach’s kurz, wir fuhren in einen Bahnhof auf einer Nebenstrecke, bekamen eine neue Lok und setzten die Fahrt in entgegengesetzter Fahrtrichtung fort. Das Ganze hat tatsächlich nicht mehr als zehn Minuten gedauert. Ich war nachhaltig beeindruckt. Das habe ich schon anders erlebt.

In Halle hatte ich dann das Vergnügen zum ersten Mal in einen dieser Doppelstock IC’s zu steigen. Aus weißer Voraussicht setzte ich mich lieber unten rein. Das war auch gut so. Das Ding schwankt schlimmer als ein Fischkutter auf Hoher See. Echt! Wenn man geht oder steht, wird man nach rechts und links geschubst. Da wird ein Toilettenbesuch zum Balanceakt. Ich möchte nicht wissen, wie das oben schlingert. Zumindest war der Zug pünktlich in Braunschweig. Ich bekam meinen Anschlusszug und bin heil in Wolfenbüttel angekommen.

Jetzt freue ich mich auf ein aufregendes Wochenende.

Fahrkartenakrobatik online

Puh! Ich habe jetzt hintereinander drei Fahrkarten gekauft. Online, über das Internetportal der deutschen Bahn und dabei habe ich das System ganz schön beansprucht.

Ich habe nämlich meine Tickets fürs kommende Wochenende gekauft. Eine der Fahrkarten soll über zwei Tage gültig sein. Früher, als es das Flexticket noch nicht gab, war das kein Problem. Da war der normale Fahrschein bei der Hinfahrt an zwei Tagen gültig und auf der Rückfahrt vier Wochen. Heute muss man schon tricksen, damit man das hinbekommt. Mittels »Aufenthalt» an »Zwischenhalten« kann man das erzwingen. Es bedarf ein bisschen Rechnerei, damit man die gewünschte Verbindung auch angezeigt bekommt, aber prinzipiell ist es möglich.

Warum so kompliziert? Nun ja, ich habe von der Verwandtschaft Toffifee-Schachteln mit Bahn-eCoupons bekommen. Mit einem Wert von immerhin 15 Euro. Der gilt aber erst ab einem Fahrkartenpreis von 49 Euro. Das heißt Hin- und Rückfahrt getrennt buchen und weil ich die Hinfahrt nicht ohne Stress an einem Tag schaffen würde (und auch weil die Fahrkarte nur 47 Euro kostet), mache ich einen kleinen Zwischenhalt daheim in Thüringen.

Wo wir bei der dritten Fahrkarte wären, die ich für mich und meinen Mann für Silvester gebucht habe. Da kam ich zum ersten Mal in den Genuss der Preise auf der neuen ICE-Trasse München-Berlin. Obwohl wir da gar nicht lang fahren. (Ich fahre doch nicht 100 km extra durch die Gegend und steige 5 mal um.) Die Preise sind für beide Strecken gleich, damit ja niemand auf die Idee kommt, nicht über die Neubaustrecke zu fahren. Wir zahlen 40 Euro mehr als im vergangenen Jahr und sind noch mal eine Stunde länger unterwegs. Wahnsinn! Wenn es nicht wegen der unsicheren Wetterlage wäre oder wegen des Staus an den Feiertagen, hätten wir das Auto genommen.

Wie ich schon seit Jahren prophezeie. Wir werden in Zukunft in unserer Mobilität eingeschränkter sein. Alles wird nicht nur teuerer – Flüge, Bahnfahrten, bald werden auch die Busunternehmen nachziehen – die Reisen werden auch immer länger dauern. Und komm mir ja nicht wieder jemand damit, dass man mit dem Auto schneller ist. Wenn ich mir den Verkehr der letzten beiden Jahre so ansehe, steuern wir auf ein Verkehrschaos zu. Und zwar schneller als uns lieb ist. Eben weil noch mehr Leute aufs Auto umsteigen, sei es wegen der überhöhten Preise oder des unattraktiven Angebotes. Zwar werden wir nicht ins Zeitalter von Pferd und Kutsche zurückfallen, aber die Zeiten grenzenloser Mobilität sind vorbei.

Die letzte Bahn

Wenn ich dieser Tage mit dem Zug nach Thüringen fahre, dann mit viel Wehmut im Bauch. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich noch mit dem ICE von München bis Saalfeld reisen kann. Ab dem 10. Dezember ist Schluss, dann bleiben mir und den anderen Pendlern aus Saalfeld, Jena und Gera nur noch die Regionalbahnen. Es ist eine Tragödie, da wird die Lebensader einer ganzen Region abgeschnitten zugunsten einer einzigen Stadt in Thüringen nämlich der Landeshauptstadt Erfurt.

Die teure neue Strecke von Berlin nach München verspricht Fahrtzeiten von 4 Stunden, sofern man den Sprinter benutzt, der unterwegs nur in Halle, Erfurt und Nürnberg hält. Doch wie viele Menschen werden das Angebot für 150 Euro wirklich nutzen? Werden die Geschäftsleute nicht doch lieber weiterhin den Flieger nehmen und die Studenten den Flixbus für 29 Euro? Man weiß es nicht. Die Auslastung der Thüringer-Wald-Autobahn, die im gleichen Zuge gebaut wurde, hat bisher auch nicht das Ziel erreicht, was sich die Planer einst erhofften. Es wird wohl noch sehr sehr lange dauern, bis sie das Geld eingespielt hat, was sie gekostet hat. Damit das auf der Bahnstrecke nicht auch passiert, hat man das Verkehrsangebot auf der Saalebahn stark ausgedünnt. Nur ein einziger IC am Tag soll von Jena nach München fahren. Ein IC, der nur dann in der Fahrplansuche auftaucht, wenn man die Häkchen bei »schnelle Verbindung bevorzugen« sowie bei »Regionalbahn« und »ICE« ausschaltet. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Jenaer und Saalfelder sollen eben erst nach Erfurt fahren, um dann mit dem ICE nach München zu kommen. Dass das natürlich mehr kostet, ist klar, schließlich muss man als Saalfelder erst fünfzig Kilometer Richtung Norden fahren. Dabei geht es der Bahn doch nur darum, dass die Strecke die ausgegebenen Euros wieder einspielt.

Die meisten Menschen in Thüringen werden nicht von der Schnellstrecke profitieren. Im Gegenteil, sie werden sich Alternativen suchen oder gleich mit dem Auto fahren. Die Firmen am Universitätsstandort Jena werden über kurz oder lang ihren Sitz nach Erfurt verlegen, »weil man ja nicht mehr so einfach hinkommt«. Die Städte an der Saale, die in den Jahrzehnten nach der Wende mühsam ihre Infrastruktur aufgebaut haben, gehören zu den Verlieren des riesigen Komplotts, das schon Anfang der Neunziger geschmiedet wurde. Initiator Bernhard Vogel, Thüringens erster Ministerpräsident, wollte sich mit Hilfe seines Freundes Helmut Kohl ein Denkmal setzen. Er stellte die Weichen für dieses Milliardenschwere Prestigeprojekt, größer, schwieriger und teurer als alles was es zuvor gegeben hat. 10 Milliarden Euro hat das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8 verschlungen und da sind die Umbauten der Bahnhöfe Halle und Erfurt nicht mit eingerechnet. Mit dem Geld hätte man die Saalebahn wahrscheinlich mehrfach ausbauen können. Vielleicht hätte man sogar die Weichen an der Strecke vergolden können.

Nach 26 Jahren ist sie nun fertig und es rollen bereits die ersten Züge. Auf der Strecke geblieben sind das dichtbesiedelte Ostthüringen und die Natur im Thüringer Wald. Selbst eine riesige Tropfsteinhöhle wurde dem Bau geopfert, für eine Fahrtzeitverkürzung von maximal zwei Stunden.

Die einzig wirklichen Gewinner sind die Baufirmen, die dieses gigantische Mahnmal, das boshaft auch »die längste U-Bahn Deutschlands« (wegen der 22 Tunnel) genannt wird, aus dem Boden gestampft haben. Der Steuerzahler muss blechen, für ein Projekt das keiner logischen und ökologischen Prüfung standhält. Das aber dennoch verwirklicht wurde, über die Bedürfnisse der Vielen hinweg.

Wer mehr zu dem Irrsinn lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel in der Welt.

Fauler letzter Urlaubstag

Am Donnerstag brachten wir den Mietwagen zurück und spazierten quer durch Playa Blanca zurück ins Hotel. Es war brütend heiß, mehr als dreißig Grad und die Sonne ballerte nur so vom Himmel. Das machte den Abschied einerseits leichter, weil es daheim nicht so heiß sein würde, andererseits aber auch schwerer, weil in Deutschland für die nächsten Tage ziemlich mieses Wetter angesagt war.

Wir erledigten noch schnell die letzten Einkäufe und zogen uns dann auf den Hotelbalkon zurück. Ich nutzte später die Gelegenheit, um ein paar Runden im Pool zu schwimmen. Ansonsten verbrachten wir den Tag mit Erholen, Kofferpacken und gutem Essen.

Der Abreisemorgen begann früh, weil wir schon um 7:40 Uhr abgeholt wurden. Der Flieger sollte zwar erst um 11 Uhr gehen, aber die Reiseunternehmen gehen auf Nummer sicher. Deshalb schwitzten wir am Flughafen nochmal zwei Stunden sinnlos vor uns hin und dann noch mal eine halbe Stunde im Flieger, weil die Flugsicherung keine Starterlaubnis gab. Dafür durften wir in der ersten Reihe sitzen. Da saß ich noch nie. Man hat zwar mehr Beinfreiheit, aber weil die Tische in den Armlehnen verstaut sind, kann man diese nicht hochklappen und fühlt sich etwas eingeengt. Sehr zum Leidwesen eines etwas beleibten Herrn, der in meiner Reihe saß und extra den Platz gebucht hatte und nun im Sitz eingeklemmt ausharren musste. Ich fand den Platz auch nicht so prickelnd, zumal ich schreiben wollte, und der versenkbare Klapptisch ziemlich unhandlich war. Dennoch schaffte ich es in drei Stunden meine Schreibaufgabe für Wolfenbüttel zu erledigen.

In München angekommen, fuhren wir zum Ostbahnhof und gingen gleich zum Trekdinner ins Restaurant-Bar-Portugal, wo wir uns völlig ausgehungert über das leckere portugiesische Essen her machten. Die Runde war für ein Halloween-Trekdinner klein und übersichtlich. Aber es waren Leute da, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Das war sehr schön. Nur waren wir so müde, dass wir uns halb acht schon wieder verabschiedeten. Schließlich stand uns bis nach Hause noch mehr als eine Stunde Zugfahrt bevor. Dafür hatten wir am Bahnsteig dann die Qual der Wahl. Wegen diverser Verspätungen bei der Deutschen Bahn fuhren gleich drei IC/EC-Züge hintereinander. Wir entschieden uns für den, der nicht so voll war.

Mein Fazit als ich später in die Kissen sank: auch wenn der Urlaub noch so toll war, im eigenen Bett schläft es sich doch am besten.

So! Und jetzt gehts wieder an die Arbeit für die SOL.

Positives von der Deutschen Bahn

Am Wochenende war ich mal wieder mit der Bahn unterwegs und dieses Mal kann ich das Unternehmen nur loben. Nicht nur, das meine Verbindungen allesamt gut geklappt haben, keine Verspätung, keine ausgefallenen Züge oder sonstige Katastrophen. Und das, obwohl die Züge brechend voll waren (Ferienende in Bayern und Baden-Württemberg). Nein, auch der Mobilitätsservice, den ich für meine Eltern am Münchner Bahnhof gebucht habe, hat super funktioniert.

Vor Wochen hatte ich mir am Info-Point in München eine Karte von der Mobilitätsservice-Zentrale geben lassen. Ich rief dort an, um für meine Eltern eine Umstiegshilfe zu arrangieren. Denn der Weg vom Bahnsteig, auf dem der ICE einfährt, bis raus zum Holzkirchner Bahnhof ist in München ziemlich weit. Da hat man schon als jüngerer Mensch Probleme es innerhalb der Umsteigezeit zu schaffen. Wenn man achtzig und nicht mehr gut zu Fuß ist, dann ist das eine Tortur. Die Dame von der Bahn war am Telefon ausgesprochen nett. Wir suchten die Verbindung raus, die meine Eltern fahren würden und vereinbarten einen Bringservice von Zug zu Zug.

Wie gut das funktionierte, hat mich selbst überrascht. Wird stiegen aus und die beiden jungen Damen im E-Mobil standen schon am Bahnsteig bereit. Sie fragten nach dem Namen und meine Eltern stiegen ein. Ich verstaute noch das Gepäck, dann fuhren sie schon los, während ich die Strecke zu Fuß bewältigte. Unterwegs hatten sie allerdings ein paar Mal mit unfreundlichen Reisenden zu tun, die vor dem E-Mobil herliefen und trotz mündlicher Aufforderungen nicht zur Seite gingen. Hupen ist den Fahrern dieser E-Mobile verboten. Na, ja es könnte sich ja einer der Fahrgäste erschrecken und vom Bahnsteig ins Gleis fallen.

Ich bin gespannt, ob das auf der Rückfahrt genauso problemlos funktioniert. So Servicefreundlich mag ich die Deutsche Bahn.

Verspätungsalarm

Gebucht und nicht gefunden!

Seit einer Weile nutze ich den Verspätungsalarm der Deutschen Bahn. Immer dann, wenn ich ein Online-Ticket gekauft habe.

Bei einer meiner letzten Bahnfahrten erhielt ich vor der Abfahrt nebenstehende Meldung. Die mich mehr amüsierte, als beunruhigte. Gut, ich hatte zuvor nachgesehen und wusste, dass es eine Streckensperrung gibt. Obwohl mich die Sperrung eigentlich nicht tangierte, wirbelte sie den Fahrplan anscheinend so durcheinander, dass die »Positronik« der Bahn meinte, es gäbe keine Fahrt. Gab es aber, woran man erkennen kann, dass das System noch nicht ausgereift ist.

Witzig, in den letzten Tagen erreichten mich die Verspätungsmeldungen für meine verspäteten Züge erst nach der Ankunft. Was auch alles andere als perfekt ist. Aber immerhin, man versucht es zumindest. Vielleicht klappt es irgendwann auch einmal.

Bis dahin heißt es: lieber selber nachgucken!

Ersatz für den Schienenersatzverkehr

Es war mal wieder eine dieser chaotischen Bahnreisen, bei denen man glaubt, ans Ende der Welt zu unterwegs zu sein. Fahrten bei denen man am Ende über jeden Meter froh ist, den man nicht laufend zurücklegen darf.

Dabei hätte ich es schon ahnen müssen. Als ich am Donnerstag am Bahnhof mein Ticket kaufen wollte, verhöhnte mich der Automat mit der Meldung, dass für die gewählte Strecke keine Verbindung gefunden werden konnte. Ich solle den Zeitpunkt ändern oder ein neues Ziel auswählen. Ich war hinreichend irritiert, denn diese Meldung war mir noch nie untergekommen. Irgendeine Verbindung war mir immer angeboten wurden. Ich spielte noch eine Weile vergeblich herum und fuhr dann nach Hause. Auch eine Art seine Kunden zu zwingen, ihre Tickets am heimischen Computer zu kaufen und eben dort auch auszudrucken.

Zumindest fand sich im Onlineportal eine Verbindung, wenn auch mit dem Hinweis, dass die Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg gesperrt wäre und ein Schienenersatzverkehr (SEV) verkehrt. SEV – allein der Begriff löst bei Kunden der Deutschen Bahn eine gewisse Panik aus. Denn ein SEV funktioniert nur in wenigen Prozent der Fälle. Aber weil ich unbedingt nach Hause musste – schließlich wird die Cousine nur einmal 50 – stürzte ich mich in das Abenteuer. Ich hatte schließlich den ganzen Freitag Zeit, um ans Ziel zu kommen. Und der SEV zwischen Bamberg und Lichtenfels im letzten Jahr hatte ganz gut geklappt. Dass es am Ende dann doch acht statt der sonstigen viereinhalb Stunden werden würde, konnte ich nicht ahnen. Nun ja ich hätte es ahnen müssen.

Bis Nürnberg lief auch alles prima. Kein Verspätungen, keine falsche Wagenreihung, nettes Personal und auch keine sonstigen Katastrophen. Punkt Neun Uhr stand ich in Nürnberg am Bahnhof und genehmigte mir erstmal einen Kaffee, kaufte mir in aller Ruhe noch meine Perryhefte und schlenderte dann gemütlich zum Südausgang, von wo der SEV fahren würde. Der Weg ist ganz schön weit, und »Gnade Gott« wenn man es da eilig hat. Kurz nach halb zehn stand ich bereits in einer Traube von Menschen, die an einer Bushaltestelle warteten. Ein Bus stand da, aber kein Fahrer in Sicht. Nur zwei Bahnbeamte in gelben Jacken standen am Bahnhofausgang und wiesen den Leuten den Weg zur Bushaltestelle.

Um zehn sollte der Bus fahren. Es war heiß, die Sonne prasselte herab und es gab weder eine Bank noch Schatten. Die Taxis hupten, weil ihnen die wartenden Fahrgäste im Weg waren, denn der Gehweg an der Bushaltestelle war bereits hoffnungslos überfüllt und die Reisenden standen mit ihren Koffern bereits auf dem dahinter liegenden Taxiparkplatz.

Nach und nach kamen drei Busse, die aber nur Fahrgäste entließen und dann weiterfuhren. Man konnte gleich sehen, das es Linienbusse waren, die nur innerhalb der Stadt fuhren, aber kein Reisebus, der über die Autobahn fahren konnte. Kurz nach zehn tauchte ein Busfahrer auf, der sofort von den Wartenden umringt wurde. Als der sagte, er würde erst in einer Stunde fahren, gab es natürlich großes Geschimpfe. Die Leute ließen ihren Unmut an dem Busfahrer aus, der eigentlich nichts dafür konnte und auch gar nicht bei der Bahn beschäftigt war, sondern bei einem Busunternehmen. Er wusste auch nicht, ob und wann ein Bus kommen würde und riet den Fahrgäste an den Servicepoint zu gehen. Die beiden Bahnbeamten am Ausgang waren nämlich auf mysteriöse Weise verschwunden. Doch die Leute ließen sich nicht abwimmeln. Keiner wollte riskieren den Bus zu verpassen, wenn er auf die andere Seite des Bahnhofes ging, um sich zu erkundigen.

Viele Fahrgäste waren älter und wollten nach Erlangen ins Klinikum, weil sie dort einen Termin hatten, den sie nicht schaffen würden, wenn sie noch länger warteten. Also rauften sich ein paar zusammen und nahmen sich Taxis, während andere wieder zum Bahnhof zurückgingen. Der harte Kern aus zirka 80 Leuten aber blieb und redete auf den Busfahrer ein. Dem reichte es irgendwann und er rief seinen Chef an. Nach langem Hin und Her beschlossen sie, dass er für den ausgefallenen Bus einspringen sollte. Daraufhin quetschten sie die Leute rücksichtslos in den Bus. Es war ein Doppelstockbus und ich musste den Koffer über die enge Wendeltreppe nach oben schleppen. Zum Glück ist mein Koffer so klein, damit ich ihn unter dem Sitz verstauen konnte.

Mit zwanzig Minuten Verspätung fuhr der Bus dann ab. Mir war klar, dass ich meinen Anschlusszug in Bamberg wohl nicht schaffen würde, war aber froh überhaupt voranzukommen.

Der Bus quälte sich zunächst durch den Stadtverkehr von Nürnberg auf die Autobahn bis nach Erlangen, wo der Bahnhof günstig direkt an der Autobahn liegt, so dass wir nicht zu viel Zeit verloren. Bei der nächsten Station Forchheim, war das anders. Bis wir dort am Bahnhof waren und wieder zurück auf der Autobahn verging eine Viertelstunde. An der Abfahrt nach Bamberg hegte ich kurzzeitig die Hoffnung, meinen Zug doch noch zu schaffen. Schließlich waren es nur wenige Minuten, die ich später dran war. Die würden den Regionalzug sicher warten lassen.

In Bamberg parkte der Busfahrer den Bus nicht vor dem Bahnhof, sondern am Ende der Straße. Ich rannte, nahm die Abkürzung über den Seiteneingang (inzwischen kenne ich mich am Bamberger Bahnhof leidlich aus), sprintete durch die Unterführung auf Gleis 6, wo der Zug abfahren sollte und las auf der Anzeige: Fährt heute von Gleis 3. Ich wieder runter und auf Gleis 3 hoch … und stand atemlos an einem leeren Bahnsteig. In der Ferne erkannte ich noch die Rücklichter meines Zuges.

Erschöpft und stinksauer suchte ich den nächsten Bahnmitarbeiter, an dem ich meinen Frust auslassen konnte … doch da war keiner. Am Infopoint hatte ich mich zumindest wieder soweit unter Kontrolle, dass ich im höflichen Ton fragen konnte, wann der nächste Anschlusszug fährt. Fügte aber noch eine paar Bemerkungen über die Deutsche Bahn im Allgemeinen und den eingerichtete SEV im Besonderen hinzu. Die Dame am Schalter ließ das kalt. Sie servierte mir ein ausgedrucktes Stück Papier mit den Worten: ich solle mich nicht aufregen, der nächste Zug ginge doch schon in zehn Minuten und ich solle mich lieber beeilen, damit ich den nicht auch noch verpasse.

Erst im Zug registrierte ich, dass es eine »Bummelbahn« war, die an jedem Briefkasten hielt und ich erst eine Stunde später als geplant ankommen würde.

So kam ich mit einer Stunde Verspätung zusätzlich zu den zwei Stunden an, die ich ohnehin durch den SEV später dran gewesen wäre. Es war zum Heulen.

Das Schlimmste aber ist, dass die Baumaßnahme, die den SEV bedingte, dazu dient, die neue Schnellstrecke von Erfurt anzubinden. Und das wenn die im Dezember fertig ist, kein Schnellzug mehr nach Saalfeld fahren wird, sondern nur noch wenige Regionalbahnen. Was zur Folge hat, dass ich in Zukunft noch öfter umsteigen und noch länger brauchen werde. Das macht das Ganze noch viel frustrierender.

Schlüpfriges im Zug

17.000 Zeichen auf 450 Kilometern in knapp fünf Stunden. Das war mein Werk vom Montag. Ich schrieb im Zug mal wieder an meinem Punkroman und es lief richtig gut. Was könnte ich wohl alles schreiben, wenn es auch zu Hause so klappen würde. Obwohl, manchmal habe ich auch da Tage, an denen alles passt.

Das beste jedoch war der Inhalt des Kapitels an dem ich gearbeitet habe. Ein paar mal blickte ich auf und sagte zu mir: Wenn die Leute um mich herum wüßten, worüber ich da gerade schreibe? Viele wären wahrscheinlich vor Scham im Boden versunken, die meisten hätten zumindest einen roten Kopf bekommen. Ich schrieb zwar keine offensichtliche Sexszene, aber es ging um Pornographie. Meine beiden Protagonisten sehen sich gemeinsam einen Porno an. Das Beschreiben der Handlungen und die Reaktionen meiner Figuren darauf machte mir richtig viel Spaß. Ich hoffe, dass es dann für die Leser ebenso lustig ist.

Zum Glück kann noch keiner Gedankenlesen, sonst wäre es für mich ziemlich peinlich geworden. So fand ich es ausgesprochen cool, in der Deutschen Bahn zwischen völlig unbeteiligten Menschen zu sitzen und mit sexuellen Phantasien zu jonglieren. Das verlieh dem Schreiben einen besonderen Reiz.

Sexszenen schreiben im ICE, ich finde, dass sollte jeder Autor mal ausprobieren. Es sei zur Nachahmung unbedingt empfohlen.

Quer durchs Land mit der DB

Manchmal frage ich mich, wer bei der Deutschen Bahn die Fahrpläne macht. Man sollte doch meinen, das dabei höchstmögliche Effizienz angestrebt wird, schon allein wegen der hohen Energiekosten. Aber dem ist anscheinend nicht so, wenn ich an meine heutige Irrfahrt durch Bayern denke.

Nehmen wir mal an, ich plane eine Reise und möchte eine Route fahren, die mich zu einer bestimmten Zeit ans Ziel bringt. Vor der Abfahrt erhalte ich die Information, dass ich eine andere Strecke fahren muss, weil die Gewünschte gesperrt ist. Nun ist die neue Strecke nicht so schön, dafür komme ich aber schneller ans Ziel. Was mache ich, um zum vereinbarten Zeitpunkt einzutreffen? Richtig, ich fahre später los, damit ich nicht zu früh da bin. Ich könnte aber auch dreimal im Kreis fahren, um dann ebenfalls zum richtigen Zeitpunkt anzukommen. Nur würde ich dann unnötig Kraftstoff verbrauchen, und das geht bekanntlich ins Geld.

Die Deutsche Bahn interessiert letzteres anscheinend nicht. Denn als ich heute morgen in München in den IC stieg, stand an der Anzeige, dass die Halte in Augsburg und Donauwörth entfallen. Das bedeutete, dass der Zug über Ingolstadt nach Nürnberg fahren würde und auf dieser Strecke eine gute Dreiviertelstunde früher in Nürnberg sein müsste. Irritiert war ich, dass sich die Abfahrtszeit nur um fünf Minuten nach hinten verschob und keine 45 Minuten. In den vielen Jahren in denen ich Bahn fahre, bin ich niemals früher als zwanzig Minuten angekommen. Also nahm ich an, dass der Zug auf der Strecke über Ingolstadt herumbummeln würde. Aber, denkste!

Der alte IC rauschte so schnell über die Gleise, dass mir Angst und Bange wurde. Könnte ja sein, dass die dreißig Jahre alte Kiste unterwegs zusammenbricht. Hinter Ingolstadt sah ich aus dem Fenster und wunderte mich. Das sah irgendwie nicht nach der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus, die nach Nürnberg führt. Sie war es auch nicht. Der Zug machte nämlich einen großen Bogen und fuhr über Treuchtlingen und Schwabach nach Nürnberg und verbummelte dabei die 45 Minuten. Von dem Strom der dafür verbraucht wurde, ganz zu schweigen. Ich hätte ja noch verstanden, wenn er wenigstens in Treuchtlingen gehalten hätte. Hat er aber nicht.

Pünktlich nach Fahrplan fuhr der Zug in Nürnberg ein. Viele Fahrgäste stiegen ein, die wenige Minuten vorher mit dem ICE aus München angekommen waren, der über die Hochgeschwindigkeitsstrecke über Ingolstadt gefahren war und der natürlich erst 40 Minuten nach dem IC in München losgefahren war. Das muss man nicht verstehen. Aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass da am Fahrgast vorbeigeplant wird. Und zwar zu Lasten des Fahrgastes natürlich.

Zumindest verstehe ich jetzt, was die Deutsche Bahn unter einem »Quer durchs Land«-Ticket versteht. Dabei wird man einmal quer durchs Land chauffiert. Auch nicht schlecht. Die nächste Stufe wird dann die »Fahrt ins Blaue« sein, alternatives Ziel inbegriffen.

Unterwegs in Sachen Perry

Für alle die sich wundern, dass es die nächsten Tage etwas ruhiger in meinem Blog ist, den kann ich beruhigen. Ich bin das Wochende über in Osnabrück bei den 2. Perry Rhodan Tagen.

Die Anfahrt hat schon mal geklappt. Die Deutschen Bahn zeigte sich von ihrer besten Seite. In acht Stunden Zugfahrt und nur zwei Minuten Verspätung. Gratulation! Genutzt habe ich die viele Zeit für meinen Roman, der jetzt geschätzte 20.000 Zeichen länger ist als gestern. Und ich habe außerdem Dreiviertel des NEO-Romans von Reiner Schorm gelesen. Vielleicht schreibe ich auf der Heimfahrt schon die Rezension.

Nach dem Aufbau des Stands der PRFZ gestern Nachmittag, bei tropischen Temperaturen, haben wir den Abend in großer Runde mit Perry Rhodan-Autoren, -Redaktion und Fans ausklingen lassen.

Ich freue mich schon sehr darauf, heute all die Fans und Fandom-Aktiven, mit denen ich in den vergangenen Monaten gemailt habe, einmal persönlich kennenzulernen.

Zusammenfassung vom Wochenende

Wegweiser zum Romanhelden

Weil am Wochenende einige Dinge passiert sind, die ich aber nicht in Einzelbeiträgen auswalzen will, gibt es heute mal eine Kurzzusammenfassung.

Am Samstag waren wir in Bad Reichenhall eigentlich wegen des Gratis-Comic-Tags. Aber weil wir schon mal dort am Bahnhof waren, wollte ich mein Fahrgastrechteformular vom Montag abgeben. Nur leider gibt es an diesem Bahnhof keinen Schalter. Nur einen Stand in der Buchhandlung und der ist nur unter der Woche besetzt. Zu meinem allgemeinen Erstaunen gibt es dort nicht mal mehr einen Fahrscheinautomaten und das in einer Kurstadt. Der Buchhändler meinte, dass wäre so, seit die Strecke privatisiert wurde und man könne die Fahrscheine im Zug beim Zugbegleiter kaufen. Ich fragte ihn, was ist, wenn man zum Beispiel nach Hamburg will? Er meinte, dann müsse man nach Freilassing und sich die Fahrkarten dort kaufen. Hä! Dabei hält sogar einmal am Tag ein IC aus Hamburg in Bad Reichenhall. Wie ich heute gelesen habe, will die Deutsche Bahn die Fahrkarten auf lange Sicht sowieso abschaffen und alles nur noch digital machen. Nun denn, dann sollten sie sich erstmal besser gegen Hacker-Attacken schützen. Und damit meine ich jetzt nicht meine Blogeinträge.

Anschließend sind wir noch in das Möbelhaus, in dem wir unsere Traumcouch gesehen hatten. Ich wollte wissen, ob sie noch da ist, oder ob das Teil schon jemand gekauft hat. Und ja, sie ist noch da und sie kostet immer noch einen hohen vierstelligen Betrag. Ach ja, wenn wir nur ein größeres Wohnzimmer hätten.

Auf der Rückfahrt kamen wir an einem Wegweiser vorbei, den ich unbedingt fotografieren musste. Eingeweihte werden verstehen, was ich meine. Es gibt da einen Protagonisten im gleichnamigen Roman eines gewissen Chefredakteurs

Samstagnachmittag fand ich dann beim Gang zur Post ein vierblättriges Kleeblatt. Das soll Glück bringen. Auf der Post fragte ich nach, ob dort eventuell eine Sendung gelandet ist, die ich schon vor einer Woche hätte bekommen müssen. Ich hatte bei Booklooker ein Buch bestellt und der Käufer hatte es auch abgeschickt, nur angekommen ist es leider nicht – auch nicht auf der Post. Vielleicht hängt es mit dem Buchtitel zusammen … wenn ein Buch schon »Chaostage« heißt … Der Käufer ist jedenfalls nett und überweist mir nun mein Geld zurück. Ich hätte ja lieber das Buch gehabt.

Den Samstagabend verbrachte ich vorm Computer, um liegengebliebene E-Mails zu beantworten und Beiträge für sie SOL zu sichten. Welche, um sie fürs Lektorat freizugeben und redigierte Artikel, die ins Layout können. Nebenher lief der Film »Bridge of Spies«, den sich mein Mann bei der letzten BluRay-Aktion beim Müller Drogeriemarkt mitgenommen hatte. Der hochkarätig besetzte Streifen von Steven Spielberg und den Coen Brüdern, erfüllte leider nicht unsere Erwartungen. Nach einem langatmigen Beginn wird es erst ab der Mitte einigermaßen spannend. Die Dialoge sind dürftig und für mich war es bis zum Ende nicht klar, welcher Spion gegen wen getauscht werden sollte. Ehrlicherweise habe ich auch nur halb hingehört. Meinem Mann hat der Film aber auch nicht sonderlich gefallen, womit die Blu-Ray demnächst bei Booklooker landet.

Das Kleeblatt vom Samstag brachte mir leider auch am Sonntag kein Glück, denn als wir heute morgen mit dem Rad unterwegs waren, holte ich mir an der am weitesten entferntesten Stelle einen Platten. Ein winziges Metallteil, das aussah wie ein Piercing, hatte sich in meinen Hinterreifen gebohrt. Damit war unsere Radtour zu Ende und mein Mann musste heimfahren und das Auto holen. Im Fahrradladen an der Tankstelle kauften wir zwei neue Schläuche und gleich auch zwei neue Mäntel dazu. Als mein Schwiegervater sie montiert hatte, ließ sich einer der Schläuche nicht aufpumpen, weil das Ventil fest war. Jetzt müssen wir wieder hin und den Schlauch umtauschen.

Ich denke, dass waren genug Abenteuer für ein Wochenende.