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Ein schmerzvoller Abschied

Quelle: Amazon

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Fan-Edition-, PERRY RHODAN-Arkon- und ganz aktuell MADDRAX-Autor Ben Calvin Hary wagt ein Experiment. Vor wenigen Wochen startete er im Kindle-Store eine Fortsetzungsgeschichte mit dem Titel »Ein Zimmer auf dem Mars«.

In Teil eins »Abschied von Terra« geht es um Conell Biggs der mit seiner Familie zum Mars fliehen will. Der Grund ist einfach. Die Erde liegt nach weltweiten Kriegen in Trümmern, die Umwelt ist nachhaltig zerstört und die chinesischen Besatzer halten die verbliebenen Menschen in Europa unterdrückt. Jeder der Geld hat, wandert auf den Mars aus, um sich in der dort gegründeten Kolonie ein neues Leben aufzubauen.

Die Flucht zum Raumhafen und ins rettenden Raumschiff bringt Biggs, dessen Frau Gill und ihren zweijährigen Sohn Marco an ihre Grenzen. Ben Calvin Hary erzählt das sehr atmosphärisch und unheimlich spannend. Man fiebert mit der Familie und fühlt sich in dem beschriebenen Todesstreifen rund um den Raumhafen ein wenig an die vergangene DDR erinnert. Die Schilderung des Regenwetters und der tristen in Trümmern und Matsch liegenden Umwelt ist so real beschrieben, dass ich mich tatsächlich in die Geschichte hineinversetzt fühlte. Die Hoffnungen und Nöte der Familie sind toll gezeichnet, die Figuren lebendig und ihr Schicksal aufwühlend.

Am Ende des ersten Teils hielt ich tatsächlich den Atem an und giere seit dem auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt. Toller Lesestoff!

»Abschied von Terra« ist für 0,99 EUR im Kindle-Store von Amazon erhältlich.

Wer mehr über den Autor wissen will, dem lege ich Bens Blog ans Herz. Dort postet er Neuigkeiten über seine aktuellen Projekte. Und wer ihn zusammen mit meinem Schreibcoach auf einem Panel über Autorenwege erleben will, dem empfehle ich folgendes Video.

Rasantes Finale

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 12 – »Kampf um Arkon« von Marc A. Herren

Perry Rhodan, Sahira und Gucky können sich mit Hilfe von Sahiras 5D-Gabe befreien und die Gijahthrakos bitten, in den Kampf um das Arkon-System einzugreifen. Durch die Fähigkeiten der Kristallwesen zur Semi-Transition gelangen sie nach Mirkandol auf Arkon 1. Gucky macht dort nach und nach alle stationierten Kralasenen unschädlich, damit Rhodan, Sahira und er in den Kristallpalast zu Kerlon und Atlan vordringen können. Es gelingt Rhodan Kerlon zu paralysieren und die schwarze Maschine zu übernehmen. Mit ihrer Hilfe kann er den Einfluss auf die Extrasinn-Träger unterbrechen. Doch er hat nicht mit Atlan und dessen überlegenen Extrasinn gerechnet. Der Arkonide trickst sie aus und kann mit Kerlon und der Maschine fliehen, in dem er eine Explosion herbeiführt. Sie teilen sich auf ihrer Flucht auf. Rhodan und Sahira folgen einem Gleiter, während sich Gucky um eine fliehende Leka-Disk kümmert. Zu spät bemerken sie, dass dies zum perfiden Plan von Atlans Extrasinn gehört, sie zu trennen. Während Kerlon Gucky mit einem Paratronschirm in der Leka-Disk festhält, nimmt der beeinflusste Atlan Sahira als Geißel um Rhodan seines SERUN und seiner Waffen zu entledigen. Doch der Arkonide hat nicht mit den Fähigkeiten des Mädchens gerechnet. Sie kann in den Geist Atlans eindringen und sein wahres Ich zurückholen, leider zu spät, denn der Extrasinn hat mit Atlans Körper Sahira bereits erdrosselt. Ohne funktionierenden SERUN versuchen Rhodan und Atlan, der wieder der alte ist, Sahira wiederzubeleben.

An Bord der PRAETORIA versucht derweil die Kommandantin Cara Kayn ein Blutvergießen zu verhindern. Zusammen mit Lordadmiral Monkey durchschaut sie rechtzeitig die Pläne der Robotflotte, den Palast des Imperators zu zerstören. Doch die Chancen für einen siegreichen Kampf gegen die Schiffe der Arkoniden stehen schlecht. Kurz vor dem finalen Showdown drehen die Schiffe jedoch ab und die sichtlich mitgenommene Mascantin der arkonidischen Heimatflotte erklärt, dass die Robotschiffe wieder unter ihrer Kontrolle stehen und der Konflikt damit beendet sei.

Mit Guckys Hilfe kann Sahira zum Leben erweckt werden, während der Bösewicht Kerlon in Flammen aufgeht. Alle ARK-SUMMIA Absolventen sind wieder Herr ihrer eigenen Sinne und müssen sich für ihr Handeln verantworten. Die schwarze Maschine sorgt so lange sie in Betrieb ist und so lange sich Sahira in ihrer Nähe aufhält dafür, dass sich ihre Rückwärtsalterung umkehrt. Was in etwa einem Zellaktivator gleichkommt. Wenn sie zu alt wird, schaltet sie die Maschine einfach aus und altert rückwärts. Sie bittet Rhodan um ein Schiff, das sie und die Maschine nach Fornax bringen soll. Bostich nimmt seinen Platz als Imperator wieder ein, während sich die Flotten der USO und der LFT wieder aus Thantur-Lok zurückziehen. Perry muss Mondra beichten, dass ihre Privatyacht vernichtet wurde.

Ich bin ein wenig ratlos, weil ich nicht genau weiß, was ich über den Roman schreiben soll. Einerseits besticht er durch viel Action, coolen Sprüchen und ist durchaus spannend zu lesen. Andererseits jedoch gibt es Passagen, die mich unbefriedigt zurücklassen. Kerlon als Bösewicht, ist gut angedacht. Eine Figur, die mal kein kosmisches Überwesen ist, sondern eine normale Person, die aus niederen Beweggründen handelt. Die Glaubwürdigkeit der Figur scheitert aber, weil der Bruch nicht deutlich genug beschrieben ist. Was passierte mit seinem Charakter? Warum wurde er so? Und vor allen Dingen, warum löst er sich am Ende in Feuer auf? Diese Szene hat sich mir nicht erschlossen. Auch die Frage, was jetzt mit den Arkoniden passiert, die durch ihren Extrasinn gesteuert, getötet und Chaos angerichtet haben, wird nicht tiefgründig genug beleuchtet. Letztendlich können die Personen nichts dafür. Sie waren nur Opfer einer höheren Macht – des archaischen Impuls.

Die Versuche von Marc A. Herren in die Fußstampfen von Michael Marcus Thurner zu treten, um das Innere von Atlans Verstand zu zeigen, waren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Er hätte hier einen anderen Weg gehen müssen, einen eigenen Weg. Denn so hinterlassen die Passagen den faden Nachgeschmack einer minderen Kopie. Die Charakterisierung von Sahira, hat er viel besser und vor allem glaubhafter gelöst. Auch Gucky gefällt mir besser als im Vorgängerroman. Er ist immer noch das witzige Kerlchen, mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und zeigt dennoch die Reife, eines Unsterblichen.

So richtig anfreunden konnte ich mich mit der Lösung des Konfliktes dennoch nicht. Da wurde zu viel in die Trickkiste gegriffen, zu sehr auf die Fähigkeiten von Sahira, Gucky und den Gijahthrakos vertraut. Rhodan hatte am Ende eigentlich nur die Aufgabe die schwarze Maschine zu steuern und die Herrschaft der Extrasinne zu beenden. Selbst in der Konfrontation mit Atlan bekommt er keine Chance, aus eigenem Antrieb eine Veränderung herbeizuführen. Wozu ist er der Held? Was unterscheidet ihn von den Sterblichen, wenn er doch nur mit Hilfe von Zufällen oder anderen Personen einen Unterschied bewirkt? Das ist es, was ich im allgemeinen in vielen Romanen der PERRY RHODAN Serie vermisse.

Zum Stil muss ich auch noch etwas loswerden. Ein Satz, der mir in letzter Zeit häufiger in PERRY RHODAN Romane aufgefallen ist: »… zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen.« Das mag vielleicht weniger Klischee sein als, »… hatte einen Fluch auf den Lippen.«, aber so richtig toll finde ich ihn nicht und wäre froh darum, sowas in nächster Zeit auch nicht mehr lesen zu müssen. Stutzig geworden, bin ich auch bei folgenden Worten: »Der Extrasinn verzichtete auf eine Replik.« Das mag korrekt sein, ist aber eher ungebräuchlich. Denn mit dem Begriff »Replik« assoziiere ich etwas anderes.

Mein Fazit zum finalen Roman fällt gemischt aus. Die Handlung ist durchaus spannend und gut zu lesen. Allein die Auflösung der Geschichte scheint nicht bis ins Letzte durchdacht.

Zusammenfassend kann ich über die ARKON-Miniserie sagen, dass sie mir weitaus besser gefiel als seinerzeit »STARDUST«. Sie orientierte sich mehr an der Wirklichkeit und weniger am kosmischen Überbau, was ich sehr begrüße. Es gab gute und schwache Romane, wobei die schwachen eher im Mittelteil zu finden waren. Herausragend waren Band 4 von Michael Marcus Thurner, Band 9 von Kai Hirdt und Band 10 von Verena Themsen, die zeigen, wie man mit wenigen Figuren und ohne große Raumschiffschlachten eine außergewöhnliche Geschichte lebendig erzählen kann. Weniger gut fand ich die stereotype Charakteristik der Arkoniden, Mehandor und Aras, die sich im Laufe von 3ooo Jahren zu Beginn der Erstauflage nicht wirklich weiterentwickelt zu haben scheinen. Aber wenn ich mir die Menschheit momentan so ansehe, sehe ich auch bei ihr keine großen Perspektiven für Veränderungen. Da mag das schon in Ordnung gehen.

Enttäuschende Wandlung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 11 – »Auf dem Wandelstern« von Susan Schwartz

Perry Rhodan, Gucky und Sahira erwachen auf einem Planeten, dessen Kruste aus Kristallen besteht. Schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um die Gijahthrakos handelt. Die Wesen fühlen sich von den Drei aber gestört und versuchen die Eindringlinge mit paramentalen Mitteln zum Gehen zu bewegen. Erst als die Kristallwesen Sahira erkennen, lenken sie ein und zeigen Rhodan, Gucky und dem Mädchen den Weg zu Sidhars schwarzer Maschine. Wo sie endlich auf den Urheber des Chaos treffen.

Die Parallelhandlung beschäftigt sich mit den Kristallzwillingen Kassian und Kerlon aus Band 3, von ihrer Geburt bis zu ihrer ARK SUMMIA Prüfung.

Nachdem ich die ersten Kapitel über die Zwillinge gelesen hatte, stellte ich mir ernsthaft die Frage, was ich mit den Informationen an dieser Stelle sollte. Nicht nur, dass die Einschübe die Handlung auf dem Wandelstern einbremsen, sondern vor allem weil doch einer der Zwillinge bereits gestorben war. Wozu muss ich die Geschichte eines Protagonisten kennen, der schon vor acht Bänden aus der Handlung verschwunden ist? Ich hätte es besser gefunden, wenn man das in Band 3 thematisiert hätte. Was an der Stelle viel stimmiger platziert gewesen wäre. Denn so bekam ich mit jedem weiteren Kapitel die dunkle Ahnung, dass das Leben der Zwillinge mir nicht ganz ohne Grund in diesem Roman erzählt wird. Was sich letztlich auch bestätigt hat. Das der scheinbar tote Kerlon der Übeltäter hinter den Geschehnissen ist, war danach keine Überraschung mehr.

Stilistisch liegen zwischen dem Roman von Susan Schwartz und dem von Verena Themsen Welten. Während man bei Band 10 die Sorgfalt und das Herzblut der Autorin in jedem Satz spürt, wirkt »Auf dem Wandelstern« geradezu lieblos. Die beinahe schon Reportagenhafte Form erinnert stark an die Romane der frühen EA. Das fehlende Setting und die auktoriale Perspektive, besonders in der Handlungsebene der Zwillinge, hinterlassen bei mir ein Gefühl von Oberflächlichkeit. Dabei war der Stoff durchaus interessant, wurde jedoch durch zu viele Klischees verwässert.

Aber auch die Handlung auf dem Wandelstern selbst, ist nicht ohne Patzer. Guckys loses Mundwerk passt nicht zur Darstellung des Mausbibers aus der heutigen Zeit. Da vermisse ich stellenweise die Ernsthaftigkeit, die er in der EA und den vergangenen Bänden immer wieder gezeigt hat. Und auch Rhodan verhält sich zuweilen so schroff und abweisend, wie man ihn selten zuvor erlebt hat. Und das ohne zwingenden Grund. Die Diskussion zwischen ihm und Gucky wegen der Fernsteuerung von Sahiras SERUN wirkt zwanghaft lächerlich und hört sich für mich nicht nach Perry Rhodan an.

Das ES mal wieder seine Finger im Spiel hatte, was die Gijahthrakos betrifft, verwundert mich wenig. Aber der Grund, den Kerlon für sein Handeln vorbringt, ist für mich überhaupt nicht schlüssig. Auch nicht das Verhalten der Arkoniden an sich. Sein Extrasinn ließ sich nicht aktivieren, weil er schon aktiv ist und deshalb gilt er nicht als vollwertiger Extrasinnträger. Was ist denn das für eine Logik? Und das er sich an allen ARK SUMMIA Absolventen rächen will und nicht nur an Bostich ist genauso fragwürdig. Um diese Argumentation eindeutig zu begründen, bedarf es einer viel tieferen Charakterisierung.

Der Cliffhanger mit Atlan am Ende verheißt zwar Spannung, aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob mich das Finale der ARKON Miniserie wirklich vom Hocker reißen wird.

Fazit: »Auf dem Wandelstern« ist ein mit viel Routine geschriebener Roman, der eine überraschende Erkenntnis bringen soll, dies aber anhand eines falsch platzierten Plots vergeigt.

Aus Arkons dunkler Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 10 – »Hüter der Gedanken« von Verena Themsen

Auf seiner Reise durch das Portal durchlebt Rhodan das Leben des Kolonialarkoniden Sidhar.
Als Hirtenjunge auf Iprasa vor zehntausenden von Jahren geboren, stößt er während eines Sturms auf eine verlassene Forschungsstation. Mit Hilfe des ehemaligen Forschers Sarro, der den Jungen als Hologramm erscheint, lernt Sidhar längst in Vergessenheit geratenes Wissen. Irgendwann sagt er sich von seinem matriarchalischen Nomaden-Clan los und setzt die Forschungen von Sarro fort. Viele Jahre lebt er als Einzelgänger in der Station, bis er glaubt, dass Rätsel um die Erweiterung des arkonidischen Geistes gelöst zu haben. Doch erst als er sich mit den gestrandeten Gijahthrako verbündet, kommt er wirklich voran. Sein Eifer wächst und er überschreitet moralische Grenzen, benutzt Sterbende als Versuchskaninchen, um seine Ergebnisse zu testen. Doch die Nomaden kommen irgendwann dahinter und fordern von Sidhar die Forschungen aufzugeben, oder sie werden ihn töten. Da unterzieht er sich selbst der schmerzhaften Behandlung. Leider werden bei ihm mehr Sinne aktiviert, die ihn fortan beinahe in den Wahnsinn treiben. Nur mit Hilfe des Gijahthrako Kulekatiim behält er die Oberhand über seinen Verstand. Doch der Selbstversuch bewirkt, dass das Matriarchat der Nomaden Vertrauen gewinnt und ihm Hilfe anbietet. Die junge Laniri sticht durch ihren Ehrgeiz und ihre Hingabe für Sidhar aus der Gruppe seiner Assistenten hervor. Gemeinsam können sie Sidhars Maschine so verbessern, das die Aktivierung des Extrasinns erfolgreich ist, sofern der Proband die Eignungstests bestanden hat. Nach dem Zusammenbruch der Hyperstürme, die das Leben auf Iprasa um Jahrtausende zurückgeworfen hatten, landet ein Schiff von Arkon 1. Laniri, durch ihren aktiviertem Extrasinn arrogant und gefühlskalt geworden, verrät Sidhar und nimmt seine Maschine und seine Forschungen mit nach Arkon 1. Doch Sidhar arbeitet schon längst an einem neuen Projekt. Zusammen mit den paarbegabten Nomadenfrauen und den Gijahthrako bauen sie vier Geoden, die als Pforten zum Wandelstern dienen sollen, der Heimat der Gijahthrako. Dort angekommen aktiviert Sidhar seine Maschine. Sie sorgt dafür, das alle Arkoniden mit aktiviertem Logiksektor von ihren Extrasinnen übernommen werden.

Ich mag die Geschichten von Verena Themsen, weil sie stets sorgfältig ausgearbeitet sind und durch viele fantastische Elemente bestechen. Bei dem vorliegenden Band 10 der ARKON-Reihe ist das nicht anders. Die Arkon-Expertin liefert eine faszinierende Geschichte aus der Vergangenheit Iprasas ab, die nicht nur die Miniserie bereichert, sondern auch eine Erklärung liefert, wie die Arkoniden zu ihren Extrasinnen gekommen sind. Die Geschichte um den unschuldigen Hirtenjungen, der zum fanatischen Wissenschaftler wird, ist mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt. Die Bilder, die die Autorin im Kopf des Lesers entstehen lässt, sind eindringlich und wirken noch lange nach.

Auch wenn ich nicht so gut in der Historie der Arkoniden bewandert bin, hatte ich sehr viel Freude beim Lesen. Die Autorin zeigte mal etwas anderes als Raumschlachten und prügelnde Agenten im Einsatz. Eine gelungene Abwechslung und ein Roman der zu Spekulationen einlädt.
Wer ist noch durch eine der drei Geoden zum Wandelstern gelangt? Und wer hat die Maschine von Sidhar erneut in Betrieb genommen?

Fazit: »Hüter der Gedanken« ist ein lesenswerter Roman, der auch unabhängig von der Miniserie funktioniert und in dem Verena Themsen zeigt, wieviel Hingabe man als Autor in einen Roman stecken kann. Perfekter Plot, perfekt umgesetzt, da könnte man als Hobbyautorin ein bisschen neidisch werden.

Ideenfeuerwerk für Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 9 – »Flotte der Verräter« von Kai Hirdt

Auf Glynth abgesetzt, verläuft Rhodans Plan nicht ganz so stringent, wie von ihm ausgedacht. Sie werden von einer Gruppe Glykoniden festgesetzt und entkommen nur beinahe einem heimtückischen Mordanschlag. Der junge Glynkonide Toracc bringt sie zu Tharc Sanaire in die Oaseninsel des Träumenden Gottes. Erst hier beginnt Rhodan zu begreifen, warum sich die eigentlich freundlichen Bewohner von Glynth so paranoid verhalten. Die Oase wurde von den Arkoniden zerstört, 300 Glynkoniden getötet. Auch sein Wunsch nach einem Raumschiff wird ihm nur widerwillig gewährt. Letztendlich bekommen sie die SINEAN, mit der sie tiefer ins Arkonsystem vordringen. Kurz vor Iprasa werden sie von einem Patrouillenschiff aufgegriffen, dessen philosophierender Kommandant, Rhodan und das Schiff als Abwechslung vom Alltag begrüßt und eine Untersuchung anordnet. Doch dann wird er zu den Kampfverbänden abkommandiert und Gucky kann Rhodan, Sahira und Toracc unbemerkt auf den Planeten teleportieren. Dort wartet schon die nächste Falle.

In der Nebenhandlung geht es um die Schlacht von Arkon. Atlan stellt sich mit seiner Flotte den Arkonidischen Verbänden entgegen. In einer seltsamen Botschaft fordert Imperator Bostich seinen Platz an der Spitze Arkons, den er eigentlich bereits innehat. Osma ter Rey, eine alte Kämpferin, vom Imperator vor Jahren geadelt und ins Flottenkommando berufen, versucht hinter die Gründe des Angriffs zu kommen, um das Imperium vor Schaden zu bewahren. Leider trifft sie die falsche Entscheidung, indem sie einen Trottel zum Kommandanten wählt. (Nun, ihre Auswahl, war auch nicht sehr üppig.). Es kommt zu Kampfhandlungen, als auch noch eine Flotte der USO unter Lordadmiral Monkey im Arkonsystem eintrifft. Erst als die PRÄTORIA der LFT im System erscheint, wird eine Pattsituation herbeigeführt, die die Waffen vorerst zum Schweigen bringt.

Wie bei NEO beweist Kai Hirdt, dass er auch eine komplexe Handlung mit vielen Charakteren gut beherrscht. Mit viel Liebe zum Detail widmet er sich jeder seiner Figuren und erzielt dabei den gleichen Effekt, wie in seinen NEO-Romanen: Ihm gelingt es im Kopf des Lesers einen Film ablaufen zu lassen. Dabei trifft er den philosophierenden Zweimondträger genauso perfekt, wie den überforderten Flottenchef oder den jungen Glynkoniden Toracc. Auch der Figur des Perry Rhodan verleiht er eine zutiefst menschliche Seite, indem er ihn mit Situationen konfrontiert, die ihn mal eine lustige, mal aber auch schmerzhafte Reaktion abverlangen. Mein Favorit ist die Unterhaltung zwischen Toracc und dem Zweimondträger. Die Reflexe der Zuhörer waren einfach grandios.

Die Gesellschaft der Glynkoniden ist nicht ohne Hintergrund geschrieben, da spielen viele aktuelle Probleme unserer Gegenwart hinein. Mir gefiel das, was sicher nicht bei allen Lesern der Fall sein wird. Negativ fiel mir der Bruch zwischen der sehr lustigen Geschichte aus Guckys Autobiographie und der anschließenden Szene in der Insel des Träumenden Gottes auf. Nach einem humorvoll erzählten Abenteuer findet man sich plötzlich zwischen Trümmern und verkohlten Leichen wieder. Den Wechsel fand ich ein wenig zu krass. Dennoch, bei so vielen brillanten Ideen schreitet die Handlung zügig voran und es kommt keine Minute Langeweile auf.

Über die Schilderung der Raumschlacht verliere ich an dieser Stelle keine Worte. Für die Serienhandlung ist und bleibt mir der Angriff von Atlans Flotte nach wie vor ein Rätsel. Warum greift er Arkon an und warum sendet er eine so idiotische Botschaft an das arkonidische Volk. Glaubt er wirklich, er kann diejenigen täuschen, die über keinen aktivieren Extrasinn verfügen? Und wieso mischen sich jetzt sowohl die USO, als auch die LFT-Flotte des Galaktikums in den Konflikt ein. Und warum erst jetzt und nicht schon früher? Vielleicht wären solche Massaker wie auf Glynth verhindert worden. Die Serienhandlung wird immer verworrener, ohne dass sich für mich ein klares Ziel abzeichnet. Das ist auf Dauer schon etwas frustrierend.

Am Ende finden Rhodan, Gucky und Sahira das Portal zum Wandelstern und gehen hindurch. Vielleicht werden auf der anderen Seite ein paar meiner Fragen beantwortet.

Zumindest auf eine Frage aus dem letzten Roman kenne ich nun die Antwort. Es sind also nicht nur ein archaischer Impuls sondern viele archaische Impulse, die an die Extrasinnträger geschickt werden und ihre Handlungen lenken. Das ist mir in den vorrangegangenen Romanen irgendwie nicht bewusst geworden.

Mein Fazit: »Flotte der Verräter« ist eine toll erzählte Geschichte. So muss ein gelungener Roman aussehen. Auch wenn es einige Ansätze im Plot der Serienhandlung gibt, deren Sinn sich mir nicht wirklich erschließen. Noch nicht jedenfalls!

Kreuzfahrt auf Aralon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 8 – »Die Stunde des Smilers« von Michael Marcus Thurner

Perry Rhodan, Gucky, Ronald Tekener und Korrt Moody gelingt die Flucht mit einer Leka-Disk aus der Zusammenballung der Arkon-Flotte. Dabei retten sie mit Guckys Hilfe noch Sahira aus dem Schiff des Ara-Medikers, die auf dem Weg zur ATLANTIS war. Tekener setzt Rhodan, Gucky und Sahira auf Glynth ab und begibt sich mit Moody nach Aralon, um Bostich zu entführen, der dort auf einer schwimmenden Inselklinik behandelt wird.
Unabhängig davon macht sich Shallowain auf den Weg zum selben Ziel. Der Kralasene will seinen Imperator unbedingt schützen und aus dem schädlichen Einflussbereich fortbringen. Sowohl Tekener als auch Shallowain nehmen die Hilfe verbündeter Aras in Anspruch, um auf Aralon zu landen und um auf das Habitat Vits zu gelangen. Während Tekener und sein USO-Kollege fast draufgehen, gerät Shallowain zwischen die Fronten planetenweit agierender Sicherheitsdienste, von denen jeder nach der Macht strebt. Gegen seinen Willen bekommt er eine Aufpasserin an die Seite, die er jedoch ziemlich schnell für sich gewinnen kann.
Zeitversetzt und auf unterschiedliche Weise kommen die Agenten nach Vits. Wo der Wettlauf beginnt, wer zuerst an den Imperator herankommt.
Am Ende müssen Tekener und Shallowain zusammenarbeiten und ihre Kollegen opfern, damit sie Bostich entführen und mit einem Schiff fliehen können. Zusammen, mit dem noch nicht genesenen Imperator verlassen sie den Kugelsternhaufen. Nach einem Tag im Linearraum verkündet der Medoroboter, das Bostich ohne bleibenden Schaden überleben wird.

Der Autor ist dafür bekannt, dass er seine Protagonisten nicht schont. Das stellt er in dem Roman wieder eindrucksvoll unter Beweis. Sowohl Tekener als auch Shallowain sind knallhart, wenn es darum geht, ihren Einsatz erfolgreich durchzuziehen. Da gehört das bewusste Opfern von Kollegen genauso dazu wie die Kollateralschäden, die durch den Einsatz entstehen. Mittendrin sah es fast so aus, als würde das ganze Habitat mit den 5000 Personen an Bord dem Untergang geweiht sein. Er stellt sehr glaubhaft dar, mit welcher Rücksichtslosigkeit die USO vorgeht und wirft damit einen Blick auf ein durchaus dunkles Kapitel der »galaktischen Feuerwehr«.

Das Michael Marcus Thurner zu den PR-Autoren mit der größten Fantasie zählt, wird anhand der vielen kleinen Einfälle deutlich, wie dem »Schling-mich« – einer zopfflechtenden Haarspange – oder den Freizeitaktivitäten an Bord des Habitats, das eigentlich eine Persiflage auf Kreuzfahrtschiffe ist. Großartig auch seine Ideen zu den medizinischen Behandlungen, die im Roman einen großen Raum einnehmen und fast schon als visionär zu bezeichnen sind.

Doch so gut wie Band 4 hat mir »Die Stunde des Smilers« nicht gefallen. Obwohl sehr spannend geschrieben, fehlte mir stellenweise das Setting. Es heißt, die Kunst beim Schreiben besteht im Weglassen. Der Autor beherrschte das in Band 4 sehr gut, doch dieses Mal hat er meiner Meinung nach, zu oft zu viel weggelassen. Es blieben Lücken in meiner Vorstellung. Was noch gravierender an dem Roman ist, er bleibt dem Leser einige wichtige Antworten schuldig. Wie kam Tekener auf die ATLANTIS? Warum müssen alle USO-Agenten auf Aralon ihre Identität aufgeben, um Tekener zu retten? Vieles was die Serienhandlung betraf, blieb offen. Persönlich hätte ich lieber gewusst, wie es mit Rhodan, Gucky und Sahira weitergeht, anstatt ein erneutes, zweifellos spannendes, Abenteuer mit Tekener zu erleben. Ich glaube ja, dass sich Exposé-Autor Marc A. Herren zu sehr auf die Wünsche jener Leser konzentriert hat, die Tekeners Tod in der Erstauflage noch nicht verdaut haben. Damit läuft er aber Gefahr die Serienhandlung in eine falsche Richtung zu lenken. Nun, wir werden sehen, ob und wie er die Kurve kriegt.

Die wichtigste Frage stellte sich mir am Ende: Warum ist Bostich von den Auswirkungen des Impuls geheilt, nur weil er von M13 weggebracht wurde? Die programmierte Schutzschaltung des Extrasinns, bewirkte war eine Gehirnblutung, aber nicht seinen Tod. Da der Impuls anscheinend ein einmaliger Vorgang war und kein andauernder Effekt, wie Strahlung oder ähnliches. Wie kann das Verlassen von M13 dazu führen, Bostich zu »heilen«? Das wäre dann doch ein bisschen zu einfach.

Fazit: Wer spannende Agentengeschichten mit vielen phantastischen Ideen mag, sollte »Die Stunde des Smilers« unbedingt lesen. Michael Marcus Thurner bringt die Serienhandlung wieder einen Schritt voran, wobei der Weg, wohin sich die Geschichte entwickelt, noch nicht festzustehen scheint. Es sind ja auch noch vier Bände. Lassen wir uns überraschen.

Ambivalenter Heiler

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PERRY RHODAN ARKON Band 7 – »Welt der Mediker« von Björn Berenz

Kaum glaubt sich Perry Rhodan auf der ATLANTIS in Sicherheit, schickt ein heimtückischer Angriff ihn und die Besatzung ins Reich der Träume. Wieder erwacht, stellen sie fest, dass Sahira entführt wurde. Die ATLANTIS folgt fremdbestimmt einem Kurs zu einem Sammelpunkt in der Nähe des Arkon-Systems. Dort wartet die riesige Flotte des unbekannten Feindes, dem sie auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein scheinen.
Indes erwacht Sahira auf Aralon, der Heimatwelt der galaktischen Mediziner. Der Mantar-Heiler Aspartamin will im Auftrag von Imperator Bostich endlich hinter ihr Geheimnis kommen. Doch er hat nicht mit Goloshir gerechnet. Der ehrgeizige Ara Mediker will die Situation nutzen, um seiner ins Stocken geratenen Karriere einen Schub zu geben.

Der Autor Björn Berenz ist für mich kein Unbekannter. Ich kenne ihn durch seinem humoristischen Roman »FKK im Streichelzoo«, den ich an dieser Stelle noch besprechen werde. Dass das Schreiben eines PERRY RHODAN Romans eine ganz andere Nummer ist, merkt man dem »Jungautor« durchaus an. Der Roman liest sich flüssig, hält sich stilistisch aber oftmals zu eng an die Regeln, was mich die Leichtigkeit aus seinem »Streichelzoo-Roman« vermissen lässt. Er geht sehr ambitioniert vor und versucht mit viel Action Spannung zu erzeugen. Das gelingt ihm zwar, geht aber zu oft auf Kosten der Logik. Bei der Anwendung überzogener Spannungselemente ist es wichtig, das sie sich logisch in die Handlung einfügen. So ist die Flucht Goloshirs mit Sahira in der Leka-Disk gegen Ende eine Aneinanderreihung von Unmöglichkeiten. Wenn die Arkoniden schon ein Startverbot verhängen, tun sie das aus einem bestimmten Grund, der leider hier nicht genannt wird. Wahrscheinlich war Bostich auf der Suche nach Sahira oder Apartamin. Das sie nur auf Grund der Aussage, das Schiff stünde unter Quarantäne, den Mediker ohne Überprüfung fliegen zu lassen, ist genauso unlogisch, wie die Tatsache, dass die Positronik der Leka-Disk überhaupt erst den Start erlaubte.

Besonders auffällig, während der hektischen Actionszenen fehlten wichtige Details oder gingen in dem Drunter und Drüber verloren. So fragte ich mich nach dem Kampf Goloshirs mit Aspartamin: wo ist Sahira, steckt sie immer noch mit dem Mantra-Heiler in der Rotunde? Dafür gab es an anderer Stelle Informationen, die ich als Leser schon aus den vergangenen Romanen hatte. Sahiras Lebensgeschichte und ihr Tanz mit den Nocturnen war schlicht Infodump.

Auch die Charakterisierung von Goloshir erschien mir etwas unglücklich. Anfangs wird er als skrupelloser Ehrgeizling gezeigt, der die eigenen Kollegen als Versuchskaninchen benutzt. Dann zeigt er sich Sahira plötzlich sehr einfühlsam und menschlich, um sie am Ende plötzlich wieder für seine eigenen Zwecke einzuspannen. Die Gefühlskälte und Skrupellosigkeit die er Aspartamin vorwirft, trägt er selbst in sich. Die Ambivalenz, die der Autor wahrscheinlich zeigen wollte, kam leider nicht glaubhaft rüber.

Ebenfalls zweifelhaft ist die Situation auf der ATLANTIS. Da wird einfach so die Besatzung narkotisiert, Sahira entführt und die Positronik gesperrt. Keiner der Experten kann irgendetwas daran ändern und niemand hat eine Idee, wer es gewesen sein könnte. Wie sind die Entführer an Bord gekommen? Gibt es keine Backupsysteme, die unabhängig von der Positronik sind? Und überhaupt, wie kommt Tekener auf die ATLANTIS. Da wurde zu wenig erklärt und es bleiben zu viele Fragen offen. Was bezweckt Atlan mit der Einnahme des Arkon-Systems, wenn er doch mit Bostich unter einer Decke steckt? Bekämpfen sich die Extrasinne jetzt gegenseitig? Das wäre für den Unbekannten, der hinter dem Impuls steckt, sicher nicht erstrebenswert.

Fazit: Ein flüssig zu lesender Roman mit zu vielen Plotholes und Unwägbarkeiten. Ein gutes Beispiel dafür, dass perfekter Schreibstil und Spannung keine Garanten für einen guten Roman sind. Sondern das es gerade Individualität und die kleinen Details sind, die über die Qualität eines Romans entscheiden. Das macht »Welt der Mediker« in meinen Augen zum bisher schwächste Roman der Serie.

Noch eine persönliche Bemerkung zu Goloshir. Da mich der Name des Aras sehr stark an Gholdorodyn erinnerte, hatte ich beim Lesen immer das Bild des Keloskers vor Augen. Das war echt verstörend.

Geheimnis zwischen Trümmern

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 6 – »Unternehmen Archetz« von Dennis Matthias und Marc A. Herren

Ein ausgestoßener Mehandor, ein undurchschaubaren Arkonide und zwei USO-Agenten jagen einem geheimnisvollen Artefakt hinterher, jeder aus einem anderen Bewegrund und mit verschiedenem Ziel. Während einer Geld und der andere Macht im Sinn hat, steht bei Tekener sein Auftrag im Vordergrund. Er ist Imperator Bostich auf der Spur, der zusammen mit zwei Mehandor in der Trümmerwüste Badchat auf Archetz unterwegs ist. Davor muss er jedoch mit dem arkonidischen Positronikspezialisten Ro’ol, bei einem Brettspiel um sein Leben kämpfen. Und auch Sverlon steht unter Druck. Der Sippenlose Mehandor scheint Ärger regelrecht anzuziehen. Sein Wunsch nach Geld und einem Raumschiff, um von dem verhassten Planeten zu verschwinden, rückt in greifbare Nähe, als ein seltsamer Arkonide seine Hilfe anfordert. Sverlon soll Kontakt zu den Trümmerhändlern auf der Oberfläche aufnehmen, die sie zu einem uralten Artefakt führen können.

Was das Titelbild verspricht, bekommt man als Leser eins zu eins geliefert – spannende Action. Doch im Gegensatz zum vorangegangenen Roman kommt sie glaubhaft, nachvollziehbar und abwechslungsreich herüber, ohne klischeebelastet oder parodistisch zu sein. In mehreren miteinander verknüpften Handlungssträngen, erzählen die beiden Autoren eine rasante Geschichte in deren Mittelpunkt die Aufklärungsmission Ronald Tekeners auf der Hauptwelt der galaktischen Händler steht.

Allein die Szenen mit dem Positioniker Ro’ol fand ich überzogen und deplatziert, wenn auch unterhaltsam, bedienen sie zu viele Klischees. Und das ein Mann wie Tekener so leichtsinnig agiert … da es aber der einzige Schwachpunkt in diesem fulminanten Roman ist, lässt sich das verschmerzen. Interessant ist die Charakterisierung von Mehandor Sverlon. Schon seine erste Szene in dem einschlägigen »Etablissement« ist grandios erzählt. Dagegen wirkt Ronald Tekener in der Figurenzeichnung fast schon etwas blass. Da gefiel er mir in Band 5 besser.

Der Roman sticht vor allem durch seine Vielseitigkeit heraus. Die ausgefallenen Schauplätze, vor allem die Trümmerwüste an der Oberfläche, faszinieren. Außerdem bekommt man jede Menge Informationsschnipsel geliefert. Die Handlung ist dicht, ohne überstürzt zu wirken und endet mit einer Überraschung. Das Geheimnis entpuppt sich als Portal zur Welt Iprasa, Heimat der Raumnomaden, vielleicht sogar in deren Vergangenheit. Leider wird es am Ende aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen von den Trümmerhändlern zerstört. Die eigentlich auch herausfinden wollten, was es damit auf sich hat.

Fazit: Die beiden Autoren haben mit »Unternehmen Archetz« einen handfesten, wenn auch nicht originellen Roman geliefert, der die Handlung der Miniserie zumindest einen kleinen Schritt voran gebracht hat. Die Geschichte hat mich zumindest so gefesselt, dass ich beinahe meine Haltestelle verpasste und das muss ein Roman erst einmal schaffen.

Eine Glock für Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 5 – »Der Smiler und der Hund« von Gerry Haynaly

Zwei Agenten unterschiedlicher Geheimdienste auf der Suche nach der Wahrheit, so könnten man den fünften Teil der Arkon Miniserie umschreiben, der Ronald Tekener und den Kralasenen Shallowain in den Mittelpunkt stellt.

Während Tekener von USO-Chef Monkey nach Thantur-Lok geschickt wird, um nachzuforschen, was es mit dem Impuls auf sich hat und warum sich Imperator Bostich und andere Arkoniden so seltsam benehmen, findet sich Shallowain in einer weitaus verzwickteren Situation. Es sieht so aus, als habe Bostich höchstselbst, seine Leibgarde ermorden lassen. Nur Shallowain und seine Kollegin Jaga können glücklicherweise entkommen. Das deutet daraufhin, dass der Imperator unter allen Umständen vermeiden möchte, dass die Veränderungen seines Charakters von engen Vertrauten wahrgenommen und seine Handlungen in Frage gestellt werden. Sowohl Tekener, als auch Shallowain sind auf der Spur eines arkonidischen Adligen, der mehr zu den Hintergründen verraten könnte, doch der sitzt in einem Gefängnis. Aber auch Jaga hat ein Interesse daran, die Befragung des Arkoniden zu verhindern.

Die klassische Agentengeschichte von Gerry Hanayly erinnert an einschlägige James Bond- oder Actionfilme. Es gibt sogar einen weiblichen »Q«. Die Actionszenen folgen Schlag auf Schlag, wirken aber vor allem im letzten Drittel konstruiert und überhastet. Während einerseits der Autor anfangs versucht zu erklären, warum manche Kampfszene in Filmen unglaubwürdig erscheint, begeht er andererseits am Ende selbst die Fehler, die er zuvor angesprochen hat.
Die Figurenzeichnungen wirken stimmig, auch wenn ich beide Charaktere noch nicht kannte. Die Protagonisten verfügen über unterschiedliche Ausbildungen und haben einen völlig anderen Hintergrund, sind sich in ihrer Denkweise aber sehr ähnlich. Manche Dialoge kamen etwas gestelzt daher.
Gestört haben mich insbesondere die Mittel, mit denen beide Helden in den Kampf ziehen. Das war mir zu nah am Jetzt. Wenn ich »Nachtsichtgeräte« und »Infusionsnadeln« lese, stellen sich mir regelmäßig die Nackenhaare auf. Es kann doch nicht so schwer sein, einen anderen, futuristischeren Namen für diese Dinge zu finden. Und ich bezweifle ernsthaft, dass in dreitausend Jahren noch jemand weiß, was eine »Glock« ist. Auch manch ein Setting (Gefängnis) war mir nicht glaubhaft genug beschrieben, um auf einer fremden Welt im Jahr 5000 zu spielen.

Wer auf Agenten und Action steht, wird mit diesem Roman seinen Spaß haben. Mir persönlich war das geballte Hintereinander von Kampf, Flucht und Verfolgung ab der Hälfte des Romans zu üppig. Außerdem waren zu viele Bilder aus bekannten Filmen entliehen, als dass mir die Geschichte eine neue phantastische Welt gezeigt hätte. Das hektische »Schlag auf Schlag« erzeugte bei mir ein zunehmendes Unwohlsein. Mir fehlten Momente der Ruhe und Besinnung und mir fehlte vor allem eines, Informationen zum Fortgang der Serienhandlung. Der Satz im Abspann: »Der gemeinsame Einsatz von Ronald Tekener und Shallowain hat wichtige Hintergrundinformationen geliefert« brachte mich zu einem sarkastischen Lachen. Welche wichtigen Hintergrundinformationen, bitte? Außer dem Begriff »ARK-SUMMIA-Bewegung« gab es nichts neues, was die Umstände in Thantur-Lok erklärt hätte. Und was nicht auch schon die vorangegangenen Romane erläutert hätten.

Nein, mich konnte der Autor mit dem Roman so gar nicht überzeugen. Nach dem fulminanten Band 4 wirkte »Der Smiler und der Hund« wie eine Parodie auf Bond-Filme. Die Geschichte mag handwerklich gut geschrieben sein, kommt aber nicht annähernd an die intuitive Art des phantastischen Erzählens der anderen Autoren der Miniserie heran. Und vor allem lieferte sie kaum Informationen zur Handlung. Selbst das Titelbild ist da Geschmacksache.

Gedankenpalast

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-ARKON Band 4 – »Palast der Gedanken« von Michael Marcus Thurner

Ich habe PERRY RHODAN-ARKON in den letzten Wochen arg vernachlässigt. Das hatte viele Gründe, der Hauptgrund war mein eigener Roman, der mir wenig Zeit gelassen hat. Und so stapelten sich die ARKON Romane auf meinem Schreibtisch, bis ich jetzt endlich dazukomme diesen Stapel abzuarbeiten. Ich hoffe Exposé-Autor Marc A. Herren wird mir verzeihen, dass ich mich seiner Miniserie erst so spät widme.

Band 4 stammt aus der Feder von Michael Marcus Thurner. Zugegeben, ich hatte so meine Bedenken. Ohne Frage, der Österreicher ist ein hervorragender Autor. Nur konnte ich persönlich mit seinen Romanen für die EA bisher wenig anfangen. Mir sind seine oftmals überdrehten Ideen zu abgehoben. Ich bin mir sicher, dass es sehr viele Leser gibt, die genau das lesen wollen. Das ist, wie gesagt, eine persönliche Empfindung und ich versuche mich weitgehend in meinem Urteil davon nicht beeinflussen zu lassen.

Thornton da Ariga ist das Oberhaupt eines unbedeutenden Khasurns im Arkonidischen Imperium. Er fühlt sich zu Höherem berufen und um seinen Titel gebracht, weil man seine Großmutter – Imperatrice des Kristallimperiums – einst tötete und ihm damit die Nachfolge verwehrte. Seit Jahrzehnten plant Thornton seine Rückkehr an die Spitze des Arkonidischen Imperiums. Dazu ist ihm jedes Mittel recht, auch das Züchten von Töchtern, die er als willige Werkzeuge einsetzt. Als die GOS’MIRTAN unter der Führung von Atlan ins Ariga-System eindringt, um Thornton im Namen von Imperator Bostich I. zur Räson zu bringen, sterben viele seiner Untergebenen in einer grausamen Schlacht. Aber selbst die augenscheinliche Überlegenheit Atlans hindert Thornton nicht daran, an seinem Plan zu zweifeln. Erst einer seiner Töchter gelingt es, den verrückten Vater aufzuhalten, bevor das Raumschiff das ganze System vernichtet.
Derweil hat der arkonidische Funker Locust da Adnan (Wie kommt man eigentlich auf solche geniale Namen?) Probleme ganz anderer Art. Er diente einst auf den Schiffen der LFT und kehrte später in die Heimat zurück. Nun tut er Dienst auf der GOS’MIRTAN, die einen neuen Kommandanten – Atlan – erhalten hat. Locust ist der einzige an Bord, der den Arkoniden gut genug kennt, um zu begreifen, dass dieser sich ziemlich seltsam verhält. Ein Wissen, das nicht nur sein Leben bedroht. Denn Atlan ist drauf und dran, das Ariga-System in Schutt und Asche zu legen.
Der größte Teil der Geschichte spielt sich jedoch in Atlans Kopf ab. Der Extrasinn des Unsterblichen hat sich durch den Impuls von ihm gelöst und die Führung übernommen. Atlans Bewusstsein ist auf die Rolle eines Beobachters beschränkt. Er wandelt in seinem Gedächtnis wie in den Mauern eines riesigen Palast. In jedem Raum findet er Dinge, die zu seinen Erinnerungen gehören. Er versucht die Kontrolle über seinen Körper zurückzuerlangen, was ihm auch kurzzeitig gelingt, aber weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Der Extrasinn zerstört den Palast und damit Atlans Erinnerungen, bis er nur noch als verwirrter Geist in einer windschiefen Holzhütte zurückbleibt.

Mit »Palast der Gedanken« hat mich der Autor komplett umgehauen. Das war grandios geschriebene Unterhaltung. Angefangen vom Aufbau über die drei Handlungsebenen bis zu den faszinierenden Details wie der sprechenden »Kaffeekanne« hat mich der Roman rundum überzeugt. Die Figurenentwicklung sowohl von Atlan, als auch von Thornton da Ariga war geschickt inszeniert. Thorntons Verrücktheit entblättert sich erst nach und nach. Seine Selbstüberschätzung ist so perfekt getarnt, dass man auch als Leser erst sehr spät darauf kommt, wie abwegig seine Pläne eigentlich sind. Und Atlans innerer Kampf gegen den Extrasinn in Gestalt einer schönen Frau ist mit viel Fantasie und Liebe zum Detail erzählt. Allein wegen der vielen mühevoll recherchierten Anspielungen auf Geschehnisse aus seinen über 23.000 Lebensjahren muss man dem Autor Tribut zollen. Die Geschichte passt nicht nur stimmig in die Rahmenhandlung der Serie, sondern liefert eine Erklärung für das sonderbare Verhalten der ARK SUMMIA Absolventen.

Fazit: Michael Marcus Thurner liefert mit Band 4, den bisher besten Roman der Miniserie ab. Und zeigt damit nicht nur, was für ein toller Autor er ist, sondern auch, dass das Konzept der Miniserie aufzugehen scheint. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.