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Der »Bad Cop« kommt

Die Fans werden sich freuen, David Rott demnächst auf dem Bildschirm zu sehen. Lange genug hat es gedauert, den Schauspieler mal wieder in einer neuen Rolle zu bestaunen zu dürfen.

Die Serie »Bad Cop – kriminell gut« läuft ab Donnerstagabend bei RTL und handelt von Zwillingsbrüdern, von denen einer Polizist und der andere ein Gauner ist. Durch ein Verbrechen wird der Polizist getötet. Sein krimineller Bruder muss an seine Stelle treten, um den Täter zu fassen.

Das klingt spannend, mal sehen was RTL aus der Idee gemacht hat und ob wir mehr als die vier angekündigten Folgen zu sehen bekommen.

Auf der Hompage von RTL gibt es noch weiter Informationen unteranderem auch ein Video, in dem David Rott selbst erklärt, um was es geht.

Hier ist schon mal der Trailer:

Mädchensorgen

Quelle: Amazon

Eigentlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe des Films »Freche Mädchen«. Zum einen, weil ich gut dreißig Jahre zu alt bin und zum anderen, weil ich in der Schule nie frech war. Aber der Streifen von 2008 hat mir dennoch viel Spaß bereitet.

Es geht um drei beste Freundinnen, die zusammen in eine Klasse gehen. Die drei fünfzehnjährigen haben allerlei Probleme mit der Schule, dem Elternhaus und natürlich mit Jungs. Mila, die Hauptfigur lebt bei ihrer chaotischen Mutter (genial besetzt mit Anke Engelke) und muss mit ansehen, wie sich ihre Freundinnen nacheinander verlieben, während sie mit den pickeligen Jungs von der Schule nichts anfangen kann. Bis plötzlich Pit Winter (David Rott) vor ihr steht, und sie sich unsterblich in diesen Traummann verliebt. Dumm nur, dass er der neue Referendar der Klasse ist und auf einer Elternversammlung mit ihrer Mutter anbändelt …

Der Familienfilm hält neben lustigen Dialogen und einem ins Ohr gehenden Soundtrack viele schöne Szenen bereit. Mit viel Witz und Gefühl schildert er die Sorgen und Nöte von Teenagern in den Zweitausendern. Das ist auch für Menschen jenseits der Dreißig durchaus unterhaltsam, weil man sich an die eigene Jugend zurückerinnert. Eine Augenweide ist David Rott als smarter Referendar, der sich als totaler Langweiler entpuppt und am Ende von Mila bloßgestellt wird. Toll gespielt ist seine Verwandlung in einen kauzigen Greis, der aus den Lehrbüchern diktiert.

Die restliche Besetzung liest sich wie das WhoisWho der deutschen Comedyszene, denn mit von der Partie sind neben Anke Engelke, Piet Klocke, Michael Kessler, Armin Rohde und Christian Tramitz. Überzeugend spielen auch die jungen Darstellerinnen, allen voran Emilia Schüle als Mila.

»Freche Mädchen« basiert auf Romanen von Bianka Minte-König aus der Bücherreihe »Freche Mädchen – freche Bücher« und ist ein schöner Film für einen ruhigen Fernsehabend. Immer möchte ich solche Filme nicht sehen, dafür sind sie mir zu seicht, aber hin und wieder darf man sich das leisten.

Was ich besonders bemerkenswert finde ist, dass die Autorin erst mit 49 Jahren anfing Kinder- und Jugendbücher zu schreiben und erst dann richtig erfolgreich wurde.

Der Kriminalist ermittelt

Quelle: Kino.de

»Todgeweiht« – So hieß die Folge von der Kriminalist, die ich mir am Samstag angesehen habe. Sie lief vor ein paar Wochen im ZDF und ist derzeit noch in der Mediathek. David Rott spielt darin einen SEK Beamten, der sich am Ende als Täter herausstellt. In Ausschnitten hatte ich die Episode bereits auf YouTube gesehen und wollte sie mir in ganzer Länge anschauen.

Ich schicke voraus, dass ich die Serie mit Christian Berkel in der Hauptrolle nicht kenne. Aber das ist auch nicht Vorraussetzung. Die Handlung folgt dem gängigen Muster eines Krimis und die Nebenfiguren bleiben ziemlich blass. Das einzig Spannende war, dass es diesmal einer der Guten war, der zum Mörder wurde. David Rott spielte wieder mal souverän den Täter, dem man das Motiv sogar abnahm. Es blieb das einzige Highlight der Episode.

Zusammenfassend kann man sagen: ein bisschen Psychologie, ein paar Klischees über Schwule, ein Ermittler der seinen Instinkten folgt und eine Polizeichefin, die so nervt, dass es schon unglaubwürdig ist. Wenn es bei der deutschen Kriminalpolizei solches Führungspersonal geben würde, wäre die Aufklärungsrate wohl unterirdisch.

Fazit: für Krimifans sicher spannend, für David Rott-Fans sowieso. Das Video zur Episode ist auf der ZDF-Mediathek noch bis zum 14.10.2017 verfügbar.

30 Jahre Rebellion?

Quelle: WDR.de

Auf Dienstag den 16.5. freute ich mich seit Wochen. Denn für den Abend war auf dem WDR der Film »Die letzten 30 Jahre« mit David Rott angekündigt. Dieser Streifen fehlte noch in meiner »Sammlung«. Ich war gespannt, denn die Ausschnitte, die man bei YouTube sehen konnte, versprachen spannende Unterhaltung. Und in der Tat erfüllte der Spielfilm alle Erwartungen, die man als Fan von einem Film mit David Rott hat. Er raucht, ist nackt zu sehen (zumindest von hinten) und liegt mit einer schönen Frau im Bett …

Doch Scherz beiseite. »Die letzten 30 Jahre« zeigen einen spannenden Abriss zweier Leben, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite das Mädchen Resa aus der bayrischen Provinz, dass 1974 in München Jura studieren möchte und sich dort in den Revoluzzer Oskar verliebt. Doch Oskar sind Beziehungen nicht wichtig. Er will die Welt retten und mit seinen »Roten Zellen« die Revolution planen. Aus lauter Liebe beschäftigt sich Resa sogar mit marxistischen Ideologien, die ihr später den Weg an die Spitze kosten. Denn als sie nach fünf Jahren mit einem Einser im Staatsexamen sich für einen Richterposten interessiert, erhält sie Berufsverbot. Zu dem Zeitpunkt taucht auch Oskar wieder auf. Er ist einer der Protestanten, die gegen die Startbahn West kämpfen und fordert Resas Hilfe an. Sie holt ihn aus dem Gefängnis und verliebt zum zweiten Mal. Trotz Oskars Abneigung gegen Familie, ziehen sie zusammen, bis Oskar plötzlich über Nacht verschwindet. Zurück bleibt die schwangere Resa. Sie entscheidet sich gegen das Kind und für ihre Karriere als Anwältin. Erst 20 Jahre später sehen sich Oskar und Resa wieder. Er hat die Revolution verraten und sein Heil in der Politik gesucht. Lebt brav mit Frau und Kindern in einem Einfamilienhaus. Resa ist entsetzt darüber, dass Oskar die Seiten gewechselt hat und sie sich jetzt als Gegner gegenüberstehen. Oskar dagegen umgarnt sie und versucht sie zurückzubekommen, doch Resa hat sich zu einer starken unabhängigen Frau entwickelt, die sich von Oskars Charme nicht blenden lässt.

Der Hauptstar in diesem Film ist eindeutig Rosalie Thomass, die selbst einen David Rott erblassen lässt. Ihre Darstellung der Resa hat sehr viel Natürliches. David Rott punktet dagegen mit einem ungewöhnlichen Aussehen. Langhaarig und mit Vollbart, entsagt er der üblichen Schönlingrolle und gibt den aufmüpfigen Revolutionär mit großer Lässigkeit, kann aber auch die Unsicherheit des Charakters treffend herausarbeiten. Allein in der Beziehung zwischen Oskar und seinen Eltern erklärt sich viel.

Im letzten Drittel des Films übernehmen Barbara Auer und August Zirner die Rollen von Resa und Oskar. Während man Barbara Auer, die Resa sofort abnimmt, hatte ich erhebliche Probleme in dem biederen und viel zu alten August Zirner den gealterten Oskar zu erkennen. Da stimmte ja nicht mal die Augenfarbe. Vielleicht war ich deshalb nicht so richtig betroffen von der Wandlung des Charakters. Das aus dem wilden Hippie ein kleinbürgerlicher Egoist geworden war, nahm ich dem Darsteller zu keiner Zeit ab. Und über das jähe und ziemlich unbefriedigende Ende des Films, ärgere ich mich noch heute, eine Woche später.

Fazit: »Die letzten 30 Jahre« ist ein Film über eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Er beleuchtet die Gesellschaft der 70er bis 00er Jahre in Westdeutschland, ohne in Klischees zu verfallen, sondern spricht aus seinen Charakteren. Doch am Ende bleibt der Film ohne Botschaft und hinterlässt somit einen enttäuschenden Eindruck, der er nicht verdient hat.

Der David-Rott-Effekt

Statistik

Ich finde es höchst faszinierend.

Seitdem im Fernsehen wieder die »Spezialisten – Im Namen der Opfer« laufen, verzeichnet mein Blog Mittwochs höhere Besucherzahlen als sonst. Das liegt weniger daran, dass ich im vergangenen Jahr über die Folgen der Spezialisten gebloggt habe, sondern es hat ganz eindeutig mit dem Schauspieler David Rott zu tun. Das ist nämlich die meistgeklickteste Kategorie in meinem Blog. Mit etwas Abstand folgt Perry Rhodan.

So kann ich zum Beispiel der Statistik entnehmen, ob wieder ein Film mit David Rott im Fernsehen lief, weil meist einige Besucher gezählt werden. Gestern gab es einen neuen Rekord. Das ZDF wiederholt die Folgen der 1. Staffel der »Spezialisten«, in der David Rott Hauptkommissar Mirko Kiefer spielte. Das führte zu einem richtigen Besucheransturm auf meine Seite (siehe Grafik).

Da wird es Zeit, mal wieder einen Film mit dem talentierten Schauspieler zu besprechen. Leider hat er im vergangenen Jahr wenig gedreht. Das wird sich dieses Jahr ändern, denn David Rott steht gerade für eine neue RTL-Serie vor der Kamera. Dort spielt er einen Kriminellen, der in die Rolle eines Polizisten schlüpft. Das hört sich spannend an und einige Produktionen von RTL haben mich in den letzten Jahren durchaus überzeugt.

Nächsten Dienstag läuft aber erst einmal »Die letzten 30 Jahre« auf dem WDR. Diesen Film kenne ich selbst auch noch nicht und ich bin schon sehr neugierig David Rott als Hippie zu erleben. Darüber werde ich dann selbstverständlich an dieser Stelle berichten.

Reload der Spezialisten

Gestern fiel im ZDF der Startschuss zur zweiten Staffel der Spezialisten. Nachdem ich die Krimiserie Die Spezialisten – Im Namen der Opfer im vergangenen Jahr verfolgt habe, werden sich einige wundern, warum ich nichts über die zweite Staffel schreibe. Das hat im Großen und Ganzen damit zu tun, das David Rott als Hauptkommissar Mirko Kiefer nicht mehr dabei ist. Da ich mit Krimis und dergleichen ohnehin nicht viel am Hut habe und mich auch nicht jede Folge der ersten Staffel überzeugt hat, werde ich mir die zweite Staffel wohl nicht ansehen.

Warum und weshalb David Rott aus der Serie ausgestiegen ist, darüber könnte man spekulieren. Von offizieller Seite hieß es, dass es sich nicht mit seinen Plänen vereinbaren ließ. Nur war der Mime im vergangenen Jahr gerade mal an einer TV-Produktion beteiligt, nach Vollbeschäftigung klingt das nicht. Aber vielleicht hat er Theater gespielt, wo er eigentlich herkommt. Ich weiß es nicht, finde es jedoch schade, ihn nicht mehr regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Auch wenn er sein Potential in der Krimiserie nicht voll ausschöpfen konnte. Leider. Überzeugt hat mich das Zusammenspiel mit Valeri Niehaus, die beiden passten gut zusammen. Und wenn man sie nicht gleich so früh in der Serie zusammengebracht hätte, wäre die Beziehungskiste ein überzeugender Spannungsbogen geworden. Aber nun ja. Vielleicht klappt es ja mit Mirkos Nachfolger, gespielt von Matthias Weidenhöfer. Ich wünsche der Produktion alles Gute.

Bergdoktor zwischen Yuppies und Akkupunktur

Quelle: ARD

Lange mussten die Fans von David Rott warten, um ihren Liebling in einer neuen Filmproduktion bewundern zu können. Nach dem Ende der ersten Staffel der Spezialisten sind einige Monate ins Land gegangen, in denen es ziemlich ruhig um den Star war. Soweit mir bekannt ist, zählt »Arzt mit Nebenwirkungen« zu den wenigen Projekten die David Rott 2016 gedreht hat. Vielleicht liegt es an zu schlechten Drehbüchern … man weiß es nicht.

Aber auch die von der Degeto produzierte »Liebeskomödie« ist fern von qualitativ hochwertigen Produktionen wie »Spiegel-Affäre« oder »Julia und der Offizier«, in denen der Mime in den vergangenen Jahren brillierte. Zu sehr erinnerte die Geschichte an die ZDF-Produktion »Der Doc und die Hexe«.

Arzt Fabian fühlt sich als Basejumper in der Luft wohler, als in der Praxis des Vaters, der vor drei Jahren verunglückte. Nach einem Motorradunfall (vorm Altar einer Kirche) beobachtet er außerhalb seines Körpers schwebend, wie die Ärztin Janne ihn mit Akkupunkturnadeln stabilisiert. Wegen seiner Schulterverletzung verbockt er daraufhin einen wichtigen Termin mit einem Sponsor und auch in seiner Praxis könnte er Hilfe brauchen. Da bittet er Janne, ihn in zu vertreten. Doch die unstete Ärztin und Verfechterin der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) weiß selbst nicht so genau, was sie will. Fabian muss sich entscheiden, wo er seine Zukunft sieht, als Basejumper oder Hausarzt. Eine Entscheidung, die ihm durch seinen Freund und Manager Sven, seine Mutter und Janne nicht einfach gemacht wird.

Die Unstimmigkeiten in diesem Film schmählern das Seherlebnis. Begonnen mit der Arztpraxis, die so mondän aussieht, wie die Praxis eines Schönheitschirurgen, aber nicht wie die eines Hausarztes. Mag ja sein, das Arztpraxen am Tegernsee (hier wurde der Film gedreht) tatsächlich so aussehen, aber dafür passte das gezeigt Klientel nicht. Die Behandlung eines Suizidversuchs einer jungen Frau erschien in meinen Augen seltsam unprofessionell. Ebenfalls mehr als fragwürdig war Fabians Rettung eines verunglückten Basejumpers, bei dem selbst meine Mutter fragte, ob denn tatsächlich ein einzelner Mann einen anderen Mann an Fallschirmschnüren eine Klippe hochziehen kann. Bis hin zur Figur der Janne, die als Ärztin heute mal hier und morgen mal dort anheuert. Deren Unstetigkeit aber nicht ausreichend erklärt wird und die eigentlich im Widerspruch zu der Gelassenheit steht, mit der sie ihre TCM-Methoden praktiziert. Jemand der verinnerlicht hat, wofür TCM steht, sollte gefestigter auf den Füßen stehen.

Die Geschichte um einen Yuppi-Arzt mit Nahtod-Erfahrung weiß oft selbst nicht, ob sie fröhlich locker oder ernst daherkommen soll. Das Thema Nahtod war den Verantwortlichen vielleicht doch zu schwer für einen Freitagabend und so musste noch ein bisschen Liebelei verwurschtelt werden. Die zündet aber zu keinem Moment in den 90 Minuten. Dafür fehlt einfach das Knistern zwischen den Protagonisten. Manchmal hat man das Gefühl, das sie aneinander vorbeispielen. Und auch David Rott fällt es schwer den geläuterten Arzt Widerwillen überzeugend umzusetzen. Das Gespräch mit dem Mönch kurz vor Ende ist für mich einer der peinlichsten Momente im Film. Das passte weder zu der albernen Szene am Totenbett eines Klosterbruders, noch zu der Liebesnacht mit Janne.

»Arzt mit Nebenwirkungen« wirkt auf mich wie eine Schmonzette aus Bergdoktor und Bergretter. Die Degeto sollte sich in Erinnerung rufen, dass es für einen guten Film immer noch ein durchdachtes Drehbuch braucht. Da reichen ein paar schöne Landschaftsaufnahmen aus den Alpen und ein nackter David Rott nicht aus, um eine überzeugendes Geschichte zu erzählen.

Ich wünsche dem Schauspieler für 2017 bessere Drehbücher als dieses – vielleicht eine Fortsetzung von »Julia und der Offizier«.

Milchgeld

Max Hegewald und David Rott/Quelle: ARD

Der Film »Die Kinder meines Bruders« lief bereits am 13. Mai, aber erst heute komme ich dazu, etwas darüber zu schreiben.

Gedreht wurde der Streifen unter dem Arbeitstitel »Blutmilch« schon vor gut zwei Jahren in Tangermünde und Umgebung. Warum er erst jetzt im Fernsehen gezeigt wurde, weiß ich nicht, aber der Zeitpunkt ist nicht verkehrt gewählt. Erst vorletzte Woche gab es wieder Demonstrationen von Milchbauern, die auf die abgeschaffte Milchquote und die daraus resultierenden niedrigen Milchpreise aufmerksam machten.

Im Film geht es um den alleinstehenden Milchbauern Christoph Steiner, der durch Schulden so unter Druck gerät, dass er sich umbringt. Als Vormund für Kinder und Hof setzte er seinen Bruder Eric Steiner (David Rott) ein. Der unstete Charakter hat zunächst mit Familie und Kindern nicht viel am Hut, besinnt sich aber eines Besseren und zettelt alsbald eine kleine Revolution unter den Milchbauern an. Im Gegensatz zu seinem Bruder wehrt er sich gegen den Druck der Molkerei, die ihnen die Milch zu Dumpingpreisen abkauft. Ganz nebenbei findet er Zugang zu seinem sechzehnjährigen Neffen Nico (Max Hegewald), der ihn anfangs als Versager abstempelt.

Die Produktionsgesellschaft DEGETO setzt seit ein paar Jahren auf Filme mit Hintergrund und versucht gesellschaftliche Themen mit Unterhaltung in ihren Fernsehfilmen zu verknüpfen. Was nicht immer gelingt. Auch in »Die Kinder meines Bruders« bleibt es beim gut gemeinten Versuch, auf das Thema aufmerksam zu machen, ohne jedoch eine überzeugende Lösung aufzuzeigen. Die Figuren wirken stereotyp und hilflos angesichts des eigentlich dramatischen Geschehens. Selbst über den Protagonisten Eric Steiner bekommt man als Zuschauer wenig Hintergrundinformation geliefert, außer die, dass er keine Kinder möchte und lieber unabhängig in der Großstadt Berlin leben möchte. Man erfährt weder etwas über seinen Beruf oder darüber, was die Brüder in all den Jahren entzweit hat. Das ist schade, weil der Charakter dadurch nicht an Tiefe gewinnen kann. Die anderen Erwachsenen werden noch weniger durchleuchtet und nur anhand ihrer Seil- und Machenschaften charakterisiert.

Das die Situation der Milchbauern nicht von ungefähr kommt, klingt nur am Rande an. Wer die Milch beim Discounter für wenige Cent kauft, weiß mitunter nicht einmal, welchen Schaden er anrichtet. Wie bei so vielem in unserer Konsumgesellschaft ist auch der Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse besonders der von Milch verloren gegangen. Es wird konsumiert ohne nachzudenken. So üben Discounter Druck auf die Molkereien aus, die den an die Bauern weitergeben. Was im Endeffekt bedeutet, dass diese, um rentabel zu bleiben, mehr Kühe anschaffen und mehr Kraftfutter (im übrigen meist Soja) verfüttern müssen. Das führt unweigerlich zu einem Überangebot an Milch und damit zu weiterem Preisverfall. Ein Teufelskreis, den man meiner Meinung nach nur durch ökologische Weidetierhaltung und über den Verkauf von Biomilch durchbrechen kann. Was aber auch ein Umdenken in der Bevölkerung voraussetzt.

Der Film lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits war es schön David Rott wieder in einer charmanten Hauptrolle zu sehen, andererseits ließ ihm diese Rolle wenig Entfaltungsspielraum. Anna Thalbach als seine Lebensgefährtin wirkte ihm gegenüber fast schon zu alt, und man spürte, dass die Chemie zwischen beiden nicht stimmte. Was mir aber besonders gut gefiel, waren die Darsteller der beiden Kinder, allen voran Max Hegewald. Der beim Dreh Dreiundzwanzigjährige gab den Teenager Nico mit so viel Überzeugung, dass er einen David Rott glatt an die Wand spielte. Sensationell!

Vertrauensbruch bei den Spezialisten

Quelle: ZDF

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Zersetzt«

Mit einem emotionalen Finale endet die erste Staffel der neuen ZDF-Vorabendserie.

Weil das Thema »Stasi« im deutschen Fernsehen bereits zu oft »aufgegriffen« wurde, ist es inzwischen auch dementsprechend »abgegriffen«. Es gibt darunter einige originelle Produktion wie beispielsweise »Deutschland 83«, aber der Rest hebt sich nicht sonderlich ab und ist für den Zuschauer inzwischen ermüdend. Nichtsdestotrotz haben die Macher der Serie versucht auch hier mit erhobenem Zeigefinger ein Zeichen zu setzen. Ob das einer Vorabendserie, die sich mit ungelösten Kriminalfällen beschäftig, gut tut, darüber kann man streiten. Es war zumindest streckenweise sehr unterhaltsam. Unteranderem auch deshalb, weil zumeist die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren in den Vordergrund stand. Ob es dabei um Assistent Rufus Haupenthal und Kriminaltechnikerin Samira Vaziri ging oder um Hauptkommissar Mirko Kiefer und Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll. Zwischen letzteren beiden war endlich wieder die Spannung aus der Pilotfolge spürbar.

Katrin hilft einem jungen Mann, der nach 30 Jahren endlich den angeblichen Selbstmord seines Bruders (eines DDR-Punks) aufgeklärt haben will. Er glaubt, dass die Stasi seinen Bruder auf dem Gewissen hat. Da der damals heimlich Videos drehte, in denen Insassen von Jugendwerkhöfen von den menschenunwürdigen Erlebnissen berichten. Und weil die heutige Justiz eine Wiederaufnahme des Falles verweigert, hat Dr. Stoll Mitleid mit ihm. Sie riskiert damit nicht nur ihre berufliche Karriere, sondern setzt auch ihre Beziehung zu Mirko aufs Spiel. In Teamarbeit wird ermittelt. Jannik gräbt sich durch Berge von Stasi-Akten, Samira untersucht Küchenmesser, während Katrin und Mirko das Umfeld des Opfers unter die Lupe nehmen. Natürlich bleibt dem Hauptkommissar nicht verborgen, dass seine Freundin ihn angelogen hat. Er beantwortet den Vertrauensbruch mit seinem sofortigen Auszug aus der gemeinsamen Wohnung.
Am Ende klärt sich der Fall und der Bruder des Opfers hat endlich Genugtuung darüber, dass sein Bruder kein Verräter war. Doch zu welchem Preis. Die Beziehung zwischen Katrin und Mirko ist zerbrochen.

Endlich konnten die beiden Hauptdarsteller David Rott und Valerie Niehaus wieder einmal zeigen, was in ihnen steckt. In den vergangenen Folgen wirkten sie eher wie blasse Randfiguren. Dieses Mal fliegen die Fetzten und das ist für den Zuschauer interessanter als der Fall selbst.

Nach einer durchwachsenen Staffel mit Höhen und Tiefen bleibt zu hoffen, dass der Sender grünes Licht für eine weitere Folgen gibt. Nicht nur den Fans von David Rott zuliebe. Denn wenn sich die Drehbuchautoren auf die Konflikte zwischen den Hauptcharakteren konzentrieren, könnte noch viel mehr drin sein. Die richtigen Schauspieler dafür, haben sie jedenfalls.

Vatermord

Jetzt haben die Macher der Spezialisten also auch das Thema »Neonazis« abgehakt. So richtig überzeugend, war die Folge ja nicht, aber man gab sich Mühe, dass Thema nicht allzu klischeehaft zu erzählen.

Am Rande eines Neonazi-Aufmarsches Anfang der Neunziger wurde ein Polizist erschlagen. Der Mörder wurde nie gefunden. Allein ein Kollege und Freund des Polizisten hat all die Jahre im Geheimen ermittelt und einen Neonazi als Verdächtigen im Visier. Der hat sich damals aus dem Staub gemacht und ist untergetaucht. Zurück ließ er Freundin und Sohn. Fast 25 Jahre danach wird seine Leiche in einem Waldstück gefunden.
Der Neonazi war ein halbes Jahr zuvor aus seinem Versteck gekrochen, um einen rechtsradikalen Politiker zu erpressen. Dabei traf er auch auf seinen Sohn, der den unbekannten Vater so sehr verehrt, dass er sich deshalb ebenfalls in der rechten Szene herumtreibt. Doch der Neonazi von damals hat mit der Szene nichts mehr am Hut. Als ihm der Polizist nachstellt, wird der vom Sohn überwältigt. Doch der Vater lässt den Polizisten laufen. Die Enttäuschung seines Sohnes ist darüber so groß, dass er einen Vatermord begeht.

Es kommt in dieser Folge viel zusammen: angefangen vom Polizisten, dem niemand glaubt und der von den Kollegen als Idiot abgestempelt wird, über den Neonazi, der jetzt Kandidat einer umstrittenen Partei ist, bis hin zum Sohn, dessen rechte Gesinnung auf die Verehrung des Vaters zurückzuführen ist. Das war ein bisschen viel des Guten und auch entsprechend langatmig. Um dem Ganzen künstlich Spannung zu verleihen, haben Mirko und Katrin nur zwei Tage, um den Mörder zu finden, sonst verpassen sie ihren Urlaubsflieger.

Nun ja, über eine solch schlechte Inszenierung der Beziehung bin nicht gerade glücklich. Da war am Anfang mehr drin gewesen, als letztendlich herausgeholt wurde. Auch die restlichen Figuren blieben in dieser Folge recht blass. Mirkos Ausraster, als er dem Sohn des Neonazis eine verpasst, war noch das Herausragendste. Es irritiert mich nur, dass Katrin den Vorfall so kritiklos wegsteckt. Da sie nicht einmal versucht, ihren Partner zur Rede zu stellen.

Trotzdem bin ich sehr gespannt auf die letzte Folge »Der Spezialisten«.

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