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Ist Star Trek noch Star Trek?

Menschenfressende Klingonen, eindimensionale Figuren, Gewalt, Brutalität und wenig Hirnschmalz … das musste ich über die aktuelle Star Trek-Serie Discovery lesen. Sie scheint die Meinungen der Fans so sehr zu spalten, dass sogar der Thread dazu im PERRY RHODAN-Forum geschlossen werden musste. Autoren und Fans sind sich dort fast an die Gurgel gegangen.

Ich frage mich: ist das noch Star Trek? Folgt die Serie noch der Vision Gene Roddenberrys? Oder ist sie nur noch eine weitere Dystopie, die aus unserer zukunftslosen Gegenwart resultiert?

Eigentlich wollten wir uns für einen Monat bei Netflix anmelden, um die Serie anzuschauen. Auf Grund dessen, was wir darüber gehört haben, werden wir es nicht tun. Ich möchte keine Serie sehen, die mit Verhoevens Starship Troopers verglichen wird. Ich will intelligente Science Fiction, in der Probleme mit dem Verstand gelöst werden und nicht mit Waffen. Ich will wieder an eine positive Zukunft glauben können und nichts sehen, was ich ohnehin jeden Tag in den Nachrichten präsentiert bekomme. Sind die Star Trek-Fans inzwischen so verroht, dass ihnen so etwas wie in Discovery gefällt? Oder liegt es daran, dass sie einer neuen Generation angehören? Bin ich Oldschool, weil mir das nicht gefallen will?

Wenn es eines gab, das die Star Trek-Fans geeint hat, dann war es der Glaube an das Gute im Menschen, an eine erstrebenswerte Zukunft, in der es friedlich zugeht und jeder eine faire Chance bekommt. Wenn Discovery das Fandom entzweit, bedeutet das dann nicht, dass Star Trek nicht mehr das ist, was es 50 Jahre lang gewesen ist? Wenn ich lese, das Fans dieses »Friede-Freude-Eierkuchen« nicht mehr sehen wollen, dann haben sie, meiner Meinung nach, nicht verstanden, worum es bei Star Trek geht. Und das finde ich fast noch trauriger.

Ich muss an die Worte denken, die ich 2006 in einem der letzten Starbase-Fanzines des Star Trek-Forums geschrieben habe: »Star Trek ist tot. Lasst es sterben!« Damals habe ich es sarkastisch gemeint, heute ist es vielleicht das Beste, was dem Franchise passieren kann.

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6 Responses to “Ist Star Trek noch Star Trek?”

  1. Februar 6th, 2018 at 13:37

    Jonas says:

    Mit diesem StarTrek-Dogmatismus konnte ich noch nie etwas anfangen. Auf der anderen Seite sehe ich das genauso wenn es um NEO geht, was alles mögliche sein mag aber sicher kein Perry Rhodan.

    Wie auch immer, dies hat nun den Vorteil, dass ich mir die Serie einfach so anschauen kann. Eine Serie die in einem Universum spielt welches ich aus anderen Serien kenne. Nur ein bisschen anders halt, modern. Ob ich das gut finde? Na ja es gibt besseres, aber auch schlechteres. Für zwischendurch ganz okay für Fan allerdings wohl eher enttäuschend.

    Aber gibts den ersten Netflixmonat nicht entgeldfrei? Da kann man dann doch warten bis alle Folgen erschienen sind und sich dann freischalten und anschauen.

  2. Februar 6th, 2018 at 14:25

    Christina Hacker says:

    Das mit dem Probemonat wollten wir machen, aber nachdem, was man so liest und hört, haben ich darauf keine Lust mehr. Das ist nicht mehr mein Star Trek.

  3. Februar 6th, 2018 at 17:41

    :-) Sandra says:

    Star Trek war immer ein Spiegel seiner Zeit. Die 80er waren noch von Optimismus geprägt. Heute herrscht Endzeitstimmung. Und schauen wir uns die Serie aus den 60er Jahren an. Wie Kirk jedem Rock nachgestellt hat. Damals war es normal, da hat man von Männern erwartet, draufgängerisch zu sein. Heute würde man das so nicht mehr in Serien zeigen.

    Wenn du eine Serie schauen möchtest, die Star Trek im Herzen trägt, dann schau The Orville. Das ist eine Homage, eine Liebeserklärung und eigentlich eine Fanproduktion, das merkst du jeder einzelnen Folge an. Gefällt mir persönlich viel besser als Discovery ;-)

  4. Februar 6th, 2018 at 17:53

    Christina Hacker says:

    Ja, darauf warte ich schon sehnsüchtig. Am 27. geht’s los bei Pro7.

  5. Februar 12th, 2018 at 22:49

    Ulf says:

    Tja, bevor man urteilt, sollte man vielleicht die ganze Staffel anschauen. Ich habe gerade die letzte Folge der ersten Staffel gesehen. Die moralischen Konflikte sind komplizierter angelegt als in der Vergangenheit, genau wie die Charaktere. Sie irren sich, und es gibt Erklärungen, warum manche Dinge brutaler sind.
    Wie gesagt, nicht auf Kommentare hören, die nach den ersten Folgen abgegeben wurden, ohne dass die Kommentatoren die gesamte Geschichte gekannt haben. Selber eine Meinung bilden.
    Orville ist sicher einfacher zu konsumieren.

  6. Februar 13th, 2018 at 18:17

    Christina Hacker says:

    Auch diejenigen, die die komplette Staffel gesehen haben, lassen kaum ein gutes Haar an ihr. Aber egal.
    Natürlich sollte man es selbst ansehen, bevor man urteilt. Wenn es sich ergibt, werde ich das auch tun. Doch im Moment gibt es Interessanteres für mich.

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